Archiv der Kategorie: BUCH

Lesenswerte Bücher

Stephen King: Hänsel und Gretel

Stephen King ist immer wieder für eine Überraschung gut. Nachdem er mit Fairy Tale bereits sein eigenes – allerdings sehr umfangreiches – Märchen geschrieben hatte, folgt jetzt seine Version von Hänsel und Gretel. Doch abgesehen davon, dass er der Hexe den Namen Rhea vom Cöos, nach einer thematisch passenden Figur aus seiner Schwarzer-Turm-Saga benannte, bleibt er der Vorlage der Gebrüder Grimm erstaunlich treu.

Fast noch bemerkenswerter als die Tatsache, dass der King of Horror zum Märchenonkel wurde, ist die interessante Bebilderung. Diese stammt vom legendären Illustrator Maurice Sendak (Wo die wilden Kerle wohnen) und wurde 1997 als Bühnenbild für Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel geschaffen.

Zwei Illustrationen von Sendak begeisterten King so stark, dass er sie in seinen Text einfließen ließ. Zum einen war dies das Bild einer auf ihrem Besen fliegenden Hexe, die einen Sack voller ängstlicher Kinder transportiert und zum anderen faszinierte es King, dass Sendak aus dem Hexenhaus ein Lebewesen gemacht hatte.

Dieses Bilderbuch belegt, dass Hänsel und Gretel das gruseligste Märchen aller Zeiten ist. 

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The Stand – Das Ende der Welt wie wir sie kennen

Christopher Golden hat Stephen Kings epischen Roman The Stand als kleiner Junge erstmals 1980 während eines Flugs nach Florida gelesen. Er erinnert sich nicht an seine damalige Reise, doch er “weiß noch alles über Frannies und Harolds literarische Reise und Stu Redmans Odyssee und Nick Androsʼ Einsamkeit.“

The Stand – Das letzte Gefecht ist Stephen Kings vierter Roman und erzählt von einem Grippevirus, durch den 99,4 % der Menschheit qualvoll zu Tode kommen. Neben Es enthält das 1.500-seitige Buch die wohl erinnerungswürdigsten Charaktere und spannendsten Situationen, die King jemals zu Papier gebracht hat.

Als Christopher Golden zusammen mit Brian Keene bei Stephen King anfragte, ob sie eine Zusammenstellung mit Geschichten, die in der Welt von The Stand spielen, herausgeben dürfen, stimmte dieser zur Überraschung der beiden Autoren zu. King steuerte zu der immerhin 900-seitigen Anthologie, die 34 “brandneue Stories“ enthält, sogar eins seiner bemerkenswerten Vorworte bei.

Die Hälfte der Geschichten sind im “Teil Eins – Niedergestreckt von der Seuche“ des Buchs zu finden. Diese spielen zur Zeit, als viele Überlebende – angeleitet von Träumen – entweder zum dämonischen Randall Flagg nach Las Vegas aufbrachen oder zur idyllischen Kleinstadt Hemingford Home in Nebraska, um dort zusammen mit der gutherzigen Mutter Abagail den Widerstand zu organisieren. Die restlichen Stories sind in “Teil Zwei – Der lange Marsch“, in “Teil Drei – Das Leben ist ein Rad“ und in “Teil Vier – Andere als diese Welten“ zu finden.

Goldman und Keene, die nicht mit eigenen Geschichten in der Sammlung vertreten sind, stellten zuvor die nicht auf Deutsch erschienene Anthologie The Drive-In: Multiplex zusammen, die Joe R. Lansdales Dive-In-Trilogie Tribut zollte. Im Gegenzug schrieb Lansdale für die The-Stand-Collection eine packende Survival-Story namens Im Auge des Schweins. Diese ist zweifelsohne ein Höhepunkt der Anthologie.

