Brian K. Vaughan: Spectators

In den USA verwunderte es, dass Image das neue Werk vom Comic-Bestsellerautor Brian K. Vaughan (Y – The Last Man, Saga, Papergirls) nicht zunächst als Fortsetzung in Einzelheften veröffentlichte, sondern gleich als knapp 350-seitige Hardcover-Edition herausbrachte. Doch Vaughans Spectators ist eine Graphic Novel und verdient es in einem Stück gelesen zu werden.

Die von Niko Henrichon, mit dem Vaughan bereits bei Die Löwen von Bagdad zusammenarbeitete, teilweise sehr spektakulär in Szene gesetzte Geschichte spielt in einem zukünftigen New York. Dort wird eine junge Frau zusammen mit weiteren Kinobesucher:innen zum Opfer eines Massakers.

Doch sie ist nicht tot, denn während andere Tote sofort in Richtung Himmel, Hölle oder sonst wohin aufgebrochen sind, “lebt“ sie zusammen mit anderen Geistern als schwebende Beobachterin weiter.

Dabei freundet sie sich mit einem lange vor ihr verstorbenen Cowboy an und gemeinsam erforschen sie die langsam vor die Hunde gehende Menschheit. Henrichon lässt die Geister in Farbe vor einem schwarzweißen futuristischen New York agieren, was optisch nicht uninteressant ist.

Vaughan hingegen lässt kaum eine Gelegenheit aus, um seine etwas planlos voranschleichende Erzählung mit Sex und Gewalt zu “garnieren“, was – trotz einiger sensibler Glanzlichter – auf Dauer nervt.

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Die Ältern

Mit Eingeschlossene Gesellschaft hat Sönke Wortmann bereits ein Werk von Jan Weiler (Maria, ihm schmeckt’s nicht!) verfilmt. Jetzt ließ er Weiler zusammen mit Robert Gold (Der Fall Collini) einige seiner Glossen, die zugleich seinen erfolgreich von Leander Haußmann verfilmten Roman Das Pubertier fortsetzen, zu einem Drehbuch verarbeiten.

Im Zentrum steht der als Schriftsteller im Homeoffice arbeitende Vater Hannes, der darunter leidet, dass seine beiden nahezu erwachsenen Kinder nicht mehr zusammen mit ihm wohnen wollen. Als dann auch noch seine Frau Sara (Anna Schudt) auszieht, gerät die scheinbar heile Welt von Hannes gefährlich ins Wanken.

Auf den ersten Blick verwundert es etwas, dass die Hauptrolle nicht mit Charlie Hübner, sondern mit Sebastian Bezzel besetzt wurde, der die Hauptrolle in mittlerweile bereits zehn bayerischen Eberhoferkrimis spielte. Doch Bezzel überzeugt auch als Wahlhamburger und resignierender Familienmensch ohne Familie, zumal die Handlung zügig und originell voranschreitet.

Außerdem hat Jan Weiler ein Händchen für wirklich witzige Dialoge. So hat Hannesʼ Tochter Cara (Kya-Celina Barucki) einen Freund, der immer wieder Sprichwörter durcheinanderbringt und schläft “wie ein Baum“. Doch Clara sieht dies gelassen, denn der junge Mann ist zwar “dumm, wie Gold, hat aber ein Herz aus Brot“.

Extras der Blu-ray von Constantin Film / LEONINE: Interviews mit Sebastian Bezzel (2:31 min), Anna Schudt (4:01 min), Kya-Celina Barucki (5:34 min), Philip Müller (2:38 min), Nilam Farooq (1:21 min), Jan Weiler (5:15 min) und Sönke Wortmann (3:55 min), Premierenclip (1:35 min), B-Roll (5:48 min) und der Trailer (1:51 min).      

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Maria, Ihm schmeckts nicht

Bisher hat es Sara (Mina Tander) nicht für nötig gehalten ihren Freund Jan (Christian Ulmen) und ihre Eltern miteinander bekannt zu machen. Doch das ändert sich drastisch als er ihr einen Heiratsantrag macht. Saras Vater Antonio (Lino Banfi), der 1965 als italienischer Gastarbeiter nach Deutschland kam und mit der Deutschen Ursula (Maren Kroymann) verheiratet ist, verlangt eine Hochzeit in seinem Heimatort Campobello. Kann das gut gehen?

