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Die heißesten DVDs und Blu-rays

Girl You Know It’s True

Das aus Fab Morvan und Rob Pilatus bestehende Popduo Milli Vanilli feierte Ende der Achtziger mit Songs wie Baby Don’t Forget My Number oder Blame It on the Rain weltweit große Erfolge. Die beiden Frontmänner waren zwar begnadete Tänzer, der Gesang kam jedoch nicht aus ihren Kehlen.

Hierfür hatte Komponist und Produzent Frank Farian einige etwas weniger vorzeigbare aber talentiertere Sänger verpflichtet. Wie zuvor bereits bei seinem großen Erfolg mit Boney M. war Farian auch höchstpersönlich auf den Playbacks zu hören. Dies ging eine Weile sehr, sehr gut bevor der Schwindel schließlich spektakulär aufflog…     

Es sollte mehr als drei Jahrzehnte dauern bis diese Steilvorlage vom Regisseur Simon Verhoeven (Willkommen bei den Hartmanns, Nightlife) in ein erstaunlich unterhaltsames und niemals plumpes Biopic verwandelt wurde. Girl You Know It’s True muss sich nicht hinter den zahllosen oft etwas glatten US-Filmen über Musik-Größen, in denen Filmstars genau wie einst Milli Vanilli zum Playback oft nur ihre Lippen zu bewegen hatten.   

Der Film leidet etwas darunter, dass Matthias Schweighöfer als Frank Farian häufig so albern wirkt als wenn er im falschen Film wäre und Til Schweiger Regie führen würde. Doch dem restlichen Ensemble gelingen immer wieder erinnerungswürdige und manchmal auch anrührende Momente. Dies gilt vor allem für die beiden Hauptdarsteller Tijan Njie und Elan Ben Ali, dank deren Temperament und Talent sogar die nicht wirklich zu Klassikern gewordenen und oft erschreckend an die Songs von Modern Talking erinnernde Milli-Vanilli-Hits erstaunlich unpeinlich rüberkommen.

Die Blu-ray von Leonine enthält neben dem 124-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Interviews mit Cast und Crew: Tijan Njie & Elan Ben Ali (9:02 min), Tijan Njie (6:03 min), Elan Ben Ali (4;52 min), Matthias Schweighöfer (4:33 min), Bella Dayne (6:53 min), Graham Rogers (2:20 min), Ashley Dowds (5:01 min), Tijan Marei (2:02 min), Regisseur Simon Verhoeven (18:33 min), Drehbuchautor Quirin Berg (9:40 min) und Produzentin Kirstin Winkler, Musikvideos mit Tijan Njie & Elan Ben Ali: Baby Don’t Forget My Number (2:27 min), Girl You Know It’s True (2:31 min), Blame It on the Rain (2:50 min), Girl I’m Gonna Miss You (2:40 min) und Hot Boys (1:53 min), sowie ein Clip (2:27 min)

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Martin Sonneborn: Heimatkunde

2008: Achtzehn Jahre nach der Wiedervereinigung wurde die Republik volljährig und jeder neunte Bundesbürger wünschte sich die Mauer zurück, so eine Forsa Umfrage. Ein Jahr vor dem historischen Datumwanderte Martin Sonneborn, der ehemalige Titanic-Chefredakteur, Parteivorsitzende der Partei Die Partei und ab 2014 Mitglieder des europäischen Parlaments, 234 km rund um die deutsche Hauptstadt.

Durch diese Expedition wollte Sonneborn herausfinden, ob und welches Leben im ehemaligen Zonenrandgebiet existiert. Gleich zu Beginn seines Gewaltmarsches entlang des landschaftlich eher trostlosen Berliner Grenzgebiets stieß Sonneborn auf einen nackt sonnenbadenden Ossi, der dies heimlich machte, da seine aus dem Westen stammenden neuen Nachbarn ihn allzu misstrauisch beäugen. Interessant war auch ein Gespräch mit zwei jungen Mädchen, die nichts über die DDR wussten, diese aber dennoch für besser als die aktuellen Zustände hielten.  

