Andor

Für gar nicht so wenige Fans ist Rogue One nach Episode IV: Eine neue Hoffnung und Episode V: Das Imperium schlägt zurück der beste Star Wars Film. Es ist wohl kein Geheimnis, wenn ich verrate, dass eine Fortsetzung davon nicht möglich ist. Es gelingt einem Team zwar, die Pläne des Todessterns zu finden, doch alle an dem Sondereinsatz beteiligten Rebellen kommen zu Tode.

Mit Andor entstand eine Prequel-Serie, die erzählt, was Cassian Andor (Diego Luna) vor Rogue One erlebte. Das aus 24 Episoden bestehende Resultat lässt die anderen Star Wars Serien auf Disney+, selbst The Mandalorian, wie harmlosen Kinderkram wirken und zeigt zugleich, wieviel Potential George Lucas verschenkte, als er die Episoden I bis III realisierte.

Cassian Andor ist zwar auch ein tollkühner Pilot, doch alles andere als ein weiterer Han Solo. Bereits in Rogue One gibt es einen verstörenden Moment, als er im Dienst der Rebellion über Leichen geht. In Rogue One gibt es aber auch Jedi-Zauber, ausgedehnte Raumschlachten, einen ulkigen Roboter und zahllose Gastauftritte von “Promis“ wie Darth Vader, Prinzessin Leia und dem am Computer wieder zum Leben erweckten Peter Cushing als Grand Moff Tarkin.

All dies verkneift sich bei Andor der Headautor Tony Gilroy, der nicht nur zusammen mit Chris Weitz das Drehbuch zu Rogue One schrieb, sondern auch die Nachdrehs inszenierte. In seiner Serie wirft Gilroy einen erstaunlich “realistischen“ Blick auf das von George Lucas geschaffene galaktische Universum. Die Serie erzählt davon, wie ein gnadenloser Imperator (der persönlich nie in Erscheinung tritt) und seine skrupellosen Helfer mit aller Gewalt aus der demokratisch organisierten galaktischen Republik eine grauenvolle Diktatur machen wollen.

Auch der Rebell Cassian Andor geht bei seinen Einsätzen gegen das Imperium teilweise sehr brutal vor. Noch schlimmer treibt es jedoch sein zeitweiser Vorgesetzter Luthen Rael, der auf Coruscant, im Zentrum des Imperiums, einen Antiquitätenladen betreibt und rücksichtslos die Einsätze der Rebellen koordiniert. Diese Figur voller Grautöne wird von Stellan Skarsgård so schillernd und vielschichtig gespielt, dass sie beinahe die gesamte Serie überstrahlt.

Ein positive Gegenfigur ist die Senatorin Mon Mothma, die bereits in den Episoden III und IV, sowie in Rogue One auftrat. Genevieve O’Reilly spielt eine starke Frau, die sich trotz ihrer Erfahrungen in der Politik noch etwas Idealismus bewahrt hat. Nachdem es ihr gelungen ist, im bereits vom Imperium kontrollierten Senat eine Brandrede gegen den Imperator zu halten, verhilft Cassian Andor ihr zur Flucht nach Yavin IV, dem Zentrum der Rebellion.

Die Serie fasziniert aber auch dadurch, dass sie das Privatleben auf der dunklen Seite der Macht thematisiert. Syril Karn (Kyle Soller) ist Inspektor eines Sicherheitskonzerns und hat sich seine bunte Uniform etwas zackiger zurechtgenäht. Nachdem er bei einem Einsatz auf der Jagd nach Cassian Andor scheitert, wird er entlassen. Er zieht zurück nach Coruscant zu seiner nervigen Mutter, die ihm einen Behörden-Job organisiert.

Dort fahndet er heimlich nach Cassian Andor, was Lieutenant Dedra Meero (Denise Gough) auf den Plan ruft. Die einzige weibliche Führungskraft im Sicherheitsbüros des Galaktischen Imperiums lässt sich nach einigen Verwicklungen auf eine Beziehung mit Syril Karn ein. In einer der großartigsten Szenen der Serie serviert sie mit befehlsgewohnter Stimme ihre zukünftige Schwiegermutter so souverän ab, dass der Imperator stolz auf sie gewesen wäre.

