Archiv der Kategorie: SERIE

Die beste Serien im TV oder online.

Dutton Ranch

Am 15. Dezember 2024 endete nach 53 Episoden Taylor Sheridans Neo-Western- Serie Yellowstone. Zunächst sah es so aus, als würden jetzt Prequels wie 1883 oder 1923 die Geschichte der Vorfahren des von Kevin Costner verkörperten John Dutton III erzählen.

Doch dann stand Duttons Sohn Kayce (Luke Grimes) im Zentrum der Serie Marshals. Der ehemalige U.S. Navy SEAL agiert hier zusammen mit einer Gruppe von US-Marshals in Montana. Zwar trifft Kayce gelegentlich alte Yellowstone-Weggefährten wie Thomas Rainwater (Gil Birmingham), den örtlichen Vorsitzende der konföderierten Stämme, doch meistens ist Marshals eine eher konventionelle Krimiserie mit in sich abgeschlossenen Episoden.  

Mit Dutton Ranch startete im Mai 2026 eine Yellowstone-Serie, die sich sehr viel stärker am Original orientiert. Im Zentrum stehen mit Duttons Tochter Beth (Kelly Reilly) und dessen Vorarbeiter Rip Wheeler (Wings Hauser) zwei der schillerndsten Yellowstone-Charaktere. Während sich die erfolgreiche Geschäftsfrau Beth immer wieder einen Spaß daraus machte, allzu selbstbewusste Männer zu demontieren, disziplinierte Rip seine mit Yellowstone-Brandzeichen versehenen Cowboys mit drastischen Methoden.

Yellowstone erzählte auch von der ganz besonderen Beziehung zwischen Beth und Rip, die mittlerweile verheiratet sind und mit Carter (Finn Little) einen Adoptivsohn haben. In Dutton Ranch wird die Kleinfamilie, die ihr Glück in Texas sucht, vom Pech verfolgt und der Traum von der eigenen Ranch muss erst einmal pausieren. Doch in dem Vietnam-Veteran und Tierarzt Everett McKinney (Ed Harris) haben die Duttons einen Freund und Verbündeten gefunden.        

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit Beulah Jackson (Annette Bening), der Besitzerin der riesigen 10 Petal Ranch, beschließen Beth und Rip für die sich sehr selbstbewusst gebende Dame zu arbeiten. Doch Beulah hat eine finstere Vergangenheit und arge familiäre Probleme, in die auch die Duttons hineingezogen werden.

Während Taylor Sheridan die komplette Yellowstone-Serie nahezu im Alleingang geschrieben hatte und auch häufig Regie führte, brachte er sich bei Marshals und Dutton Ranch anscheinend sehr viel weniger eingebracht. Stattdessen schrieb er die Drehbücher zu allen sechs Episoden der mit Michelle Pfeiffer und Kurt Russell starbesetzen Serie The Madison. Bemerkenswerterweise kommt diese Serie über eine New Yorkerin, die Montana kennen und lieben lernt, ganz ohne Gewalt aus.

Dies ist bei der Dutton Ranch nicht der Fall. Beth und Rip erzählen zwar immer wieder, dass sie gerne ihre Ruhe hätten, doch so richtig blühen sie erst auf, wenn sie troubleshooten dürfen. Taylor Sheridan scheint ein gutes Team gefunden zu haben, dem es durch interessante Charaktere und überraschende – gelegentlich ganz schön brutale – Momente gelingt, den Wilden Westen in die Gegenwart zu versetzen.         

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Night Sleeper – Ein Zug außer Kontrolle

Kurz bevor der Nightsleeper den Bahnhof von Glasgow zu seiner vierstündigen nächtlichen Fahrt verlässt, kommt es durch den Diebstahl einer Handtasche zu einigen Komplikationen. Der Polizist Joe klärt scheinbar die Lage und der Zug macht sich auf den Weg. Doch es handelte sich um ein Ablenkungsmanöver, das von Erpressern organisiert wurde, die das gesamte britische Eisenbahnnetz unter ihre Kontrolle gebracht haben…

Genau wie einst 24 mit Kiefer Sutherland wird auch diese Mitte September 2025 von der BBC ausgestrahlte sechsteilige Miniserie in Echtzeit erzählt. Der etwas undurchsichtige Joe, den Joe Cole (Gangs of London, The Ipecress File) mit all seinen Selbstzweifeln recht interessant verkörpert, befindet sich an Bord des Zuges, also genau wie Sutherland als Jack Bauer, dort wo die Action abgeht.

