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Frank Miller: Elektra Collection

Nachdem bei Panini zwei großformatige Collection-Bände mit den Daredevil-Comics von Frank Miller erschienen sind, folgt in derselben Aufmachung eine Edition mit dessen Elektra-Comics.

Im 1981 von Miller geschriebenen und gezeichneten Comicheft Daredevil # 168 hatte Elektra Natchios ihren ersten Auftritt. Die mit zwei japanischen Sais bewaffnete Auftragskillerin wurde bereits 13 Hefte später von Bullseye ermordet und hatte zuvor eine stürmische Affäre mit Matt Murdock alias Daredevil.

Doch die Comicfigur war (natürlich!) nicht wirklich tot und diese Collection enthält alle weiteren Elektra-Comics, an denen Frank Miller beteiligt war. Zum Auftakt gibt es eine zehnseitige schwarzweiße Story, die 1981 im Marvel Magazin Bizarre Adventures veröffentlich wurde. Miller zeigt hier, wie Elektra den sich auf einer abgelegenen Insel versteckenden Altnazi von Eisenbluth umbringt.

Es folgt eine Story aus dem 1982 veröffentlichten Heft What If # 35. Als Zeichner und Autor beantwortet Frank Miller hierin auf 17 Seiten die Frage, was passiert wäre, wenn es Bullseye nicht geschafft hätte, Elektra zu ermorden. Spoiler: Das wäre zwar toll für Matt Murdock und Elektra Natchios gewesen, doch dieses Happy End hätte die Comicserie Daredevil gekillt.

Zum Abschluss des Buchs gibt es noch einige Cover und fünf zusätzliche Comicseiten, sowie eine Sequenz mit drei Panels, die 1984 Frank Miller und Klaus Janson für die vierteilige Elektra Saga gezeichnet haben. Die Miniserie enthielt Nachdrucke von Elektras Auftritten aus den Daredevil-Heften und aus Bizarre Adventures.

Das Kernstück des Bandes sind jedoch zwei längere Comics, bei denen es sich optisch und inhaltlich um alles andere als um Superhelden-Mainstream sondern um Graphic Novels handelt. Genau wie kurz zuvor bei Daredevil: Love and War fungierte Miller 1986 bei Elektra: Assassin ebenfalls „nur“als Autor und überließ auch hier dem experimentierwütigen Bill Sienkiewicz die atemberaubende Bebilderung.

Miller erzählt davon, wie Elektra Natchios in einer psychiatrischen Anstalt in Südamerika unter Drogen gesetzt wurde und versucht, sich an ihre Jugend zu erinnern. In Gedankenfetzen wird sie konfrontiert mit dem Mord an ihrer Mutter und ist sich nicht sicher, ob sie von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde.

Zugleich geht es um eine zweifelhafte Präsidentschaftskampagne, wobei Bill Sienkiewicz für das Gesicht des Kandidaten Ken Wind immer wieder dasselbe Foto verwendet. Außerdem bekommt es Elektra mit Nick Furys Geheimagenten von S.H.I.E.L.D. zu tun. Zum Verständnis der in acht Heften auf 250 Seiten ohnehin schon recht kompliziert erzählten Geschichte trägt das wilde Artwork zwar wenig bei, doch optisch ist Elektra: Assassin immer noch eine Pracht.

Den zweiten Elektra-Meilenstein in diesem Sammelband hat Frank Miller 1990 geschrieben und gezeichnet. Elektra lives again spielt an sieben Tagen. Auf 75 Seiten erzählt Miller davon, wie Matt Murdock nach dem Mord an Elektra versucht, mit seiner Trauer fertig zu werden und Abschied zu nehmen.

Die Story ist sehr viel weniger chaotisch als Elektra: Assassin und setzt sich in unvergesslichen Bildern und teilweise sehr zu Herzen gehend mit Leben und Tod auseinander. Nicht unerwähnt bleiben soll noch die großartige Farbgebung von Frank Millers damaliger Lebensgefährtin Lynn Varley. Deren Kolorierung hat maßgeblich zum Erfolg von Millers Frühwerken Ronin, The Dark Knight Strikes Again und 300 beigetragen.

