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Superman: Die letzten Tage von Lex Luthor

Superman ist zwar der erste und wohl auch mächtigste Superheld, doch sein DC-Kollege Batman, der kurz nach ihm die Comicbühne betreten hat, ist ungleich erfolgreicher. Mit dem Dunklen Ritter und seiner Schurken-Menagerie lassen sich anscheinen sehr viel einfacher ikonische Geschichten wie The Dark Knight Returns, Year One oder Arkham Asylum erzählen.

Es gibt zwar Superman for all Seasons und All-Star Superman, sowie die TV-Serie Smallville und den überraschend gut gelungenen Kinofilm von James Gunn, doch selbst Frank Miller lieferte mit Superman: Year One nur ein durchwachsenes Epos. Insgesamt zeigt sich, dass es nicht einfach ist, dem allmächtigen Mann vom Planeten Krypton neue Aspekte abzutrotzen.

Es gibt zwar Superman for all Seasons und All-Star Superman, sowie die TV-Serie Smallville und den überraschend gut gelungenen Kinofilm von James Gunn, doch selbst Frank Miller lieferte mit Superman: Year One nur ein durchwachsenes Epos und insgesamt zeigt sich, dass es nicht einfach ist dem allmächtigen Mann vom nicht mehr existierenden Planeten Krypton neue Aspekte abzutrotzen.

Mark Waid bewies bereits 1996 in seinem spektakulär von Alex Ross in Szene gesetzten Klassiker Kingdom Come, dass er sich sehr gut im DC-Universum auskennt. Daher garniert er seine Story über den sterbenskranken Lex Luthor, der seinen Nemesis Superman um Hilfe bittet, mit Gastauftritten von allerlei weniger prominenten DC-Charakteren.

Bei seiner gemeinsam mit Luthor durchgeführten Suche nach Heilung trifft Superman unter anderen auf seine alte Liebe, die Seejungfrau Lori Lemaris, und auf Querl Dox alias Brainiac 5, dem Superhirn der Legions of Super-Heroes aus dem 31. Jahrhundert. Zwar treten in Waids Story auch ein DC-Promi wie Wonder Woman auf, doch Batman wird nur einmal erwähnt und nur einmal abgebildet im Hintergrund zu sehen.

Nicht ohne Grund befürchtet der Autor, dass der Fledermausmann seinen Comic aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Doch zum Glück ist an Die letzten Tage von Lex Luthor eine weitere Person mit Superkräften beteiligt. Auch hier sind die Zeichnungen von Bryan Hitch eine Klasse für sich.

Der Brite, der in The Ultimates erstmals Samuel Jackson als Nick Fury auftreten ließ, sorgt auch diesmal für eine spektakuläre Optik. Hitch kann sowohl Superhelden-Gewimmel als auch hochemotionale Großaufnahmen. Daher macht es Sinn, dass Panini Die letzten Tage von Lex Luthor im Großformat 25 x 32 cm veröffentlicht hat.

Ein weiteres Plus des Comics ist, dass dieser bei DCs Black Label erscheint, also abseits der sonstigen Comicreihen angesiedelt ist und es Mark Waid dadurch ermöglich wird, seine Geschichte überraschend enden zu lassen.

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Sean Murphy: Plot Holes

Es ist erstaunlich, dass Sean Murphy neben seiner Tätigkeit als Schöpfer eines eigenen Batman-Universums noch Zeit für weitere Comic-Experimente findet.

2023 – sechs Jahre nachdem sein Der weiße Ritter wie eine Bombe eingeschlagen hatte – schuf er eine ganze Horde schräger Charaktere, die im Auftrag einer Lektorin loszogen, um interessante literarische Figuren, die in schlechten Romanen aufgetreten sind, vor dem Untergang zu bewahren.

