Archiv der Kategorie: DVD

Die heißesten DVDs und Blu-rays

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug

In den 70er-Jahren formierten sich die Gebrüder Jim und Jerry Zucker während ihrs Studiums zusammen mit Jim Abrahams zur Theatergruppe Kentucky Fried Theatre. Aus ihren Bühnen-Sketchen entstand ein Film, den der Erfolgsregisseur John Landis (American Werewolf, Blues Brothers, Beverly Hills Cop) 1977 inszenierte, kurz bevor ihm mit Ich glaub mich tritt ein Pferd, Regie sein erster Blockbuster gelang.

Kentucky Fried Movie ist eine wahnwitzige Aneinanderreihung von durchgeknallten Nummern, die auch heute ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Abrahams-Brüder und David Zucker schrieben und inszenierten anschließend gemeinsam unter dem Kürzel ZAZ mit Die unglaubliche Reise in einem total verrückten Flugzeug ihren ersten Spielfilm, der 1980 bei Produktionskosten von knapp 4 Millionen Dollar 170 Millionen Dollar einspielte.

ZAZ erhielten dafür eine Nominierung für den Writers Guild of America Award, allerdings in der Kategorie bestes adaptiertes Drehbuch. Dies ist durchaus logisch, denn bei ihrer Geschichte über den geistig verwirrten Ex-Vietnam-Piloten Ted Striker (Robert Hays), der ein Passagierflugzeug landen soll, da die gesamte Crew wegen einer Lebensmittelvergiftung außer Gefecht ist, orientierte sich das Trio sehr nahe am Film Zero Hour!

Dieser entstand nach einem Drehbuch von Arthur Hailey, der auch die Romanvorlage zu den erfolgreichen Airport-Filmen lieferte, die von ZAZ ebenfalls veralbert werden. Das Resultat ist eine unwiderstehliche Ansammlung von Gags, Geschmacklosigkeiten und Albernheiten aller Art, die im Gewand eines Katastrophenfilms daherkommen und bis heute nichts von ihrer das Zwerchfell kitzelnden Wirkung eingebüßt haben.

ZAZ inszenierten anschließend gemeinsam noch den ebenfalls herrlich albernen Top Secret!. Doch auch als Solisten blieben sie komisch, siehe Die nackte Kanone (David Zucker), Hot Shots! (Jim Abrahams) und Rat Race  – Der nackte Wahnsinn (Jerry Zucker). Ihr Meisterstück bleibt jedoch Die unglaubliche Reise in einem total verrückten Flugzeug. In allerbester Bildqualität ist der Film als neue remasterte Heimkino-Edition auf Blu-ray erschienen. Beim Bonusmaterial darf dank Audiokommentar, sowie Interview und Q&A mit ZAZ (34:49 min) weiter gelacht werden.

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Rat Race – Der nackte Wahnsinn

Der exzentrischer Milliardär und Spielcasino-Besitzer Donald P. Sinclair (gut in Form: John Cleese) wählt in Las Vegas willkürlich sechs Menschen aus (darunter Rowan „Mr Bean“ Atkinson als Italiener und eine etwas blasse Whoopi Goldberg) und gibt diesen eine Chance zwei Millionen Dollar zu gewinnen. Sie müssen dazu lediglich als Erster das Schließfach im Bahnhof eines Kaffs in New Mexiko erreichen.

Sobald der Startschuss abgefeuert wurde, ergeben sich schreiend komische Situationen bis zum Abwinken. Dabei landet eine jüdische Familie im vermeintlichen Barbie-Museum, das dann allerdings doch nicht der Kitschpuppe, sondern Klaus Barbie, dem Schlächter von Lyon, gewidmet ist und von Neonazis geleitet wird.



Verantwortlich für den ganzen etwas an Eine total, total verrückte Welt erinnernden Wahnsinn ist Jerry Zucker. Nach einigen Versuchen als „seriöser“ Regisseur mit Ghost – Nachricht von Sam und Der erste Ritter hat er sich wieder auf seine eigentlichen Qualitäten besonnen und gab 2001 wieder Vollgas, genau wie einst bei Die Reise in einem unglaublich verrückten Flugzeug und Top Secret!.