Es ist sehr erfreulich, dass diese Elektra-Meisterwerke in einer schönen Collection neu aufgelegt wurden.          

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James Gunn: Superman

James Gunn, der Regisseur und Schöpfer der ersten beiden Guardians of the Galaxy Blockbuster, erhielt 2018 wegen lange zurückliegender, unüberlegter Tweets bei Disney den Laufpass. Warner war toleranter und Gunn wechselte von Marvel zu DC. Bei The Suicide Squad erhielt Gunn völlige Narrenfreiheit und genau wie bei den Guardians standen auch hier Comicfiguren, die kaum jemand kennt, im Zentrum der Handlung.

Mit einer davon, dem herrlich schräg von John Cena verkörperten Peacemaker, drehte Gunn während der Corona-Zeit eine spaßige Serie, die alles was Marvel bei Disney+ online gestellt hat, ganz schön alt aussehen lässt. Das waren die Gesellenstücke, die Gunn für die ganz große Herausforderung qualifizierten.

Nachdem Zack Snyder seine 2015 mit Man of Steel gestartete Reihe von finsteren DC-Filmen mit einer überraschend gut gelungenen Langfassung von Justice League beendet hatte, wurden James Gunn 225 Millionen zur Verfügung gestellt, um mit einem Superman-Film das Fundament für ein völlig neues DC Universe auf die große Leinwand zu zaubern.

Gunn hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte des Vaters aller Superhelden zu erzählen, sondern er startet dort, wo der junge Superman seinen ersten Kampf zur Rettung von Metropolis verloren hat.

Zur Hilfe eilt ihm kein anderer kostümierter Superheld, sondern sein ebenfalls von einem nicht mehr existierenden Planeten stammender weißer Terrier-Mischling Krypto. Es sei hiermit gespoilert, dass das Hündchen nicht nur ein Sidekick ist, sondern sich maßgeblich an den Kämpfen von Superman beteiligt.

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, als Lois Lane (großartig: „The Marvelous Mrs. Maisel“ Rachel Brosnahan) bereits herausgefunden hat, dass es sich bei ihrem Reporterkollegen um Superman handelt. Genau wie 1978 in Richard Donners klassischer Verfilmung mit Christopher Reeves, auf dessen musikalisches Leitmotiv auch Gunn nicht verzichten kann, wurde auch diesmal für Superman mit David Corenswet ein noch nicht fest etablierter und gerade dadurch sehr gut passender Darsteller gefunden.

Wenn Corenswet als Clark Kent bei einem heimlichen Date mit Lois Lane, von dieser ziemlich herausfordernd interviewt wird, knistert nur so vor Erotik, aber auch geballten Intellekt. Spätestens hier wird klar, dass Gunn diesmal sehr viel mehr als turbulente Superhelden-Action am Rande der Parodie im Sinn hat. Ein Geniestreich ist es auch Lex Luthor mit dem Schauspiel Chamäleon Nicholas Hoult zu besetzen, der zuletzt in Clint Eastwoods Juror # 2 brillierte. Noch nie kam Supermans Nemesis so bösartig rüber.

Dank seines Humors, der pfiffigen Handlung, die auch die aktuelle Weltlage mit einarbeitet hat, konnte Gunns Superman meine nicht eben geringen Erwartungen übertroffen. Ich hoffe, dass dieser ebenso originelle wie traditionsbewusste Film für DC eine ähnliche Bedeutung haben wird, wie Anno 2008 der erste Auftritt von Robert Downey Jr. als Iron Man Film für das Marvel Cinematic Universe.

Auch beim Bonusmaterial der Blu-ray-Edition hat sich Warner selbst übertroffen. Höhepunkt ist das einstündige Making Of, bei dem James Gunn intime Einblicke in die Produktionsgeschichte bietet. Witzig ist auch der kurze Animationsfilm “Krypto saves the Day: School Bus Scuffle“.