Basierend auf einem Romanbestseller von Jan Weiler (Die Ältern) drehte Neele Leana Vollmar 2009 eine gut besetzte Komödie über die nicht immer einfache Liebe der Deutschen zur italienischen Lebensart. Doch ganz so unbeschwert wie in der vergleichbaren US-Produktion My Big Fat Greek Wedding geht es in Maria, ihm schmeckt’s nicht! dann doch nicht zu. Wie Fremdkörper wirken die in blassen Farben gedrehten Rückblenden mit Antonios Gastarbeiter-Historie. Warum durch die damaligen schlechten Erfahrungen später so ein komischer Kerl aus ihm geworden ist, erschließt sich auch nur bedingt.

Die Klamauk-Schiene hingegen funktioniert bestens, auch weil es recht amüsant ist, Christian Ulmen dabei zuzusehen, wie er kein Fettnäpfchen auslässt. Doch Mina Tander ist so süß als Sara, dass sich der K(r)ampf um sie lohnt. Außerdem ist es auch noch ein sehr lehrreicher Film, denn wir erfahren – wie schon lange vermutet – dass die italienische Sprache das Wort satt (im Sinne von unhungrig) gar nicht kennt.

2016 wurde der Film mit Antonio, ihm schmeckt’s nicht! fortgesetzt.

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Andy Morgan – Deluxe Edition

Es ist überraschend, dass sich nach MV-Comix, ZACK, Bastei, Carlsen und Kult Editionen der eher durch seine Graphic-Novel-Veröffentlichungen bekannte avant-verlag der klassischen frankobelgischen Abenteuerserie Andy Morgan angenommen hat. Unter dem Originaltitel Bernard Prince erschien diese ab 1966 im Le Journal Tintin.

Der damalige Herausgeber des belgischen Comicmagazins war der als Zeichner und Autor tätige Michel Régnier alias Greg. Dieser traf eine gute Wahl als er beschloss für den damals 28-jährigen belgischen Zeichner Hermann Huppen eine Serie zu schreiben. Die Zusammenarbeit verlief so erfreulich, dass das Duo drei Jahre später auch bei der Westernreihe Comanche zusammenarbeitete.   

Andy Morgan war zunächst “nur“ ein weiterer Abenteuercomic, der sich die Seiten im Le Journal Tintin mit Serien wie Michel Vaillant, Bruno Brazil oder Luc Orient teilen durfte. Doch durch die sich rasant weiterentwickelnde Zeichenkunst von Hermann wurde Andy Morgan zu einem Klassiker, der nichts von seiner Faszination eingebüßt hatte.

Dies belegt die Deluxe Edition von avant, die im Großformat von 36 x 27 cm zum Glück nicht nur in verbesserter Farbgebung, sondern wahlweise auch in einer Ausgabe mit Hermanns schwarzweißen Seiten veröffentlicht wird. Wer die Geschichten in der unkolorierten Version liest, wird sich wundern, wie gut es Hermann gelingt, ohne Farbeffekte nur durch seine Zeichenkunst Explosionen, einen Großbrand, einen Sandsturm oder gar einen Orkan zu entfesseln.   

Das seltsame Cover dieser Edition mit einem scheinbar kopflosen, sich in Richtung Wasseroberfläche bewegenden Taucher verwundert etwas. Doch Hermanns ebenfalls auf dem Titelbild zu sehendes Korallenlift erinnert an die vielgelobte Grafik durch die Frank Miller 22 Jahre später seine Serie Sin City zu etwas ganz Besonderem machte. Wer sich in der schwarzweißen avant-Edition die Unterwasser-Sequenzen aus dem Album Das Gesetz des Taifuns ansieht, wird feststellen, wie lebendig und experimentell diese Comicseiten wirken.