Dieses Schicksal droht auch dem nicht allzu talentierten Comiczeichner Cliff Wieselwitz, der plötzlich seiner gewohnte Schein-Realität entrissen wird. Zusammen mit einem Manga-Cyborg-Samurai, einem homosexuellen Tiger-Barbaren, einer Vampir-Piratin und einen an Calvin ohne Hobbes erinnernden Klugscheißer-Bengel begibt er sich mitten hinein in unberechenbare Fantasie-Welten.

Anders als bei seinen Batman-Comics kann der Erzähler Murphy bei Plot Holes nicht bei dem Zeichner mithalten. Letzteren ist das große Vergnügen anzumerken, dass es ihm bereitet immer wieder neue Origins zu abgefahrenen Heldenfiguren zu gestalten.

Der Autor Murphy hingegen hat Schwierigkeiten sein schillerndes Ensemble sinnvoll einzusetzen und vernachlässigt fast schon sträflich interessante Charaktere, wie den kleinen Kevin, der in den Dreißigern in Zeitungsstrips zusammen mit einem Eisbärbaby magische Abenteuer erlebte.

Für Freunde des Zeichners Murphy ist diese Gesamtausgabe von Plot Holes jedoch ein Fest, auch weil sie einen vierundzwanzigseitigen Anhang mit Concept Art enthält. Ebenfalls bei Splitter sind in ähnlicher Aufmachung die Murphy-Comics Zorro – Die Legende lebt und Tokyo Ghost erschienen.  

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Multiversus: Kollision voraus

Es gab schon einige Crossover zwischen den DC-Superhelden und den Charakteren aus den Looney-Tunes-Trickfilmen. 2000 erzählte Mark Evanier (Groo the Wanderer) in der Miniserie Superman & Bugs Bunny eine ziemlich witzige durchgehende Geschichte, die im konventionellen, doch recht gut zu den Animations-Figuren passenden, Retro-Stil gezeichnet wurde.

Nachdem Ende 2015 bei DC fünfundzwanzig Variant-Cover mit Looney Tunes-Figuren produziert wurden, folgte zwei Jahre später eine Reihe mit Heften mit in sich abgeschlossenen Cross-Over-Geschichten. Das absolute Highlight ist dabei ganz gewiss die Begegnung zwischen Batman und Elmer Fudd, dem lispelnden Erzfeind von Bugs Bunny und Daffy Duck.

Doch auch Catwoman/Tweety, Wonder Woman/Tasmanian Devil, Lobo/Road Runner, Martian Manhunter/Marvian the Martian oder Jonah Hex/Yosemite Sam sind nicht ohne. 2018 ging es mit The Joker/Daffy Duck, Lex Luthor/Porky Pig und Harley Quinn/ Gossamer in die zweite Runde.

In Multiversus treffen nicht nur Charaktere aus dem DC-Universum auf die Looney Tunes, sondern – genau wie im zweiten Teil von Space Jam – kommt es auch zu Begegnungen mit Figuren aus Warner-Hits wie MatrixGame of Thrones, Harry Potter, Casablanca oder Mad Max.

Im mittlerweile nicht mehr zum Download zur Verfügung stehenden Warner Bros‘ Free-to-play-Kampfspiel MultiVersus treten Warner-Charaktere wie Beetlejuice, der Gremlin Gizmo, der Iron Giant Roboter, Samurai Jack, die Powerpuff Girls, aber auch Jason aus Freitag der 13. gegeneinander an.   

Im November 2024 wurde eine sechsteilige Multiverse-Comicreihe gestartet. Hier treffen Superman, Batman und Wonder Woman auf einen Schurken namens Devoid, das Trio entführen will und zwingt an einem Turnier der Stärksten teilzunehmen. Mit von der Partie sind u. a, Bugs Bunny, Shaggy aus Scooby-Doo, Harley Quinn, Tom & Jerry, sowie die Böse Hexe aus Wizard of Oz und Wicked.