Hinzu kommen einige kurze aber interessante Berichte zu diesen Schwerpunktthemen: „Daily Planet“ (5:26 min, wie alle Extras mit deutschen Untertiteln), „Lex Luthor“ (5:22 min), „Justice Gang“ (10:31 min), „Krypto“ (basiert auf Gunns frechen Hund Ozu, 5:48 min), „Ultraman“ (5:08 min), „Supermans Vermächtnis“ (6:07 min), „Die neue DC-Ära“ (4:43 min) und „David Flemings traditionsbewusster Soundtrack“ (6:34 min)

Es sei noch angemerkt, dass der 4k-Ultra-HD-Edion eine schöne 3D-Karte mit Superman/Clark Kent – Wackelmotiv beiliegt!

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Gefahr auf dem Planet der Affen

Comics rund um den Planeten der Affen gibt es reichlich. So gab es zum Beispiel ein Crossover, in dem der 1968 im Kino von Charlton Heston verkörperte Astronaut George Taylor nach der Bruchlandung auf einem scheinbar fremden Planeten nicht nur auf erstaunlich weit entwickelte Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas traf, sondern auch auf die Crew des in den Sechzigern ebenfalls durchs All reisende Raumschiff U. S. S. Enterprise.

Aktuell ist bei Marvel ein Prequel zum ersten Kinofilm erschienen. Für Fans der klassischen Filme hat sich der erfolgreiche TV- Autor Marc Guggenheim etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Am Anfang und zwischen den Zeichnungen von Alvaro López wurden immer wieder Panels platziert, die aus Marvels klassischen Comicadaptionen der ersten beiden Filme stammen. Cross Cult hat übrigens vor einigen Jahren in vier Bänden als Planet der Affen Archiv eine Gesamtausgabe dieser immer noch sehr lesenswerten Comics veröffentlicht.

Guggenheims Geschichte spielt kurz bevor Taylors Raumschiff den Planet der Affen erreicht. Der Autor findet halbwegs plausible Gründe dafür, die Schimpansen Zira und Cornelius, sowie die stumme Menschenfrau Nova, mit den Ereignissen zu konfrontieren, die sich erst später zutragen werden.

Das Schimpansenpaar bricht auf in die verbotene Zone um Ziras verschwundenen Neffen Lucius zu finden. Dabei treffen nicht nur Mutanten, sondern auch auf ein Volk von besonders agressiven Gorillas.

Die komplette Storyline des Comics umfasst nur vier US-Hefte. Dass Panini dennoch ein nicht allzu dünnes Paperback damit füllen konnte, liegt an den zahlreichen sehenswerten Variantcovern von Künstlern wie Phil Noto, Skottie Young oder Leinil Francis Yu, die in diesem Band neben einigen Skizzen von Alvaro López ebenfalls zum Abdruck kommen.

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Das sagte Nuff!

Mit “Nuff said!“ – umgangssprachlichen “Genug geredet!“ – beendete Stan Lee in den Sechzigern häufig seine Textbeiträge in den Marvel-Heften. Der Verlag veröffentlichte 2002 unter dem Motto “Nuff said!“ sogar etliche Comics, die ganz auf Worte verzichteten.

In Deutschland traten die ersten Marvel-Superhelden ab 1966 bunt gemischt beim Bildschriftenverlag (bsy) in der Reihe Hit Comics auf. Zu bewundern waren Helden wie Der Dämon (Daredevil) oder Erzkämpfer (Iron Man) auf. Auch ansonsten waren die Übersetzungen eher Glücksache. So wurde in Hit Comics # 7 aus “Nuff said!“ ein ziemlich hirnrissiges “Das sagte Nuff!“. Viele Leser fragten sich daraufhin, wer dieser “Nuff“ ist.

Das sagte Nuff! ist auch der Titel eines 2005 gestarteten “Magazins für Silver Age Marvels in Deutschland“. In zwölf Ausgaben hat das liebevoll aufgemachte Heft sein Spektrum immer mehr erweitert.

