Archiv der Kategorie: COMIC

Die neusten Comicalben auf dem Markt!

Rolf Kauka: Tom und Klein-Biberherz

Ingraban Ewald veröffentlichte bereits eine sehr schöne Edition eines auf Jules Vernes Die geheimnisvolle Insel basierenden Abenteuer von Rolf Kaukas jungen Raumfahrers Mischa. Danach widmete sich Ewald einer weiteren beliebten Serie aus Fix und Foxi.

Der in Jugoslawien geborene Zeichner Walter Neugebauer war schon immer ein großer Western-Fan und veröffentlichte bereits 1937 in seiner Heimat eine Comic-Adaption von Winnetou. Diese Fassung und Neugebauers ab 1963 für Rolf Kauka gezeichneten Karl-May-Comics erscheinen bei bsv als schön aufgemachte dreibändige Edition, die auch durch die interessanten redaktionellen Beiträge von Gerhard Förster (Die Sprechblase) überzeugt.

Doch auch Ingraban Ewald hat sich bei seinem zweiten Kauka-Band sehr viel Mühe gegeben. Enthalten sind Geschichten mit dem von Walter Neugebauer geschaffenen Duo Tom und Klein-Biberherz, das ab 1957 regelmäßig in Fix und Foxi seine Abenteuer erlebte. Neugebauer brachte die Figuren, in einem schönen Funny-Stil zu Papier. Ihm wurde sogar die Ehre zuteil beim ersten Auftritt von Tom und Klein-Biberherz namentlich gleichberechtigt unter Rolf Kauka genannt zu werden.

Ingraban Ewalds Band enthält eine von Hilmar Kalaba kolorierte Geschichte mit Tom & Biber, die ab 1964 in vier Fix-und-Foxi-Heften in Schwarzweiß auf blauem Papier zum Abdruck kam. Die entsprechenden Seiten konnten herausgetrennt werden und zu einem “Lies- und Lachbuch“ zusammengebastelt werden.

Die Story der Geschichte stammt von Neugebauers Bruder Norbert, der sich hierbei an zwei seiner frühen Comics mit Tom & Biber von 1958 orientierte. Diese kommen ebenfalls in diesem Band zum Abdruck, allerdings in der Originalversion aus Fix und Foxi. Hilmar Kalaba meint dazu: “Im Original waren viele dieser Seiten nicht farbig! Die FF-Hefte waren damals (aus Kostengründe) noch alternierend bunt und einfarbig. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass z. B. in Dänemark diese Seiten in Farbe gedruckt worden waren. Wir hatten uns aber entschlossen, die Originalität der deutschen Hefte beizubehalten. Das war keinesfalls Bequemlichkeit, denn diese Graustufenseiten waren wesentlich aufwändiger in der Scanbearbeitung, als die bunten – schließlich wollte ich den leicht grüngrauen Schimmer möglichst „faksimile“ widergeben. Hat doch auch seinen Reiz, oder?“

Dies kann nur bejaht werden und es darf sich auf weitere ähnlich schöne Editionen mit Kauka-Comics gefreut werden.

„Walter Neugebauer: Winnetou I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Walter Neugebauer: Winnetou II + III“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fürst der Füchse – Das Leben des Rolf Kauka″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Reddition 56: Dossier Rolf Kauka″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fix & Foxi – Die Entdeckung von Spirou, Lucky Luke und den Schlümpfen″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Ralf König: ABBA HALLO!

Als ABBA Ende 2021 nach einer Pause von vierzigJahren ein neues Album herausbrachte, wollte Ralf König diesem Anlass einige wenige Comicstrips widmen. Doch jetzt liegt ein knapp 200-seitiges Buch mit dem schönen Titel ABBA HALLO! vor.

Königs online gestellte Abba-Strips mit seinen beliebten Figuren Konrad und Paul sorgten für ein heftiges Rauschen im Facebook- und Instagram-Wald. Dieses setzte “sofort eine Dynamik in Gang, die mich selbst immer wieder überrumpelt.“

Ähnlich wie zuvor seine gesammelt unter dem Titel Vervirte Zeiten veröffentlichten Vier-Bilder-Strips wird auch hier das Tagesgeschehen kommentiert.

Anfangs befinden sich Konrad, Paul und ihre mit allerlei skurrilen Charakteren bevölkerte Blase zunächst noch mitten in der Corona-Krise, bevor am Ende von ABBA HALLO! der russische Überfall auf die Ukraine thematisiert wird. Dies geschah allerdings mit einiger Verspätung. König erzählte Anfang 2022 von einer Geburtstagsparty, zu der wegen Corona zunächst keiner hingehen wollte, die aber dann doch noch ein rauschendes Fest wurde.