Noch etwas besser hat mir jedoch die Geschichte Wrong Fucking Place, Wrong Fucking Time von C. Robert Cargill gefallen. Hierin geht es um die Kleinstädter Derek und Alan, die sich – nachdem sie die Seuche überlebt haben – in einer gut sortierten Videothek einquartieren und dort jeden Abend mindestens zwei Horror-Klassiker anschauen. Als sich ihnen ein Vater von drei verstorbenen Töchtern anschliesst, findet auch er Gefallen an blutigen Filmen, und diese vertreiben seine Alpträume vom bösen Randall Flagg. Stephen King hatte sicherlich große Freude an dieser Pointe!

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Staying Alive: Unsterbliche Idole unserer Zeit

Alex Solmans eigenwillige schwarzweiße Porträts von Promis erinnern an jene Karikaturen, mit denen Hilke Raddatz seit 1979 im Satiremagazin Titanic die Wirkung der ebenso boshaften wie dringend erforderlichen Briefe an verhaltensauffällige Leser noch steigert.

Solmans nicht minder treffsichere und stilistisch erstaunlich vielfältige Bilder sind gezeichnete Nachrufe auf Menschen, von denen leider keine weiteren kulturellen Höchstleistungen zu erwarten sind.

Pauline Oliveros 81932 – 2016)

Da Solman begeisterter Vinyl-Sammler ist, stellt ein Großteil seiner Zeichnungen Musikerinnen und Musiker wie DJ Patex, die Akkordeonistin Pauline Oliveros, den Trio-Drummer Peter Behrens oder den finnischen Techno-Musiker Mika Vainio dar, deren Kreativität und Schaffensfreude nicht durch ausbleibenden Weltruhm, sondern erst durch den Tod ausgebremst wurde.

Erika Fuchs (1906 – 2005)

Auch im Bereich Comic und Cartoon kennt sich Alex Solman aus. Daher fanden in seiner illustren Collection von 210 Porträts auch Erika Fuchs, Uli Stein, Al Jaffee, F. W. Bernstein, Francisco Ibáñez, Jean-Claude Mézières, Mordillo, Dennis O’Neil, Ali Mitgutsch, Albert Uderzo, René Goscinny, Tomi Ungerer und Manfred Deix Aufnahme.

Al Jaffee (1921 – 2023)

Die biografischen Texte zu einem Großteil der Verstorbenen wie David Bowie, Johnny Cash, Hermes Phettberg, Ennio Moricone, Gene Hackman, Charlie Watts oder Bruno Ganz fallen recht knapp aus. Doch die Wirkung von 80 Karikaturen wird durch pointierte Texte von Gereon Klug noch gesteigert.

Karl Dall (1941 – 2020)

Besonders treffend sind dessen Nachrufe auf eigenwillige Humoristen, wie Herbert Feuerstein oder Karl Dall, dem “freiesten Geist im formatierten“ Fernsehen, dessen “Auge so wie er zwischen allen Stühlen“ hing.

Bud Spencer (1939 – 2016)

Auch der “äußerst friedfertige“ Bud Spencer, der “in seinen Filmen über eintausendfünfhundertmal zuhaute“ sowie – thematisch passend – das „Asynchron-Genie“ Rainer Brandt, dem “die Worte wie katholische Mufflons in Karamellblau aus dem Gebeiß“ quollen, werden würdig verabschiedet.

Rainer Brandt (1936 – 2024)

Mein Favorit ist das Teamwork von Solman und Klug beim Nachruf zum Zoten-König Fips Asmussen. Zu einer fast schon diabolisch grinsenden Solman-Karikatur zählt Klug – in seinem längsten Text des Buchs – Asmussens zehn besten Witze auf:

Fips Asmussen (1938 – 2020)

“1. Den mit dem Arzt. 2. Den mit dem Sarg, der nicht aufgeht, weil ein Zuhälter drin ist. (…)  9. Den mit dem Spiegel, wo Fips trotzdem rasiert wird. 10. Den ganz ohne Scheiß. 11. Und den einen, den er »noch hat«.“

Maggie Smith (1934 – 2024)

Hoch sollen sie leben, die unsterbliche Idole unserer Zeit!