Dazu passt auch, dass der Spaß auch auf dem Bonusmaterial der DVD weitergeht. Statt eines langweiligen Audiokommentars hat Jerry Zucker ganz einfach zum Telefon gegriffen und alle Mitwirkenden mit seinen Anrufen „erfreut“. Dieses köstliche Extra fehlt leider auf der Neuauflage der deutschen DVD, genauso wie die ebenfalls sehr komischen nicht verwendeten Szenen und die Gagreel.

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Das Ding aus einer anderen Welt

1938 schrieb John W. Campbell die Kurzgeschichte Who goes There? über eine Gruppe von Wissenschaftlern, die in einer arktischen Forschungsstation mit einem außerirdischen Raumschiff und einem Alien konfrontiert wurden.

1951 entstand unter der Oberaufsicht von Howard Hawks (Red River, Hatari!) – als Regisseur war jedoch der Cutter und spätere TV-Regisseur Christian Nyby angegeben – mit The Thing from Another World eine nicht sonderlich werkgetreue Adaption von Campbells Story. Der Film erzählte vom Kompetenz-Gerangel zwischen Militär und Wissenschaftlern, aber auch recht charmant eine Love Story mit leichtem Bondage-Touch.

Captain Patrick ist gefesselt von Nikki

So ist in einer Sequenz der wackere Captain Patrick Hendry (Kenneth Tobey) im wahrsten Sinne des Wortes gefesselt von der sich bestens in der Männerwelt behauptenden wissenschaftlichen Assistentin Nikki Nicholson (Margaret Sheridan). Überhaupt gibt es nicht eben wenig zu lachen, wenn die ebenso kompetent wie fröhlichen Militärs in den Krieg gegen einen Außerirdischen ziehen. Diesen verkörperte übrigens James Arness, der spätere Hauptdarsteller aus der Western-Serie Rauchende Colts.

Der Horror- aber auch der Science-Fiction-Anteil halten sich hingegen in sehr engen Grenzen. Dennoch war der für seine gruseligen Filme wie The Fog bekannte John Carpenter ein großer Fan des Films. Als Michael Myers in Halloween eine Vorstadt unsicher machte lief Das Ding aus einer anderen Welt im Fernsehen. 1982 drehte Carpenter eine Neuverfilmung, die sich stärker auf die literarische Vorlage bezieht und ganz schön blutrünstigen Spezialeffekt-Orgien präsentiert.

2011 entstand mit The Thing eine eigenständige Fortsetzung, die 1982 angesiedelt ist und eine Vorgeschichte erzählt, die am Ende (unbedingt Nachspann ansehen!) nahtlos in den Carpenter- Film übergeht.

Mittlerweile liegt der 87-minütige Film von 1951 bei Filmjuwelen als sehr schön aufgemachte Blu-ray-Edition mit Schuber und 24-seitigem Booklet vor. Das Bonusmaterial umfasst Audiokommentare von John Carpenter und Rolf Giesen, eine mittelprächtig kolorierte Version, eine Galerie mit Pressefotos, sowie dem deutschen Trailer (1:53 min) und dem US-Trailer (1:51 min).

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Bonn – Alte Freunde, neue Feinde

Eine dreiteilige ARD-Serie beschäftigt sich mit dem Zustand der Bundesrepublik im Jahre 1954. Vor dem Hintergrund der Rivalitäten der beiden westdeutschen Geheimdiensten wird eine Liebes- und Familiengeschichte erzählt. Die Komponenten setzen sich zu einem faszinierenden Gesamtbild zusammen.