Auf den ersten Blick erinnert Sonneborns unterhaltsam improvisierter Dokumentarfilm an die Reiseberichte von Franz Xaver Gernstl. Doch im Gegensatz zum sensiblen Bayern, der seine Reisebekanntschaften ausreden lässt und nie bloßstellt, provoziert der Satiriker Sonneborn seine Gesprächspartner freundlich aber bestimmt, wobei Borat durchaus grüßen lässt. Erstaunlich schnell kitzelt Sonneborn dabei allerlei Vorurteile heraus, die zeigen, dass die Mauer in den Köpfen der Menschen noch lange nicht verschwunden ist.

Extras der DVD: Drei weiterer Reisebegegnungen (27:14 min), 18 kurze aber bizarre Begegnungen (20:48 min), Interview mit Martin Sonneborn (17:22 min), Trailer (1:59 min), Trailer zu „Die Partei“ und „Titanic informiert“

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Der Minister

Franz-Ferdinand Maria Wilhelm Ladislaus Ignatz Otto Maximilian Franz Joseph Rochus Cedric Lord Fauntleroy Freiherr von und zu Donnersberg heißt die Hauptfigur dieser TV-Satire. Diesem mäßig begabten Adelsspross gelingt es nicht nur Minister, sondern sogar Hoffnungsträger für ganz Deutschland zu werden. Doch obwohl er schon einen so schönen langen Namen hatte, musste unbedingt noch ein Doktortitel hinzukommen. Doch beim Promovieren hat “Donnie“ geschummelt und wird dann Jahre später auf der Höhe seines Ruhms kalt erwischt…

Eigentlich sollte Jan Josef Liefers 2013 die sehr nah an Karl-Theodor zu Guttenberg angelehnte Hauptfigur dieses SAT.1-Films spielen, doch er wurde als zu alt befunden und Kai Schumann (Doctor’s Diary) bekam den Part. Diesem gelingt es den adeligen Politiker zwar aalglatt aber auch durchaus auch sympathisch zu verkörpern. Ein guter Kunstgriff ist es der der Realität abgetrotzten Hauptfigur einen fiktiven Jugendfreund an die Seite zu stellen, der sowohl sein politischer Berater als auch der Autor von dessen Doktorarbeit wird.

Dieser Max Drexel ist so etwas wie das moralische Rückgrat der Geschichte, denn ihm wird es langsam zu bunt was “Gutti/Donni“ alles treibt. Johann von Bülow, ein Neffe von Loriot, spielt den Max Drexel sehr menschlich und verhindert dadurch, dass der Film zu albern wird. Großartig ist auch Thomas Heinze als Jan Breitmann, Chefredakteur der größten Boulevard-Zeitung Deutschlands. Dessen lustvolle Verkörperung eines schmierigen Machtmenschen rückt den Film immer wieder in die Nähe von Helmut Dietls meisterlicher Medien-Satire Schtonk!.

Der ganz große Coup ist jedoch die Besetzung der Rolle von Bundeskanzlerin Angela Murkel durch Katharina Thalbach. Ihre Szenen als Machtpolitikerin, die (fast) alles im Griff hat, sind die Highlights des Films und qualifizierten sie für die Titelrolle der Serie Miss Merkel.

„Der Minister“ ist eine entwaffnende Mischung aus Satire und der genüsslichen Nachstellung von skurrilen Ereignissen, die sich – man mag es kaum glauben – fast genauso zugetragen haben. Die Blu-ray enthält zum Film enthält als Bonusmaterial ein Making Of (14:26 min) Delted Scenes (3:40 min), Outtakes (6:32 min) und zwei amüsante kurze Dokus: „Geistiges Eigentum“ (0:37 min), „Das Interview“ (1:59 min) und “Copyright-Hinweis“ (1:00 min)

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Bela Lugosi: Phantom des Schreckens – Classic Chiller Collection

Bela Lugosi spielte 1931 mit Dracula die Rolle seines Lebens. Dies hatte jedoch nicht nur Vorteile für den 1882 in der Heimat des Vampirfürsten geborenen Vollblutschauspieler. Möglicherweise war Lugosis größter Fehler, dass er es ablehnte direkt nach Dracula ein weiteres Universal Monster zu spielen. Die Rolle von Frankensteins Monster ging daher an Boris Karloff und der Brite wurde dadurch zu Hollywoods beliebtesten Horrorstar.