Die avant-Edition beginnt nicht mit den ersten Abenteuern von Andy Morgan, sondern setzt dort an, wo die Serie grafisch so interessant wurde, dass sie deutlich sich von anderen zeitgleich entstandenen Abenteuercomics abhob. Band 1 enthält mit Oase in Flammen und Das Gesetz des Taifuns zwei Geschichten, die von 1969 bis 1970 als Fortsetzung im Le Journal Tintin veröffentlicht wurden und anschließend als Band 6 und 7 der Albumreihe erschienen sind.  

Bemerkenswert ist, dass im Zentrum der beiden von Hermann äußerst spannend in Szene gesetzten Abenteuern nicht der oft etwas steif wirkende Titelheld steht, sondern dessen Sidekick, der charismatische Australischer Barney Jordan die Handlung vorantreibt. Der oft ins Fettnäpfchen tretende, raue aber herzliche Seebär wirkt wie eine Mischung aus Kapitän Haddock und Mike Blueberrys Kumpel Jimmy McClure. Ebenfalls enthalten sind die zeitgleich entstandenen Kurzgeschichten Die rote Sonne und Die Passagierin.

Auch Band 2 der siebenbändigen Deluxe-Edition ist bereits angekündigt. Enthalten sein werden die Abenteuer Durch die Flammenhölle von Caranoa und Im Tal der tödlichen Augen, die bei uns auch als Der Glutofen der Verdammten und Die grüne Flamme des Conquistadors bekannt sind.

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Madita Schwenke: Drifting

Annie sucht einen Platz in einer Wohngemeinschaft und findet ein unschlagbar günstiges Angebot. Die Wohnung ist zentral gelegen, befindet sich aber im sechsten Stock und in ihrem zuvor als Abstellkammer genutzten Zimmer sollen im Sommer hohe Temperaturen herrschen. Doch die Mitbewohner sind sehr nett. Mo arbeitet als Sozialarbeiter und Linh macht eine Ausbildung zur Fahrradmonteurin.

So weit so gut, doch dann gibt es noch Felix, der die Wohnung seltsamerweise durch das Fenster betritt und verlässt. Dies scheint Linh und Mo nicht weiter zu stören, da Felix ohnehin nur selten daheim ist. Annie lässt sich auf die WG ein und hat sich schnell eingelebt, Dennoch wird sie das Gefühl nicht los, mit einem Geist zusammenzuleben. Wenn Felix sich mal in der WG blicken lässt, dann nutzt er seine spezielle Fähigkeit, um bei Konflikten oder Problemen einfach aus dem Fenster fortzufliegen.

Madita Schwenke erzählt ihre Geschichte ganz unaufgeregt in klaren mit der Schmuckfarbe Blau eingefärbten Bildern. In einem ansonsten realistisch dargestellten Umfeld gelingt ihr das Kunststück, es als ganz selbstverständlich darzustellen, dass Felix fliegen kann. Dies liegt sicher auch daran, weil die aus dieser Fähigkeit resultierenden Probleme ganz alltäglich wirken. Wer möchte nicht manchmal gerne einfach entschwinden können, wenn es nervig wird oder gar Verantwortung übernommen werden muss?

Im weiteren Verlauf der Geschichte kommt auch die Frage auf, ob es sinnvoll ist, seine speziellen Fähigkeiten ständig zum eigenen Vorteil zu nutzen. Madita Schwenke vermittelt zwar Anregungen für ein besseres Miteinander, dennoch ist ihr Comic alles andere als ein Leitfaden zur Selbsthilfe, sondern in erster Linie wird eine mitreißende Geschichte erzählt.

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Modesty Blaise -Die kompletten Comicstrips

In etwas mehr als einem Jahr veröffentlichte der Bocola Verlag in sechs Bänden alle vom großartigen Jim Holdaway gezeichneten 2186 Zeitungscomicstrips mit Modesty Blaise und Willie Garvin in optimaler Form. Zum Glück machte der brillante Autor Peter O’Donnell weiter, nachdem Holdaway am 18. Februar 1970 Jim im Alter von 43 Jahren an Herzversagen gestorben war.