Zentrale Figur ist die nach einem Sprachaufenthalt in London in ihre Heimat zurückkehrende Toni Schmidt (Mercedes Müller). Ihr Vater ist ein erfolgreicher Bauunternehmer und er vermittelt seiner Tochter einen Job als Fremdsprachensekretärin bei der Organisation Gehlen, aus der später der BND hervorgehen wird. Ihr Chef Reinhard Gehlen (Martin Wuttke) bekleidete im Dritten Reich als Leiter der “Abteilung Fremde Heere Ost“ bereits eine ähnliche Stelle.

Bereits in England lernte Toni den Leiter des Bundesverfassungsschutzes Otto John (Sebastian Blomberg) kennen, der Altnazis jagt und dadurch in Konkurrenz zu Reinhard Gehlen steht. Durch ihre Tätigkeit erfährt Toni einige unangenehme Dinge über ihren Vater und verliebt sich in Wolfgang Berns (Max Riemelt), der sie im Auftrag von Otto John ausspionieren soll…

Ab 27. Januar auf DVD und Blu-ray © 2023 LEONINE Studios  

Dank der sehr guten Darsteller funktioniert die Serie sehr gut als spannendes Drama, in das historische Tatsachen wirkungsvoll und aussagekräftig eingearbeitet wurden. Bonn – Alte Freunde, neue Feinde erscheint auch auf DVD und Blu-ray, das Bonusmaterial besteht aus einem Making Of (14:28 min) und einer Kostüm-Featurette (1:42 min).  

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Das Wirtshaus im Spessart

Basierend auf einer Geschichte des Märchenonkels Wilhelm Hauff gelang Kurt Hoffmann (Drei Männer im Schnee, Wir Wunderkinder, Das schöne Abenteuer) 1958 mit Das Wirtshaus im Spessart ein großer Kinoerfolg. Dies lag zum einen am nicht unbeträchtlichen Charme von Lieselotte Pulver, mit der Hoffmann drei Jahre zuvor bereits die großartige bittersüße Liebekomödie Ich denke oft an Piroschka gedreht hatte.

Unvergesslich blieben aber auch die beiden Kabarettisten Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller die als sangesfreudige Räuber Franz Grothes Gassenhauer “Ach, das könnte schön sein!“ schmettern, aber auch allerlei Spitzen gegen die Zustände im Wirtschaftswunderland BRD abfeuern.

Die Geschichte von der als Mann verkleidet unter die Räuber geratenen Comtesse Franziska wird von Hoffmann flott und spaßig in Szene gesetzt. Bemerkenswert ist auch die liebevolle und farbenfrohe Ausstattung, die in manchem durchaus gruseligen Moment an die britischen Horrorfilme aus dem Hause Hammer denken lassen.


Bereits zwei Jahre später folgte mit Das Spukschloss im Spessart eine Fortsetzung, die anfangs auch in einer vergangenen Zeit irgendwo inmitten der deutschen Romantik spielt, doch ziemlich rasch in die damalige Gegenwart wechselt und sich ungeniert über die damaligen Verhältnisse lustig.


Kurt Hoffmann erzählt diesmal von einer im bereits bekannten Wirtshaus im Spessart eingemauerten Räuberbande, die einige hundert Jahre später als Gespenster dabei hilft, dass eine verschuldete Nachfahrin von Comtesse Franziska (natürlich wieder Liselotte Pulver) ihr Schloss behalten darf.


Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller sind zwar nicht mehr dabei, doch Georg Thomalla, Curt Bois, Hans Richter und Paul Esser geben sich als Reserveganoven reichlich Mühe und haben mit Hanne Wieder eine reizvolle Räuberbraut dabei. Der legendäre Komponist Friedrich Hollaender (Der blaue Engel) garnierte den Film mit einigen schmissigen Songs und Lilo Pulver tanzt zu einem arabischen Klamauksong ähnlich entfesselt wie kurze Zeit später in Billy Wilders Eins, Zwei, Drei.


Zwar sind manche Gags eher im albernen Bereich angesiedelt, doch einige böse Spitzen auf die längst noch nicht wirklich entnazifizierte Bundesrepublik sind recht gelungen. So lauert im Gerichtssaal hinter dem Richter mit Burschenschaftsschmiss unter dem dünnen Wandputz immer noch das Hakenkreuz.