Der Reiz an dieser Miniserie besteht weniger darin, zu versuchen der leicht konfus vom Smallville-Autor Bryan Q Miller konstruierten Story zu folgen. Interessanter sind die Zeichnungen, denen es anzumerken ist, wie viel Spaß es dem Australier Jon Sommarivia machte, Charaktere aus verschiedenen Welten aufeinandertreffen zu lassen. Dies gilt noch stärker für die Cover von Dan Mora, dem herrlich durchgeknallte Wimmelbilder gelungen sind.   

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Sean Murphy: Zorro

Die von Sean Murphy geschriebene und gezeichnete DC-Miniserie Der weiße Ritter wurde 2017 zu einem Riesenerfolg. Seitdem baute sich der umtriebige Künstler, dessen Artwork bereits bei Scott Snyders American Vampire und Mark Millars Chrononauts beeindruckte, mit dem Murphyverse ein alternatives Batman-Universum auf.

Zwischendrin widmete sich Murphy zudem noch einer Ikone der Popkultur, die Bob Kane und Bill Finger maßgeblich inspirierte, als diese ihren dunklen Ritter kreierten. Zorro debütierte bereits 1919 und wurde seitdem von Stars wie Tyrone Power oder Antonio Banderas verkörpert und von Walt Disney zu einer TV-Serie verarbeitet.

Murphy lässt Zorro im heutigen Mexiko wiederauferstehen und gegen Drogenkartelle antreten. Das klingt nicht allzu vielversprechend, doch es ist erstaunlich, was Murphy aus dieser Grundidee herausholt. Sein Zorro ist ein junger Mann namens Diego de la Vega, der miterleben muss, wie sein Vater, der bei einem Volksfest am “Tag der Toten“ vor jubelndem Publikum als Zorro auftritt, von einem Drogenboss brutal ermordet wird.

Dies traumatisiert den kleinen Diego und er hält sich fortan für Zorro. Zusammen mit seiner zunächst skeptischen Schwester Rosa tritt Diego als junger Mann gegen die immer gieriger werdenden Narcos an.

Zur Überraschung von Rosa schlägt sich Diego mit Peitsche und Degen erstaunlich wacker gegen Handfeuerwaffen und Maschinengewehre…

Die 100-seitige Miniserie Zorro: Man of the Dead erscheint bei Splitter als übergroßer Hardcoverband, der im Anhang sehr schöne Variantcover von Comickünstlern wie Lee Bermejo, Matteo Scalera, Joe Quesada und Walt Simonson enthält. Bei Splitter sind in ähnlicher Aufmachung auch die Murphy-Comics Plot Holes und Tokyo Ghost erschienen.

Variantcover von Matteo Scalera

Im Nachwort des Zorro-Bands bringt der Zeichner Mathieu Lauffray (Long John Silver, Valerian & Veronique: Shinguzlooz Inc.) den Reiz der Werke von Murphy sehr schön auf den Punkt: “Er gehört zu den Autoren, die nicht zufällig da sind. Man weiß, dass er sich sein Thema zu eigen machen, es nach Belieben verdrehen und ihm seinen besonderen Stempel aufdrücken wird, der ihn unter Tausenden erkennbar macht.“

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Bat-Man: First Knight

Es ist erstaunlich, dass den Comicschaffenden immer noch neue Ideen und Ansätze für originelle Geschichten mit omnipräsenten Figuren einfallen. In Bat-Man: First Knight geht es ganz weit zurück in die Anfangszeit des Dunklen Ritters. Doch anders als in Christopher Nolans Kino-Origin Batman Begins ist dieser ebenfalls frisch und innovativ erzählte Comic zugleich auch sehr nostalgisch. Die Geschichte lebt davon, dass der Held seine Kämpfe ganz alleine und ohne Wunderwaffen austragen muss.  