Zum Glück macht auch Bocola weiter und bringt ebenfalls die vom Spanier Enrigue Badia Romero gezeichneten Geschichten mit Modesty und Willie heraus. Doch bei aller Freude schwingt auch etwas Angst mit, denn mit den ersten sieben querformatigen Bänden, wurden erst 2507 der insgesamt 10.183 von O’Donnell getexteten Zeitungstrips veröffentlicht. Da die Reihe den Untertitel “Die kompletten Comicstrips“ trägt, ist mit weiteren 21 Bänden zu rechnen.

Wer die von Jim Holdaway gezeichneten Stories schätzt, wird auch mit Romeros Fortsetzung klarkommen. Zunächst scheint der Zeichenstil des Spaniers weniger elegant zu sein, Modesty sieht weniger geheimnisvoll aus und mancher Actionmoment erschließt sich nicht auf den ersten Blick.

Im Vorwort “Willie der Dschinn“, der ersten vollständigen Geschichte, die Romero gezeichnet har, schreibt O’Donnell, dass Evening Standard-Herausgeber Charles Wintour, ihn gebeten hat “für einen neuen nicht englischsprachigen Künstler (…) einen einfachen Plot mit farbenfrohen Charakteren und einem exotischen Schauplatz“ zu verfassen.

Herausgekommen ist eine märchenhafte Geschichte, in der Willie Garvin von der Tochter des Scheichs Kadhim Al-Masfah für einen Dschinn gehalten wird. Obwohl er sich keine Zaubersprüche merken kann, gelingt es Willie zusammen mit Modesty zu verhindern, dass die sechsköpfige Tanztruppe Dollyrocker Dancer im Harem des intriganten Bruders des Scheichs landet.

Auch O’Donnell nächste Geschichte “Das grünäugige Monster“ spielt an einem exotischen Ort. In der fiktiven südamerikanischen Republik Cuarembo sorgt zwar mit dem ehemalige Polizeichef Luis Machado, ein alter Bekannter von Modesty für Recht und Ordnung, doch ebenso wirrköpfige wie brutale Rebellen planen den Umsturz. Sie entführen die permanent schlechtgelaunte grünäugige Diplomatentochter Diana, die fast so nervig ist, wie der zottelige Ober-Revoluzzer Gomez.

In ihre nächsten Abenteuer “Tod eines Hofnarren“ schickt O’Donnell seine Helden in ein Mittelalter, das sich im heutigen England befindet. Der ebenso reiche wie selbstsüchtige Earl John Vandeleur Saint-Maur besitzt ein Schloss in Cornwall. Dort jagt er ausgesetzt exotische Tiere und veranstaltet lebensgefährliche Turniere. Wenn Modesty und Willie gegen die Mannes Earls antreten, kann sich Romero in der Ritterwelt zeichnerisch so richtig austoben.

Der achte Band der Gesamtausgabe enthält neben zwei Abenteuern, die in Australien bzw. auf Capri spielen, auch die sich komplett in England zutragende Geschichte “Liebe Grüße von Rufus“.

Herrlich schrullig erzählt O’Donnell von Inspektor Brookes Neffen Rufus, der ein Modesty-Fanboy ist, was ihn, aber auch Modesty und Willie, in erheblich Schwierigkeiten bringt.

Spätestens mit dieser Story, deren großes Finale sich auf einem “Maunsell Sea Fort“, einer stillgelegten einst bewaffneten in der Themse-Mündung gelegenen Militärplattform abspielt, ist Enrigue Badia Romero in Modestys und Willies Wahlheimat Großbritannien angekommen.

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Spider-Man Noir

Einmal mehr wird hier die Origin eines wohlbekannten Helden erzählt. Doch diesmal handelt es sich nicht – wie etwa in Ultimate Spider-Man – um das Update einer in den Sechziger Jahren erstmals erzählten Entstehungsgeschichte.

In der Miniserie Spider-Man Noir wird Peter Parker im von der bitteren Kälte des Winters aber auch der Depression geplagten New York des Jahres 1932 von einer Spinne gebissen, die aus einer Voodoo-Skulptur gekrochen ist.