Neben einem Steckbrief zu Galactus („Größe: 876 m“) Berichten zu Thor-Trickfilmen (“Marvel in Motion“) oder Merchandise-Produkten von bsv geht es auch um Flash alias Blitz Gordon oder einen klassischen Comic zum Film James Bond jagt Dr. No.

Das Team um Daniel Wamsler hat allerlei interessante Informationen zu den deutschen Marvel-Veröffentlichungen zusammengetragen. Eine Fülle an Fakten bietet eine Übersicht zu Paninis Spider-Man Komplett-Schubern. Witzig sind die seltsam formulierten Zertifikate, mit denen der TV-Sender VIVA die “Echtheit“ einiger Autogramme von Stan Lee bestätigen wollte.

Interessant sind auch die in Das sagte Nuff! # 12 enthaltenen Interviews mit zwei Machern, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Marvel-Comics in Deutschland erschienen sind. Der seinerzeit für Condor und später für Frauenzeitschriften arbeitende Wolfgang M. Biehler stellt sich eher als cooler Manager dar. Dem global agierenden Reinhold Mordek alias “Remo“, der u. a. in New York versuchte Druckvorlagen von alten Marvel-Comics zu finden, ist anzumerken, dass ihm Comics eine Herzensangelegenheit sind.

Interviews wie diese beweisen, dass noch lange nicht genug gesagt ist! Doch leider war 2010 mit der Nummer 12 endgültig “genug gesagt“ wurde, denn laut Herausgeber Daniel Wamsler wurden “mit jeder weiteren Ausgabe weniger Exemplare verkauft.

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Daredevil: Love and War

1986, kurz bevor Bill Sienkiewicz mit Elektra: Assassin ein von Frank Miller geschriebenes 250-seitiges Epos in atemberaubenden Bildern in Szene setzte, schuf das Duo eine nicht minder bemerkenswerte Marvel Graphic Novel.

Im Zentrum von Daredevil: Love and War steht weniger der Titelheld. Vielmehr setzt Miller auf ein großes Ensemble interessanter Charaktere, die drohen Kollateralschaden zu werde, als Daredevils wuchtiger Nemesis Wilson Fisk alias Kingpin alles dransetzt, um zu erreichen, dass seine geliebte Frau Vanessa aus dem Koma erwacht.   

Der Boss der Bosse der New Yorker Unterwelt lebt und handelt nach dem Motto, dass im Krieg und in der Liebe alles erlaubt ist, ohne Rücksicht auf Verluste. Daher begnügt der sich Kingpin nicht dami,t den Spezialisten Dr. Paul Montad um Hilfe zu bitten. Er setzt den Gehirnchrurgen unter Druck, indem er dessen Frau Cheryl von seinem psychopathischen Helfershelfer Victor entführen lässt.

Nicht unähnlich wie in seinem Daredevil-Meisterwerk Born Again erzeugt Miller große Spannung, indem er innerhalb seiner 60-seitigen Story rasant von Schauplatz zu Schauplatz springt. Zu einem versucht Daredevil Cheryl zu befreien, während Dr. Montad beschließt Vanessa aus den Klauen ihres Mannes zu befreien, der durchgeknallte Victor völlig unberechenbar agiert und der Kingpin brutales Krisenmanagement betreibt.

Doch es ist weniger Millers manchmal etwas seltsam konstruierte Geschichte, sondern vielmehr das ungewöhnliche Artwork von Sienkiewicz, das Love and War zu einem ganz besonderen (Superhelden-) Comic macht. Der wild mit dem Pinsel und Farben arbeitende Künstler setzt optische Akzente durch tapetenartige Ornamente, etwa auf der Weste des Kingpins.

Gelegentlich ist auf den ersten Blick gar nicht genau zu erkennen, was die Farborgien von Sienkiewicz darstellen sollen. Doch im Kopfkino setzen sich Strukturen, Layoutexperimente und Farbverläufe sowie Millers sparsam in den großartigen Bildern platzierte Texte zu einem mitreißenden Drama zusammen.