Dedra Meero ist zwar ehrgeizig und rücksichtslos, aber dennoch vielleicht die tragischste Figur der ganzen Galaxis. Ihr gelingt es zwar Luthen Rael zu enttarnen, aber dennoch landet sie durch Intrigen ihrer neidischen Kollegen in jenem schrecklichen Gefängnis, aus dem Cassian Andor die Flucht gelungen ist.   

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Mädchen Mädchen! Hot Girl Summer

2001 drehte Dennis Gansel (Die Welle, Jim Knopf) mit Mädchen Mädchen eine Teenie-Komödie, die zweifelsohne in der Tradition des zwei Jahre zuvor entstandenen US-Hits American Pie stand, sich aber auf drei von Diana Amft, Karoline Herfurth und Felicitas Woll gespielte weibliche Charaktere konzentrierte.

Da der Film knapp zwei Millionen Kinobesucher erreichte, entstand drei Jahre später mit Mädchen Mädchen 2 – Loft oder Liebe eine Fortsetzung. Knapp ein Vierteljahrhundert später folgte eine Neuverfilmung, die von Martina Plura (Mein Lotta-Leben: Alles Tschaka mit Alpaka!) inszeniert wurde.

In der Hauptrolle ist Kya-Celina Barucki zu sehen, die Diana Amft erstaunlich ähnlich sieht und ein großer Fan des Originalfilms ist. Mit Unterstützung einer Intimacy-Koordinatorin absolvierte sie auch die Schlüsselszene des Originals und bekam als 17-jährige Inken ihren ersten Orgasmus auf ihrem Fahrradsattel. Genau wie die 18-jährige Inken von 2001 hat sie immer wieder Pech mit den Jungs und übersieht dabei ihren netten Sandkisten-Freund Flin (Yoran Leicher).

Doch ansonsten beschreitet der Film eigene Wege. Während das Original München als Schauplatz hatte, erleben Inken, Vicky und Lena jetzt in einer Kleinstadt mit einem großen Freibad ihre amourösen Abenteuer. Die ach so perfekte, schnöselige Cheyenne (Zoë Pastelle Holthuizen) ist jetzt gar nicht so übel und zu ihrer eigenen Überraschung fühlt sich Vicky (Julia Novohradsky) zu ihr hingezogen.

Die schüchterne, sexuell unerfahrene Lena (Nhung Hong) hingegen betätigt sich online als Autorin von heißen Sexgeschichten. Wieder dabei ist der 2001 als Volleyball-Trainer gecastete Henning Baum (Der letzte Bulle), der jetzt den verwitweten Vater von Imken spielt, der seine Tochter durch seine neue Beziehung verwirrt. Die Neuverfilmung atmet den Geist des Originals, ist aber noch lustiger, rasanter und menschlicher.

Die Blu-ray von LEONINE enthält neben den Hauptfilm interessante Interviews mit Kya-Celina Barucki (6:55 min), Nhung Hong (5:30 min), Julia Novohradsky (5:31 min) und Regisseurin Martina Plura (5:50 min), sowie eine B-Roll (7:37 min) und den deutschen Trailer (1:53 min)  

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Avengers: Verhängnisvolle Wahrheit

Dieser Comic scheint etwas Besonderes zu sein, denn er wird in einem sehr stylisch aufgemachten Hardcoverband veröffentlicht. Der Schutzumschlag ist beidseitig bedruckt. Auf der Unterseite befinden sich von Michael Cho gezeichnete Porträts von Giant-Man, Thor, Iron Man und Wasp.

Den Einband hat hingegen der bei diesem Comic ansonsten nur als Autor tätige Chip Kidd mit eindrucksvollen Großaufnahmen von Captain America und Hulk verziert. In den USA wurde The Avengers in the Veracity Trap! nicht von Marvel, sondern von Abrams ComicArts veröffentlicht. Dort ist auch der ebenfalls bei Panini herausgebrachte Band Fantastic Four: Tödlicher Kreislauf von Alex Ross erschienen.

Angesichts der pompösen Aufmachung ist die Story (zunächst) etwas dünn. Auf den ersten Seiten outen sich Kidd und Cho als gnadenlose Jack-Kirby-Fanboys outen. In großformatigen Bildern lassen sie die Avengers gegen den schurkischen Loki und seine Horde von Monstern antreten. Dabei gönnen sie jedem der Helden Iron Man, Captain America, Iron Man, Thor, Hulk, Giant-Man und Wasp, aber auch Loki, ganzseitige “meisterhafte Marvel-Pin-Ups“.