Lugosi. dem sein ungarischer Akzent und seine Trunksucht im Wege standen, konnte nicht an den Erfolg von Dracula anknüpfen, Er spielte Nebenrollen in größeren Filmen und Hauptrollen in Produktionen von kleinen Studios aus Hollywoods Armenviertel „Powerty Row“. Bevor er seine letzten Filme mit Ed Wood drehte, schloss er mit dem “Bretterstudio“ Monogram Pictures einen Vertrag über neun Filma ab.

Unter dem Titel Phantom des Schreckens erlebte mit The invisible Ghost einer dieser billigen Filme auf einer erstaunlich luxuriös ausgestatteten Blu-ray-Edition seine deutsche Premiere. Extra für diesen als dreizehnten Beitrag zur sehr empfehlenswerten Reihe Classic Chiller Collection wurde eine gute deutsche Synchronisation angefertigt.

Im wenig mehr als eine Stunde andauernden Film spielt Lugosi erstaunlich zurückhaltend den Arzt Dr. Charles Kessler, der stark darunter leidet, dass seine Frau ihn verlassen hat. Weniger dezent verkörpert Lugosi jedoch jene in Trance mordende Furie, in die sich Kessler immer wieder verwandelt. Unter der versierten Regie von Joseph H. Lewis entstand trotz des teilweise ziemlich albernen Drehbuchs ein kleiner, feiner Thriller, der immer noch gut unterhält.

Den Filmgenuss steigert neben der guten Bildqualität auch das von Mitarbeitern der der lesenswerten Zeitschrift 35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin fundiert zusammengestellte Bonusmaterial.  Als Beigabe gibt mit Black Dragons (1942) eine weitere Monogram-Produktion mit Lugosi und mit dem Vampir-Film Condemned To Live (1935) zwei thematisch passende B-Pictures, die zwar nicht restauriert doch deutsch untertitelt wurden.

Hier noch das weitere Bonusmaterial: Audiokommentar von Robert Zion, ein sehr interessantes Video Essay von Marco Koch (39:01 min), „Trailers from Hell“ mit Joe Dante (1:58 min, mit deutschen Untertiteln, eine Bildergalerie und ein 16-seitigen Booklet mit Texten von Robert Zion.

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“Classic Chiller Collection # 4: Das Geheimnis des Dr. Mirakel / Murders in the Rue Morgue“ bei AMAZON bestellen

“Classic Chiller Collection # 3: Die Insel der verlorenen Seelen / Island of Lost Souls“ bei AMAZON bestellen

“Classic Chiller Collection # 5: Der Todesschrei der Hexen“ bei AMAZON bestellen

“Classic Chiller Collection # 6: Das Monster von Tokio /The Manster: Halber Mann – halbes Monster “ bei AMAZON bestellen

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Das Ungeheuer von Loch Ness

1953 inszenierte Eugène Lourié für 250.000 Dollar mit Panik in New York den zweiten Kinofilm des Stop-Motion-Experten Ray Harryhausen. Im Zentrum der turbulenten Handlung stand ein von Harryhausen erfundener riesiger Rhedosaurier, der nach einem Atombombentest in der Antarktis auftaut und New York verwüstet.

Der Film spielte über fünf Millionen Dollar ein und bereits 1954 drehten die Japaner mit Godzilla ihre eigene Version des Films. Um aufwändige Trickeffekte zu vermeiden, wurde einfach ein Mann in ein Gummikostüm gesteckt, und dieser trampelte auf Miniaturlandschaften herum.

Auch Godzilla wurde zu einem weltweiten Erfolg und wieder war es Eugène Lourié, der mit Das Ungeheuer von Loch Ness in England einen weiteren ähnlich gelagerten Film über ein radioaktiv verstrahltes Monster drehte. Dabei wurde wieder auf sorgfältig realisierte Stop-Motion-Effekte zurückgegriffen, für die Willis O’Brien verpflichtet wurde, der 1933 King Kong zum Leben erweckte.