Da König seine Leser an dieser von ihm schon lange vorbereiteten Feier in etlichen täglich online gestellten Comic-Strips teilhaben ließ, kam er erst verspätete dazu, den Angriffskrieg auf die Ukraine zu thematisieren: “Das war auch für mich etwas spooky. Andererseits versicherten mir die Leser und Leserinnen in den Kommentarleisten, dass sie froh sind, morgens bei Konrad und Paul mal kurz abgelenkt zu werden von den düsteren Entwicklungen da draußen.“

Zentrales Thema des Comics sind jedoch weder Corona, noch der Ukraine-Krieg und auch nicht ABBA. Einmal mehr geht es um die Beziehungen zwischen Konrad und Paul, die immer wieder auf dem Prüfstand steht. In Verwirte Zeiten hechelte Paul dem “atemberaubend erotischen“ REWE-Filialleiter Bastian Knaller hinter. Jetzt ist es ein behaarter Kerl, der nur schmusen will und dem nicht eben hünenhaften Paul auch noch dazu bringt in ein Bärchen-Kostüm zu schlüpfen…

„Ralf König: ABBA HALLO!“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Ralf König: Vervirte Zeiten“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Konrad und Paul: Raumstation Sehnsucht“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Barry Hoden“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der junge König: Die frühen Comix Band 1: 1980 – 1984“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der junge König: Die frühen Comix Band 2: Die Vollendung der Knollennase, 1985 – 1987“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der dicke König“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Ralf König: Herbst in der Hose“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der bewegte Mann / Pretty Baby – Special Edition“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Walter Neugebauer: Winnetou II – III

In diesem Band findet die ab 1963 in Rolf Kaukas Fix und Foxi veröffentlichte Comic-Version von Karl Mays Winnetou–Trilogie, die Walter Neugebauer (Tom & Biber) zeichnete, ihren Abschluss. Leider war es diesmal nicht möglich, für den Buchrücken jenen grünen Leinenstoff mit Goldprägung zu verwenden, der bei der Veröffentlichung der Karl Mays Romane zum Einsatz kam. Die Firma, die das “Karl-May-Leinen“ produzierte, war Pleite gegangen und ein Ersatzstoff musste her.

Doch wer dies nicht weißt, wird keinen Unterschied feststellen, zumal inhaltlich wieder dieselbe Qualität geboten wird. Neben Walter Neugebauers 180 Seiten aus Fix und Foxi, die sorgfältig digital auf Vordermann gebracht wurden, sind es wieder die interessanten Hintergrundinformationen von Gerhard Förster (Die Sprechblase), die diesen Band zu einer spannenden Lektüre für alle Freunde von klassischen Comics machen.

Im Schatten der Debatte um den angeblich rassistischen Kinderfilm Der junge Häuptling Winnetou stellt Förster den manchmal ganz schön deutschnational fabulierenden Karl May als Kind seiner Zeit dar. Er diagnostiziert, dass der Autor “im Vergleich zu seinen Zeitgenossen sogar sehr aufgeschlossen“ war, vergisst aber nicht zu erwähnen, dass Karl May in seinen Romanen “mit den Schwarzen weniger respektvoll“ als mit den Indianern umging.

Genau wie der erste Band enthält auch dieses Buch eine weitere Winnetou-Version von Walter Neugebauer. Als Siebzehnjähriger brachte dieser In seiner Heimat Jugoslawien bereits 1938 eine Adaption von Winnetou II zu Papier, die dort im Comicmagazin Veseli vandrokaš zum Abdruck kam. Leider konnte Neugebauer die Geschichte nicht zu Ende erzählen, da die Zeitschrift eingestellt wurde.

Um an diese Comicseiten zu gelangen, reiste Gerhard Förster nach Zagreb. In diesem Buch kann er zudem auch noch einige Seiten präsentieren, mit denen Neugebauer 1963 versuchte, seine 38er-Version zu Ende zu bringen, bevor ihn Rolf Kauka dies untersagte, da er weiter am Fix-und-Foxi-Winnetou arbeiten musste. Recht bald möchte Förster in Band 3 Neugebauers Version von Karl Mays Old Surehand I veröffentlichen. Ich freue mich darauf!  

„Walter Neugebauer: Winnetou I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Walter Neugebauer: Winnetou II + III“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Helmut Nickel: Winnetou I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 9: Blonde Phantom“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 8: Fix & Foxy“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 7: John Wayne“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 6: Marvel Mystery Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 5: Diabolik“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 4: Verschollene Superhelden“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 3: Bizarre Comic Kunst“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 2: Good Girl Art Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Perlen der Comicgeschichte # 1: Centaur Mystery Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Oliver & Columbine

Eigentlich befinden sich Oliver und Herr Prudenz, die in einen Notariatsbüro arbeiten, auf einer unspektakulären Dienstreise. Sie sollen im Örtchen Einsiedel ein paar Dokumente abgeben. Doch dann steigen sie in eine seltsame Straßenbahn, und ab geht es in die märchenhafte Welt von Schauimtraum.