So weit, so klischeehaft. Doch nach 20 Seiten gibt es eine echte Überraschung, die nicht zu erwarten war. Wer sich nicht das Vergnügen daran verderben möchte, sollte jetzt nur noch einen Satz lesen und sich dann unvorbereitet auf Avengers: Verhängnisvolle Wahrheit einlassen. Es lohnt sich!  

Plötzlich werden die Avengers mit Lokis Wahrheitsvortex konfrontiert und Thor gelangt zu einer erschreckenden Erkenntnis: “Bei den Göttern! Wir sind … nicht real!“ Schlimmer noch: “Wir existieren in einem Kontinuum, das sich Comicheft nennt. Viele halten es für niedere Literatur.“

Jetzt sei nur noch gespoilert, dass die Avengers im weiteren Verlauf der ebenso turbulenten wie clever konstruierten Handlung auch noch auf ihre Schöpfer Chip Kidd und Michael Cho treffen.  

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Die Pauli Familie – Perlen der Comicgeschichte

Die Reihe Perlen der Comicgeschichte des Bildschriften Verlags wächst und gedeiht. In bereits elf sachkundig kommentierten Hardcover-Bänden werden nostalgische Comics wie Diabolik, Blonde Phantom oder Westernabenteuer von John Wayne präsentiert, die zwar “ernst“ gemeinter Mainstream sind (oder sein sollten), aber auch Freunden von gepflegtem Blödsinn viel Freude bereiten dürften.

Nachdem bereits in den Perlen-Bänden 8 und 10 einige Skurrilitäten mit Fix und Foxi und Lupo aus der Comic-Werkstatt von Rolf Kauka gewürdigt wurden, steht der kleine Maulwurf Pauli im Zentrum der elften Ausgabe. Genaugenommen wird hier die 1958 im Fix und Foxi-Heft 124 gestartete Fortsetzungsserie Die Pauli Familie gewürdigt, die in der wild zwischen Schwarzweiß und Farbe wechselnden Originalfassung komplett zum Abdruck kommt.

Die erste Story erzählt von der Rückkehr des verlorenen Sohns, der zuvor in der Fremde eine eigene Behausung hatte und dem Kartenspiel – aber auch dem Alkohol (!) – nicht abgeneigt war. Es dauerte zehn Fix und Foxi-Hefte, in denen jeweils vierseitige Episoden abgedruckt wurden, bis Pauli endlich wieder daheim in Maulwurfshausen bei den Eltern Eduard und Paula Baumeister und seiner Schwester Paulinchen eintrifft.

Die Odyssee des kleinen Maulwurfs, bei der zuletzt eine Ente mit Propeller, Tragflächen sowie Fahrwerk als Transportmittel dient, wird alles andere als gradlinig erzählt. Das gilt auch für die zweite Story, die von einem Krieg der Maulwurfshausener gegen ein Rattenvolk erzählt und in der Pauli einen Stahlhelm trägt.

In der dritten und letzten Geschichte wird Paulinchen entführt und Pauli bricht in die Stadt der Raten auf, um sie zu befreien. Die Zeichnungen und wohl auch die Stories stammen von Werner Hierl, der einige Jahre später die Spezialeffekte für den TV-Klassiker Raumpatrouille Orion realisierte.

Hierl übernahm Pauli vom niederländischen Künstler Dorul van der Heide, der ihn noch gut erkennbar als Maulwurf zeichnete. Er anthropomorphisierte die Figur durch einen sympathischeren Look und kurz darauf vollende Branko Karabajic diese Entwicklung. Er schuf den definitiven Pauli, den der Bildschriften Verlag im Band 2 seiner liebevoll restaurierten und zusammengestellten Heftchenreihe Die besten Geschichten aus Fix und Foxi gebührend feiert.

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Box der Verdammten

1960 entstand in Großbritannien mit Das Dorf der Verdammten ein nur 77 Minuten langer schwarzweißer Film, der immer noch absolute Hochspannung verbreitet. Basierend auf dem drei Jahre zuvor erschienenen Roman The Midwich Cuckoos (Kuckuckskinder) von John Wyndham wird die Geschichte eines kleinen Ortes erzählt, dessen Einwohner plötzlich ohnmächtig werden.

Als diese wieder zu sich kommen, sind alle zeugungsfähigen Frauen schwanger. Nach nur fünf Monaten kommen in Midwich am selben Tag 12 Babys zur Welt. Diese wachsen in nur drei Jahren zu sehr blonden Kindern heran, die bereits so ausgewachsen wie Zwölfjährige sind. Die hochintelligente, aber emotional kalte Gruppe sondert sich ab und verfügt über die Fähigkeit Mitmenschen ihren Willen aufzuzwingen…

George Sanders, der bereits in Alfred Hitchcocks Rebecca dabei war und dem Tiger Shir Khan in Disneys Dschungelbuch seine sonore Stimme lieh, spielt Prof. Gordon Zellaby. Dessen von Hammer-Horror-Ikone Barbara Shelley (Blut für Dracula, Das grüne Blut der Dämonen) verkörperte Frau Anthea hatte ebenfalls einen blonden Jungen zur Welt gebracht.

Zellaby ist sich zwar nahezu sicher, dass er nicht der Vater ist, fühlt er sich aber dennoch für die Gruppe seines “Sohns“ verantwortlich. Nachdem aus seiner wissenschaftliche Begeisterung für die begabten Kinder Furcht vor ihnen geworden ist, sucht Zellaby eine Möglichkeit um die gefährlichen Kuckuckskinder zu beseitigen. Dies ist nicht ganz einfach, denn die Gruppe verfügt über die Fähigkeit Gedanken zu lesen…

Es ist kaum vorstellbar, dass eine derart provokante Geschichte im Mainstream-Kino der Sechziger entstehen konnte. MGM wollte Das Dorf der Verdammten ursprünglich in Hollywood verfilmen. Doch katholische Moralapostel wussten dies zu verhindern, und die Produktion wurde nach Großbritannien verlagert. Erst 1995 erreichten die Verdammten die USA, denn John Carpenter drehte ein Remake, das leider nicht zu den Höhepunkten seiner Karriere zählt.

Wer Das Dorf der Verdammten von 1960 endlich in knackig scharfer Blu-ray-Qualität sehen möchte, kommt nicht um Plaions Box der Verdammten herum. Diese enthält auch eine Blu-ray mit der sehr viel unspannenderen Fortsetzung Die Kinder der Verdammten von 1964. Dieser Film versucht ziemlich vergeblich Sympathie für die diesmal aus aller Welt stammenden hochbegabten Kinder zu erwecken.

Die zwei Blu-rays stecken in einer schönen grellrot schimmernden Box, auf der ein verdammtes Kind abgebildet ist, dessen Augen im Dunklen leuchten! Als Bonusmaterial gibt es den jeweiligen Trailer, Bildergalerien und Audiokommentare vom Filmexperten Steve Haberman zum Originalfilm und vom Drehbuchautor John Briley zur Fortsetzung. Ganz großartig ist das reich bebilderte 50-seitige querformatige Booklet von Christoph N. Kellerbach.

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The Stand – Das Ende der Welt wie wir sie kennen

Christopher Golden hat Stephen Kings epischen Roman The Stand als kleiner Junge erstmals 1980 während eines Flugs nach Florida gelesen. Er erinnert sich nicht an seine damalige Reise, doch er “weiß noch alles über Frannies und Harolds literarische Reise und Stu Redmans Odyssee und Nick Androsʼ Einsamkeit.“

The Stand – Das letzte Gefecht ist Stephen Kings vierter Roman und erzählt von einem Grippevirus, durch den 99,4 % der Menschheit qualvoll zu Tode kommen. Neben Es enthält das 1.500-seitige Buch die wohl erinnerungswürdigsten Charaktere und spannendsten Situationen, die King jemals zu Papier gebracht hat.

Als Christopher Golden zusammen mit Brian Keene bei Stephen King anfragte, ob sie eine Zusammenstellung mit Geschichten, die in der Welt von The Stand spielen, herausgeben dürfen, stimmte dieser zur Überraschung der beiden Autoren zu. King steuerte zu der immerhin 900-seitigen Anthologie, die 34 “brandneue Stories“ enthält, sogar eins seiner bemerkenswerten Vorworte bei.

Die Hälfte der Geschichten sind im “Teil Eins – Niedergestreckt von der Seuche“ des Buchs zu finden. Diese spielen zur Zeit, als viele Überlebende – angeleitet von Träumen – entweder zum dämonischen Randall Flagg nach Las Vegas aufbrachen oder zur idyllischen Kleinstadt Hemingford Home in Nebraska, um dort zusammen mit der gutherzigen Mutter Abagail den Widerstand zu organisieren. Die restlichen Stories sind in “Teil Zwei – Der lange Marsch“, in “Teil Drei – Das Leben ist ein Rad“ und in “Teil Vier – Andere als diese Welten“ zu finden.

Goldman und Keene, die nicht mit eigenen Geschichten in der Sammlung vertreten sind, stellten zuvor die nicht auf Deutsch erschienene Anthologie The Drive-In: Multiplex zusammen, die Joe R. Lansdales Dive-In-Trilogie Tribut zollte. Im Gegenzug schrieb Lansdale für die The-Stand-Collection eine packende Survival-Story namens Im Auge des Schweins. Diese ist zweifelsohne ein Höhepunkt der Anthologie.

Noch etwas besser hat mir jedoch die Geschichte Wrong Fucking Place, Wrong Fucking Time von C. Robert Cargill gefallen. Hierin geht es um die Kleinstädter Derek und Alan, die sich – nachdem sie die Seuche überlebt haben – in einer gut sortierten Videothek einquartieren und dort jeden Abend mindestens zwei Horror-Klassiker anschauen. Als sich ihnen ein Vater von drei verstorbenen Töchtern anschliesst, findet auch er Gefallen an blutigen Filmen, und diese vertreiben seine Alpträume vom bösen Randall Flagg. Stephen King hatte sicherlich große Freude an dieser Pointe!

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William & Meriwether auf wundersamer Expedition

Zwei Gestalten verlassen durch eine große Mauer eine gewaltige Stadt. Sie durchstreifen eine dürre Wüste und betreten schließlich einen dichten Wald. Eine Großaufnahme zeigt, dass es sich bei dem Duo keineswegs um Menschen handelt, sondern um Roboter. Obwohl beide einer identischen Baureihe angehören, sind sie gut zu unterscheiden, denn Meriwether trägt den Hut eines Abenteuers und der vorsichtige William ein Regencape.

Bei ihrer Forschungsreise stoßen sie auf Artefakte, deren Bedeutung ihnen verborgen bleibt. Sowohl ein Regenwurm als auch ein In-Ear-Headset sind für den Wissenschafts-Roboter William “Drähte mit unterschiedlicher Biegsamkeit“. Menschliche Knochen hingegen katalogisiert der er als “Gebilde aus mineralisierten Strukturen“ und einen Totenschädel als “hohlen, ellipsoiden Körper mit unbekannter Funktion“.

Ganz offensichtlich sind die beiden Roboter unterwegs durch eine einst von Menschen bevölkerten USA, die sie erkunden, ähnlich wie Anfang des Neuzehnten Jahrhunderts ihre Namensvettern Captain Meriwether Lewis und William Clark. Doch der Comic verbreitet trotz seiner postapokalyptischen Szenerie keine Tristesse. Vielmehr ist es sehr ulkig und teilweise auch erstaunlich “menschlich“, wenn sich der rationale William mit dem weniger komplex programmierten Meriwether streitet aber auch immer wieder versöhnt.

Um einen Comic im eigentlichen Sinne handelt es sich bei William & Meriwether auf wundersamer Expedition nicht. Vielmehr ist es ein Bilderbuch, bei dem die Texte von Taťána Rubášová unter den Illustrationen von Jindřich Janíček angeordnet sind. Rubášová erzählt meist aus der Sicht des vorsichtig beobachteten Williams, lässt diesen aber auch gelegentlich schwächeln und Meriwether zu Wort kommen. Doch die Rollen des Duos sind nicht in Stein bzw. Metall gemeißelt, denn: „Die Werkseinstellungen sind nicht alles, jeder kann aus seinem Programm ausbrechen, wenn seine Motivation stark genug ist.“

Die sehr kontrastreich kolorierten meist großformatigen Bilder von Jindřich Janíček laden bei der Lektüre zum Entdecken ein, denn die eigentlich vertrauten Fundstücke der Roboter haben durch die grelle Farbgebung oft einen ungewohnten Look. Der avant-verlag hat bei seiner deutschen Edition gleich zwei Alben der tschechischen Serie zwischen die Buchdeckel gepackt und ermöglich dadurch eine deutlich verlängerte “wundersame Expedition“.

Nachdem in Tschechien ist bereits ein dritter Band erschienen ist, arbeiten Taťána Rubášová und Jindřich Janíček an einem weiteren Abenteuer von William & Meriwether.

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Zeichen setzen gegen Hitler: Das kurze Leben des Walter Klingenbeck

Am 26. Januar 1942 um 6 Uhr früh klingelte die Gestapo bei der Münchner Familie Klingenbeck und verhaftete den siebzehnjährigen Walter. Diesem wurde vorgeworfen, große V-Buchstaben an Hauswände gepinselt zu haben. Das von Winston Churchill durch zwei Finger formierte V stand für Victory, also für den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland.

Die Klingenbecks waren sehr religiös und Walter war begeistertes Mitglied der katholischen Jungschar. Als diese 1936 verboten wurde, musste er in die Hitler-Jugend eintreten. Doch dies machte ihn nicht zum Nazi, sondern das genaue Gegenteil wurde erreicht. Zusammen mit drei gleichgesinnten ebenfalls technikbegeisterten Freunden hörte er verbotene Sendungen von BBC oder Radio Vatikan.

Die Vierergruppe plante außerdem eigene regimekritische Radioprogramme und Aktionen, bei denen Flugblätter durch fernlenkbare Flugzeuge verteilt werden sollten. Außerdem waren sie nachts unterwegs und malten V-Zeichen an die Wände. Walter wurde denunziert, weil er sich negativ über eine Radioansprache Hitlers geäußert hatte. Er saß acht Monate in Untersuchungshaft. Während seine drei ebenfalls festgenommenen Freunde mit einer Haftstrafe davonkamen, wurde Walter 1943 hingerichtet.

Eine Graphic Novel von Marie Geissler erzählt “das kurze Leben des Walter Klingenbeck“. Die Künstlerin arbeitete dabei mit Walters Großnichte Carmen Miller zusammen und dankte ihr für die “Offenheit, ihr Familienwissen zu teilen.“ In ihrem Vorwort schreibt Miller, dass Walters Geschichte “eine Einladung ist, Verantwortung zu übernehmen und sich für Werte einzusetzen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“.

Geissler standen sehr viele Dokumente und auch Fotos zu Verfügung. Aus diesem “Berg von Quellen“ hat sie “das Wichtigste, und dazu zählen auch emotionale Details“ herausgelöst, um “Walters Persönlichkeit gerecht zu werden“. Die 40-seitige sehr sensibel zu Papier gebrachte Comicbiografie vermittelt auch jungen Lesern, wie es ist, in einer sich zunehmend radikalisierenden Welt zu leben und wie wichtig dabei ein moralischer Kompass ist.

Die Graphic Novel ist für 5 Euro erhältlich beim Verlag Sankt Michaelsbund.  

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Lucky Luke – Die Grimm Brothers

2026 darf sich gefreut werden auf interessante neue Comics mit dem Cowboy, der schneller als sein Schatten schießt. Das Highlight ist die im Juni erscheinende achte Lucky-Luke-Hommage Die Grimm Brothers, die von Flix geschrieben und von Reinhard Kleist gezeichnet wurde.

Hier geht es um die Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm, die auf einer Lesereise durch die USA feststellen müssen, dass Amerika ihre Märchen im Wilden Westen kaum Anklang finden. Glücklicherweise ist Lucky Luke zur Stelle, um den Unmut der enttäuschten Lesungsgäste zu beschwichtigen.

Um das Publikum zu begeistern wollen die Brüder ihr Repertoire um amerikanische Märchen erweitern und wenden sich mit ihrem Anliegen an Ma Dalton. Diese tischt den Grimms die Geschichte der vier grundanständigen Gebrüder Dalton auf – ein sofortiger Hit in den Saloons. Doch die vier grimmigen Gebrüder sind mit dem plötzlichen Imagewandel, der ihnen durch diese Märchen beschert wird, überhaupt nicht einverstanden.

Die Grimm Brothers erscheint auch als hochwertige (und hochpreisige) Vorzugsausgabe. Zum Preis von 59,- Euro enthält diese auf 96 Seiten neben dem Album im Großformat und einem signierten Print zahlreiche Bonusinhalte rund um die Entstehung des Albums. Enthalten sind Vorzeichnungen, Charakterstudien, ein Interview mit den Künstlern – und viele Seiten, auf denen neben Reinhard Kleist auch Flix den Zeichenstift schwingt.

Im März erscheint mit Dakota 1880 die siebte Lucky-Luke-Hommage an den Lonesome Cowboy. Als Lucky Luke eine Postkutsche nach Kalifornien eskortiert kommt es zu Begegnungen mit “befreiten Sklaven, romantische oder aufrührerischen Frauen, einem visionären Fotografen (Eadweard Muybridge?), Revolverhelden, Dichtern und Ureinwohnern“, die Zeichner Brüno und Autor Appollo in Form von sieben Geschichten erzählen. Dieser Band wurde in Belgien und Frankreich bereits im Oktober 2025 veröffentlicht.

Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass zuvor bereits Mawil und Ralf König Hommagen an Lucky Luke zu Papier gebracht haben.

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Blut auf der Prärie

Gerhard Förster übernahm 2008 das traditionsreiche Comicfachmagazin Die Sprechblase, das er bis zur im Mai 2025 erschienenen Nummer 250 als Chefredakteur betreute. Es ist gut, dass Die Sprechblase weiterhin erscheint, doch Förster fehlt, da er durch seinen Enthusiasmus und seiner Freude an der Recherche immer wieder Sachen zum Abdruck brachte, die nicht in einer Comic-Fachzeitschrift zu erwarten waren.     

So kamen in der Sprechblase 247 die ersten Seiten eines bemerkenswerter Westerncomics zum Abdruck. Basierend auf einem Sachbuch von William Wellman erzählt der 1923 in Rom geborene Zeichner Alberto Giolitti in großartigen, sehr plastisch kolorierten, Bildern die Geschichte der Indianerkriege. Anders als bei Wellman endete diese in der Comicversion nicht mit dem Massaker am Wounded Knee, sondern bereits mit der Schlacht am Little Bighorn.

Die Comicserie erschien in Großbritannien ab 1965 in 22 Episoden im Magazin Ranger, in dem Don Lawrence seine Serie Trigan startete. Zehn Jahre später folgte eine Veröffentlichung im britischen Magazin Vulcan, das bei uns in ähnlicher Form unter dem Titel Kobra veröffentlicht wurde und neben Trigan auch Serien wie Die eiserne Hand oder Die Spinne – König des Verbrechens enthielt.

In Kobra wurden allerdings nur 18 Comicseiten von Blut auf der Prärie unter dem Titel Der Grenzkrieg angedruckt. Doch dies war seltsamerweise nicht die erste deutschsprachige Veröffentlichung von Giolitti Westerncomic.

Bereits 1968 erschien die Serie unter dem Titel Die Prärie brennt in Fix und Foxi. Hierbei kamen Giolottis Zeichnungen in Sepia-Farben zum Abdruck. Vom jugoslawischen Zeichner Vjekoslav Kostanjšek wurden die Bilder zudem noch ummontiert und teilweise ergänzt. Diese Version erschien zusammen mit Prosatexten von Peter Wiechmann (Andrax) in der Fix und Foxi-Rubrik Tramp.

In einem völlig zu Recht als Bildschriften Klassiker veröffentlichten Hardcoverband des Verlags bsv präsentiert Förster nicht nur alle 44 Seiten der Originalversion von Giolottis Die Prärie brennt, sondern auch die knapp 30-seitige – laut Förster „großartig geschriebenen und fulminant gezeichneten“ – Wiechmann/Kosta-Version. Hinzu kommen jede Menge Hintergrundinfos, sowie “eine den Inhalt ergänzende Comicrarität aus den USA“.

Es sei noch erwähnt, dass Förster bei bsv eine ähnlich liebevoll editierte dreibändige Ausgabe der Karl-May-Comics von Walter Neugebauer herausgebracht hat. Die Edition von Die Prärie brennt erweckt Hoffnung auf weitere Comic-Großtaten von Gerhard Förster.

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