Die Schöpfer der dreiteiligen DC-Serie sind bereits eine Weile im Geschäft und haben den (Superhelden-) Comic geprägt, wie nur wenige andere Künstler. Der 1959 in Minnesota geborene Autor und Zeichner Dan Jurgens ließ Superman 1992 unter großem Getöse sterben. Superman # 75, das Comicheft, in dem der Stählerne den Außerirdischen Doomsday besiegt und den Heldentod stirbt, verkaufte sich als Kioskausgabe, limitierter Sonderausgabe (mit schwarzer Armbinde) und danach als Trade Paperback (mit der gesamten Storyline) insgesamt sechs Millionen Mal. Anschließend zelebrierte Jurgens Supermans vierfache Wiederauferstehung.

Der Zeichner Mike Perkins hingegen ist zehn Jahre jünger als Jurgens und stammt aus England. Er hat an nahezu allen Comicfronten gearbeitet. Bereits Ende der Neunziger begann er für den US-Markt zu arbeiteten und schuf Crossover-Comics mit populären Charakteren wie Alien oder Terminator. Bei Marvel war er ab 2005 einer der Zeichner bei jener fünfzig von Ed Brubackers geschriebenen Captain-America-Heften, die etliche Kino-Blockbuster maßgeblich beeinflusst hatten.

Zudem setzte Perkins im gefeierte Heft Astonishing X-Men # 51 die erste gleichgeschlechtliche Superhelden-Hochzeit in Szene und brachte auf mehr als 1.000 großartigen Seiten Stephen Kings voluminösesten (und vielleicht auch besten) Roman The Stand zu Papier. Nachdem er zwanzig Jahre in den USA gearbeitet hatte, kehrte Mike Perkins 2021 in seine britische Heimat zurück und lebt heute glücklich und zufrieden in Shrewsbury. Dieses Örtchen war in seiner Jugendzeit das Ziel vieler glücklicher Urlaubsreisen und ist zudem “ein wunderbarer Ort zum Leben, mit einem wachsenden kreativen Zentrum.“

Bereits bei Green Lantern arbeiteten Jurgens und Perkins ab 2008 zusammen. Anschließend widmeten sie sich einem gewissen Bat-Man, denn so hieß der Fledermausmann in seinen ersten Comicabenteuern. 1939 hatte er noch keine Bathöhle, keinen Butler namens Alfred und sein erstes Batmobil war ein ganz normaler roter Sportwagen. Die Serie erzählt von rätselhaften und brutalen Morden, für die möglicherweise im Sold von Adolf Hitler stehende deutsche Agenten sowie deren monströse Helfer verantwortlich waren…

Bruce Wayne sieht bei Perkins ein wenig wie Gregory Peck aus. Die US-Filmindustrie spielt in der Geschichte von Jurgens eine wichtige Rolle, denn Bruce Wayne finanziert einen in Gotham gedrehten Spielfilm und beginnt eine Liaison mit der sehr selbstbewussten Schauspielerin Julie Madison. Doch dem jungen Glück steht nicht nur das Fledermauskostüm im Wege, sondern auch Julie mag sich nicht auf eine Beziehung einlassen. Sie fungiert als scheinbare Freundin für einen ihr sehr wohlgesonnenen Darstellerkollegen, dem seine Homosexualität ansonsten die Karriere zerstören könnte.

Auch in der klassischen Serie war Julie Madison ab dem Heft Detective Comics # 31 Bat-Mans erste Liebe. Doch sie war – laut Gerhard Förster –“ein eher hilfloses Hascherl, das nichts von Waynes Doppelleben wusste. In der Neufassung ist sie selbstbewusster und wird von Bruce nur scheinbar unfreiwillig eingeweiht, da er Sehnsucht nach Aussprache hat.“

Eine wichtige Rolle spielt Commissioner Jim Gordon, der Bat-Man bereits 1939 bei seinem ersten Auftritt im Comicheft Detective Comics # 27 zur Seite stand. Auch in First Knight erschweren korrupte Kollegen dessen Arbeit beim Gotham City Police Department. Obwohl Dan Jurgens ansonsten keine populären Figuren, wie etwa den Joker oder Catwoman, einsetzt, da diese bei Bat-Mans ersten Abenteuern noch nicht dabei waren, gelang ihm eine spannende Story. Dabei erzählt er auch davon erzählt, wie Bruce Wayne, in Gedenken an seinen Vater, der als Arzt an so manche schreckliche Schusswunde verzweifelte, darauf verzichtet als Batman Pistolen oder Gewehre einzusetzen. Allerdings erst, nachdem ihm Julie auf die Sprünge geholfen hat.