Dem britischen Autor David Hine gelang eine ungewöhnliche Elseworld-Version des Spinnenmannes, wobei das auf altertümlich getrimmte Kostüm mit Fliegerkäppi und Ledermantel noch das Konventionellste an seinem Hardboiled-Konzept ist. Mit allerlei wirklich überraschenden Wendungen erzählt Hine – zunächst aus der Sicht des abgebrühten morphiumsüchtigen Reporters Ben Urich – von einer sozialistisch bewegten Tante May, die eine Armenküche betreibt und flammende Reden gegen die Korruption hält.

Ihr Mann Ben wurde von der Gang des Unterwelt-Bosses Norman Osborn alias “Der Kobold“ umgebracht. Mays Neffe Peter Parker tritt – wie gewohnt seinen Job als Fotoreporter beim “Daily Bugle“ an, doch ansonsten verläuft vieles ganz anders als gewohnt oder erwartet.

Das trifft auch auf das Artwork zu. Während das Cover von Dennis Calero noch allzu naheliegend in Frank Millers harten Sin City-Style gehalten ist, verwöhnt im Innenteil der auch als Storyboarder für Großproduktionen wie Gangs of New York tätige Italiener Carmine Di Giandomenico den Leser mit aufregenden Farbkompositionen.

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Pichelsteiner Gesamtausgabe

Nachdem Rolf Kauka nicht weiter Asterix veröffentlichen durfte, weil er die Serie in seinem Comicmagazin Lupo modern unter dem Titel Siggi und Babarras sehr – nun ja – eigenwillig eingedeutscht hatte, suchte er nach Ersatz. Ab 1966 präsentierte er Die Pichelsteiner, bei denen es sich angeblich um die Steinzeit-Vorfahren von Siggi und Babarras handelt.

Der Italiener Riccardo Rinaldi sorgte bei den Pichelsteiern für ein Figuren-Design, das sich angenehm vom etwas langweilig gestalteten Fix & FoxiUniversum abhob. Das aus dem “ersten Intellektuellen“ Flint, dem Stammvater Archibald, sowie den Zwillingen Theolith und Neolith bestehenden männlichen Steinzeit-Quintett ergänzte die äußerst attraktive Petra.

Schon lange hofft die deutschsprachige Comicgemeinde auf eine Gesamtausgabe der Pichelsteiner. Es verdichtete sich das Gerücht, dass diese bei Kult Comics erscheinen soll. Dort wurde zunächst erst einmal eine Art Vorspiel veröffentlicht. Riccardo Rinaldi hatte sich durch die beliebte Pichelsteinerin Petra für eine erotische Serie in Rolf Kaukas 1971 gestarteten Comicmagazin PIP qualifiziert.

Mit Siegfried zeichnete Rinaldi eine ebenso freie wie freizügige Version des Nibelungenlieds. Als Autor fungierte Rolf Kauka unter dem Pseudonym Weynstein. In neun PIP-Episoden, die alle in einem schön aufgemachten Sammelband bei Kult Comics zum Abdruck kamen, konfrontierte er die sich wie ein Motorradrocker aufführende Hauptfigur mit sehr vielen barbusigen Damen, aber auch mit Vampiren, schottischen Clans und Lupo aus Fix & Foxi.

Anscheinend hat sich die Siegfried-Edition gerechnet und den Weg frei gemacht für eine sechsbändige Pichelsteiner-Gesamtausgabe. Band 1 hat den Vorteil, dass hier die Comics aus der eher unbekannten Steinzeit der Pichelsteiner von 1966 bis 1968 zum Abdruck kommt. In seinem sehr lesenswerten Vorwort zu dieser Edition schreibt Olaf Enke, dass Rinaldi erst in der 1968 erschienenen Geschichte Nach uns die Sintflut seinen eigenen Stil gefunden hat und zudem noch “massenhaft Saurier und Mammuts zum Einsatz“ kamen. 