Cover A

Doch in der ersten Stunde des Films gibt es kaum Trickeffekte zu bestaunen. Wenn das Ungeheuer auftaucht, handelt es sich um eine starre Puppe, die eigentlich beweglich sein sollte. Da die Mechanik jedoch defekt war und es kein Budget für Reparaturarbeiten gab, wirkten die ersten Auftritte des Monsters sehr albern. Wenn The Giant Behemoth (so der Originaltitel des Films) in den letzten zwanzig Minuten London terrorisiert, kann die Tricktechnik doch noch punkten, auch wenn O’Brien hier einige Szenen seines Schülers Ray Harryhausen aus Panik in New York nachgestellt hat.

Cover B

Für den schwarzweißen Film sprechen auch die stimmungsvollen Außenaufnahmen, die in Cornwall gedreht wurden, sowie die beiden sehr guten Hauptdarsteller Gene Evans (Spencers Piloten) und André Morell (Der Hund von Baskerville, Nächte des Grauens), die zwei unterschiedlich temperierte Wissenschaftler aus USA und Großbritannien spielen. Daher ist es sehr erfreulich, dass bei Anolis Entertainment Das Ungeheuer von Loch Ness als bestens ausgestattete Blu-ray-Edition erschienen ist, wahlweise gibt es diese auch als Mediabook mit drei verschiedenen Covern.      

Cover C

Kernstück der Edition ist die knapp 80-minütige US-Fassung, zu der es zwei Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, sowie von Ingo Strecker & Christian Keßler eingesprochen wurden. Außerdem ist die deutsche Fassung in den Formaten 1.37:1 und 16:9 (75:08 min) enthalten, sowie ein interessanter Bericht über die Restaurierung der Vollbild-Fassung (15:09 min).

Hinzu kommt die britische Erstauführungsfassung (71:32 min), Ingo Streckers Bericht “Das letzte Ungeheuer des Willis O’Brien“ (5:43 min), ein Interview mit dem dritten Regieassistenten Ron Purdie (7:24 min), der US-Trailer in zwei Formaten (jeweils 2:02 min), der deutscher Trailer (1:54 min), von Ingo Strecker vorgelesene Verrisse aus “Der Katholische Filmdienst“ und “Der Evangelische Filmbeobachter“, eine britischen und eine US-amerikanische Super-8-Fassungen, den deutschen Werberatschlag sowie Bildergalerien.

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Der Spion, der aus der Kälte kam

Alec Leamas ist während der Hochphase des Kalten Kriegs Leiter der West-Berliner Abteilung des britischen Geheimdienstes. Er soll Hans-Dieter-Mundt, den Chef der Ost-Berliner Gegenspionage, außer Gefecht setzen. Dafür wird ein raffinierter Plan ausgearbeitet: Leamas wird scheinbar entlassen und spielt nach außen den zutiefst verbitterten Alkoholiker, damit ihn die Gegenseite als Überläufer anheuert. Der Plan scheint aufzugehen, doch dabei verfängt Leamas sich in den nebulösen Systemen der Geheimdienste…

Der Spion, der aus der Kälte kam ist ein schwarzweißer Film, der 1965 mitten im Kalten Krieges entstand und diesen auch als Hauptthema behandelt. Schwarzweißmalerei betreibt der Film dabei jedoch ganz gewiss nicht. Dies liegt zum einen an der Romanvorlage von John Le Carré (Die Libelle), die seinerzeit ein Bestseller war. 007-Glamour gibt es nicht beim Spionage-Insider Le Carré, der während des Kalten Krieges u. a. in Deutschland für den Britischen Geheimdienst spionierte. Seine Geschichten verbreiten eine gehörige Portion Depressivität und Melancholie, sowie die Erkenntnis, dass niemand den Kalten Krieg gewinnen kann. Die Hauptsache war, dass dieser „Krieg“ nicht heiß wurde. 

Der Amerikaner Martin Ritt war der richtige Regisseur für Der Spion, der aus der Kälte kam. Dieser stand als Linker auf Hollywoods Schwarzer Liste und hatte dadurch quasi Berufsverbot. (Später verarbeitete er seinen Frust darüber zum Film Der Strohmann mit Woody Allen.) Ritt glorifizierte weder die britischen Spionage-Bürokraten noch verteufelt er die ostdeutschen Geheimdienstler. Außerdem gelang ihm in englischen Filmstudios eine ausgezeichnete Rekonstruktion der Atmosphäre an der innerdeutschen Grenze in Berlin.  