Über die 1967 entstandene Fortsetzung „Herrliche Zeiten im Spessart“ gibt es leider nichts Positives zu vermelden. Alle drei Filme sind bei Filmjuwelen in einer schönen Box auf DVD und Blu-ray erschienen. Der Edition liegt ein 40-seitiges Booklet bei und es gibt als Bonus noch einen auf Super 8 gedrehten Drehbericht von Joe Hembus (14:33 min), sowie die kurzen Filmchen „Rudolf Vogel – Ein Liebling des Publikums“ (0:45 min), ein Drehbericht zu „Herrliche Zeiten im Spessart“ (2:34 min) „Ein Wiedersehen mit Liselotte Pulver“ (1:10 min), ein Drehbericht zu „Herrliche Zeiten im Spessart“ (2:34 min) und die zugehörigen Trailer.

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The Frighteners

Peter Jackson fiel erstmals 1987 durch einen eher dilettantisch gedrehte Slapstick-Horrorfilm auf. Bad Taste zog sein Publikum schon nach wenigen Schreckensminuten unweigerlich in den Bann. Fünf Jahre später haute Jackson mit seinem nächsten sehr viel professioneller ausgeführten Werk in die selbe Kerbe. Braindead kommt zwar nostalgisch daher und erzählt auch eine Romanze, galt aber dennoch 1992 als der blutigste Film aller Zeiten.

Zwischendrin verarschte Peter Jackson mit Meet the Feebles noch schnell die Muppets-Show, bevor er mit seinem sehr sensiblen Mörderinnen-Drama Heavenly Creatures Kate Winslet reif für die „Titanic“ machte und die schreiend komische Pseudo-Dokumentation Forgotten Silver über den angeblichen neuseeländischen Filmpionier Colin McKenzie in Szene setzte.

Alle diese Aktivitäten gipfelten 1996 in einer in Neuseeland für knapp 30 Millionen Dollar gedrehten Hollywood-Produktion voller verrückter Ideen, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Lange von seinen Herr-der-Ringe-Filmen und der monströsen Wiederbelebung von King Kong zeigte Peter Jackson, dass sein abgedrehter Inszenierungsstil auch mainstream-kompatibel sein kann.

Ein gemeinsam mit seiner Gattin Fran Walsh verfasstes Drehbuch, das eigentlich für die TV-Serie Tales from the Crypt vorgesehen war, beeindruckte Robert Zemeckis, so stark, dass er beschloss einen Spielfilm daraus zu machen. Der Regisseur von Zurück in die Zukunft begeisterte auch Michael J. Fox für den Stoff und fungierte als Produzent.

Jeffrey Combs

Fox spielte den Geisterjäger Frank Bannister, der zwar tatsächlich Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen kann, doch diese Fähigkeit nutze, um sich zu bereichern. Zusammen mit einigen befreundeten Geistern, erschreckte er furchtsamen Mitmenschen und trat danach als gut bezahlter Exorzist auf. Doch dann bekommt es Bannister mit dem wirklich bösen Geist des Massenmörders Johnny Charles Bartlett (Jake Busey) zu tun…

Jake Busey

The Frighteners ist ein Feuerwerk voller verrückter Ideen und aberwitziger Situationen. Bei dem Tempo, das Jackson vorlegt, fällt es nicht immer leicht, sich mit den Hauptfiguren zu identifizieren, doch der Film ist ein großer Spaß, dessen Spezialeffekte immer noch beeindrucken können.

Seinerzeit war Peter Jacksons erste Hollywood-Produktion kein großer Erfolg. Dies lag auch daran, dass der Regisseur sich darum bemühte einen Film für die ganze Familie zu drehen. Dies wurde nicht honorierte, denn The Frighteners erhielt keine Jugendfreigabe und war Jackson-Jüngern nicht blutig genug.