Bereits in der Straßenbahn lernt Oliver die reizende Columbine kennen und wird danach zusammen mit ihr immer wieder ein von Fabelwesen bevölkertes Land vor Bedrohungen schützen. In ihrem ersten Abenteuer bekommen es das Pärchen mit dem heimtückischen Riesenvogel Ratzekahl zu tun, der mit seinem an einen Staubsauger erinnernden Schnabel bereits einem Großteil der Einwohner von Schauimtraum den Schädel kahl rasiert hat…

Das klingt eigentlich ganz schön blödsinnig, doch wer sich auf Oliver & Columbine einlässt, wird viel Spaß haben. Die an klassische Disney-Animationsfilme, aber auch an The Wizard of Oz oder Little Nemo, erinnernden Zeichnungen von Daniel Henrotin alias Dany (Ludivine, Die Kriegerinnen von Troy) sind wunderschön und die Hauptfiguren, trotz ihrer zuckersüßen Art, ganz große Sympathieträger.

Die Geschichten stammen von Michel Louis Albert Régnier alias Greg, der ab 1965 Chefredakteur des hauptsächlich Abenteuergeschichten enthaltenen Comicmagazins Tintin war. Inspiriert von einer Straßenbahnfahrt durch die belgische Landschaft schuf er als Gegengewicht zu Dan Cooper, Michel Vaillant oder Andy Morgan die fabelhafte Welt von Oliver & Columbine. Gleich nach der Veröffentlichung des ersten Abenteuers Die wunderbare Odyssee wurde Olivier Rameau, so der Originaltitel, von den Tintin-Lesern 1969 zur viertbeliebtesten Serie des Magazins gewählt.

Die deutschen Leser lernten den Comic mit reichlich Verspätung kennen. 1981 gab es unter dem Titel Oliver Ohnefehl ein einmaliges Gastspiel in einem Sonderheft der Rätselmagazins Rate Mal. Erst in diesem Jahrtausend wurden weitere Bände von Oliver & Columbine veröffentlicht und endlich erscheint beim Stefan Riedl Verlag eine optimal aufgemachte vierbändige Gesamtausgabe.

Bemerkenswert ist, dass das erste Album Die wunderbare Odyssee von der legendären Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf ins Deutsche übertragen wurde. Bei ihr heißt der Bahnhofsvorsteher Traugott Triller, der Straßenbahnschaffner Lukas Lochzang, der Zwerg mit der Schubkarre Kolossal und die garstigen Trolle sind die Wirrware. Diese belgische Serie hätte auch bei uns zum Klassiker werden kommen, doch dazu kam sie leider viel zu spät zum Abdruck, doch besser spät als nie.   

„Oliver & Columbine Gesamtausgabe 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

50 Jahre Hägar

Als vor fünfzig Jahren erstmals ein korpulenter Wikinger mit Hörnerhelm und einer Vorliebe für ausgiebiges Feiern in den amerikanischen Tageszeitungen auftauchte, war er fast augenblicklich ein Erfolg. Es schien, als habe die Welt nur auf dem kriegerischen Familienmenschen mit den alltäglichen Problemen („Wenn du in die Schlacht ziehst, vergiss bitte nicht, den Müll rauszubringen) gewartet. 

Oft wurde Hägars Schöpfer Dick Browne attestiert, selbst Hägar zu sein. Wie seine Schöpfung war er von stattlicher Statur, mit Rauschebart, liebte gutes Essen und war manchmal ein wenig zerstreut. Dik Browne war zu dem Zeitpunkt der Erfindung Hägars schon lange erfolgreich im Geschäft- als Assistent für seinen Mentor und Freund Mort Walker und dessen Comicstrip Hi and Lois.

Auch Dik Browne war ein Familienmensch und 1973 bereits 56 Jahre alt. Er sorgte sich um ein sicheres Auskommen für die Seinigen und wusste, dass er das nur mit einem eigenen Comic-Strip haben würde (Hägar der Schreckliche war übrigens ein Kosename, den sich Dik Brownes Söhne für ihn ausgedacht hatten). Der Erfolgsstrip entstand im wahrsten Sinne des Wortes im Familienbetrieb: Während Sohn Chris dem Vater bei den Zeichnungen assistierte, kümmerte sich der zweite Sohn Chance um das grafische Erscheinungsbild und Brownes Frau Joan um die Finanzen.

Mit fortschreitendem Alter erschwerten ernste gesundheitliche Probleme Dik Browne die Arbeit an dem Comic-Strip. Als er schließlich 1989 im Alter von 71 Jahren verstarb, war das Familienunternehmen mittlerweile so gut aufgestellt, dass der Betrieb – für den Leser beinahe unmerklich – weiterlaufen konnte. Vor allem Chris Browne, der in die zeichnerischen Fußstapfen seines Vaters trat und dessen meisterlich reduzierten Strich zu kopieren verstand, gebührt hier die Ehre. 