Die zweite Hauptfigur ist die Computerexpertin Abby (Alexandra Roach), die gerade auf dem Flughafen Gatwick ihre Urlaubsreise nach Marrakesch antreten will. Doch sie wird vom National Cyber Security Centre angefordert. Während sie in London mit Joe per Telefon versucht das Schlimmste zu verhindern, gerät sie zwischen die Fronen von Regierung und Geheimdiensten.

Neben Joe und Abby, die beiden mit Fehlern aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden, befinden sich im Zug und in der Londoner Kommandozentrale allerlei markante Charaktere. Diese tragen wie der ehemalige Lokführer Fraser Warren (James Cosmo), der zum Althippie mutierte frustrierte Ex-Regierungshacker Paul Peveril (David Threlfall) und die britische Verkehrsministerin (Sharon Small) ihren Teil zur Problemlösung aber auch zur Handlung bei. Das Resultat ist etwas weniger atemlos, aber nicht minder spannend wie  24 erzählt und funktioniert zudem auch als Ensemble-Drama sowie als Whodunit nach dem Vorbild von Agatha Christie.

Die Edition von Polyband enthält auf zwei Blu-rays alle sechs Episoden von Nightsleeper. Hinzu kommen noch eine kurze aber sehr gute Featurette (5:18 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln).     

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Robinson Crusoe

Am Samstag den 3. Oktober 1964 startete im ZDF mit Robinson Crusoe der erste Abenteuer-Vierteiler. Der TV-Film in Kinoqualität war ein so großer Erfolg, dass jährlich (und dann meist zu Weihnachten) “Mini-Serien“ (wie diese Kunstform heute heißt) wie Der Seewolf, Michael Strogoff oder Lederstrumpf folgten. Treibende Kraft hinter den internationalen Koproduktionen war Walter Ulbricht, der unter dem Pseudonym “Eugen von Metz“ auch mit am Drehbuch bastelte.

Im Gegensatz zu anderen Verfilmungen konnte bei einer Gesamtlaufzeit von fast sechs Stunden auch erzählt werden, was Robinson Crusoe (Robert Hoffmann) u. a. als Sklave und als Sklavenhändler vor seinem legendären Schiffsbruch und seinem unfreiwilligen sechsjährigen Leben als Insulaner alles erlebt hatte. Auch zivilisationskritische Untertöne finden ihren Platz in der Verfilmung, wenn auch in deutlich milderer Form als in Jack Golds zynischem Freitag und Robinson

Kaum zu glauben ist, dass das 11-köpfige Team den angemessen exotisch wirkenden Film auf Gran Canaria an einem damals noch einsamen und heute von Hotelburgen umgebenen Strand drehte. Manchmal etwas nervig ist die Märchenonkel-Erzählstimme, die oft Dinge erklärt, die ohnehin zu sehen sind. Doch ansonsten hat sich dieser TV-Film besser gehalten als der meisten zur selben Zeit in Deutschland entstandenen Kinoproduktionen.

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Michael Strogoff – Der Kurier des Zaren

Im Russland zur Zarenzeit rebellieren die Tataren. Der Zar schickt einen Kurier von Moskau nach Irkutsk um den dort stationierten Truppen taktische Befehle zu übergeben. Der Offizier Michael Strogoff muss daher eine Strecke von 5523 Kilometer zurücklegen und wird sowohl von den Tataren als auch von eigenen Truppen verfolgt. Eine treue Verbündete findet er in der jungen Nadia, die auch zu ihm hält nachdem er in Gefangenschaft geriet und auf Befehl des Tatarenführers Feofar-Khan geblendet wird…

Basierend auf einem sehr beliebten Roman von Jules Verne gelang dem ZDF mit Michael Strogoff in Zusammenarbeit mit dem französischen Fernsehen der wohl spannendste Abenteuer-Vierteiler (und mit beständig steigenden Einschaltquoten von zuletzt 62% auch der größte Erfolg der ganzen Reihe).

Sehr gradlinig und ohne die ansonsten in den Vierteilern gerne verwendeten “Märchenonkel-Erzählstimme“ wird die lange und entbehrungsreiche Reise des Kuriers geschildert. Die Drehorte rund um Budapest eigneten sich bestens als Double für Russland und der Aufwand an Ausstattung und Statisterie (3000 Komparsen auf 800 Pferden) war beträchtlich. 