New Artwork Edition

Doch eine großartige Edition von Turbine Medien zeigt, dass die fast schon vergessene Geisterkomödie durchaus bei den Ghostbusters mithalten kann. Eine 6-Disc Ultimate Edition enthält – restauriert in 4K – auf Blu-ray und UHD sowohl die 110-minütige Kinofassung als auch den 122-minütigen Director’s Cut mit vervollständigter Synchronisation.  

Außerdem gibt es noch ein reichhaltiges Bonusmaterial: Die Weltpremiere des Director’s Cut als Open Matte-Version – freigegeben von Peter Jackson, das 196-seitige Buch „Die Welt von Peter Jackson“, Neues Artwork und Poster von Ronan Wolf Chuat, Artcards und Replika der Visitenkarte von Frank Bannister

Classic Artwork Edition

Eine Blu-ray enthält „No Way to Make a Living“ – eine neue Bonus-Featurette mit Interviews der Darsteller und Crew (95 min), The Making of (270 min), Audiokommentar von Peter Jackson und den Trailer

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Aya und die Hexe

Die gute Nachricht ist, dass es weitergeht mit den Animationsfilmen aus dem Studio Ghibli. Die schlechte Nachricht ist, dass – wie bereits die Ghibli-Serie Ronja Räubertochter andeutete – die Bilder nicht mehr liebevoll von Hand gezeichnet werden, sondern aus dem Computer stammen.

Dies ist sehr schade, denn während die wilden, alles andere als perspektivisch und anatomisch korrekt animierten, Verfolgungsjagden in Das Schloss des Cagliostros, dem ersten abendfüllenden Kinofilm des Gibli-Gründers Hayao Miyazaki, immer noch begeistern können, wirkte Aya und die Hexe bereits 2020 bei der Premiere im japanischen Fernsehen nicht mehr zeitgemäß.

Die Computeranimation kann bei aktuellen Produktionen nicht mithalten, so sehen die Frisuren der Protagonisten wie anbetoniert aus und die fratzenhafte Mimik der Hauptfigur geht sehr schnell auf die Nerven. Das ist etwas schade, denn die von Miyazakis Sohn Gorō erzählte Geschichte über die kleine Hexe Aya, die genau wie die Vorlage zum Ghibli-Film Das wandelnde Schloss aus der Feder von Diana Wynne Jones stammt, steht durchaus in der Tradition von Klassikern wie Kikis kleiner Lieferservice.    

Die Blu-ray von Leonine enthält neben dem 83-minütigen Hauptfilm noch dieses Bonusmaterial: Storyboards zum kompletten Film in japanischer Sprache (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interviews zur Entstehung des Films mit Regisseur Goro Miyazaki, Produzent Toshio Suzuki, CG Supervisor Yukinori Nakamura, Animation Supervisor Tan Se Ri und Art Director Yuhki Takeuchi (29:46 min), Interviews mit den jap. Synchronteam (circa 15 min), je zwei japanische Trailer und TV-Spots und Studio Ghibli Trailershow

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Wildgänse II – Sie fliegen wieder

Der 1978 entstandene Söldnerfilm Die Wildgänse kommen lief zwar in den Kinos der USA nur durchschnittlich, war jedoch weltweit so erfolgreich, dass sechs Jahre später eine Fortsetzung gedreht wurde. Roger Moore zeigte kein Interesse daran auch in Wild Geese II mitzuwirken, doch Richard Burton konnte davon überzeugt werden, in der Fortsetzung erneut als Colonel Allen Faulkner aufzutreten.

Eine Woche vor Beginn der Dreharbeiten verstarb jedoch Burton und es musste sehr schnell Ersatz gefunden werden. Durch eine recht hohe Gage konnte Edward Fox (Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), der in Der Schakal sehr überzeugend einen Attentäter gespielt hatte, die Rolle von Alex, dem Bruder von Faulkner.

Die Hauptrolle ging jedoch an Scott Glenn (Das Schweigen der Lämmer), der bereits in Filmen wie Man on Fire als einsamer und schweigsamer Actionheld überzeugt. In Wildgänse 2 hatte Glenn zudem als Söldner John Haddad auch noch eine romantische Affäre mit der attraktiven Barbara Carrera (Sag niemals nie) zu bewältigen.