Jetzt feiert Egmont den fünfzigjährigen Geburtstag des rotbärtigen Helden. Herausgekommen ist ein Best Of der Hägar-Strips, aufgeteilt in Jahrzehnte, sorgfältig ausgewählt von Dik Brownes Söhnen Chris und Chance. Zudem gibt es noch einen aufschlussreichen Bericht über die Entstehungsgeschichte Hägars, eine jeweils einseitige Einleitung zu jedem Jahrzehnt sowie ein Grußwort von Chris Browne. Ein für Fans unentbehrlicher Band, der aber auch Neueinsteigern und Interessierten eine gute Orientierungshilfe bietet. Auf die nächsten 50 Jahre Hägar!

Matthias Schäfer

„50 Jahre Hägar“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Hägar – Gesammelte Chroniken 1973“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Hägar – Gesammelte Chroniken 2017“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Hägar – Bibliothek der Comic-Klassiker“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Garth Ennis: Punisher Collection 3

Der dritte Band dieser Collection startet mit sechs Storylines, die Garth Ennis zwischen 2006 und 2008 geschrieben hat. In jeweils sechs oder sieben Heften wurden diese beim Marvel-Erwachsenenlabel MAX veröffentlicht. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen, bauen aber aufeinander auf. Das Tüpfelchen auf dem i sind auch diesmal Tim Bradstreets detailverliebte, oft recht waffenfetischistische Cover, die stark an Filmposter erinnern.

Die schlechte Nachricht gleich zuerst: Die zweite Story Mann aus Stein ist ziemlicher Müll. Garth Ennis ließ hier seiner Miniserie Mütterchen Russland eine ziemlich einfallslose Fortsetzung folgen. Noch schlimmer sind die unbeholfen wirkenden Zeichnungen von Leonardo Fernandez, der – ganz im Gegensatz zu seiner guten Graphik bei Ennis‘ meisterlicher Miniserie Die Sklavenhändler – diesmal sehr detailarm arbeitete und Frank Castle nur sehr selten gut erkennbar zu Papier bringt.

Sehr viel besser funktioniert die nächste Geschichte, die davon erzählt, wie der Punisher beim Kampf gegen skrupellose Wirtschaftskriminelle auf den völlig durchgeknallten Auftragskiller Barracuda trifft. Dieser ständig fluchende Koloss von einem Kerl, den Ennis hier in das Marvel-Universum einführt, steht in der Tradition von nahezu unzerstörbaren Punisher-Gegnern wie Ma Gnucci oder dem Russen. Auch die blutrünstige Geschichte lässt an Ennis’ Fun-Splatter-Anfänge als Punisher-Autor denken. Passend dazu erinnern die sehr realistischen, aber gelegentlich auch leicht karikierenden Zeichnungen von Goran Parlov an Steve Dillons schnörkellosen Stil.

Die nächste Geschichte wurde von Lan Medina ebenfalls sehr souverän zu Papier gebracht. Witwenmacher hat einen sehr viel bitteren Unterton. Hier wollen sich fünf Frauen, deren Mobster-Ehemänner von Frank Castle umgebracht wurden, am Punisher rächen und stellen sich dabei gar nicht so ungeschickt an.

Zentrale Figur ist jedoch Jennifer, die Schwester einer der Witwen. Sie ist dem Punisher dankbar dafür ist, dass dieser ihren sadistischen Mafia-Ehemann ermordet hat und (Vorsicht, Spoiler!) schlüpft sogar in dessen Kostüm mit dem Totenkopf. Die teilweise sehr sensibel erzählte Geschichte mündet in ein ebenso blutiges wie tragisches Finale.

Danach hat sich Garth Ennis wieder dem nicht tot zu kriegenden Barracuda gewidmet, doch der Punisher taucht gar nicht auf. Am Ende einer satirisch angehauchten, in karibischer Umgebung spielenden Geschichte wird jedoch klar, dass Barracuda noch ein Hühnchen mit dem Punisher zu rupfen hat. Zuvor gibt es viel blutrotem Slapstick und Goran Parlovs Zeichnungen sind am Rande der Karikatur angesiedelt. So trägt etwa ein Gangsterboss unverkennbar die Gesichtszüge von Christopher Walken, während dessen seltsam deformierter Sohn, so wirkt als wäre aus einem Looney-Tunes-Cartoon entsprungen.

Ein deutlich ernsthafterer Grundton herrscht danach in der ebenfalls von Ennis und Parlov stammenden Storyline Die lange, kalte Nacht, obwohl hier wieder Barracuda eine zentrale Rolle spielt. Gleich das erste Kapitel endet mit einem als Schlusspointe daherkommenden Cliffhanger, der wirklich völlig überrascht und hier nicht verraten werden soll. Einmal mehr gilt: Völlig krankes Zeug, das schwer zu Herzen geht.