Der erste Band endet mit einem Cliffhanger, der aus einem jener Kinoserials stammen könnte, die in der Zeit, in der die Handlung des Comics angesiedelt ist, sehr populär waren. Genau wie in den billig produzierten Fortsetzungskurzfilmen, die das Publikum auch in der nächsten Woche wieder in die Kinos locken sollte, befindet der Held sich am Ende der einzelnen Episoden meist in einer ausweglosen Lage. So auch Batman, der im Blackgate-Gefängnis plötzlich auf dem Elektrischen Stuhl landet und unter Strom gesetzt wird…

Das Artwork von Mike Perkins lässt an poppig kolorierte Stummfilme und auch erzählerisch ist Bat-Man: First Knight ein Hochgenuss. Die Serie wurde in den USA und bei uns in drei großformatigen Hardcoverausgaben veröffentlicht. Wer etwas Geduld (und Geld) hatte und auf die Gesamtausgabe gewartet hat, der wird reich belohnt mit einer großartigen auf 666 Exemplare limitierten Collector’s Edition, die nur bei Panini direkt und im Fachhandel erhältlich ist.

Im schön gestalteten Schuber stecken nicht nur die drei Bände mit nostalgisch anmutenden Variantcovern, sondern auch noch ein voluminöses viertes Buch. Diese Artist’s Edition enthält alle Comicseiten von Bat-Man: First Knight in Schwarzweiß und ohne Sprechblasen. Als Druckvorlage dienten die von Mike Perkins auf DC-Papier gezeichneten den Originalseiten, die zeigen, wie meisterlich der Brite finstere Stimmung erzeugen kann. Wenn jemals eine Batman-Serie eine derart großartige Sonderausgabe verdient hat, dann diese!

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Joker: Folie à Deux

2019 drehte der zuvor eher durch Komödien wie Old School oder die Hangover-Trilogie bekannte Regisseur Todd Philipps einen Film über Batmans beliebtesten Widersacher. Doch Joker war meilenweit entfernt vom seinerzeit noch sehr erfolgreichen Superhelden-Kino.

Martin Scorsese war Koproduzent und als Inspiration dienten dessen Filme Taxi Driver und The King of Comedy. In brutalen und teilweise schwer zu Herzen gehenden Sequenzen erzählte Philipps wie der von Joaquin Phoenix mit großem Einsatz gespielte Arthur Fleck immer mehr den rationalen Bereich verlässt, Morde begeht und dafür von der Öffentlichkeit gefeiert wird.

Joker spielte über eine Milliarde Dollar ein und Phoenix bekam einen Oscar als bester Hauptdarsteller. In der Fortsetzung befindet sich Arthur Fleck zwei Jahre nach den Ereignissen des ersten Films im Arkham State Hospital und ihm soll der Prozess gemacht werden.

Todd Philipps liefert diesmal einen völlig anderen Film ab. Als gleichberechtigte Hauptdarstellerin ist Lady Gaga als Harleen „Lee“ Quinzel zu sehen. Doch auch ihre Interpretation dieses beliebten DC-Charakters ist mehr als ungewöhnlich. Sie spielt nicht die fröhliche Clownprinzessin Harley Quinn, sondern eine sich freiwillig in Arkham befindende Patientin, von der Arthur Fleck fasziniert ist. Durch Songs aus klassischen Hollywoodfilmen, wie The Band Wagon mit Fred Astaire, finden Arthur und Lee zueinander.

In Joker: Folie à Deux sind immer wieder großartige Interpretationen von Songs wie Bewitched, If My Friends Could See Me Now oder That’s Entertainment! zu hören. Sensationell ist ein Auftritt von Phoenix, der als Joker vor seinen Mithäftlingen mit kehliger Stimme eine finstere, zunächst gar nicht zu erkennende Version von For Once in My Life vorträgt, die Lichtjahre von dem entfernt ist, was zuvor Frank Sinatra oder Stevie Wonder aus dieser eher soften Nummer gemacht hatten.

Als eine Art Zugabe veröffentlichte Lady Gaga parallel zum Film das Album Harlequin, auf dem eigene jedoch eher fröhliche Versionen von ähnlichen Songs wie Good Moorning oder Smile, aber auch The Joker von Leslie Bricusse und Anthony Newley, zu hören sind.

Das Resultat ist eine Art finstere Variante von Damien Chazelles La La Land, dessen Finale es sehr unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass es eine weitere Fortsetzung geben wird. Ohne den Erfolg von Joker wäre dieser ungewöhnliche Film niemals entstanden und es ist bewundernswert, dass Todd Philipps auf alle Erwartungen pfeift und sein sehr eigenes Ding durchzieht.

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Justice League x RWBY

Verschiedene Mitglieder der Justice League befinden sich urplötzlich in einer Fantasywelt und sind zudem auch noch deutlich jünger als zuvor. Im Bonusmaterial der Blu-ray von Justice League x RWBY befindet sich mit dem amüsanten Cartoon Kid Stuff aus der Reihe Justice League Unlimited eine der Hauptinspirationsquellen zu diesem Crossover, das zugleich der 48. Beitrag der Reihe DC Universe Animated Original Movies ist.

Zwar sind Batman, Superman, Wonder Woman & Co. in diesem Animationsfilm keine kleinen Kinder wie im Cartoon, doch sie wurden urplötzlich zu heranwachsenden Jugendlichen mit entsprechenden Problemen. Zudem müssen sie sich – genau wie der Zuschauer – auch noch auf eine komplett neue, nicht eben unkompliziert konstruierte Welt einlassen.

Seit 2013 gibt es die von Mangas und Animes inspirierte Welt von Remnant bzw. das Franchise RWBY. Hier wird erzählt, wie junge (und meist sehr attraktive) Menschen mit Namen wie Ruby Rose, Weiss Schnee oder Blake Belladonna zu KriegerInnen ausgebildet werden, um die monströsen Grimms zu bekämpfen.

Nachdem bereits 2021 die siebenbändige Crossover-Comicreihe Justice League x RWBY erschienen ist, kam es zwei Jahre später zur animierten Begegnung zwischen dem DC-Universum und der Welt von Remnant. Für eingefleischte DC- und Superheldenfans mag das Resultat (zunächst) etwas verwirrend bis befremdlich wirken.

Doch im Laufe seiner 80-minütigen Spielzeit entwickelt der Film einen beträchtlichen Charme. Zu bestaunen gibt es einen jugendlichen Bruce Wayne mit “echten“ Fledermausflügeln, aber auch eine Jessica Cruz, die lernt als Green Lantern ohne Ring auszukommen.

Nicht ohne ist zudem die 3D-Animation, die sowohl bei der Action als auch bei ruhigeren Momenten bestens funktioniert und die DC-Junioren in einem interessanten neuen Look erstrahlen lässt. Ob die durch einen etwas ungeschickten Cliffhanger noch für dieses Jahr angekündigte Film-Fortsetzung Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen Part Two wirklich nötig ist, wird sich zeigen.  

“Justice League x RWBY: Super Heroes & Huntsmen – Part One“ ist leider nicht in Deutschland erschienen. Die britische Blu-ray verfügt über keine deutsche Tonspur und enthält neben dem 80-minütigen Hauptfilm noch die Dokumentationen “Justice Comes to Remnant“ (7:35 min) und “You Look…Different: The Design of Justice League x RWBY, sowie die Cartoons “Kid Stuff” aus der Serie “Justice League Unlimited“ und “Plastic Man Saves the World“ aus der Serie “Justice League“    

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Justice League: Warworld

Beim 48. Beitrag zur Reihe DC Universe Animated Original Movies scheint es sich zunächst um eine Art Kurzfilmsammlung zu handeln. Anfangs ist Wonder Woman im Wilden Westen unterwegs und tritt gegen Jonah Hex an. Doch allzu viel ausrichten kann sie leider nicht, denn Leichen pflastern ihren Weg.

Als nächstes agiert Batman mit Fledermaushelm in einem Fantasy-Mittelalter und trifft dort auf Warlord. Dann wechselt der Film seine Optik, wird schwarzweiß und es geht weiter mit einer Alien-Invasion in den 50er-Jahren. Hier agiert Clark Kent zusammen mit Agent Faraday und trifft auf den Officer Bruce Wayne und eine gewisse Diana Prince…

Wer sich etwas bei DC auskennt und auf dieses bunte Sammelsurium einlässt, wird ganz gewiss nicht enttäuscht, auch nicht als die drei Handlungsstränge im durchaus großen Finale zusammenlaufen und neben dem Martian Manhunter auch noch Lobo auftaucht.

Das Team von Produzent James Krieg hat sich einen Traum erfüllt und mit diesem Animationsfilm, der zugleich auch zu DCs Tomorrowverse gehört, eine bunte Reise durch verschiedene Genres angetreten. Diese ist zudem auch das Vorspiel zu einer dreiteiligen Adaption des Comicklassikers Crisis on Infinite Earths.

Justice League: Warworld“ ist leider nicht in Deutschland erschienen. Die britische Blu-ray verfügt über keine deutsche Tonspur, steckt aber in einem schönen Steelbook. Die Edition enthält neben dem 89-minütigen Hauptfilm noch die Dokumentationen “Illusions on Warworld“ (7:45 min) und “The Heroic, the Horible and the Hideous“ (7:52 min)

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Bill Finger: Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters

Es war der Autor Bill Finger, der sich das Design des Fledermaus-Kostüms von Batman, dessen tragische Vorgeschichte mit der Ermordung von Bruce Waynes Eltern, sowie Schurken wie den Joker, die Stadt Gotham City und auch den griffigen Beinamen “The Dark Knight“ ausdachte.

Doch als Vater von Batman wurde immer nur der Zeichner Bob Kane genannt. Nur ein einziges Mal – 1966 im Vorspann der von ihm geschriebenen Doppelfolge The Clock King’s Crazy Crimes der TV-Serie Batman mit Adam West – wurde Bill Fingers Name im Zusammenhang mit seiner Schöpfung erwähnt.

Erst ab 2015 ist in den Credits zu Comic und Filmen zu lesen, dass Batman von “Bob Kane with Bill Finger“ geschaffen wurde. Dass dies plötzlich möglich, ist hauptsächlich dem Autor Marc Tyler Nobleman zu verdanken, dem es durch hartnäckige Recherche gelang, eine Enkelin von Bill Finger ausfindig zu machen und diese dazu zu bringen, sich mit DC zu einigen.   

Diese Geschichte stand im Zentrum des Dokumentarfilms Batman & Bill, doch bereits zuvor hatte Nobleman einen Comic über das Leben von Bill Finger geschrieben. In Bill the Boy Wonder: The Secret Co-Creator of Batman ließ er den Zeichner Ty Templeton (Jupiter’s Legacy) auf knapp 40 – meist nur aus jeweils einer Zeichnung bestehenden – Comicseiten, die traurige Geschichte des verkannten Comicgenies Finger in Szene setzen.

Jetzt hat sich der in Münster geborene und in New York lebende Autor Julian Voloj der Geschichte angenommen. Dieser verfasste neben dem thematisch verwandten Comic Joe Shuster – Vater der Superhelden auch Comicbiografien zu Marlene Dietrich, Jean-Michel Basquiat und dem ersten deutschen Profi-Fußballer Oskar Rohr.

Geschickt verzahnt erzählt Voloj auf 144 Seiten in Bill Finger: Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters sowohl die Biografie des Batman-Miterfinders als auch die detektivischen Ermittlungen von Marc Tyler Nobleman, der ein Vorwort zum Comic beisteuerte.

Großartig sind auch die Bilder des israelischen Comiczeichners und Karikaturisten Erez Zadok. Somit erfährt Bill Finger auch in Comicform endlich die seinem Lebenswerk angemessene Würdigung!

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Alan Moore: Abschied von Swamp Thing

Bei Alan Moores Swamp Thing handelt es sich um die erste US-Veröffentlichung des britischen Starautors und die von ihm geschriebenen Hefte wurden bei uns bereits zweimal veröffentlicht. Doch weder bei Carlsen noch bei Panini sind seinerzeit alle von Moore getexteten Hefte mit dem Ding aus dem Sumpf erschienen. Erst beim zweiten Versuch hat es Panini mit einer dreibändigen DeLuxe-Gesamtausgabe endlich geschafft und das Warten hat sich gelohnt.

Dem neuen Koloristen Steve Oliff standen im Gegensatz zu Tatjana Wood, von der die ursprüngliche Farbgebung stammt, statt 64 etliche Millionen verschiedene Farbtöne zur Verfügung, wodurch die Zeichnungen von Stephen R. Bissette, Rick Veitch und John Totleben im neuen Glanz erstrahlen.

Dieser dritte Band der Gesamtausgabe enthält als deutsche Erstausgabe die letzten Swamp-Thing-Hefte von Alan Moore. Der Auftakt ist hochemotional und der Autor schmuggelt einmal mehr Thematiken in die US-Serie ein, die in einem sich scheinbar hauptsächlich an junge Leser richtenden Comicheften nicht zu erwarten waren.

In schwer zu Herzen gehenden Geschichten hat Moore davon erzählt, wie sich Swamp Thing und die weißhaarige Abigail Arcane immer näherkommen. Doch Abigail wird von den Behörden “Unzucht mit Gemüse“ vorgeworfen und sie flüchtet aus dem ländlichen Louisiana in die Großstadt Gotham.

Doch dort landet sie im Knast und Swamp Thing muss erst ganz Gotham in eine Grünanlage verwandeln, bevor er seine geliebte Abigail wieder in seine Äste und Zweige schließen kann. Diese Storyline, in der sich Batman überraschenderweise als Fürsprecher des Pfanzenwesens engagiert, gehört zu Alan Moores beeindruckendsten Swamp-Thing-Geschichten.

Seine restlichen Hefte erzählen von einer galaktischen Odyssee und hinterlassen einen eher wirren Eindruck. In Swamp Thing # 64 im September 1985 beendet Alan Moore dann mit einer wirklich wunderschönen Geschichte seine erste US-Serie und nahezu zeitgleich wurde das letzte Heft seinen Megaerfolgs Watchmen veröffentlicht.

Rick Veitchs von DC abgelehntes Cover für Swamp Thing # 88

Danach erschienen vierundzwanzig weitere Ausgaben, in den die Texte und Zeichnungen von Rick Veitch stammen. Als dieser auch im Underground tätige Zeichner in Swamp Thing # 88 Jesus Christus als Comicfigur auftreten ließ, lehnte es DC ab, das Heft zu veröffentlichen. Andere Autoren wie Grant Morrison übernahmen die Serie. Das letzte Heft schrieb Mark Millar und 1996 wurde die zweite Swamp-Thing– Serie mit Heft 171 eingestellt.

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