Doch das größte Plus des Films ist – neben der beeindruckenden Schwarzweiß-Fotographie – der Hauptdarsteller. Wohl kein anderer Schauspieler kann derart souverän Alkoholiker und gebrochene Charaktere verkörpern wie Richard Burton. Hinzu kommen die meisterlichen Dialoge des Filmes: “Ist Ihre Handschrift leserlich?“ “Ja, außer an Wochenenden.“

Bei Filmjuwelen ist ein vorbildlich aufgemachtes Mediabook mit Blu-ray und DVD erschienen. Es enthält dieses Bonusmaterial: Interview mit Richard Burton (33:39 min, wie alle Extras, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview mit Drehbuchautor John le Carré (39:00 min), Kommentar zu ausgewählten Szenen von Kameramann Oswald Morris (39:55 min), Doku: Das Leben und Werk von John le Carré (59:17 min), Audio-Unterhaltung zwischen Regisseur Martin Ritt und Filmhistoriker Patrick McGilligan (48:59 min), Galerie der Bühnenausstattung (2:32 min), Originaltrailer (1:29 min), Deutscher Trailer (1:40 min), sowie und ein 16-seitige Booklet mit Texten von Roland Mörchen.

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Aus einem deutschen Leben

Im Januar 1979 wurde die US-Serie Holocaust Die Geschichte der Familie Weiss, die in den dritten Programmen der ARD in einer gekürzten Version gezeigt wurde, zu einem großen Erfolg. Danach kam die Frage auf, warum in Deutschland keine ähnlich aufrüttelnde filmische Auseinandersetzung mit der Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten entstanden ist.

Doch tatsächlich kam bereits ein Jahr vor Holocaust (und nahezu ein halbes Jahrhundert vor The Zone of Interest) ein deutscher Film in die Kinos, der das Thema nicht minder eindringlich behandelte, allerdings ausschließlich aus der Täterperspektive erzählt wurde. Basierend auf dem Roman Der Tod ist mein Beruf von Robert Merle setzte Theo Kotulla in Aus einem deutschen Leben wichtige Stationen aus dem Leben des KZ-Kommandanten Rudolf Höß in Szene.

Im Gegensatz zu Guido Knopps ZDF-Dokus wie Hitlers Helfer beschäftigt sich Kotullas Film sehr damit, wie aus einem jungen Mann nicht nur ein überzeugter Nazi, sondern ein skrupellos alles Menschliche beiseiteschiebender Verbrecher werden konnte. In der ersten Hälfte folgt der Film nur bedingt der lückenhaft überlieferten Biografie von Rudolf Höß. Daher trägt die Hauptfigur den Namen Franz Lang, den Rudolf Höß benutzte, als dieser vergeblich versuchte nach dem Krieg unterzutauchen. Losgelöst vom „tatsächlichen Höß“ versucht Theo Kotulla jenes Lebensgefühl voller Selbstzweifeln zu vermitteln, das etliche junge Deutsche in die Fänge der Nazis getrieben hat.

Der Film beginnt 1914 und zeigt den jungen Franz Lang, der zunächst vergeblich versucht Soldat zu werden. Nachdem ihm dies gelingt, wird er für seine Tapferkeit ausgezeichnet, lebt jedoch nach dem Ersten Weltkrieg in Armut. Recht eindringlich zeigt Kotulla, wie der eigenbrötlerische Lang daran scheitert, sich kollegial in die Arbeitswelt einzufügen und schließlich bei der SA landet, wo er Karriere macht.

Den jungen Lang spielt Kai Taschner, der jedoch vom Hauptdarsteller Götz George synchronisiert wird. Dies wirkt etwas befremdlich, ist aber auch schon mein einziger Kritikpunkt an diesem Film, in dem Götz George eine der besten darstellerischen Leistungen seiner bemerkenswerten Karriere erbringt. Obwohl George als Lang häufig rücksichtslos vorgeht, wird jederzeit klar, dass in seinem (wie es heute wohl heißt) “Mindset“ kein anderes Handeln im Angebot ist.