Mit der ebenfalls von Parlov gezeichneten Geschichte Valley Forge, Valley Forge verabschiedet sich Ennis erst einmal vom Punisher. Einmal mehr erzählt er hier eine War Story. Es geht um acht in kriminelle Angelegenheiten verwickelte US-Generäle, die nicht zu Unrecht vermuten, dass der ansonsten nicht eben zimperliche Punisher Probleme damit haben wird, US-Soldaten zu töten.

Mit schmutzigen Tricks gelingt es den Offizieren eine Delta-Force-Spezialeinheit nach New York zu schicken, wo sie Castle zur Strecke bringen sollen. Doch ganz so einfach ist das natürlich nicht, und der an Morgan Freeman erinnernde Colonel Howe ist als Chef der Spezialeinheit auch nicht so einfach zu steuern wie erwartet. Valley Force, Valley Force überrascht auch dadurch, dass Ennis in die Handlung scheinbar wahllos Auszüge eines fiktiven biografischen Vietnam-Berichts, sowie von Goran Parlov sehr stimmig gezeichnete “Fotodokumente“, einfließen lässt. Dies verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Zum Abschluss präsentiert dieser Band drei kürzere Stories, die vor Valley Force, Valley Force entstanden sind. Etwas ganz Besonderes ist die 2006 entstandene Geschichte Tiger, Tiger von 2006. Der in den 50er-Jahren für MAD und die EC-Comics tätige John Serverin setzte den 49-seitigen Comic in einem nostalgische Gefühle weckenden Retro-Stil in Szene. Dies passt sehr gut, da Ennis eine 1960 spielende Episode erzählt. Lange bevor er die Hölle des Vietnamkriegs kennenlernte, erlebte der zehnjährige Frank Castle bereits schreckliche Dinge.

Das Viertel in Brooklyn, in dem der sich stark für Poesie interessierende Junge aufwächst, wird von einem Mafiaclan terrorisiert. Besonders schlimm treibt es Vincent Rosa, der jüngste Sohn des Paten, der etlichen minderjährigen Mädchen den Kopf verdreht und sich rücksichtslos an ihnen vergeht. Dies führt zu Schwangerschaften und Selbstmorden. Auch Lauren, ein Mädchen, das Frank sehr viel bedeutet, bringt sich um. Eines Abends, als seine Eltern schon schlafen, greift Frank heimlich zur gut versteckten Dienstpistole, die sein Vater aus den Weltkrieg mitbrachte, und macht sich auf den Weg…

Kunstvoll eingebettet in interessante Pro- und Epiloge Ennis gelang hier einmal mehr eine ungewöhnliche Geschichte. Dabei beschäftigt er sich auch mit einem Gedicht von William Blake, weckt Emotionen und präsentiert ein ganz schön blutiges, aber auch sehr konsequentes Ende.

Mit Die Zelle folgt eine weitere Kurzgeschichte, die auf 48 Seiten davon erzählt, wie sich Frank Castle der Polizei stellt. Dadurch wird er in jenes Gefängnis gesperrt, das von einigen Häftlingen beherrscht wird, die von ihrer komfortabel ausgestatteten Zelle aus weiterhin ihre kriminellen Geschäfte steuern. Bei diesen Insassen handelt es sich um jene Männer, die die Verantwortung dafür tragen, dass Franks Frau und Kinder gestorben sind. Diese solide Punisher-Story von 2005 setzte Lewis LaRosa in gut dazu passender düsterer Optik in Szene.

Zum Abschluss gibt es noch ein weiteres Highlight. The End entstand 2004 und spielt in einer gar nicht so weit entfernten Zukunft. Hier bekommt der Direktor eines Hochsicherheits-Gefängnisses die Anweisung alle Gefangenen umzubringen. Doch dank eines Stromausfalls gelingt es Frank Castle zu entkommen. Die plötzliche Freiheit ist jedoch nicht wirklich ein Fortschritt, denn der Himmel brennt und die USA ist durch einen Atomkrieg völlig zerstört. Auch für die Elite, die sich in unterirdischen Bunkern verkrochen hat, gibt es keine Rettung, denn dafür sorgt schon der Punisher…


Am Zeichenbrett saß diesmal die Zeichner-Legende Richard Corben, dessen zur Abwechslung nicht plastisch, sondern meist flächig kolorierten Zeichnungen sorgen für die nötige apokalyptische Atmosphäre. The End ist der perfekte Schlusspunkt für diese Edition, die zum Glück noch mit einem vierten Band beendet wird.

„Garth Ennis: The Punisher Collection, Bd. 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Garth Ennis: The Punisher Collection, Bd. 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Garth Ennis: The Punisher Collection, Bd. 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Garth Ennis: The Punisher Collection, Bd. 4“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Marshal Blueberry

Als Ergänzung zur neunbändige Gesamtausgabe mit allen 29 von Jean Giraud alias Moebius gezeichneten Comicalben der Western-Serie Blueberry ist noch ein Spezial erschienen. Enthalten ist die zwischen 1991 und 2000 in drei Alben veröffentlichte Storyline Marshal Blueberry.