Nach uns die Sintflut die letzte Geschichte in Band 1 der Gesamtausgaben. Enthalten sind darin neben dem bereits von Rinaldi gezeichneten wortlosen “Ur-Gag“, der allerersten Pichelsteiner-Seite mit einem noch namenslosen Flint, auch Comics mit der Steinzeit-Gang aus der Feder von Tiberio Colantuoni und dem vor allem für seine Geschichten mit dem kleinen Maulwurf Pauli bekannten Branimir Karabajić.

Nach diesen historisch interessanten Auftakt werden die nächsten fünf Bände der Gesamtausgabe zeigen, welche Höhen diese wohl beste Eigenproduktion Rolf Kaukas dank des ebenso motivierten wie talentierten Riccardo Rinaldi erreicht hat.

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Supergirl (2026)

James Gunn gelang mit seiner neuen Version von Superman ein erfolgreicher Auftakt des von ihm als Gegenstück zum Marvel Cinematic Universe geplanten DC Universe. Die zweite Hauptrolle des Films spielte das ebenfalls mit Superkräften ausgestattete Hündchen Krypto.

Am Ende des Films war zu erfahren, dass Superman gar nicht das Herrchen des ebenfalls von seinem nicht mehr existierenden Heimatplaneten stammenden weiße Terrier-Mischlings ist. Die Australierin Ana Nogueira absolvierte einen kurzen Gastauftritt als leicht angetrunkenes Supergirl. Sie dankte ihrem Cousin für das Hundesitting und bricht mit Krypto zu neuen Abenteuern auf.

Eins davon erzählt jetzt der zweites DC-Universe-Kinofilm. Hierin ist ein Supergirl erleben, dass es liebt sich gehen zu lassen. Zusammen mit Krypto besucht sie gerne Planeten mit roten Sonnen. Dort hat sie keine Superkräfte und spürt die Folgen von Alkoholgenuss. An ihrem 24. Geburtstag lässt sie sich so richtig volllaufen.

Ausgerechnet sie ist es, die die junge Außerirdisch Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley) auserkoren hat, um Krem of the Yellow Hills (Matthias Schoenaerts) zu finden. Der Anführer der die Galaxis terrorisierenden Briganten hat Ruthyes Vater umgebracht. Als das verkaterte Supergirl sich widerwillig auf die Mission einlässt und Krem findet, unterliegt sie im Zweikampf.

Krem kann mit Supergirls Raumschiff entkommen und hat zuvor den zur Hilfe eilenden Krypto noch mit seinen vergifteten Pfeilen lebensgefährlich verletzt. Um an das sich im Besitz von Krem befindende Gegengift zu gelangen, steigt Supergirl zusammen mit Ruthye in ein Raumschiff, das an eine Art galaktischen Flixbus denken lässt. Die jungen Frauen durchleben eine abenteuerliche Odyssee im Weltraum…

Es ist erstaunlich und erfreulich, dass die Vorlage dieses Kinofilms mit der von Tom King geschriebenen und von Bilquis Evely gezeichneten DC-Miniserie Supergirl: Die Frau von morgen ein Comic ist. Das werkgetreue Verfilmen von Comicklassikern  hat sich in der bereits aus mittlerweile mehr als 50 Animationsfilmen bestehenden Reihe der DC Universe Animated Original Movies bestens bewährt.

Der von Craig Gillespie (Fright Night, I Tonya, Cruella) temporeich inszenierte Kinofilm wurde noch aufgemotzt durch einen Gastauftritt von Ex-Aquaman Jason Momoa als Lobo, der im Comic nicht vorkommt. Dem Kinofilm fehlt zwangsweise die epische und gelegentlich auch tragische Erzählstruktur von Kings Comic. Gillespies Film wirkt nach dem werkgetreuen Auftakt durch sein Dauerfeuerwerk an Action und Humor, aber auch Drama, wie ein vierter Teil von James Gunns Guardians of the Galaxy.

Doch zum Glück wurde auch Tom Kings Idee die tragische Kindheit von Supergirl mit in die Story einzubauen, sehr wirkungsvoll in den Kinofilm übernommen. Die Sequenzen, die erzählen wie die kleine Kara Zor-El zusammen mit ihren Eltern und in der durch eine Kuppel geschützte Stadt Argor City die Zerstörung ihres Heimatplaneten zunächst überlebt, gehören zu den Höhepunkten des Films.

Es spricht für Gillespie, dass es ihm gelingt die tragischen Szenen in der das kleine spätere Supergirl erlebt wie mir Argor City ihre Heimat quasi ein zweites Mal untergeht, den ansonsten eher feuchtfröhlichen Fil, nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Es spricht für James Gunn, dass er auf Supergirl gesetzt hat, obwohl 1984 ein Kinofilm mit Helen Slater zum Totalflop wurde und obwohl ab 2015 eine TV-Serie mit der großartigen Melissa Benoist in sechs Staffel gnadenlos zu Tode geritten wurde.

Es darf sich also auf den nächsten DC-Universe-Kinofilm gefreut werden. Im Zentrum der mit moderaten 40 Millionen Dollar veranschlagten Produktion Clayface steht der aus dem Film Sisi & Serie Waliser Tom Rhys Harries und höchstwahrscheinlich wird Batman nicht zu sehen sein. Das klingt noch blödsinniger als ein Supergirl-Film und wird sicherlich großartig. 

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Supergirl: Die Frau von morgen

Supergirl liebt es sich gehen zu lassen. Zusammen mit ihren Hündchen Krypto besucht gerne Planeten mit roten Sonnen. Dort hat sie keine Superkräfte, spürt die Folgen von Alkoholgenuss und lässt sich an ihrem 21. Geburtstag so richtig volllaufen

Ausgerechnet sie ist es, die die junge Außerirdisch Ruthye Marye Knoll auserkoren hat, um Krem of the Yellow Hills zu finden. Der Anführer der die Galaxis terrorisierenden Briganten hat Ruthyes Vater umgebracht. Als das verkaterte Supergirl sich widerwillig auf die Mission einlässt und Krem findet, unterliegt sie im Zweikampf.

Krem kann mit ihrem Raumschiff entkommen und hat zuvor den zur Hilfe eilenden Krypto noch mit seinen vergifteten Pfeilen lebensgefährlich verletzt. Um an das Gegengift zu gelangen, steigt Supergirl zusammen mit Ruthye in ein Raumschiff, das an eine Art galaktischen Flixbus denken lässt. Die jungen Frauen durchleben eine abenteuerliche Odyssee im Weltraum…

Dies ist nicht nur der Auftakt zur achteiligen Miniserie Supergirl: Woman of Tomorrow, die der vielbeschäftigte Comicautor Tom King (Rorschach, Batman/Catwoman) 2021 für die sehr detailverliebt arbeitende brasilianische Zeichnerin Bilquis Evely geschrieben hat. Fünf Jahre später dienten Kings Grundidee und einige Zeichnungen von Evely als Vorlage für Supergirl, den zweiten Kinofilm von James Gunns erfolgreich mit Superman gestarteten DC Universe, das ein Gegenstück zum Marvel Cinematic Universe sein soll.

Der von Craig Gillespie (Fright Night, I Tonya, Cruella) inszenierte Kinofilm wurde noch aufgemotzt durch einen Gastauftritt von Ex-Aquaman Jason Momoa als Lobo, der im Comic nicht vorkommt. Dem Kinofilm fehlt zwangsweise die epische Erzählstruktur von Kings Comic und wirkt nach dem werkgetreuen Auftakt durch sein Dauerfeuerwerk an Action und Humor, aber auch Drama, wie ein vierter Teil von James Gunns Guardians of the Galaxy

Doch auch Kings Idee die tragische Kindheit von Supergirl mit in die Story einzubauen, wurde sehr wirkungsvoll in den Kinofilm übernommen. Daher lohnt es sich den Supergirl: Die Frau von morgen zu lesen und den Comic mit dem Film zu vergleichen. Pünktlich zum Kinostart ist bei Panini eine gebundene Neuauflage der Comicvorlage in einem etwas größeren Format erschienen.

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