Wenn in Aus einem deutschen Leben gezeigt wird, wie Lang bzw. Höß schließlich 1941 die Leitung des KZ Ausschwitz übernimmt, orientiert sich der Film sehr nah an den tatsächlichen Ereignissen. Kotulla konnte hierzu an Originalschauplätzen im Stammlager Ausschwitz und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau drehen.

Dennoch wurde der Film “ab 12 Jahren“ freigegeben, denn es wird nicht das Unmögliche versucht und Bilder für das unvorstellbare Grauen gesucht, dem die KZ-Häftlinge täglich ausgesetzt waren. Im Zentrum der Handlung steht Götz George, der einen erstaunlicherweise niemals unsympathisch wirkenden Karrieristen verkörpert, der ein wichtiges Rädchen im Getriebe des Holocausts war.

Bei Filmjuwelen ist eine vorbildlich aufgemachte Blu-ray-Edition erschienen, die als Bonus noch den 1968 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichneten Kurzfilm “Vor dem Feind“ von Theo Kotulla (18:09 min), den deutscher Trailer (4:08 min) und ein 28-seitige Booklet mit Texten von Oliver Bayan enthält.

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Micky, Donald, Goofy – Die drei Musketiere

Micky, Donald und Goofy träumen schon seit ihrer Kindheit davon. königliche Musketiere zu werden. Kater Karlo, der heimtückische Hauptmann der Musketiere, plant anstelle von Königin Minnie über Frankreich zu herrschen. Daher setzt er das vermeintlich unfähige Trio als Leibwächter der Königin ein…

Dieser Zeichentrickfilm entstand 2004. Er wurde in Hollywood geplant, in den DisneysToon Studios in Sydney realisiert und erlebte seine Premiere auf DVD. Das Resultat kann sich tricktechnisch durchaus sehen lassen. Die Geschichte bedient sich nur sehr lose bei Alexandre Dumas und wurde „garniert“ mit einigen nur selten passenden Gesangsnummern, für deren Melodien sich Bruce Broughton bei bekannten klassischen Musikstücken bediente.

Bemerkenswert ist, dass Kater Karlo in der Schurkenrolle erstmals seit seinen ersten Auftritten in den ersten Disney-Cartoons wieder ein Holzbein hat und dies der erste abendfüllende Film mit Micky, Donald und Goofy ist. Insgesamt ist ein liebenswerter Film ohne größere Überraschungen und Glanzlichter.

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The Marvels

Im Zentrum des 33. Films des Marvel Cinematic Universe stehen drei Superheldinnen. Da The Marvels jedoch die Fortsetzung zu Captain Marvel von 2019 ist, spielt Kamala Khandie Hauptrolle. Ihr zu Seite stehen Teyonah Parris, die als Monica Rambeau bereits bei Disney+ eine wichtige in WandaVision hatte, während Iman Vellani als Kamala Khan alias Ms. Marvel bereits eine eigene Serie hat.

Auch Regie – Nia DaCosta drehte zuvor den gelungenen Horrorfilm Candyman – und Drehbuch sind fest in weiblicher Hand. Das Trio traf ein paar etwas seltsame kreative Entscheidungen. So gibt es mit Aladna eine Art Musical-Planeten, auf dem die Landessprache Gesang ist und Captain Marvel als Prinzessin verehrt wird.

Hinzu kommt noch ein zweiter Musical-Bezug, denn bei der merkwürdigsten Szene des Films ist Barbara Streisand mit der Schnulze Memory aus Cats zu hören. Was die Katzen dazu im Film anstellen, möchte ich nicht verraten, weil es ohnehin nahezu unbeschreiblich ist.   

Zwar verwundert der Verlauf der Geschichte recht häufig, doch es macht Spaß den drei Hauptdarstellern dabei zuzusehen, wie sie sich langsam aber sicher zu einem schlagkräftigen Team formieren und gegen die von Zawe Ashton ebenfalls recht charismatisch verkörperte Kree-Schurkin Dar-Benn antreten. Ein weiteres Plus des Films sind die souveränen Auftritte von Samuel L. Jackson als Nick Fury, die machen albernen Moment neutralisieren.  