Mit Raimund Harmstorf, der zuvor im ZDF-Vierteiler als Der Seewolf überzeugte, wurde die Idealbesetzung für Michael Strogoff gefunden. Der muskulöse Darsteller, der diesmal nicht wie im „Seewolf“ fremdsynchronsiert wurde, taugt nicht nur für die zahlreichen Actionszenen. Er harmonierte in den ruhigeren Momenten auch sehr gut mit Lorenza Guerrieri als Nadia. Unvergessen ist auch der abwechslungsreiche Soundtrack von Vladimir Cosma mit der markanten Titelmelodie, diversen Tataren-Tänzen und einem zarten Thema für Nadia, das sich nicht vor der Schiwago-Melodie verstecken muss.

Während Michael Strogoff im ZDF an vier Abenden ausgestrahlt wurde (und trotz seiner Länge von fast sechs Stunden manchmal etwas hektische die Szenerie wechsete), lief in Frankreich eine längere sechsteilige Fassung. Hier war auch eine Schlussszene zu sehen, die zeigt wie Michael und Nadia auf einem pompösen Ball in Moskau vor einem gönnerhaften Zaren tanzen.

Dieses Ende wurde von den Verantwortlichen des ZDFs als “zu operettenhaft“ befunden und (unter großen Protesten der damaligen Presse) einfach weggelassen. Leider war es aus lizenzrechtlichen Gründen nicht möglich die fehlenden Szenen auf den Heimkino-Veröffentlichungen zu präsentieren.

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Der Seewolf

1906: Nach einem Schiffsunglück in der Bucht von San Francisco landet der Schriftsteller Humphrey van Weyden (Edwards Meeks) auf dem Robbenfänger „Ghost“. Captain Wolf Larsen (Raimund Harmstorf), der wegen seiner Härte „Seewolf“ genannt wird, nimmt van Weyden gegen dessen Willen in seiner Mannschaft auf, da er gerade einen Seemann verloren hat. Van Weyden ist angewidert vom brutalen Führungsstil Larsens, lernt dadurch aber auch sich durchzusetzen und „auf eigenen Beinen“ zu stehen.

Zusammengesetzt aus mehreren Erzählungen Jack Londons gelang dem ZDF 1971 mit diesem in Schweden und Rumänien gedrehten Weihnachts-Vierteiler ein absolutes Meisterstück, das sowohl Zuschauer als auch Kritiker begeisterte. Genau wie die Bücher Londons befriedigt dieser später auch als Zusammenschnitt im Kino gezeigter Film den Hunger nach Abenteuern, bietet dabei  aberauch dem Hirn einige Nährstoffe an. Viele Leitmotive Londons, wie etwa die Frage ob Menschlichkeit ein Luxusgut ist, fließen unaufdringlich in die spannende Geschichte ein. 

Wolfgang Staudte (Der Untertan) gelang ein fesselndes Drama und Raimund Harmstorf ist die Idealbesetzung für die Titelrolle. Die ganze Fernsehnation versuchte es ihm gleich zu tun und rohe Kartoffeln mit bloßen Händen zu zerquetschen. Der seinerzeit noch gänzlich unbekannte Harmstorf wurde in diesem Vierteiler noch von Kurt E. Ludwig nachsynchronisiert und sprach erst im ebenfalls sehr erfolgreichen Weihnachts-Vierteiler Michael Strogoff mit eigener Zunge.

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Nautilus

Als Jules Verne 1869 seine populärste Figur Kapitän Nemo in seinem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer auftreten ließ, war dieser ein unermesslich reicher mysteriöser Ingenieur. Nemo hatte mit der Menschheit gebrochen hat und betrachtete die Weltmeere als seine Heimat.  

Erst fünf Jahre später in Die geheimnisvolle Insel dichtete Verne dem Captain eine tragische Vorgeschichte an. Nemo war einst der indische Prinz Dakkar, dessen Familie von den britischen Kolonialtruppen ermordet wurde.

Shazad Latif

Diese Vorgeschichte ist auch die Grundlage der britischen Miniserie Nautilus, in der ein als Sklave arbeitender Nemo (sehr charismatisch: Shazad Latif) das U-Boot Nautilus gemeinsam mit dem Franzosen Gustave Benoit (Thierry Frémont) für die Ostindien-Kompanie gebaut hat. Zusammen mit einigen Gefangenen kapert Nemo die Nautilus.

Georgia Flood

Unterwegs versenkt er ein britisches Schiff und nimmt die junge Britin Humility Luca (Georgia Flood), sowie deren Zofe und Leibwächterin Loti (Céline Menville) mit an Bord der Nautilus. Mit seiner bunt zusammengewürfelten Mannschaft bricht Nemo auf, um einen Wikingerschatz zu finden und die Ostindien-Kompanie zu zerstören.

Céline Menville

Die britische Serie Nautilus war ursprünglich für Disney+ geplant und hätte dort angesichts des von Walt Disney produzierten Filmklassikers 20.000 Meilen unter dem Meer auch bestens ins Programm gepasst. Es ist unverkennbar, dass der Look des U-Boots im Disney-Film die Macher der Serie inspiriert hat.

Doch jetzt ist Nautilus seltsamerweise in der ZDF-Mediathek aufgetaucht. Das passt gar nicht so schlecht, denn die zehnteilige Serie erinnert ein wenig an die in den Siebzigern zu Weihnachten im ZDF ausgestrahlten Abenteuer-Vierteiler,  wie Der Seewolf, Michael Strogoff oder Die Lederstrumpf-Erzählungen.  

Andrew Shaw

Es ist unverständlich, warum Disney sich die großartige Serie Nautilus entgehen ließ- Mit beträchtlichen, nicht nur tricktechnischen Aufwand und den ihre Rollen perfekt ausfüllenden  Darstellern gelang es, die Welt von Jules Verne in prächtige Filmsequenzen zu verwandeln.

Thierry Frémont

Die Geschichte ist zwar vor 150 Jahren angesiedelt, doch durchaus heutig, denn sie erzählt von einer Welt voller Intoleranz und Unterdrückung.  

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Terminator – The Sarah Connor Chronicles

In jedem der vier nicht von James Cameron in Szene gesetzten Terminator-Filmen war Arnold Schwarzenegger zu sehen. Bemerkenswert ist außerdem, dass nach Terminator 3: Rise oft the Machines (2003), Terminator Salvation (2009) und Terminator: Genisys (2015) erst in Terminator: Dark Fate (2019) Linda Hamilton wieder als Sarah Connor dabei war.

Dabei spielte Hamilton bei Cameron die weibliche Hauptrolle und bereits 2008 wurde bereits in einer sehr interessanten TV-Serie gewürdigt, dass die Mutter des künftigen Anführers der gegen die KI-Maschinen ankämpfenden Menschheit wichtiger ist. als die aus der Zukunft angereisten Killermaschinen. Terminator – The Sarah Connor Chronicles liefert eine interessante direkte Fortsetzung, aber zugleich auch eine Variante und Ergänzung, zu Camerons zweiten Terminator-Film.

In der Hauptrolle ist die aus 300 und Game of Thrones bekannte Britin Lena Heady zu sehen. Genau wie Linda Hamilton liefert auch sie eine beeindruckende Leistung als nicht nur alleine erziehende, sondern auch alleine beschützende Mutter, die immer wieder an ihre psychischen aber auch physischen Grenzen gerät und ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie sich einmal kurz entspannt.

Als John Connor ist Thomas Dekker eine gute Wahl, denn im Laufe der Serie ist zu erleben, wie aus dem rebellischen Teenager ein verantwortungsbewusster Anführer wird. Die vielleicht interessanteste Figur der Sarah Connor Chronicles spielte Summer Glau, die zuvor als hochbegabtes Mädchen River Tam in Joss Wheadons Serie Firefly und seinem anschließend produzierten Spielfilm Serenity zu sehen war.

In den Chronicles verkörpert Glau (nomen est omen) Cameron, einen Terminator mit dem Körper einer Frau im selben Alter wie John Connor. Genau wie der von Schwarzenegger gespielte T-800 wurde auch Cameron von den Rebellen aus der Zukunft zur Beschützerin umprogrammiert und in die Vergangenheit geschickt. Summer Glau spielt diese Maschine in Menschengestalt als neugierig und lernfähig, aber auch immer wieder als absolut unberechenbar.

Die Serie gewinnt Camerons Filmen interessante neue Aspekte ab und geht dabei stärker in die Tiefe als die Terminator-Kinosequels. Doch während die neun Episoden der ersten Staffel sehr spannend eine fortlaufende Geschichte erzählen, hat die aus der damals noch üblichen Anzahl von 22 Folgen bestehende zweite Season leider einige Durchhänger. Dennoch ist es schade, dass es danach nicht weiterging, denn die letzte Episode eröffnet interessante neue Erzählmöglichkeiten.   

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Ku’damm 77

2016 zeigte das ZDF mit Ku’damm 56 eine dreiteilige Miniserie, die sich – auch in der Mediathek sowie als DVD und Blu-ray- Dauerbrenner erwies. Vor dem Hintergrund des Wirtschaftswunders und der Begeisterung junger Menschen für Rock ‘n Roll erzählte Annette Hess (Weissensee, Deutsches Haus) von einer nur aus Frauen bestehenden toxischen Familie.

Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) leitet in West-Berlin die Tanzschule Galant und versucht zugleich ihre drei Töchter Monika, Helga und Eva finanziell möglichst vorteilhaft “an den Mann“ zu bringen. Das klappt nicht wirklich gut. Helga (Maria Ehrich) heiratet einen Staatsanwalt, muss jedoch herausfinden, dass dieser homosexuell ist.

Die Krankenschwester Eva (Emilia Schüle) lässt sich mit ihrem sehr viel älteren Chefarzt ein. Als Ehemann ist dieser unerträglich dominant und es braucht lange, bis sich Eva erfolgreich zur Wehr setzt.

Die Hauptfigur ist neben Caterina Schöllack deren älteste Tochter Monika (Sonja Gerhardt), die ebenfalls große Probleme damit hat, ihren Platz im Leben zu finden. Die talentierte Sängerin und Komponistin fühlt sich hin und hergerissen zwischen dem psychisch angeknacksten Fabrikantensohn Joachim Franck (Sabin Tambrea) und dem leichtlebigen Musiker Freddy Donath (Trystan Pütter).      

Während die Serien-Fortsetzungen Ku’damm 59 und Ku’damm 63 die Schöllack-Saga mit Zeitsprüngen von drei bzw. vier Jahren weitererzählten, spielt die vierte Staffel im Jahre 1977. Monika und Marie wohnen mit ihren Töchtern in der über der Tanzschule gelegenen Wohnung von Caterina Schöllack. Richtig eng und ungemütlich wird es dort als auch noch die aus dem Gefängnis entlassene Eva einzieht.  

Annette Hess wollte in der vierten Staffel neue Wege beschreiten und plante diese komplett als Mockumentary, also als gefakte Doku. Doch das war dem ZDF zu wild und daher gibt es nur gelegentlich Videomaterial im 4:3-Format zu sehen, das von der sich im Familienumfeld herumtreibenden Dokumentarfilmerin Linda Müller (Massiamy Diaby) stammt. 

Die um historische Filmaufnahmen ergänzten Doku-Schnipsel bringen frischen Wind in die Tanzschule am Kurfürstendamm. Während Caterinas Enkelinnen Dorli (Carlotta Bähre) und Friedericke (Marie Louise Albertine Becker) Profitänzerin bzw. Polizistinnen werden wollen, droht den Schöllacks sowohl eine Enteignung als auch eine Erbschaft.

Auch die vierte Staffel, die in der Mediathek mehr Aufmerksamkeit als im ZDF- Hauptprogramm erregte, ist wieder prallvoll mit Konflikten und überraschenden Momenten, also weiterhin ganz großes TV-Kino mit hoher Frauenquote.

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Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 3

Star Trek: Strange New Worlds hat sich Serie etabliert und geht in die dritte Runde. Das liegt sich auch daran, dass sich sehr stark an der klassischen Serie Raumschiff Enterprise orientiert wurde. Dies kommt nicht nur durch eine knallig-bunte Ausstattung zum Ausdruck, sondern zudem wurden auch die beliebten Charaktere Spock, Uhura, Scotty und Schwester Chapel von Ethan Peck, Celia Rose Gooding, Martin Quinn und Jess Bush sehr interessant neu interpretiert.

Anson Mount als Pike

Der Captain der Enterprise heißt zwar Christopher Pike, der von Anson Mount etwas eitel verkörpert wird und sich einige Sprüche über seine aufwändige Frisur, sowie die zugehörigen Haarpflegemittel anhören muss. Doch möglicherweise ist es nur noch eine Frage der Zeit bis er von James T. Kirk abgelöst wird, denn dieser taucht – charismatisch verkörpert von Paul Wesley – immer wieder als Gaststar auf.

In The Sehlat Who Ate Its Tail, der sechsten Episode der dritten Staffel, bekommt Kirk erstmals die Möglichkeit ein eigenes Kommando zu übernehmen. Als noch etwas an sich zweifelnder Captain der USS Farragut stehen ihm Spock, Uhura, Chapel und Scotty hilfreich zur Seite.

Paul Wesley als Kirk

Die dritte Staffel besteht aus zehn Episoden von recht unterschiedlicher Qualität. In der ersten Folge Hegemony, Part II geht mit großem tricktechnischem Aufwand der als Cliffhanger der zweiten Staffel fungierende Kampf gegen die bereits aus der klassischen Serie bekannten Gorn-Reptilien weiter.

Unter der Brutalität dieser Aliens hatte besonders Lieutenant Erica Ortegas (Melissa Navia) zu leiden, die einige Folgen später in der Episode Terrarium – ausgerechnet an der Seite eines weiblichen Gorns – auf einen unwirtlichen Mond ums Überleben kämpfen muss. Dramatische Episoden wie diese funktionieren recht gut.

Wenn es jedoch lustig werden soll, klappt dies nicht immer, wie etwa in der Episode Wedding Bell Blues. Hierin sollen Mr. Spock und Schwester Chapel in einer alternativen Realität urplötzlich heiraten, obwohl sie sich zuvor gerade getrennt hatten. Die daraus entstehenden Turbulenzen sind eher albern als amüsant. Auch der lustig gemeinte Holodeck-Krimi A Space Adventure Hour will nicht so recht zünden.

Ein absolutes Meisterwerk ist hingegen Four-and-a-Half Vulcans. In dieser Episode werden Pike, Uhura, Chapel und Lieutenant La’an Noonien-Singh (Christina Chong) in Vulkanier verwandelt und zusammen mit Spock – der ja nur zur Hälfte Mensch ist – auf eine riskante Außenmission gesendet. Diese haben sie schnell erledigt, doch die Rückverwandlung klappt nicht und das sich als allzu perfekte Vulkanier aufführende Quartett geht der restlichen Enterprise-Besatzung – und vor allen Spock! – ganz schön auf die Nerven.

Wenn auch nicht jede Episode der ganz große Hit ist, so muss auf alle Fälle attestiert werden, dass die Serie Risiken eingeht. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es so großartig funktioniert La’an zur Tanzpartnerin von Spock zu machen, damit beide ihre zwischenmenschlichen Probleme bei einem Tango austragen können…  

Die Blu-ray-Edition von Paramount enthält auf vier Scheiben alle zehn Episoden der dritten Staffel. Zu sieben Episoden gibt es Deleted und Extended Scenes oder Gag Reels. Sehr sehenswert sind auch diese Dokus: „Die Erkundung neuer Welten“ (43:09 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), „Persönlicher Eintrag: Melissa Navia“ (23:19 min), „Virtuelle Visionäre“ (27:29 min), „VFX Flüge“ (10:29 min) und “Gag Reel“ (6:29 min)

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Star Trek: Starfleet Academy

Nach den klassischen Episoden mit Kirk Spock und Pille, der Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, Discovery, Picard und Strange New Worlds sowie Scouts auf You-Tube startet jetzt neunte Realfilm-Serie aus dem Universum von Star Trek.

Schon seit langer Zeit wurde mit dem Gedanken gespielt, von der Zeit zu erzählen, als Kirk und Spock an der Sternenakademie ausgebildet wurden.

Doch Star Trek: Starfleet Academy ist genau wie die Serie Dicovery im 32. Jahrhundert, also “ganz weit vorne“ in der Zukunft des Star-Trek-Universums angesiedelt.

Die Serie überrascht durch die Besetzung der Hauptrolle. Die 1994 mit dem Oscar für die beste Hauptrolle in Das Piano ausgezeichnete Holly Hunter spielt die 422-jährige Nahla Ake. Diese ist sowohl Kanzlerin der Sternenflottenakademie als auch Captain der USS Athena.

Es macht sehr viel Spaß dabei zuzushen, wie 1994 mit dem Oscar für die beste Hauptrolle in Das Piano ausgezeichnete Holly Hunter sich als unkonventionelle Kapitänin in ihren Sesse lümmelt und auch schon mal barfuß herumläuft. Leicht nervig hingegen sind die scheinbar direkt aus Teen Movies übernommenen privaten und dienstlichen Probleme der mehr oder weniger flotten Sternenflottenkadetten.

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