Diese 1868 spielende Geschichte ist zwischen den Alben General Gelbhaar und Die vergessene Goldmine angesiedelt. Der eigentlich im Fort Navajo stationierte Leutnant Blueberry ist hier im Auftrag von General Sherman als US-Marshal unterwegs, um eine Bande von Waffenschiebern dingfest zu machen.

Genau wie bei den letzten Bänden der regulären Reihe fungierte Jean Giraud auch diesmal als Autor. Für das Artwork konnte William van Cutsem alias Vance (Bruno Brazil, Bruce J. Hawker, XIII) gewonnen werden, der über einen ähnlich einzigartigen Zeichenstil wie Jean Giraud verfügt.

Vance war zunächst begeistert davon, den Westernklassiker zu zeichnen. Von ihm kam der Vorschlag Marshal Blueberry nicht in lediglich zwei Alben zu erzählen, sondern einen Dreiteiler daraus zu machen. Doch es war dann nicht Vance, der die Miniserie zu Ende brachte.

Dem ersten Album Auf Befehl Washingtons ist die Begeisterung anzumerken, mit der Vance hier bei der Sache war. Giraud erzählt eine spannende, in sich abgeschlossene Geschichte mit Indianern, Kavallerie und weißen Ganoven, die sich rund um Fort Navajo abspielt. Die Szenen in winterlicher Wildnis sind Atmosphäre pur.

Auch im zweiten Band Mission Sherman gelangen Vance beeindruckende Sequenzen, doch der Zeichner war nicht zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Giraud. Vance war es gewohnt von den Autoren eine fertig ausgearbeitete Geschichte mit Seitenlayouts zu erhalten.

Doch – wie Volker Hamann (Reddition) im hochinteresanten Vorwort zu diesem Band schreibt – hatte Giraud “eher einen Roman als ein Szenario“ geschrieben. Bei Mission Sherman heuerte Vance Assistenten an, da er zeitgleich noch an anderen Comics arbeitete.

Mit dem Resultat waren dann weder Giraud noch Vance glücklich und daher kam mit Michel Rouge für den Abschlussband Blutige Grenze ein neuer Zeichner zum Einsatz. Dieser hatte Giraud bereits bei Blueberry assistiert und Herman bei Comanche abgelöst.

Tess von Vance

Rouge hatte einen weniger eigenständigen Stil als Vance und orientierte sich bei Blutige Grenze stark an den Blueberry-Zeichnungen von Giraud, wodurch es am Ende der Miniserie einen erheblichen Stilbruch gibt. So ist die sehr selbstbewusste von Vance eingeführte Farmerin Tess Bonaventura in der von Michel Rouge gezeichneten Version nicht mehr wiederzuerkennen.

Tess von Michel Rouge

Doch attraktiv sind beide Damen und insgesamt ist Marshal Blueberry ein sehr interessanter Beitrag zum Westernklassiker. Dies liegt auch daran, dass die nicht mit Gewalt und Sex geizende Geschichte sich nicht ausschließlich an junge Leser richtet.

„Marshal Blueberry – Collector’s Edition Spezial“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 4“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 5“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 6“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 7“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 8“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry – Collector’s Edition 9“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blueberry: Das Trauma der Apachen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 0: Spezial“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 1: Die Jugend von Blueberry“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 2: Die Sierra bebt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 3: Der verlorene Reiter“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 4: Das eiserne Pferd und die Sioux“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 5: Auf Befehl Washingtons“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 6: Prosit Luckner und die vergessene Goldmine“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 7: Das Südstaatengold“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 8: Die Verschwörung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 9: Tsi-Na-Pah“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 10: Das Ende des Weges“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 11: Tombstone“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 12: Das Duell“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 13: Terror an der Grenze“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 14: Der dreckige Krieg“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 15: Das Lincoln-Komplott“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 16: Von Cincinnati nach Veracruz“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 17: Schatten der Vergangenheit“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 18: Der Tag der Finsternis“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Blueberry Chroniken 19: Mann gegen Mann“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Edgar P. Jacobs – Träume und Apokalypsen

Bei Carlsen ist mit Der Fall E. P. Jacobs bereits ein Comic über den Schöpfer von Blake und Mortimer erschienen. Dieser hat mir recht gut gefallen, das Werk verblasst jedoch gegen eine weitere gezeichnete Biografie.

Im Nachwort zu Edgar P. Jacobs: Träume und Apokalypsen erzählt der französische Autor François Rivière, wie er die belgische Comiclegende 1970 persönlich kennenlernte und danach regelmäßig besucht hat. Diese Nähe zum 1987 verstorbenen Edgar P. Jacobs ist Rivières Szenario deutlich anzumerken.