© 2023 Marvel

Die Blu-ray von Disney enthält neben dem 105-minütigen Film noch dieses Bonusmaterial: Audiokommentar von Nia DaCosta und Spezialeffekt-Künstlerin Tara DeMarco, wie alle Extras, wahlweise mit deutschen Untertiteln, Kurzdoku “Die Verschränkung“ (10:57 min), “Die Produktionstagebücher“ (5:30 min), “Pannen vom Dreh“ (1:59 min), sowie vier zusätzliche Szenen (insgesamt 5:48 min)

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Supergirl (1984)

Im Streaming-Zeitalter werden immer weniger DVDs und Blu-rays verkauft. Um dennoch Nachschub für die meist nicht mehr ganz jungen Sammler und ihre großen Silberling-Bibliotheken zu produzieren, veröffentlichen von Labels wie Wicked Vision, Turbine Medien oder Plaion liebevoll aufgemachte aber nicht ganz billige Mediabooks, die so manchen Klassiker erstmals auf Blu-ray präsentieren.

Neu aufgelegt werden häufig Filme aus den Achtzigern und oftmals nicht gerade die erfolgreichsten oder “besten“ Werke, sondern eher “Guilty Pleasures“. Ein gutes Beispiel hierfür ist die aufwändig produzierte und mit Stars wie Peter O’Toole oder Mia Farrow prominent besetzte DC-Comicverfilmung Supergirl, die 1984 in den Kinos nicht einmal die Hälfte ihres Budgets von 35 Millionen Dollar einspielte.

Wer wie ich damals im Kino war, wunderte sich über die seltsame Ausrichtung, des im Windschatten der erfolgreichen Superman-Filme mit Christopher Reeve entstandenen ersten großen Kinoauftritts eines weiblichen Superhelden.

Der Film zielte offensichtlich weniger auf Actionfreunde, sondern eher auf junge Zuschauerinnen. Die Produzenten vermuteten, dass diese ganz entzückt wären, wenn zu sehen ist, wie die frisch auf der Erde gelandete kostümierte Heldin an einem Blümchen schnuppert und entzückt vor Freude gen Himmel abhebt.

Ähnlich albern geriet auch der Kern der Handlung, bei dem es zwar irgendwie um die Suche nach der Kraftquelle von Supergirls Heimat Argon City geht, doch hauptsächlich darum, dass sowohl die Heldin als auch die in einer Geisterbahn hausende Hexe Selena (gibt Vollgas: Faye Dunaway) scharf auf den Gärtner Ethan (nunja: Hart Bochner) sind.

Cover A

In diesem nicht gerade geschickt konstruierten Umfeld verpufften leider die wirklich guten Bestandteile des Films. Dazu gehören die großzügig angelegten Studiokulissen von Argon City, die guten oft mit Miniaturkulissen realisierten Spezialeffekte, das heroische Soundtrack-Leitmotiv von Jerry Goldsmith und vor allem die in ihrem Supergirl-Kostüm niemals albern wirkende Helen Slater.

Cover B

Ein optimal aufgemachtes Mediabook bietet aufgeschlossenen und toleranten Filmfans die Möglichkeit sich die guten und die peinlichen Momente von Supergirl in voller Pracht zu Gemüte zu führen. Enthalten sind neben der 93-minütigen deutschen Kinofassung noch zwei mit 124 Minuten (internationale Langfassung) und 139 Minuten (Director’s Cut) deutlich längere, aber nicht wirklich bessere Versionen.

Hinzu kommt ein von Fays Dunaway moderiertes 50-minütiges Making of, sechs Trailer, einige britische TY-Spots, eine 22-minütige selbstlaufende Zusammenstellung von Storyboards, eine Galerie mit 264 Abbildungen von internationalen Werbematerialien (darunter ein lustiges “Cut-Out Paper Doll Book“), sowie ein 20-seitiges Booklet mit einem Text von Christian Heiß, der sich hauptsächlich mit den Supergirl-Comics beschäftigt.     

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