Die Mission der kaum an die “Wildgänse“ des ersten Filmes erinnernden Truppe von Spezialisten ist an Blödsinnigkeit kaum zu überbieten. Im Auftrag eines US-TV-Senders soll das Team von Haddad den Nazi-Kriegsverbrecher Rudolf Hess aus dem schwer bewachten Spandauer Gefängnis in Berlin befreien.

Noch tollkühner als dieser Drehbucheinfall war die Idee Rudolf Hess durch die britische Film- und Theater-Legende Sir Laurence Olivier verkörpern zu lassen, dessen grenzdebiler Monolog in dieser ungekürzten Fassung erstmal komplett zu “genießen“ ist.

Inszeniert hat die ganze Chose Peter Hunt, der seine Erfahrung als James-Bond-Cutter und Regisseur von Im Geheimdienst ihrer Majestät einbrachte. Durch Hunts solide Inszenierung wurde aus der eher lächerlichen Geschichte doch noch ein halbwegs spannender Kalter-Kriegs-Thriller, in dem Patrick Picard Stewart in einer sehr kleinen Nebenrolle als russischer General zu sehen ist.

Neben dem 125-minütigen Hauptfilm enthält die Blu-ray von Pidax noch dieses Bonusmaterial: Exklusiv-Interview mit Produzent Euan Lloyd und Ingrid Pitt (10:09 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Englischer Trailer (2:39 min) und Wendecover

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On the Line

Vom Starruhm, den Mel Gibson sich durch großartige Leistungen in den Mad-Max– und Lethal Weapon-Filmen, sowie durch seine Regie-Oscar für Braveheart erarbeitet hat, ist nur noch sehr wenig übriggeblieben. In Machete Kills und The Expendables 3 war er zwar als Schurke zu sehen, doch schauspielerisch gab er weiterhin Vollgas.

Bemerkenswert ist auch die kleine aber saftige Nebenrolle die Gibson im Actionfilm Dangerous spielte. Hier sorgt als Psychiater der von Clint Eastwoods Sohn Scott gespielten Hauptfigur für einige komödiantische Glanzlichter und wirkt dabei so, als wäre er selbst sein bester Patient.

In On the Line ist Mel Gibson endlich wieder in einer Hauptrolle zu sehen und kann voll aufdrehen. Als Elvis Cooney, der nicht durchgehend sympathische Moderator einer nächtlichen Radio-Talksendung, bekommt er es mit einem anonymem Anrufer zu tun, der seine Ehefrau und die kleine Tochter gekidnappt hat.

Der Film ist eine One-Man-Show von Gibson, der am Telefon alles dransetzt, um den sich mittlerweile im Studio befindlichen Anrufer davon zu überzeugen, seine Familie zu verschonen. Dem französische Regisseur Romuald Boulanger gelang es immer weiter an der Spannungsschraube zu drehen. Doch – ohne zu viel zu spoilern – sei noch verraten, dass die Auflösung der Story zwar recht überraschend und auch halbwegs logisch ist, mich zugleich aber auch enttäuscht hat.  

Die Blu-ray von SquareOne Entertainment enthält neben dem 104-minütigen Hauptfilm, noch ein Making Of (2:29 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), sowie den Kurzbericht “Love The Director“ (1:36 min) und den deutschen Trailer (2:39 min)

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Mr. Bug Goes to Town

In den Kindertagen des Zeichentrickfilms waren Max und Dave Fleischer, deren Eltern aus Österreich stammten, lange Zeit erfolgreicher als Walt Disney. Mit Koko the Clown, Betty Boop und Popeye the Sailor standen ebenso interessante wie markante Charaktere im Zentrum der Fleischer-Cartoons.

Doch auch tricktechnisch hatten die Brüder anfangs die Nase vorn. Lange vor Disney setzten sie das Rotoskopie-Verfahren ein, bei dem Realfilmaufnahmen den Trickfilmzeichnern als Vorlage für realistische Bewegungsabläufe dienten. Manchmal wurde allerdings auch einfach durchgepaust.