Im ersten der neun Kapitel des Comics ist Jacobs bereits ein junger Mann, der gemeinsam mit seinem Freund dem späteren Tintin-Chefredakteur Jacques Van Melkebeke in den Museen und auf den Flohmärkten Brüssels Inspiration findet. Durch Van Melkebeke lernt Jacobs später auch Hergé kennen.

Zwischen Hergé und Jacobs entwickelt sich eine nicht unkomplizierte Freundschaft, aber auch eine Arbeitsbeziehung. Beides geht in die Brüche als Jacobs nicht mehr bereit ist, bei Tim und Struppi anonym als Assistent zu arbeiten. Doch natürlich erzählt François Rivière auch von Jacobs’ Karriere als Opernsänger und seinem komplizierten Beziehungsleben.

Der Schweizer Zeichner Philippe Wurm setzt die Biografie in detailfreudigen, oft recht kleinen Panels in Szene. Dabei lässt er sich durchaus von Jacobs’ Zeichenstil inspirieren und verarbeitet markante Momente aus Blake und Mortimer zu beeindruckenden Traumsequenzen. Abgerundet wird dieser schöne Hardcoverband durch biografische Notizen zu Zeitgenossen von Jacobs runden ab und ein sehr interessantes Nachwort von Rivière.

„Edgar P. Jacobs – Träume und Apokalypsen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der Fall E. P. Jacobs“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 0: Die U-Strahlen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 1: Der Kampf um die Welt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 2: Das Geheimnis der großen Pyramide“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 3: Das Gelbe M“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 4: Das Geheimnis von Atlantis“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer Bibliothek 5: SOS Meteore“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„E. P. Jacobs: Blake & Mortimer: Gesammelte Abenteuer“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 1 – Das Geheimnis der großen Pyramide – Teil 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 2 – Das Geheimnis der großen Pyramide – Teil 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 3 – Das gelbe M“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 4 – SOS Meteore“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 5 – Die Diamantenaffäre“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 6 – Die teuflische Falle“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 7 – Das Geheimnis von Atlantis“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 8 – Die 3 Formeln des Professor Sato“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 9 – Mortimer gegen Mortimer“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 10 – Der Fall Francis Blake“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 11 – Die Voronov-Intrige“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 12 – Unheimliche Begegnung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 13 – Die Sarkophage des 6. Kontinents – Teil 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 14 – Die Sarkophage des 6. Kontinents – Teil 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 15 – Das Heiligtum von Gondwana“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 16 – Der Fluch der dreißig Silberlinge, Teil 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 17 – Der Fluch der dreißig Silberlinge, Teil 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 18 – Das Gelübde der fünf Lords “ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 19: Die Septimus-Welle“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 20: Der Stab des Plutarch“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 21: Das Testament des William S.“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake und Mortimer # 22: Das Tal der Unsterblichen, Teil 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Reddition 72: Blake und Mortimer“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

50 Jahre Fix und Foxi

2003 ließ es sich Rolf Kaukas Witwe Alexandra, die auch gerade eine Biographie ihres Mannes verfasst hatte, nicht nehmen 50 Jahre Fix und Foxi mit einem ansprechend aufgemachten Jubiläumsband zu feiern. Neben informativen Texten enthält das Buch elf chronologisch aneinandergereihte Geschichten, darunter auch jene von 1960 in der Lupo erstmals jene „Zaubermühle“ betritt, die später sein ständiges Domizil werden sollte.

Im Anhang sind zwar die genauen Erscheinungsdaten der einzelnen Geschichten vermerkt, doch die Namen der zugehörigen Zeichner werden einmal mehr (wie schon in den Fix und Foxi-Heften) verschwiegen.

Immerhin werden jedoch der begnadete Pauli-Zeichner Branco Karabajic und Vlado Magdic, der viele Tom und Biber-Geschichten gestaltete, auf jeweils einer Seite porträtiert.Diese Ehre hätte auch Walter Neugebauer, Florian Julino, Riccardo Rinaldi und den vielen anderen talentierten Künstlern zugestanden, die anonym unter dem Namen „Rolf Kauka“ arbeiten mussten.

Doch ansonsten ist dieser Jubelband mit sehr viel mehr Liebe und Nähe zum Thema aufgemacht als die kurzlebige Kauka Classics-Reihe des Ehapa Verlags.

Dieses Buch bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fürst der Füchse – Das Leben des Rolf Kauka″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Reddition 56: Dossier Rolf Kauka″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Fix & Foxi – Die Entdeckung von Spirou, Lucky Luke und den Schlümpfen″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe 4

Im Halbjahrestakt wächst die optimal aufgemachte neue Gesamtausgabe von Lucky Luke. Das wirkt manchmal wie Schneckentempo, doch für das Zeichnen der im vierten Band enthaltenen Comics benötigte Morris von Februar 1956 bis September 1957 deutlich länger als sechs Monate.

Auch dieser Band widmet sich wieder entscheidenden Abschnitten in der Geschichte der Westernserie. Mit Der falsche Mexikaner zeichnete der aus New York nach Belgien zurückgekehrte Morris das letzte Album, das auch von ihm getextet wurde.