Bei uns erschien Daredevil: Liebe und Krieg 1993 als Feest Graphic Novel 5 und 2002 ebenfalls als Softcover aber auch als Hardcover bei Panini. Die schönste deutschsprachige Version von Love an War ist – neu übersetzt und mit satteren Farben – im zweiten Band der Daredevil Collection von Frank Miller enthalten. Hierin kommen mit Born Again und The Man Without Fear noch zwei weitere von Frank Miller geschriebene Daredevil-Meisterwerke zum Abdruck.

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Punisher – Anthologie

Dieser großformatige Hardcoverband feiert auf 320 Seiten den 50. Geburtstag eines “Bestrafers und Vollstreckers“. Enthalten sind die zehn wichtigsten und besten Comics mit Marvels Punisher.

Hinzu kommen informative Texte, aus denen auch hervorgeht, warum es einige Comics, wie die Begegnungen des Punishers mit dem Barbaren Conan oder dem ewigen Teenager Archie, nicht in diese Anthologie geschafft haben,

Eröffnet wird der Comicreigen mit dem ersten Auftritt des Punishers von 1974. In The Amazing Spider-Man 129 war der schwarze Mann mit dem Totenkopf auf der Brust eigentlich nur als Handlanger des ebenfalls in diesem Heft debütierenden Schurken The Jackal vorgesehen. Doch dank des großartigen Covers von John Romita Sr. und da in Gerry Conways Story bereits zu erahnen war, dass hier eine tragische Figur debütierte, stahl der Punisher dem Schakal die Show.

Bemerkenswert ist auch der zweite Comic in diesem Band, den Dennis O’Neil 1981 für das Amazing Spider-Man Annual 15 geschrieben hatte. Die Zeichnungen stammen von keinem Geringeren als Frank Miller, der zeitgleich große Erfolge mit seinen Daredevil-Geschichten feierte. Das Resultat, in dem der Punisher gegen Dr. Octopus antritt, kann dank des großartigen Artworks von Miller und seinem Inker Klaus Janson immer noch begeistern.

Ab 1986 konnte der Punisher auch als Solo-Antiheld begeistern und agierte in realistischen Umgebungen, in denen sich Marvel-Charaktere ansonsten nur selten blicken lassen. In der Miniserie Circle of Blood, von der das erste Heft in diesem Band enthalten ist, landete Frank Castle im Knast und ließ sich dadurch in seiner Tätigkeit als Bestrafer in keinster Weise bremsen.

Noch eine ganze Ecke beeindruckender ist das erste Heft der zwei Jahre später gestarteten Serie The Punisher: War Journal. Als Zeichner kam hier der damals schon beeindruckende Jim Lee zum Einsatz, der auf 28 Seiten gleich zwei Geschichten erzählte. Im unteren Viertel der Seiten setzte Lee in grellen Farben und ohne Text die Geschichte des tragisch endenden Central-Park-Picknicks der Familie Castle in Szene.

Ein weiterer Höhepunkt ist das 1992 erschienene erste Heft der Serie The Punisher: War Zone, in dem Chuck Dixon erzählt, wie Frank Castle unter dem Tarnnamen Johnny Tower scheinbar der Mafia beitritt. Doch natürlich kocht er sein eigenes Süppchen, was den großartigen John Romita Jr. immer wieder zu dynamischen Doppelseiten zum Drehen mit durchgehenden Motiven voller Brutalität inspirierte.       

Punisher kills the Marvel Universe

1996 war ein entscheidendes Jahr in der Geschichte von Marvels Bestrafer, denn Garth Ennis trat in das Leben von Frank Castle. In The Punisher kills the Marvel Universe konnte der nordirische Autor nach Herzenslust über Superhelden herfallen. Seine Comic variiert die Origin des Punishers geringfügig und bei Ennis sind es keine Gangster, sondern die gegen Aliens ankämpfenden X-Men und Avengers, die die Schuld am Tod seiner Familie tragen.

Nick Castle trifft auf eine Gruppe, deren von gut betuchte Mitglieder ebenfalls geliebte Menschen als “Kollateralschaden“ beim Einsatz von Superhelden verloren haben. Der Punisher wird mit der nötigen Feuerkraft ausgestattet, um systematisch Superhelden zu töten. Doch kurz vor Abschluss seiner blutigen Mission beginnt er am Sinn seines blutigen Treibens zu zweifeln…

Ab 2000 schrieb Garth Ennis einige der besten Storys mit dem Punisher. Neben dem kompletten 44-seitigen Comic Punisher kills the Marvel Universe, den der Brite Doug Braithwaite in recht rohen aber wirkungsvollen Bildern in Szene setzte, enthält dieser Band auch das erste Heft der von Ennis geschriebenen und von Steve Dillon gezeichneten Miniserie Welcome Back, Frank. Dies war der Startschuss zu einer Reihe von weiteren grandiosen Punisher-Comics, die immer wieder von blutigen Ernst zu wahnwitziger Brachialkomik wechselten.

Dass es neben Garth Ennis noch weitere interessante Punisher-Autoren gibt, zeigen einige etwas aktuellere Comics. 2011 gab Greg Rucka (Gotham Central, Whiteout, The Old Guard) dem Italiener Marco Checcetto im einen grandios verschachtelt erzählten Serienauftakt zu einer neuen Punisher-Serie die Möglichkeit zum stimmungsvoll kolorierten Ausloten der Möglichkeiten des Medium Comic.

Dass auch Frauen etwas mit der Figur des Punishers anfangen können. bewies einmal mehr die auch als Zeichnerin tätige Autorin Becky Cloonan. Für Steve Dillon schrieb sie 2017 bereits Punisher: Operation Condor. Dieser Band enthält eine pointierte Geschichte von Cloonan für über eine gestohlene Punisher-Pistole, die Kris Anka zeichnete.

Eine Figur wie der grimmige Punisher passt nur bedingt in ein vom Disney-Konzern erworbenes Marvel-Universum, zumal sich reale Söldner und zweifelhafte Gruppierungen mit dessen Totenkopf-Emblem schmücken. Daher gab es 2022 mit der Serie Der König der Killer einen Versuch die umstrittene Figur neu zu definieren.

Jason Aaron erzählt in seinem Punisher-Neustart davon, wie Frank Castle in die Fänge des Ninja-Kults Die Hand gerät. Die Erzpriesterin dieser weltweit operierenden Organisation will den Punisher anheuern und hat als Argumentationshilfe dessen ermordete Familie revitalisiert…

Grafisch ist die Serie teilweise interessant, was weniger an den routinierten realistischen Zeichnungen von Star-Wars-Zeichner Jesús Saiz liegt. Sehr viel interessanter sind die von Paul Azaceta (Outcast) in einem völlig anderen experimentellen Stil realisierten Rückblenden, in denen Aaron interessante Details aus der Jugend von Frank Castle nachliefert. Während dieser Teil des Comics überzeugt, ist das neue mit Hörnern versehene Totenkopf-Emblem des Punishers nicht der Bringer und gehört schleunigst wieder auf Anfang gestellt. 

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Todd McFarlane: Spider-Man

Mit einer überformatigen Hardcover-Edition feiert Panini jene Comics, die Todd McFarlane zum absoluten Superstar der Comicszene machten. Als in den USA im August 1990 das erste Heft einer von McFarlane im Alleingang realisierten Spider-Man-Serie erschien, wurden davon 2,5 Millionen Exemplare verkauft. Dieser sagenhafte Erfolg kam auch durch die zahlreichen Variant-Cover zustande, auf denen dasselbe Motiv in unterschiedlichen Kolorierungen abgebildet war.

Nach sechzehn Heften verließ McFarlane Spider-Man und auch Marvel. Im von ihm mitgegründeten Verlag Image veröffentlichte er seine neue Serie Spawn und das erste Heft verkaufte sich 1,7 Millionen Mal. Das ist angesichts der völlig unbekannten Figur mehr als erstaunlich und auch als Produzent von Actionfiguren überraschte McFarlane immer wieder durch seinen erstaunlichen Geschäftssinn.  

Doch lohnt sich eine Erst- oder Wiederbegegnungen mit jenen vor über dreißig Jahren entstandenen sagenhaft erfolgreichen Spider-Man-Comics? Zwar ist Todd McFarlane ganz gewiss nicht der beste Comicautor der Welt, seine Bildinszenierung kann sich jedoch immer noch sehen lassen. McFarlanes Markenzeichen sind nebeneinander angeordnete hochformatige Panels, die sich über die ganze Seite ziehen.

Ebenso markant sind die ungewöhnlichen Verrenkungen der Hauptfigur. Im Anhang dieses Buchs befindet sich ein von Fred Hembeck im Funnystil gezeichneter Comic, in dem sich ein bandagierter Spider-Man über die “sehnenzerfetzenden Posen“ beklagt, die McFarlane ihm immer wieder zumutet.

Doch andererseits muss Spidey auch zugeben, dass seine Frau Mary Jane mit ihrer roten Mähne noch nie so attraktiv ausgesehen hat wie bei McFarlane…

In seinen Comics erzählt McFarlane zwar auch davon, dass Mary Jane darunter leidet, dass ihr Ehemann nachts immer im Kostüm durch New York patrouilliert. Doch im Gegensatz zu anderen Spider-Man-Autoren interessiert sich McFarlane nicht für Beziehungsprobleme, sondern hauptsächlich für spektakulär in Szene gesetzte Action. Davon hat die erste Story Tormet (Qualen), die sich durch fünf Hefte zieht und Spider-Man mit dem Lizard sowie einigen Überraschungsgästen konfrontiert, einiges zu bieten.

Um einiges interessanter ist die in McFarlanes Heimat Kanada angesiedelte ebenfalls fünfteilige Story Perceptions (Wahre Monster). Hier wird nicht ungeschickt Action mit einer Krimihandlung und Kritik am Sensationsjournalismus verknüpft, Doch die Hauptattraktion ist zweifelsohne der ausgedehnte Gastauftritt von Wolverine, den McFarlane in spektakulären Actionszenen richtig aufdrehen lässt.

Abgerundet wird dieser immer noch lesenswerte Band durch 44 Seiten mit hochinteressanten Bonusmaterial wie Variantcovern, einem lesenswerten Text von Marvel-Redakteur Jim Salicrup und in sehr guter Qualität reproduzierten Originalseiten.   

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Punisher: Mörderische Götter

Auch Paninis zweiter Band mit dem von Jason Aaron geschriebenen Punisher-Neustart wirkt zwiespältig. Doch immerhin wurde hier nicht versucht, den brutal seinen Rachefeldzug durchziehenden Marvel-Charakter Disney-kompatibel zu machen. Frank Castle, aber auch seine Gegenspieler, töten weiterhin im selben Maße, wie einst in den Comics von Garth Ennis und Steve Dillon.

Doch statt auf grimmigen Sarkasmus setzt Aaron auf Fantasy-Elemente, die nur bedingt zum zuvor eher in unserer Realität als im Marvel-Universum verankerten Punisher passen. Frank Castle muss sich weiterhin mit dem Ninja-Kults Die Hand, den einst Frank Miller für eine Daredevil-Serie erfand, herumschlagen. Der zweifelhaften Organisation ist es gelungen, die ermordete Familie des Punishers zu revitalisieren.

Wenn es nur diesen vom Star-Wars-Zeichner Jesús Saiz routiniert in realistischen Bildern in Szene gesetzten Part der Story gebe, könnte man den Neustart getrost als Blödsinn abtun. Doch in einem noch stärkeren Maße als in den ersten vier Heften arbeitete Aaron wieder teilweise ganz schön in die Tiefe gehende Rückblenden ein, die Paul Azaceta (Outcast) in einem experimentellen Stil realisiert hat.

Hier wird von einem Frank Castle erzählt, der schon als Jugendlicher Vergnügen an Gewalttaten hatte und bereits traumatisiert war, bevor seine Familie im Central Park von Gangstern ermordet wurde. Wenn hier aber auch ein Castle gezeigt wird, aus dem durch die Liebe zu seiner Frau Mary und den beiden Kindern auch ein treusorgender Vater hätte werden können, dann ist das sehr viel beeindruckender als das Ninja-Gemetzel der Haupthandlung.

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Marvel Comics Library – Fantastic Four

Es ist schon erstaunlich, was da Ende 1961 für ein Comicheft an die US-Zeitungskioske geliefert wurde. Das Cover zeigte die vier Titelhelden im Einsatz gegen ein grünes Riesenwesen, das sich durch die Asphaltdecke einer New Yorker Straße gebohrt hatte.

Erzählt wurde davon, wie es Dr. Reed Richards gelungen ist, mit eine qualmenden Signalpistole von einem Hochhaus aus The Fantastic Four mit drei riesigen Lettern in den Himmel zu schreiben. Prompt wird Susan Storm unsichtbar, Ben Grimm kommt als orangenes Steinwesen unter seinem Mantel hervor und Susans Bruder Johnny fackelt auch nicht lange.

Als sich die fantastischen Vier nach acht Comicseiten endlich formiert haben, gibt es erst einmal eine Rückblende. Diese erzählt davon, wie das quirlige Quartett wagemutig in eine Rakete stürmt und sich ins All befördern lässt, bevor “die Russen die ersten“ sind. Doch tückische kosmische Strahlung verwandelt die Truppe quasi in Feuer, Luft, Erde und – naja – Wasser, man bedenke die fließenden Bewegungen von Reed Richards als elastischer Mr. Fantastic.

Nachdem nun also die Entstehungsgeschichte klargestellt wurde, geht es mit vereinten Kräften gegen ein riesiges aus der Tiefe kommendes Monstrum, das Moleman – bei dem es, wie wir später erfahren, um den frustrierten Nukleartechniker Harvey Rupert Elder handelt – zusammen mit weiteren Ungetümen auf die Menschheit gehetzt hat…

Die Story dieser Wundertüte von einem Comic hat Stan Lee mit einer immer noch völlig geklärten Methode dem Zeichner Jack Kirby übermittelt und diesen dadurch zu fünfundzwanzig ebenso wild wie wuchtig in Szene gesetzte Comicseiten angestiftet. Fortan war nicht mehr DC mit Superman und Batman der Platzhirsch in der Superhelden-Wildnis, sondern Kirby und Lee produzierten in dichter Folge weitere Knaller wie den Hulk, Thor, den Silver Surver oder die X-Men.

Nachdem Taschen bereits die ersten Comicauftritte von Spider-Man und den Avengers mit überformatigen Büchern abgefeiert hat, folgt jetzt eine nah an den Originalheften orientierte Veröffentlichung jener Comics, die das Fundament von Marvel bilden. Ein 700-seitiger Band enthält Reproduktionen von sehr gut erhaltenen Exemplaren der ersten zwanzig Fantastic-Four-Ausgaben. Dabei wurde wieder alles drangesetzt, um die Rasterpunkte der alten Farbgebung originalgetreu wiederzugeben.

Dieses Bestreben ging sogar so weit, dass für den Abdruck der Titelbilder und Backcover Hochglanzpapier und für die Innenseiten Offsetpapier mit matter Oberfläche verwendet wurde. Die Comics, inklusive der ebenfalls recht amüsanten Leserbriefseiten und Werbeanzeigen, kommen in englischer Sprache im Format von 28 x 39,5 cm zum Abdruck, also doppelt so groß wie einst die Originale.

Deutscher Reprint von 1999

Beim Betrachten dieser Seiten wird klar, wie nachlässig diese Comic-Meilensteine bisher in Neuauflagen präsentiert wurden. So ist auf dem Cover eines bei uns 1999 von Marvel Deutschland herausgegebenen Reprints von Fantastic Four # 1 der Schriftzug des Titels schwarz statt knallrot, ein Polizist wurde einfach weggelassen und die neue Farbgebung ist im Vergleich zum Original eine Frechheit. Erst diese liebevoll aufgemachte Edition ermöglicht es, nachzuvollziehen, warum es ohne diese knallbunten Seiten kein Marvel Cinematic Universe gegeben hätte. 

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