Bemerkenswert ist auch das von den Fleischers entwickelte Table-Top-Verfahren, bei dem die handgezeichneten Figuren vor im Studio aufgebauten Miniaturkulissen abgefilmt wurden. Diese zwar sehr wirkungsvoller aber auch besonders aufwändige Methode setzten die Fleischers nur sehr sparsam ein, etwa 1936 im Farbfilm Popeye the Sailor Meets Sindbad the Sailor.

1939 gelang es den Fleischer kurz nach Disneys Schneewittchen und die sieben Zwerge und noch vor Pinocchio einen abendfüllenden Zeichentrickfilm in die Kinos zu bringen. Gullivers Reisen lief in den US-Kinos so erfolgreich, dass Paramount 1941 bereit war, zu Weihnachten einen weiteren langen Zeichentrickfilm der Fleischers zu starten.

Das Resultat war Mr. Bug Goes to Town. In England hieß der Film Hoppity Goes to Town und erzählt vom Grashüpfer Hoppity, der nach New York zurückkehrt, um seine Insektenfreunde zu besuchen. Doch deren mitten in der expandierenden Großstadt gelegener Lebensraum wird durch Baumaßnahmen, aber auch den hinterhältigen (an den Komiker W. C. Fields) erinnernden Käfer C. Bagley Beetle bedroht.

Ähnlich wie schon bei Gullivers Reisen gibt auch in auch in Mr. Bug goes to Town zahlreiche Szenen, die tricktechnisch außergewöhnlich gut gelungen und von einer handwerklichen Perfektion sind, die heute gar nicht mehr bezahlbar wäre. So sind durch die Kombination von scheinbar riesigen rotoskopierten Menschen und den von Hand animierten kleinen Insekten einige sehr spannende Szenen entstanden. Doch auch diesmal gelingt es den Fleischers nur bedingt den Zuschauer emotional ins Geschehen hineinzuziehen.

Ein Misserfolg wurde Mr. Bug goes to Town jedoch hauptsächlich, weil der Film kurz vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor fertig wurde und Paramount aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen entschieden hatte, die Abenteuer von Hoppity und seinen Freunden doch nicht zu Weihnachten in die Kinos zu bringen.

Eine neue DVD-Edition, die unter dem Titel Hoppity kommt zurück erschienen ist, zeigt, dass der zweite abendfüllende Film der Fleischers immer noch sehr sehenswert ist. Grundlage der Veröffentlichung ist eine deutsche Bearbeitung aus den 70er-Jahren, die von Eberhard Storeck realisiert wurde. Die deutsche Stimme von Willi, dem Freund der Biene Maja, betrieb dazu einen recht großen Aufwand. Er ließ die Songs neu auf Deutsch einsingen und verwendete den Original-Soundtrack von Leigh Harline, soweit dies möglich war.

Doch anscheinend lag keine isolierte Musik-Tonspur vor und daher musste bei den Passagen, in denen deutsche Dialoge platziert wurden, improvisiert werden. Storeck traf hier eine ungewöhnliche Entscheidung, denn wenn im Film deutsche Stimmen zu hören sind, erklingen gelegentlich Soundtrack-Häppchen, bei denen es sich eindeutig um die Melodien Whistle While You Work und Someday My Prince Will Come aus Disneys Schneewittchen handelt. Kurz ist auch etwas Musik aus Cinderella zu hören.

Die Bildqualität der deutschen DVD ist erstaunlich gut. Daher ist es schade, dass für Storecks Fassung ein neuer deutscher Vorspann produziert wurde, der nur aus Texttafeln besteht. In der US-Fassung, die zum Glück in mäßiger Bildqualität ebenfalls auf der DVD zu finden ist, gibt es während die Credits zu lesen sind, hingegen eine atemberaubende Kamerafahrt durch eine von Modellbauern gebastelte Table-Top-Skyline von New York zu sehen.        

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