In Alerte aux Pieds-Bleus (Blaufuß-Alarm), so der Originaltitel, wird sich ungeniert und alles andere als vorurteilsfrei über Indianer und Mexikaner lustig gemacht. Das ist nicht schön, doch noch schlimmer fände ich es, wenn diese Kapitel der Comichistorie einfach ignoriert oder bereinigt werden.

Das wie immer hochinteressante Vorwort widmet sich mit Texten wie “Achtung, Klischee!“ ausführlich dieser Problematik. Enthalten ist ein interessantes Zitat von René Goscinny, der von den Zeiten schwärmt als im klassischen Western die Indianer noch “richtig böse“ waren: “Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde es entsetzlich, dass die Rothäute abgeschlachtet wurden. Ich habe den Film Stagecoach fünfzehn- oder sechszehnmal, und trotzdem hat mich das nicht zu einem erbitterten Gegner der Rothäute gemacht…“

Nach Der falsche Indianer übernahm Goscinny bei den Comics mit Lucky Luke das Texten. Der Autor mit jüdischen Wurzeln überzeugte Morris davon, häufiger Indianer in die Handlung einzubauen und machte sich auch ansonsten, genau wie in Asterix, über die Eigenarten von allerlei Volksgruppen lustig.

Goscinnys zweites Album nach Die Eisenbahn durch die Prärie war Lucky Luke gegen Joss Jamon. Seinerzeit war es noch nicht üblich, dass die Autoren von Comics namentlich genannt wurden. Zudem stand Gosinny bei den Verlegern auf einer schwarzen Liste, nachdem er sich für die Rechte von Autoren einsetzte und zusammen mit Kollegen wie Jean-Michel Charlier (Blueberry) versucht hatte, eine Gewerkschaft zu gründen.

Morris schmuggelt Goscinny jedoch immerhin durch die Hintertür in den von ihm geschriebenen Comic ein, indem er ihn als Banditen Wechsel-Pete karikierte. Bemerkenswert an Lucky Luke gegen Joss Jamon ist auch, dass durch einen Gastauftritt bereits in dieser Geschichte angekündigt wurde, dass die Daltons zur Serie zurückkehren werden. Morris hatte das wie Orgelpfeifen auftretenden Ganoven-Quintett Bob, Grat, Bill und Emmett Dalton 1952 im Album Die Gesetzlosen unvorsichtigerweise sterben lassen.

Doch Goscinny hatte die geniale Idee fortan Joe, Jack, William und Averell, die völlig unfähigen Cousins der Daltons in Lucky Luke auftreten zu lassen. Dies trägt bereits herrliche Früchte in der Geschichte Vetternwirtschaft. Die Brüder sind auch auf dem Cover dieses Bandes der Gesamtausgabe zu sehen und waren möglicherweise jene entscheidende Komponente, die Lucky Luke zum Klassiker werden ließ.

“Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe Band 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe Band 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe Band 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe Band 4“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe Band 5“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Lucky Luke # 100: Die Ursprünge – Western von Gestern“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Lucky Luke # 99: Fackeln im Baumwollfeld“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Lucky Luke # 97: Ein Cowboy in Paris“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Lucky Luke # 95: Das gelobte Land“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1946 – 1950“ u. a. mit „Arizona 1880“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1951 – 1954“ u. a. mit „Die Rückkehr der Brüder Dalton“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1957 – 1958“ u. a. mit „Auf nach Oklahoma!“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1958 – 1960“ u. a. mit „Am Mississippi“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1960 – 1961“ u. a. mit „Billy the Kid“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1961 – 1962“ u. a. mit „Die Daltons auf dem Kriegspfad“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1962 – 1964“ u. a. mit „Die Daltons bewähren sich“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1964 – 1965“ u. a. mit „Lucky Luke reitet für die 20er Kavallerie“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1965 – 1967“ u. a. mit „Die Postkutsche“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1967 – 1969“ u. a. mit „Das Greenhorn“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1969 – 1971“ u. a. mit „Jesse James“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1971– 1973“ u. a. mit „Ma Dalton“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1973 – 1975“ u. a. mit „Eine Woche Wilder Westen “ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1975 – 1977“ u. a. mit „Der singende Draht “ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1978 – 1980“ u. a. mit „Der Galgenstrick“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1980 – 1982“ u. a. mit „Sarah Bernhardt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1983 – 1984“ u. a. mit „Daisy Town“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1985 – 1987“ u. a. mit „Die Geisterranch“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1987 – 1991“ u. a. mit „Der Pony Express“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1992 – 1994“ u. a. mit „High Noon in Hadley City “ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1995 – 1996“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1996 – 1998“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 1999 – 2002“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 2002 – 2006“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 2007 – 2013“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 2013 – 2015“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 2016 – 2018“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Lucky Luke – Gesamtausgabe 2019 – 2020“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken