Henri Vaillant: Ein Leben voller Herausforderungen

Die seit 1957 laufende (bzw. rennende) frankobelgische Traditionsserie Michel Vaillant funktioniert gelegentlich auch wenn die Geschichte einmal nicht auf den Autorennpisten der Welt spielt.

Nachdem die Serie in Deutschland zunächst unter dem Titel “Michael Voss“ in “Mickyvision“ lief, wurde sie unter ihrem Originaltitel im Magazin “Zack“ zu einem großen Erfolg. Danach erschienen zahlreiche Alben bei Carlsen und nachdem “Zack“ an die deutschen Kioske zurückkehrte, verlegt der “MOSAIK – Steinchen für Steinchen Verlag“ mittlerweile in seiner “Zack Edition“ auch wieder sorgfältig editierte Ausgaben von aktuellen “Michel Vaillant“-Alben.

Mittlerweile wird der Autor und Zeichner Jean Graton beim Schreiben von seinem Sohn Philippe unterstützt und für die äußerst detaillierte Wiedergabe von Orten und Autos assistiert gar ein “Studio Graton“. 2003 entstand ein bei uns nur auf DVD veröffentlichter „Michel Vaillant“-Kinofilm. Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Serie durchaus positiv weiterentwickelt hat und die Hauptfiguren längst nicht mehr zu steif wie in den Siebziger Jahren wirken.

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Arabeske

Der Sprachwissenschaftler David Pollock wird von einem mysteriösen Ölmillionär gezwungen, eine wichtige Geheimbotschaft zu entschlüsseln. Dabei lernt er dessen ebenso hübsche wie unberechenbare Freundin Yasmin kennen. Als Pollock sich in sie verliebt und tatsächlich das Rätsel lüftet, beginnt eine atemlose Jagd auf ihn…

1966 – drei Jahre nach seinem großen Erfolg mit der romantischen Krimikomödie Charade –  versuchte sich Stanley Donen an einem ähnlichen Film. Wieder dabei war Komponist Henri Mancini, dem ein annährend ähnlich markantes Leitmotiv gelang, das im Vorspann vom James-Bond-Titeldesigner Maurice Binder sehr ansprechend bebildert wurde. Donen hätte auch gerne Cary Grant wieder in der Hauptrolle gesehen, doch dieser hielt sich für zu alt für diesen Job und daher sprang Gregory Peck ein. Den Part von Audrey Hepburn übernahm Sophia Loren und anstatt Paris ist diesmal London Zentrum der Handlung.

Im Gegensatz zu Charade drehte Donen diesmal gewaltig an der Action-Schraube ohne Humor und Romantik gänzlich zu vernachlässigen. Arabeske verblüffte die Zuschauer 1966 durch ungewöhnliche Kamerapositionen und rasante Schnitte. Aus heutiger Sicht unterhält der Film bestens, wirkt erstaunlich modern und könnte fast eine Jerry-Bruckheimer-Produktion sein.

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Charade

Regina „Reggie“ Lambert (Audrey Hepburn) will sich gerade von ihrem Mann scheiden lassen, da erfährt sie nicht nur, dass dieser gestorben, sondern auch noch ein kriminelles Doppelleben führte. Gleichzeitig lernt die junge in Paris lebende Witwe auch noch den charmanten Peter Joshua kennen und beginnt sich in ihn zu verlieben. Doch auch dieser hat einige Überraschung parat.

Auf den Spuren von Alfred Hitchcock drehte der Musical-Spezialist Stanley Donen 1963 einen Thriller, der eher an der Romanze zwischen den Hauptfiguren als an Krimispannung interessiert ist. Doch Charade unterhält bestens, dank der eleganten Musik von Henri Mancini und natürlich vor allen durch die vorzügliche Besetzung.

Trotz des Altersunterschiedes von 25 Jahren gaben Cary Grant und Audrey Hepburn ein glaubhaftes Liebespaar ab. Dennoch spielte Grant in diesem Film zum allerletzten Mal den charmanten Verführer. 1966 drehte Stanley Donen den ähnlich gelagerten Film Arabeske, diesmal mit Gregory Peck und Sophie Loren.

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Emma und Amir: Im Schatten des Terrors

Die Zeichnungen von Bianca Schaalburg (Der Duft der Kiefern) sehen auf den ersten Blick etwas krickelkrackelig aus. Daher brauchte ich eine Weile, bis ich mich auf diesen Comic eingelassen habe. Doch die ersten Seiten zogen mich sofort in den Bann. Hier beschreibt Schaalburg, wie die Berlinerin Emma und der Deutsch-Iraker Amir sich ein Jahr lang an denselben Orten aufhalten ohne sich zu begegnen.

Während Emma in einem Badeschiff in der Spree schwimmt, sitzt Amir zusammen mit seinem Hund Hammett dumpf brütend in unmittelbarer Nähe auf dem Deck der MS Hoppetosse. Während Emma im Prinzenbad in Kreuzberg im 50-Meter-Sportbecken ihre 20 Bahnen schwimmt, geht Amir dort hinten auf die Liegewiese und genießt die friedliche Sommerstimmung.

Während Emma in der ehemaligen Männerschwimmhalle des Neuköllner Hallenbads Ganghoferstrasse ihre Runden schwimmt, sitzt Amir zur selben Zeit am selben Ort in der ehemaligen Frauenbadehalle und begibt sich nur sporadisch ins Wasser. Er macht sich sorgen um seinen kranken Hund, den er kurz darauf einschläfern lassen muss.

Diese ersten knapp zwanzig Seiten des Comics sind meisterlich erzählt und stimmungsvoll in Szene gesetzt. Wenn danach eine Bombe explodiert, die Polizei einen islamistischen Anschlag vermutet, Amir in Verdacht gerät, der Polizei entkommt und Emma als Geisel nimmt, geht es rasant und überraschend weiter.

Die junge Frau genießt die Situation und am nächsten Morgen ist es Amir, der gefesselt aufwacht, während Emma ihm einen Kaffee bringt. Mit witzigen Dialogen hält Bianca Schaalburg spielerisch die Balance zwischen Krimispannung und Romanze. Nachdem sich Amir im Laufe der weiteren Verwicklungen seinen Bart abrasiert, entdeckte Emma, dass dieser “ein Grübchen im Kinn wie Cary Grant“ hat.

Spätestens hier wird klar, dass Schaalburgs große Vorbild für Emma und Amir der Filmklassiker Charade mit Cary Grant und Audrey Hepburn ist. Daher spielt sich die Handlung der zweiten Hälfte des Comics am Charade-Schauplatz Paris ab.

Der etwas kompliziert konstruierte Plot um ein internationales, rechtspopulistisches Komplott verdrängt die so schön erzählte Romanze immer mehr. Was etwas schade ist, doch den positiven Gesamteindruck von Schaalburgs Comic kaum trübt.

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From Hell (2001)

Aus dem Mythos um Jack the Ripper und seinen fünf Dirnenmorden hat der Comic-Guru Alan Moore (Watchmen) einen äußerst umfangreichen Comic  gemacht, den der Zeichner Eddie Campbell in sehr eigenwillige schwarzweiße Zeichnungen umgesetzt hat. Moore hat ein ausgiebiges Quellenstudium betrieben, und sein Comic erschließt sich dem unbedarften Leser nur mit Hilfe der zahlreichen Fußnoten.

Bei einer Verfilmung dieser Geschichte ist also eine gewisse Skepsis angebracht, zumal Moore auch noch ein komplettes Sittengemälde des viktorianischen Zeitalters mitliefert und den (vermeintlichen) Mörder gleich am Anfang seiner Geschichte verrät. Die 2001 entstandene Verfilmung bietet im Gegensatz zum Comic die opulente und sich immer mal wieder im Blut suhlende Bebilderung eines dekadenten Zeitalters. Daher hat From Hell mit Tim Burtons Sleepy Hollow sehr viel mehr gemeinsam als den Hauptdarsteller Johnny Depp.

Doch Depp spielt diesmal keinen naiven Kriminalisten, sondern sein Inspektor Abberline befindet sich durch massiven Drogenkonsum hart am Abgrund. Daher erscheint er der Richtige für einen derart verwirrenden Fall. Doch höchsten Kreisen ist es dann auch wieder nicht recht, wenn Abberline schließlich den Ripper entlarvt. „Ob die britische Monarchie nun tatsächlich in die Ripper-Morde involviert war oder nicht, spielt keine Rolle. Die Wucht der bloßen Anschuldigung gegen die herrschende Klasse wird so oder so nicht gemindert“, meint Drehbuchautor Rafael Yglesias zur durchaus umstrittenen aber sehr gängigen Auflösung, die auch dieser Film bietet.

From Hell ist ganz sicher keine werkgetreue Verfilmung von Alan Moores Faktenhuberei, was auch trotz der über zweistündigen Laufzeit nicht möglich ist. Doch ganz sicher handelt es sich um die bisher am besten besetzte (neben Depp brillieren Heather Graham und Robbie Coltrane) und am aufregendsten visualisierte Umsetzung des Ripper-Mythos.

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Reddition 83 – Watchmen

Als 1986 die Maxiserie Watchmen der Briten Alan Moore und Dave Gibbons erschienen ist, war dies ein bedeutender Meilenstein, nicht nur im Bereich der Superhelden-Comics. Es ist immer wieder spannend, weitere Details darüber zu erfahren, wie der Autor Moore und der Zeichner Gibbons seinerzeit gemeinsam an jedem Panel dieses sorgfältig durchkomponierten Comics gearbeitet haben.

Die 83. Ausgabe der Zeitschrift für Graphische Literatur enthält auf zwölf reich bebilderten Seiten eine Gibbons-Biografie von Volker Hamann, dem Herausgeber der Reddition. Eine sehr gute Ergänzung ist der Abdruck jenes Tagesspiegel-Interviews, das Lars von Törne 2025 mit Gibbons anlässlich von dessen Besuch auf dem Comicfestival München geführt hat.

Interessant ist hier die Aussage von Gibbons, dass er und Alan Moore Superhelden lieben und “diese Liebe floss auch in Watchmen ein“. Er sieht es als sehr problematisch an, dass viele andere Comics wie The Boys von Garth Ennis, der erfolgreich als TV-Serie umgesetzt wurde, Superhelden ebenfalls als “trostlos, gewalttätig und unangenehm“ darstellen. Völlig zurecht fragt er sich, warum andere Autoren nicht auch mit neuen Ideen ankommen, “die niemand jemals zuvor ausprobiert hat?“

Passend dazu widmet sich die Reddition natürlich auch den von Gibbons sehr kritisch gesehenen und von Alan Moore völlig ignorierten Comicfortsetzungen Before Watchmen, Doomsday Clock und Rorschach und den Adaptionen als Kinofilm, Serie und Animationsfilm. In diesem Zusammenhang sehr interessant ist Günter Krenns Artikel “(No) League of Extraordinary Movies – Alan Moore und Hollywood“ über Verfilmungen wie From Hell, V For Vendetta oder Batman: The Killing Joke.  

Ein Großteil der Reddition ist zudem noch dem schier unübersichtlichen Gesamtwerk von Alan Moore gewidmet, von Miracleman, Swamp Thing, Superman: Whatever Happened to the Man of Tomorrow?, America’s Best Comics, Lost Girls, Providence bis hin zu seinem 1.400-seitigen Roman Jerusalem, den Peter Lau in seinem Artikel in dieser Reddition für ein “weiteres Meisterwerk“ hält.

Die angemessene Würdigung erhält auch die auf Dystopien statt auf Superhelden setzende englische Comickultur, über die Peter Schimkat in seinem Artikel “Britische Comics – Bis zu 2000 AD und Warrior“ umfassend informiert. Gibbons und Moore sind zwar mit Superhelden-Heften aufgewachsen, doch zugleich war beiden klar, dass es auch völlig andere Arten gibt, Comics zu erzählen. Auch diese Erkenntnis hat Watchmen zu sehr viel mehr als eine weitere Superhelden-Geschichte gemacht.

Zu bestellen unter: www.reddition.de

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Das gestohlene Luftschiff

Der tschechische Filmemacher Karel Zeman ist bekannt dafür, dass er auf fantasievolle Art Trick- und Realfilm kombiniert und ein Faible für Jules Verne hat. Bereits 1955, als er in Reise in die Urzeit vier Jungen mit Dinosauriern und Mammuts konfrontierte, arbeitete er Elemente aus Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde ein.

Sein bekanntester Film dürfte Die Erfindung des Verderbens von 1958 sein, der auf einem weniger bekannten Roman von Jules Verne beruhte. Neun Jahre später drehte er mit Das gestohlene Luftschiff eine sehr freie Verfilmung des Verne-Romans Zwei Jahre Ferien.

Hierin erzählte er von fünf Jungen, die 1891 auf einer Ausstellung in Prag ein Luftschiff kapern. Da das Gefährt angeblich mit explosionssicherem Gas gefüllt ist, wird das Quintett von den Soldaten aus aller Welt gejagt. Die Jungs erleiden Luftschiff-Bruch auf einer geheimnisvollen Insel- Dort treffen sie auf Piraten aber auch auf Captain Nemo…

Mit Das gestohlene Luftschiff gelingt Zeman eine opulent in Szene gesetzte Zusammenstellung der Elemente, die den Reiz der Werke von Jules Verne ausmachen. Passend dazu erinnert die sepiafarbene Optik an die Illustrationen aus den Erstausgaben der Werke des französischen Autors. 1970 beendete Zeman seine Verne-Reihe mit seinem wohl besten Film Auf dem Kometen.

Bei Filmjuwelen ist eine sehr schöne Blu-ray-Edition von Das gestohlene Luftschiff erschienen. Neben dem sorgfältig restaurierten Film gibt es noch dieses Bonusmaterial: Deutschsprachiger Audiokommentar vom Filmhistoriker Dr. Rolf Giesen, “Die fabelhafte Welt des Karel Zeman“ (14:55 min), “Regie: Karel Zeman“ – Eine sehr interessante Doku vom Animator John Stevenson (12:22 min), Die Entstehung einer Filmlegende (4:57 min), Die Legende geht weiter (3:20 min), tschechischer Trailer (2:09 min), deutscher Kinotrailer (2:10 min) und US-Trailer (2:09 min). In Sachen Booklet sieht es jedoch mau aus. Die Veröffentlichungen von Filmjuwelen überzeugten bisher durch ihre edle Ausstattung mit Schuber und reich bebilderten Büchlein. Letzteres wurde zwar auch diesmal versiert von Rolf Giesen zusammengestellt und in gewohnter Form layoutet, ist jedoch nur digital erhältlich.

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Mel Brooks’ Spaceballs

Am 28. Juni wird Mel Brooks 100 Jahre alt und kurz zuvor erscheint sein erfolgreichster Film als Mediabook mit Blu-ray und 4K Ultra HD. Nachdem sich Brooks mit Der wilde, wilde Westen, Frankenstein Junior, Silent Movie und Höhenkoller erfolgreich über Western-, Horror-, Stumm- und Hitchcock-Filme lustig gemacht hatte, drehte er 1987 eine Parodie auf Star Wars.

Da er dazu eine ähnliche Geschichte mit ähnlichen Charakteren erzählen musste, stimmte sich Brooks zuvor mit George Lucas ab, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Dieser konnte über das Drehbuch zu Spaceballs lachen, und seine einzige Bedingung war, dass Mel Brooks keine Actionfiguren zu seinem Film produzieren durfte. In diesem Zusammenhang war es sicherlich eine gute Idee von Brooks, die Spezialeffekte zu Spaceballs bei George Lucasʼ Firma ILM in Auftrag zu geben.   

Das Resultat ist ein hemmungslos alberner Film, der von den Bewohnern des Planeten Spaceball erzählt, denen im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ausgegangen ist. Daher wollen Präsiden Skroob (Mel Brooks) und Lord Helmchen (Rick Moranis) dem Planeten Druidia die Atmosphäre rauben und entführen die örtliche Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga). Doch zum Glück gibt es den ein zum Raumschiff umgebautes Winnebago-Wohnmobil fliegenden Draufgänger Lone Starr (Bill Pullman), dessen Co-Piloten, den Möter Waldi (John Candy) und den allmächtigen Joghurt (ebenfalls Mel Brooks), die rettend eingreifen.  

Wie immer bei Mel Brooks sind es auch hier die sympathischen Darsteller, die Spaceballs zu mehr als eine Aneinanderreihung von witzigen Szenen machen. Ähnlich wie die ersten Star-Wars-Filme hat auch diese spacige Komödie, die ganz nebenbei auch noch Alien, Planet der Affen und den Zauberer von Oz veralbert, nichts von ihrem Charme eingebüßt.  

Cover B

Ein limitiertes 3-Disc-SteelBook von Capelight Pictures mit Prägung und Spotlack, sowie zwei verschiedenen Covern enthält den Film auf 4K Ultra HD und auf Blu-ray, wahlweise mit Audiokommentar von Mel Brooks, sowie eine Bonus-Blu-ray mit diesen Extras: Der Film mit deutschem Lauftext bei der Eröffnungsszene, Spaceballs: Der Filmbericht von 2003 (30:05 min), Skroob-ellos – Wie Spaceballs das Sci-Fi-Genre durch den Kakao zog von 2012 (16:34 min), Im Gespräch: Mel Brooks & Thomas Meehan (20:32 min), John Candy: Ein komisches Genie (10:04 min), Behind-the-Scenes-Featurette von 1987 (8:48 min), Filmschnitzer (1:42 min), Storyboard- und Filmvergleich (6:42 min), Film in „wahnsinniger“ Geschwindigkeit (0:29 min), Filmausschnitt in Mawgese-Sprache (0:33 min), Filmausschnitt in Dinkese-Sprache (0:28 min), Fotos vom Set (5:32 min), Kostümgalerie (1:37 min), Kunstgalerie (2:07 min), sowie diverse Trailer. Bemerkenswert ist auch das 48-seitige Booklet, das Mel Brooks‘ Kapitel über „Spaceballs“ aus seiner 2021 veröffentlichten Biografie in englisch und den Text des deutschen Pressheftes zu „Spaceballs“ enthält.

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Auf den Spuren von Blueberry

Mit etwas Verspätung feiert ein wuchtiger Band den sechzigsten Geburtstag des von Jean-Michel Charlier und Jean Giraud geschaffenen besten Westerncomics. Am 31. Oktober 1963 trat Leutnant Mike Steven Donavan alias Blueberry im Magazin Pilote in einer wöchentliche Fortsetzungsserie erstmals in Erscheinung.

Am 31. Oktober 1963 trat Leutnant Mike Steven Donavan alias Blueberry im Magazin Pilote in einer wöchentliche Fortsetzungsserie erstmals in Erscheinung.

Seine erste Comicgeschichte wurde zwei Jahre später im Comicalbum Fort Navajo nachgedruckt und dieses Ereignis feierte Ende 2025 in Frankreich der großformatige Jubiläumsband Sur la piste de Blueberry, den Egmont jetzt (deutlich hochpreisiger) mit Leinenrücken, Spotlackierung auf dem von Mathieu Lauffray im Frazetta-Look gestalteten Cover und Sonderpapier veröffentlicht hat.

Der 128-seitige Tribut von 29 Comickünstlern hat diese edle Aufmachung durchaus verdient. Zwar haben manche namhaften Künstler wie Milo Manara, Daniel Goosens oder Blutch nur Einzelillustrationen beigesteuert, die teilweise auch noch recht kleinformatig zum Abdruck kommen.

Doch die ebenfalls enthaltenen vierzehn Stories präsentieren Highlights aus dem Leben des am 30. Oktober 1843 in den Südstaaten auf der Redwood Plantation, die zuvor nicht von Charlier und Giraud dokumentiert wurden. Die Comicgeschichten sind in verschiedenen Lebensabschnitten von Blueberry angesiedelt, kommen chronologisch geordnet zum Abdruck und werden von den jeweiligen Künstlern eingeleitet.

Gleich die erste Story ist ein Highlight. Der achtseitige Comic stammt vom Autor Olivier Bocquet und dem Zeichner Anlor, die zuvor bereits bei der Serie Ladies with Guns (Splitter) zusammengearbeitet haben. Das Duo hat es sich erlaubt eine Geschichte zu Papier zu bringen, die sich einige Jahre vor Blueberrys Geheimnis, dem im Jahre 1861 angesiedelten chronologisch ersten Blueberry-Comic von Charlier und Giraud, zugetragen hat.   

Der wunderschön in Szene gesetzte Comic erzählt von einem bereits sehr selbstbewussten circa zehnjährigen Blueberry, der in den Südstaaten einem Sklavenmädchen bei einer Konfrontation mit ihrem agressiven “Herren“ so tatkräftig zur Seite steht, dass der Plantagenbesitzer zu Tode kommt. In der originelle Geschichten spielt auch Blaubeerkuchen eine Rolle.

Im Anschluss daran setzt Michel Blanc-Dumont, der bereits zwölf Alben der Serie Die Jugend von Bluberry zeichnete, von einer Begegnung zwischen dem Leutnant und dem ebenfalls von ihm gezeichneten Westernhelden Jonathan Cartland in Szene.

Richtig spannend ist die Geschichte Ein guter Blaurock vom Autor Vincent Brugeas und dem Zeichner Ronan Toulhoat. Sie erzählen, wie es Blueberry gelingt zu verhindern, dass einige nachtragende Südstaatler seinen künfzigen Kameraden Leutnant Craig auf der Postkutschenfahrt nach Fort Navajo ermorden.

Mehr als erwähnenswert ist auch die Geschichte For One Dollar More in der Enrico Marini (Die Adler Roms) davon erzählt, wie einige Halunken verhindern, dass Blueberry beim letzten Auftritt von Chihuahua Pearl in Paloma City dabei ist. Ein ebenso ungewöhnliches Ende nimmt eine Story von Dominique Bertail (Madeleine, die Widerständige), in der Blueberry und Jimmy McClure eine Bärenfamilie retten. Doch sie haben die Rechnung ohne eine populäre Nebenfigur der Serie gemacht.   

Es folgen Beiträge von interessanten Künstlern wie Matz & Philippe Xavier, Olivier Taduc, Thierry Martin oder Félix Meynet, bevor eine im Jahre 1910 spielende Geschichte von Corentin Rouge über einen ausgeglichen wirkenden 67-jährigen Blueberry diese schöne Edition zum Anschluss bringt.

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Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit

Spätestens wenn Steven Spielberg sich selbst zitiert wird klar, in welche Richtung sein neuster Film geht. 1977 erzählte er mit Unheimliche Begegnung der dritten Art erstmals von Begegnungen mit Außerirdischen. Eins der musikalischen Leitmotive war damals der Song When You Wish Upon A Star aus dem Zeichentrickklassiker Pinocchio von Walt Disney.

Ein halbes Jahrhundert später ist in einer entscheidenden Szene von Disclosure Day – inmitten des ebenfalls von John Williams komponierten Soundtracks – das Lied Someday My Prince Will Come aus Disneys ersten abendfüllenden Animationsfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge zu hören. Auch Disclosure Day erzählt davon, dass die Öffentlichkeit von der Obrigkeit nicht über bereits erfolgte Kontakte mit Außerirdischen informiert wird.

Doch ansonsten ist der Film sehr viel finsterer und pessimistischer als Unheimliche Begegnung der dritten Art. Vor dem Hintergrund einer gar nicht so weit von unserer Realität entfernten Welt, die kurz vor dem Dritten Weltkrieg steht, liefern sich sympathische “Rebellen“ einen Kampf mit der Wardex Corporation, die im Dienste der US-Regierung steht und keine Probleme damit hat, rücksichtslos Waffen einzusetzen.

Den Wardex-Chef verleiht Colin Firth ein wenig menschliche Tiefe, doch Spielberg lenkt die Sympathien eindeutig in Richtung der mit Emily Blunt und Josh O’Connor ebenfalls hochkarätig besetzten Gegenseite. Nachdem Disclosure Day eine Weile als Mystery-Thriller vor sich hingedümpelt hat, schaltet Spielberg langsam aber sicher auf Action-Modus.

Dabei spielt er zwar nicht ganz in der Liga der Mission: Impossible oder Fast & Furious Filme, wohl auch weil er nicht nur auf Krawall aus ist. Immerhin gelingt Spielberg eine spektakuläre Sequenz mit Autos und Eisenbahnen, die an seinen autobiografischen Film Die Fabelmans denken lässt. Hierin erzählt er davon, wie er, nachdem er bei seinem ersten Kinobesuch in Cecil B. DeMilles Die größte Schau der Welt eine Tricksequenz sah, die er danach sofort auf der heimischen Modelleisenbahn nachstellen musste.

Der Spaß, den er damals hatte, ist in Disclosure Day gelegentlich zu spüren. Doch trotz aller inszenatorischer Meisterschaft wird nicht so recht klar, was Spielberg eigentlich erzählen will. Es wirkt ein wenig so, als wenn er den Film nach einer Laufzeit von 145 Minuten einfach beendet hat, damit dieser nicht noch länger wird oder er noch irgendetwas erklären muss.    

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