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Bruce Springsteen – Heute Nacht in Jungleland

Bruce Springsteen ist momentan präsent wie schon lange nicht mehr, in erster Linie wegen des gelungenen Biopics Deliver Me From Nowhere, das gerade in den Kinos läuft und von einer Lebenskrise Springsteens erzählt, die zu dem ebenso eigenwilligen wie genialen Soloalbum Nebraska geführt hat. 

Das Buch Heute Nacht in Jungleland von Peter Ames Carlin beschäftigt sich mit Springsteens dritten Album Born to Run, das ihm und seiner E-Street-Band zum Durchbruch verhalf. Carlin, der bereits 2012 eine Springsteen- Biographie unter dem Titel Bruce veröffentlichte, gibt hier einen intimen und profunden Einblick in das Entstehen eines Meisterwerks.

Nachdem seine ersten beiden Platten bei der Presse besser als beim Publikum ankamen, setzte Bruce zusammen mit seinem Freund und Produzent John Landau alles auf das dritte Album. „Ich habe die Zukunft des Rock gesehen und ihr Name ist Bruce Springsteen!“ schrieb Landau nach einem eindrucksvollen Live-Konzert Springteens in einer überschwänglichen Kritik im Rolling Stone. Wie so viele andere Wegbegleiter war er mit dem Springsteen-Virus infiziert.

Eindringlich beschreibt Carlin wie Bruce seine eigene Biografie und seine inneren Dämonen in dunkle Poesie verwandelte. Die Texte sind Bruce ebenso wichtig wie die Musik und er feilt an jedem Wort. Sein Perfektionismus und seine Akribie zwingen alle zu Höchstleistungen und bringen sie bis an ihre Grenzen.

In quälenden nächtelangen Studiositzungen musste der Saxophonist Clarence Clemons Note um Note wiederholen bis Springsteen zufrieden war. Sogar die Pausen zwischen den Songs mussten die exakte Länge haben. Instinktiv – so ist immer wieder zwischen den Zeilen zu lesen – wussten wohl alle, was auf dem Spiel stand. Doch die Mühe und der Glaube aller Beteiligten, an etwas Besonderem teilzuhaben, zahlte sich schließlich aus.

Carlins Buch ist keine Springsteen-Biographie, es ist vielmehr die Biographie eines Rock-Albums, das für viele als das beste aller Zeiten gilt und das die Musikwelt für immer verändert hat.

Matthias Schäfer 

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Peter Osteried: Mord in Geektown

Peter Osteried ist eine der produktivsten Filmjournalisten Deutschlands und hat zudem noch Sachbücher wie The Hammer Chronicles und Die Filme des Ray Harryhausen veröffentlicht. Doch damit nicht genug, denn mit Mord in Geektown legt er nach Interview mit Mailyn Monroe einen weiteren Roman vor. Sein Buch funktioniert auf zwei Ebenen. Zum einen ist es ein spannender Krimi – genauer gesagt ein Whodunit – und macht wirklich neugierig darauf, wer der Mörder ist. Zugleich ist es eine Liebeserklärung an die Geekkultur, also an das Recht seine Liebe zu Filmen, Serien oder Games deutlich sichtbar auszuleben.

Mitten in Deutschland hat der exzentrische Milliardär Messinger eine Stadt gegründet, in der Geeks großzügige finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie sich dort ansiedeln und ihren Wohnraum nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Bewohner von Geektown sind stolz darauf, wie einträchtig unterschiedliche Gruppierungen – wie etwas die Fans von Star Trek und Star Wars – an einem gemeinsamen Ort leben.

Dieses friedliche Miteinander wird gefährdet, als dort dennoch ein Mord geschehen ist, bzw. Kopf und Körper von zwei verschiedenen Leichen gefunden werden. Kommissar Sören Torwen begibt sich nach Geektown und ermittelt gemeinsam mit dem eine schwarzgelbe Star-Trek-Uniform tragenden örtlichen Sicherheitschef Daniel Winter. Bei der Zusammenarbeit entdeckt Torwen den Nerd in sich, und Winter findet heraus, dass es mehr als Filme, Serien und Games gibt.

Ein echter Eyecatcher ist das tolle Wraparound-Cover vom Pinselmeister Timo Wuerz, der neben Comics wie Black Metal auch beeindruckende Cover zu Mediabooks wie The Texas Chain Saw Massacre oder Die blaue Elise gestaltet. Doch der Inhalt kann durchaus mithalten. Peter Osteried setzt sein geballten Fachwissens ein, um detailverliebt das Leben in Geektown zu beschreiben. Darüberhinaus ist der Kriminalfall spannend erzählt. Vor allem aber kommen Torwen und Winter so sympathisch rüber, dass es großen Spaß macht, gemeinsam mit ihnen zu ermitteln.    

Am 30. Januar 2026 erscheint mit Geschichten aus Geektown eine Fortsetzung.

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David Safier: Die Liebe sucht ein Zimmer

David Safier, der Schöpfer des TV-Erfolgs Berlin, Berlin, machte 2021 im Roman Mord in der Uckermark aus der scheidenden Bundeskanzlerin eine Kriminalfälle lösende Miss Merkel, die bereits in fünf Romanen als Detektivin tätig wurde und schrieb auch ansonsten allerlei amüsante Werke, wie Mieses Karma oder Jesus liebt mich.

Er kann aber auch anders und verfasste 2014 mit 28 Tage lang einen Roman über den Aufstand im Warschauer Ghetto. Anschließend wurde dem jüdisch stämmigen Autor immer wieder die Frage gestellt, ob er sich auch vorstellen könne, eine Holocaust-Komödie zu schreiben. Safier konnte sich dies nicht vorstellen, doch die Idee ging ihm nicht aus dem Kopf.

Bei den Recherchen zu 28 Tage lang hatte Safier von einer 1942 im Warschauer Ghetto geschriebenen und dort auch aufgeführten musikalischen Komödie namens Die Liebe sucht ein Zimmer erfahren. Ihm gelang es das die Erben des Autors Jerzy Jurandot zu finden und die Rechte am Stück zu erwerben.

Zuerst ist daraus ein Hörspiel für Radio Bremen entstanden und 2021 schrieb Safier zusammen mit dem Regisseur Rodrigo Cortés (Buried – Lebendig begraben, Red Lights) das Drehbuch zu dessen englisch-spanischer Co-Produktion Love Gets a Room / El amor en su lugar, in dem er Jurandots Theaterstück einarbeitete.

Der Film zeigt, wie Die Liebe sucht ein Zimmer in einem ehemaligen Kino im Warschauer Ghetto aufgeführt wird. Dabei wirft Cortés immer wieder einen Blick hinter die Kulissen, wo es dramatischer zugeht, als auf der Bühne. Die junge Schauspielerin Sara hat sich in ihren Kollegen Edmund verliebt. Zuvor war sie mit dem Intendanten und Regisseur Michal zusammen. Dieser spielt ebenfalls eine Rolle im Stück und eröffnet Sara während der Aufführung, dass er die Möglichkeit hat, zusammen mit ihr aus dem Ghetto zu fliehen…

Szene aus El amor en su lugar

Obwohl der Film in Spanien preisgekrönt wurde, war er bisher nicht in Deutschland zu sehen. Stattdessen verarbeitete Safier sein Drehbuch zu einem mitreißenden Roman, der 2025 erschienen ist. Er verdichtet die Handlung noch dadurch, dass er erzählt, wie Sara einer schrecklichen Zwangsehe entkam und beim Theater die große Liebe fand.

Szene aus El amor en su lugar

Die Eitelkeiten der Schauspielerinnen und Schauspieler stellt Safier sehr amüsant dar, und die Dreiecksgeschichte funktioniert nach allen Regeln der romantischen Komödie. Zugleich vermittelt sein Buch aber auch das im Ghetto herrschende Klima der Angst vor Deportation und Tod. Safier ist tatsächlich eine Komödie vor dem Hintergrund des Holocaust gelungen!

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GHIBLIVERSE: Ein inoffizieller Guide zu einer magischen Welt

Dies ist bereits das fünfte Buch, in dem sich die Briten Michael Leader und Jake Cunningham mit dem asiatischen Animationsfilm beschäftigen. Bei Panini wurden Die Anime-Bibliothek – Der ultimative Guide zum japanischen Animationsfilm und die Ghibliothek – Der inoffizielle Guide zu den Filmen von Studio Ghibli veröffentlicht.

In der bereits in der zweiten Auflage vorliegenden Ghibliothek beschreibt und analysiert das Duo alle Filme des Studio Ghibli von Das Schloss im Himmel bis Der Junge und der Reiher (sowie Hayao Miyazakis 1984er Pre-Ghibli-Blockbuster Nausicaä aus dem Tal der Winde).

In Ghibliverse widmen sich Leader und Cunningham widmen weiteren Aspekten rund um das Studio Ghibli. So beschreiben sie Filme wie Isao Takahatas Regiedebüt The Little Norse Prince von 1968 oder Miyazakis Lupin III: Das Schloss des Cagliostro von 1979, die lange vor der Gründung des Studio Ghibli entstanden sind.

Auch die TV-Serien Marco, Future Boy Conen, Anne mit den roten Haaren sowie Ronja Räubertochter und natürlich Heidi, an denen Miyazaki und Takahata beteiligt waren, werden gewürdigt. Außerdem geht es um Raritäten, wie Takahatas seltsamen Animations-Dokumentarfilm über die Kanäle in Yanagawa oder die nur im Ghibli Museum gezeigten Kurzfilme.

Hinzu kommen Artikel zum Komponisten Joe Hisaishi, den Ghibli-Themenpark, den Bühnenmusicals zu Chihiros Reise ins Zauberland und zu Mein Nachbar Totoro, den literarischen Vorlagen zu den Filmen, den Mangas von Hayao Miyazaki wie Shunas Reise, den Dokus zum Studio und Anime-Schöpfern wie Makoto Shinkai, die mit Werken wie Suzume dort weitermachen, wo Miyazaki jetzt möglicherweise tatsächlich aufgehört hat. Das Buch ist somit unverzichtbar für jeden, der mehr über das Studio Ghibli wissen möchte.        

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Alexander Braun: ICH, DAS TIER – Vom bösen Wolf bis Donald Duck

»Es ist verblüffend, wie wenig sich bislang die Literatur- oder Kunstgeschichte mit dem Motiv des vermenschlichten Tiers im Comic beschäftigt hat. Eine ganze Traditionslinie von Goethe über Jean de La Fontaine bis zurück zu Aesop in der Antike kennt die Literaturform der Fabel oder volkstümlichen Märchendichtung. Der Comic des 20. und 21. Jahrhunderts ist diesbezüglich die Quintessenz, ein gigantisches finales Feuerwerk.«

Es ist aber auch verblüffend, dass Alexander Braun, von dem dies Zitat stammt, bereits ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von Black Comics einen weiteren voluminösen Katalog samt Ausstellung präsentiert. Diese erlebt diesmal ihre Premiere nicht im schauraum comic + cartoon in Dortmund, sondern wird zum zehnjährigen Jubiläum der GRIMMWELT in Kassel gezeigt.

Im Zentrum steht die Darstellung von vermenschlichten Tieren in Märchen und Comics. Diesem Thema widmet sich Braun in fünfzehn Kapiteln, die sich mit Themenkomplexen, aber auch mit einzelnen Künstlern beschäftigen. Zum Auftakt geht es um die im 19. Jahrhundert sehr populären Bilderbögen, die sehr oft auch Märchen in comicähnlicher Form nacherzählten.

Es folgt das Kapitel “Frankreich“, dessen Schwerpunkt Edmond-François Calvos großartig bebildertes, 1944 unter abenteuerlichen Bedingungen im von den Deutschen besetzten Land veröffentlichtes Buch “Die Bestie ist tot – Der Zweite Weltkrieg bei den Tieren“ bildet. Braun lobt zwar Calvos Artwork, hat aber einige Bedenken bezüglich der Erzählung von Viktor Dancette, die zwar das Ende des Weltkriegs prophezeite, aber nicht frei von gefährlichen Vereinfachungen ist. Bei komplexen historischen Themen gerät die Fabel an ihre Grenzen. Nicht alle Deutschen waren aggressive Wölfe und nicht alle Franzosen arme hilflose Kaninchen.     

Im nächsten Kapitel “USA“ beschäftigt sich Alexander Braun erneut mit der Geschichte der Zeitungscomics und lässt noch intensivere Betrachtungen zu George Herriman, den Schöpfer von Krazy Cat, und zu Gus Dirks folgen. Dieser war der deutschstämmige, sehr viel talentiertere Bruder von Rudolph Dirks, der mit seine Serie The Katzenjammer Kids große Erfolge feierte. Doch nicht minder populär waren die im Insektenreich angesiedelten Bildgeschichten von Gus Dirks, der 1902 – als seine Werke bereits landesweit veröffentlicht wurden – im Alter von nur 21 Jahren Selbstmord beging.

Natürlich darf in diesem Buch auch Walt Disney nicht fehlen und Braun liefert auf 24 Seiten eine opulent bebilderte Analyse von dessen frühen Zeichentrickfilmen. Nahezu denselben Umfang räumt Braun aber auch dem “Duckman“ Carl Barks ein. Über den Schöpfer von Onkel Dagobert und der Welt von Entenhausen zu schreiben ist für ihn “immer wieder aufs Neue ein ganz besonderes und sehr emotionales Vergnügen.“ Daher habe ich hier allerlei interessante Details und Abbildungen gefunden, die mir neu waren.

Zum Abschluss noch die zweite Hälfte des Buchs im Schnelldurchlauf: Hier geht es um die Cartoons und die zugehörigen Comicadaptionen von Warner Bros. (Looney Tunes) und Hanna-Barbera (Familie Feuerstein), Walt Kellys bei uns leider kaum bekannte Serie Pogo, den unglaublich populären Comic-Kater Garfield und seinen Schöpfer Jim Davis, Bryan Talbots Grandville, Fables von Bill Willingham und Mark Buckingham, um “Wölfe“ (Schwertpunkt: Disneys Drei kleine Schweinchen), Stehaufmännchen und Roy & Al von Ralf König, sowie um Josephine Marks fabelhaften Comic Trip mit Tropf.       

Ein märchenhaftes Buch!

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Niemals Nimmerland: Die Geschichte von Käpt’n Hook

Darüber was Captain Hook erlebte, bevor er auf Peter Pan traf, ist wenig bekannt. Sir James Matthew Barrie, der den Piratenkapitän 1904 in seinem Theaterstück Peter Pan; or, the Boy Who Wouldn’t Grow Up auftreten ließ, verriet, wenig mehr, als dass dieser die Universitäten in Eton und Oxford besuchte und Bootsmann beim berüchtigten Piraten Blackbeard war.

Diesen gab es tatsächlich und er ist angeblich mit brennendem Bart in die Schlacht gezogen. Dass J. M. Barrie Hook seinen Vornamen James gab, beweist, dass er eine gewisse Sympathie für Peter Pans Nemesis empfand.

Etwas mehr Details zu Hook sind jetzt in einem Roman von Serena Valentino zu finden. Diese verfasste die zwölfteilige Bestseller-Reihe Disney Villains, in der sie davon erzählt, wie es dazu kam, dass die modebegeisterte Cruella, der Jäger Gaston oder die Stiefmütter von Schneewittchen, Aschenputtel und Rapunzel auf die dunkle Seite der Macht wechselten.

Bei Serena Valentino stammt der spätere Captain Hook aus einer verarmten Adelsfamilie und ist bereits seit frühster Jugend begeistert von Piraten. Als er aus seinem Kinderwagen fällt, wird er ohnmächtig und landet er bei den Wilden Jungs im Nimmerland.

Doch im Gegensatz zu Peter Pan, der in dieser Traumwelt für ewige Jungs heimisch wurde, muss Hook in die ihn langweilende Realität zurückkehren. Seine Mutter hat ihn rechtzeitig wiederbelebt und erwartet von ihm, dass er eine reiche Erbin heiratet. Doch Hook flüchtet in die Piraterie und sein treuer Butler Smee begleitet ihn dabei.

Im neunten Roman ihrer Reihe Disney Villans spinnt Serena Valentino zunächst ein munteres Seemannsgarn, das in seinen besten Momenten an die ersten Fluch der Karibik Filme denken lässt. Da Valentinos Romane jedoch zusammenhängen, tauchen auch in diesem Buch als Katalysatorinnen des Bösen  die “verdrehten Hexenschwestern“ Lucinda, Ruby und Martha auf.

Dies bremst zwar etwas den Lesefluss, macht zugleich aber auch neugierig darauf, wie solide die Autorin jene Welt konstruiert hat, in der sich die Disney-Märchen in direkter Nachbarschaft abgespielt haben.

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50 Jahre YPS: Das Buch. Ohne Gimmick.

Am 4. September 2025 wurde – drei Jahre nach der letzten Ausgabe – das 1284. YPS-Heft veröffentlicht. Diesem liegt eine Dartscheibe mit Magnetpfeilen bei, die als “Entscheidungsfinder“ dienen soll. Doch der schönste Gimmick zum Jubiläum ist der gleichzeitig erscheinende 178-seitige Hardcoverband 50 Jahre YPS, auf dessen Cover zu lesen ist, dass es sich um ein Buch “ohne Gimmick“ handelt.

Neben fundierten Sachtexten von Volker Hamann (Reddition) sind auf 145 Seiten gut ausgewählte Comics enthalten, die aus den klassischen 1253 YPS-Heften stammen, die sich in 25 Jahren wöchentlich bis zu 600.000.fach verkauft haben.

Der Comicreigen beginnt mit Die Nebel-Bande, einem 7-seitigen Abenteuer des YPS-Fernseh-Teams Yinni + Yan. Es folgt mit Chinook, das komplette 46-seitige ersten Abenteuer von Deribs Western-Reihe Buddy Longway. Die ersten vier Alben diese Serie erlebten ihre deutsche Premiere in YPS.

Ohne jede Prüderie (aber auch ohne jeglichen Voyeurismus) lässt Derib den Leser daran teilhaben, wie der Trapper Buddy und die Indianerin Chinook erstmals miteinander schlafen. Wir sind dabei, wenn ihr Sohn Jeremiah auf die Welt kommt, heranwächst und mit seinem Vater auf die Jagd geht.

Mit Vom Blitz getroffen, Ampelärger, Wer sich eine Grube gräbt… folgen drei dreiseitige Comics mit dem Känguru YPS, der Maus Kaspar, dem Frosch Patsch und dem Papagei Willy. Weiter geht es mit vier Onepagern der köstlichen Funny-Serie Robin Ausdemwald von Bob de Groot und dem Zeichner Turk (Philippe Liégeois).

Natürlich ist auch eine Geschichte mit dem Hündchen Pif enthalten. Diese Figur war auch der Titelheld der französische YPS-Vorlage Pif Gadget. Ebenfalls vom Autor Bob de Groot stammt die Reike Percy Pickwick, von der in diesem Band das komplette 32-seitige Album Unter falschem Verdacht enthalten ist.  

Alle Abbildungen ©2025 Egmont Verlagsgesellschaften 

Hinzu kommen noch interessante Comics wie Ben’s Bande, Mister Melone, Wangaroo das Dschungelkind oder Captain York, die eigens für YPS produziert wurden.

Es ist ein wenig schade, dass versäumt wurde, jene in Volker Hamanns Texte erwähnte von Giorgio Cavazzano gezeichnete fünfseitige Comicstory aus YPS 738 abzudrucken, in der Pif das gallische Dorf von Asterix besucht. Doch ein schönerer Gimmick zum 50. Geburtstag von YPS als dieser Hardcoverband ist kaum vorstellbar!    

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