Schlagwort-Archiv: Wes Craven

Scream 7

Der sechste Scream-Film war 2022 ein Neubeginn der sechsundzwanzig Jahre zuvor von Wes Craven gestarteten Horror-Reihe. Wieder dabei war die Ur-Besetzung mit Neve Campbell, Courtney Cox und David Arquette als Sidney Prescott, Gale Weathers und Dewey Riley. Doch im Zentrum standen Melissa Barrera und Wednesday Jenna Ortega als die Carpenter-Schwestern, bei denen es sich um die Töchter des ursprünglichen Scream-Killers Billy Loomis handelt.

Die Schwestern flüchteten in Scream 6 nach New York und wurden dort weiterhin von maskierten Psychopathen attackiert. Ein dritter Film sollte die Geschichte der Carpenter-Schwestern zu Ende erzählen, doch daraus wurde nichts. Melissa Barrera hatte in einem Social-Media-Post den Gaza-Streifen mit einem Konzentrationslager verglichen und dadurch den Zorn der Produzenten auf sich gezogen, die sie nicht mehr in der Rolle der Sam Carpenter sehen wollten.

Somit mussten für Scream 7 neue Wege beschritten werden und Kevin Williamson, der Schöpfer der Reihe übernahm Drehbuch und Regie. Im Zentrum steht jetzt wieder Neve Campbell als Sidney Prescott, die im sechsten Film nicht dabei war. Sidney hat in der Kleinstadt Pine Grove in Indiana ein neues Leben begonnen.

Sie hat den dortigen Polizeichef geheiratet. Ihre Tochter Tatum (Isabel May) ist gerade in dem Alter, in dem Sidney und ihre Freunde vom Woodsboro-Killer mit der Ghostface-Maske attackiert wurden. Das Spiel scheint sich in Pine Grove zu wiederholen und es kommt zu ersten Todesfällen in Tatums Bekanntenkreis. Das wiederum ruft die Reporterin Gale Weathers auf den Plan, die auf eine recht wackelige Art mit Sidney befreundet ist.

Mit fast schon alptraumwandlerischer Sicherheit zaubert Kevin Williamson einmal mehr eine ebenso blutige wie amüsante Horrorstory auf die Leinwand. Dank des Budgets von 45 Millionen Dollar ist Scream 7 kein billig hingeschludertes Sequel, sondern die konsequente Fortsetzung einer Filmserie, die sich zwar über die Regeln des Horrorfilms lustig macht, aber denoch immer wieder überraschende Schockmomente generiert.

Die Blu-ray von Paramount enthält interessante Extras: “Narbengewebe: Das Making-Of von Scream 7“ (21:49 min, wie alle Dokus wahlweise mit deutschen Untertiteln), Spannungsaufbau: Das Szenenbild (8:13 min), Tanz des Todes: Stunts (6:27 min), Musikvideo: Ice Nine Kills präsentiert „Twisting The Knife“ Featuring Mckenna Grace (3:27 min), sowie sechs entfallene Szenen (insgesamt 5:09 min).

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The Hills Have Eyes (2006)

Es sollte fünf Jahre dauern, bis Wes Craven (Scream) 1977 nach The Last House on the Left einen weiteren billigen, dreckigen Horrorfilm drehen konnte. In The Hills have Eyes hat eine nicht sonderlich sympathisch gezeichnete Familie (darunter auch Dee Wallace, die später weitere unheimliche Begegnungen mit ET, Cujo und den Critters haben sollte) in der Wüste von New Mexico einen Autounfall. Seltsame Gestalten hüpfen durch die Gegend und dezimieren die Eindringlinge.

In der der deutschen Fassung, die 1979 als Hügel der blutigen Augen in die Kinos kam, machte das alles nicht viel Sinn, denn in dieser Version erzählt der Film von Außerirdischen, die sich wie Steinzeitmenschen aufführen. Cravens Original hingegen handelt von Menschen, die durch eine Atomkatastrophe Hirnschäden bekamen. Angesichts seines niedrigen Budgets ist The Hills have Eyes solide inszeniert, gewiss kein Klassiker, aber der etwas besser budgetierten Fortsetzung The Hill have Eyes, Part 2, die Craven 1984 fabrizierte haushoch überlegen.

Doch da 2006 beeits einige Horrorfilme aus dem selben Zeitraum wie etwa Texas Chainsaw Massacre, The Fog oder Amityville Horror mehr oder weniger erfolgreich neu verfilmt wurden, produzierte Craven ein Remake von The Hills have Eyes . Dieses macht sogar richtig Spaß (vorausgesetzt der Zuschauende hat nicht allzu schwache Nerven und schon mal den einen oder anderen Splatterfilm abgesessen). Nach einer kurzen Pretitel-Sequenz bei der ein Team von Schutzanzugträger, die mit Geigerzählern durch die Wüste rennen, ziemlich drastisch abgemetzelt wird, folgt ein hübsch subversiver Vorspann mit Country-Musik, Atombomben und Bildern von ganz üblen Mutationen.

Danach erzählt der Film von einer etwas spießigen Großfamilie, die mit ihrem Riesenwohnwagen von einem seltsamen Tankwart auf Abwege geschickt und von einer Mutanten-Bande dezimiert wird. Recht sympathisch ist dabei, dass es der zunächst eher schwächliche Liberale ist, der sich der Bedrohung erfolgreicher stellt als sein Macho-Schwiegervater. Dem Franzosen Alexandre Aja gelang bereits zuvor bereits mit High Tension ein ebenso blutiger wie raffinierter Horrortrip. Auch sein Update von The Hills have Eyes überzeugt und ist dem Original mindestens ebenbürtig ist.

Der Erfolg blieb nicht aus und die vom Deutschen Martin Weisz (Rohtenburg) inszenierte Fortsetzung folgte schon ein Jahr später. Alexandre Aja drehte anschließend weitere gelungene Horrorfilme, wie Mirrors, Piranha 3D oder Horns.

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Scream VI

Nachdem der letzte Scream-Film die 1996 von Wes Craven gestartete Horror-Reihe neu erfinden wollte, trägt die direkte Fortsetzung eine 6 bzw. eine VI im Titel. Da die Geschichte von der Kleinstadt Woodsboro nach New York verlegt wurde und von der Ur-Besetzung nur noch Courteney Cox als Gale Weathers vertreten ist, war Skepsis angebracht, ob die Darsteller der Überlebenden des fünften Teils den Film tragen können.

Doch vor allem Melissa Barrera und Wednesday Jenna Ortega als die Carpenter-Schwestern überzeugen durch taffe Schlagfertigkeit und auch Jasmin Savoy Brown als Nerd-Girl feuert allerlei überraschend gute Pointen ab (wegen ihr lohnt es sich, den Nachspann absitzen).

Bemerkenswert sind auch der Gastauftritt von Hayden Panettiere als Kirby Reed (von der ich dachte, sie hätte den vierten Teil nicht überlebt), sowie einige Szenen, die sich auf die fünf vorherigen Filme beziehen und recht geschickt dafür sorgen, dass sich Scream VI nahtlos in die Reihe einfügt.

Eine Spieldauer vom mehr als zwei Stunden wäre nicht unbedingt nötig gewesen und die abschließende Enthüllung von Ghostrface kann in Sachen Unlogik locker bei den vorherigen Filmen mithalten. Doch zum Glück trifft dies auch auf die mit FSK18 „prämierten“ Splatter-Momente und den eher humorvollen als grimmigen Grundton des Films zu.

Die Blu-ray von Paramount enthält neben dem 123-minütigen Hauptfilm noch dieses Bonusmaterial: Audiokommentar mit den Regisseuren Matt Battinelli-Olpin und Tyler Gillett, sowie den Drehbuchautoren James Vanderbilt und Guy Busick (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, “Der Tod kommt in die Stadt“ (7:57 min), “Die Gesichter des Todes“ (14:10 min), “Mehr Meta als Meta“ (10:22 min), “Blutbad im Laden“ (10:22 min), “Eine Wohnung zum Sterben“ (7:30 min), “Der Nachtzug in den Tod“ (6:18 min) und “Blutiges Theater“ (10:52 min)

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Swamp Thing – Classic Collection

Len Wein, schrieb für Marvel allerlei Superhelden-Comics und war einer der Schöpfer von Wolverine. Zugleich hatte er aber auch ein Faible für Horrorgeschichten. So dachte er sich 1971 für den Zeichner Bernie Wrightson die tragische Geschichte von Alex Olsen aus. Der Wissenschaftler wurde im vorletzten Jahrhundert von seinem angeblichen Freund Damian umgebracht, da es dieser auf Olsens Frau Linda abgesehen hatte. Damian vergrub Alex in den Sümpfen von Louisiana.

Doch der Verstorbene ging eine Metamorphose mit den wilden Sumpfblüten ein, wurde zum mächtigen Swamp Thing und rächte sich bitterlich an seinem Mörder. Durch diese Untat und seine nun etwas blumige Erscheinung entfremdete sich Alex allerdings von seiner Frau und traurig ging das Ding zurück zu “seinem einzigen Freund“, dem Sumpf…

Diese im DC-Heft House of Secrets 92 auf nur acht Seiten erzählte Geschichte wurde zu einem gewaltigen Erfolg und die Leserschaft verlangte Nachschub. Nach anfänglichem Zögern machten sich Wein und Wrightson daran, aus Swamp Thing einen Serienhelden zu machen.

Sie verlagerten die Geschichte in die damalige Gegenwart und ließen diesmal den Biologen Alec Holland zum tragisches Ungetüm werden. Er traf auf ein nur leicht modifiziertes Monster von Frankenstein, aber auch auf Batman. Nach zehn Heften verließ Wrightson die Serie und drei Ausgaben später ging auch Len Wein von Bord. 1976 war dann erst einmal Schluss mit Swamp Thing.

Als 1982 ein von Wes Craven (Scream) gedrehter gar nicht einmal so guter Film in die Kinos kam, wurde der Comic unter dem Titel The Saga of the Swamp Thing neu gestartet. So richtig ab hob die Serie jedoch erst, nachdem der Brite Alan Moore (Watchmen) mit Heft 20 seinen ersten US-Comic textete. Er blieb der Serie bis 1987 treu und führte dabei ganz nebenbei den Detektiv und Magier John Constantine ein.

Die zehn von Wrightson gezeichneten und die von Moore getexteten Comics mit Swamp Thing wurden bei uns bereits in den 90er-Jahren veröffentlicht. Was zwischendrin mit dem “Ding aus den Sümpfen“ (so der Untertitel der Carlsen-Ausgabe) geschah, kann erst jetzt bei Panini in einer Classic Collection auf 900 Seiten nachgelesen werden, die neben den von Wrightson gezeichneten Comics auch noch die Comicadaption des Craven-Films enthält.

Es ist schon ein ziemlicher Bruch zu spüren, als das Artwork in Ausgabe 11 nicht mehr von Wrightson, sondern vom philippinischen Zeichner Nestor Redondo stammt. Swamp Thing ist plötzlich kein mysteriöses Pflanzenwesen mehr, sondern ein grünhäutiger Muskelprotz. Doch Redondo verpasste dem Sumpfmonster schon recht bald wieder den gewohnten Look, während die meistens von David Michelinie verfassten Stories durchaus bei der Fabulierfreude von Len Wein mithalten können.

Beim Neustart der Serie als The Saga of the Swamp Thing wurden die fast immer von Martin Pasko geschriebenen Geschichten zunächst von Thomas Yeates zu Papier gebracht, der seit 2012 auch die neuen Abenteuer von Prinz Eisenherz zeichnet. Während Yeates recht ansprechende Titelbilder gelangen, wirken seine routiniert ausgeführten Comicseiten oft etwas steril. Paskos Geschichten hingegen sind gelegentlich ganz schön wirr und seine in Bayern angesiedelte Storyline erzählt nicht immer geschmackssicher auch vom Holocaust.

Nach einem kurzen recht ansehnlichen Gastspiel der Brüder Scott & Bob Hampton übernahmen ab 1983 Stephen R. Bisette und John Totleben das immer wilder wuchernde Artwork. Dabei wird schon auf den Einsatz von Alan Moore eingestimmt. Die Lektüre der letzten Hefte der Deluxe Edition erleichtert den Einstieg in Paninis dreibändige Edition mit allen von Moore geschriebenen Swamp-Thing-Comics, für die sogar eine ansehnliche Neukolorierung spendiert wurde.

Mittlerweile liegen bei Panini mit Das Vermächtnis des Grüns und vor allem mit dem Deluxe-Band Geschichten aus dem Sumpf weitere interessante Veröffentlichungen zu Swamp Thing vor.

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A Nightmare on Elmstreet (2010)

1984 gelang Wes Craven (Scream) mit A Nightmare on Elmstreet (deutscher Titel Nightmare – Mörderische Träume) der ganz große Wurf. Er versorgte das durch zahllose Halloween– und Friday the 13.– Plagiate in Misskredit geratene Horror-Genre wieder mit frischem Blut.

Jackie Earle Haley

Der Erfolg des Films lag gar nicht so sehr am danach zur Pop-Ikone gewordenen Buhmann Freddy Krueger, dessen äußere Erscheinung unerheblich für die Story war und der eher durch Zufall mit dem charismatischen Robert Englund besetzt wurde. Sehr viel faszinierender war die Grundidee des Films, dass Träume tödlich sein können. Die konsequente und sehr phantasievolle Umsetzung des Stoffes pflasterten den Weg zu einer sieben Teile (plus des Crossovers Freddy vs. Jason) umfassenden Horrorfilm-Reihe, die 2010 auch noch um ein Remake ergänzt wird.

Jackie Earle Haley

Die Idee Jackie Earle Haley, der für seine Darstellung eines Kinderschänders in Little Children eine Oscar-Nominierung erhielt und als Rorschach in der Comicverfilmung Watchmen brillierte, als Freddy Krueger einzusetzen, scheint ein cleverer Schachzug zu sein. Doch da Produzent Michael Bay den zuvor nur als Videoclip-Regisseur tätig gewesenen Samuel Bayer ein äußerst werkgetreues Remake in Szene setzten ließ, hat Haley recht wenig zu tun. Auch sein etwas an einen Schlangenkopf erinnerndes Freddy Krueger – Make Up ist keine wirkliche Innovation.

Jackie Earle Haley

Wie schon im Originalfilm liegt das Hauptaugenmerk auf den Teenagern der Elmstreet, die ganz böse darunter leiden müssen, dass ihre besorgten Eltern einst den gemeingefährlichen Kinderquäler Freddy Krueger zur Strecke brachten. Jetzt verfolgt sie dessen Geist in den Träumen und kann sie töten solange sie schlafen.

Jackie Earle Haley

Die Teenie-Darsteller – vor allem das recht sensibel agierende “Final-Couple“ Rooney Mara (Verblendung) und Kyle Gallner – machen ihre Sache auch ganz gut. Doch insgesamt beweist das 35 Millionen Dollar teure und dem Thema keinerlei neue Idee abtrotzende Remake nur was für einen perfekten Film Wes Craven Anno 84 mit einem Budget von nur knapp 2 Millionen Dollar drehte.

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Freitag der 13.

1972 produzierte Sean S. Cunningham den von Wes Craven in Szene gesetzten Film The Last House on the Left. Danach wollte er jedoch keine weiteren Horrorfilme mehr drehen, doch finanzielle Nöte zwangen ihn schließlich 1980 dazu Freitag der 13. zu inszenieren. Der für eine halbe Million Dollar billig produzierte Schocker um ein Gemetzel im Ferienlager Camp Crystal Lake spielte mehr als 40 Millionen Dollar ein, ging danach natürlich in Serie.

Freitag der 13.

Hierbei ist bemerkenswert, dass sich die Mythologie der Filmreihe erst nach und nach zusammenfügte. Wie wir spätestens seit Wes Cravens Scream wissen, war 1980 nicht der Hockeymasken-Träger Jason Voorhees der Killer, sondern dessen Mutter Pamela.

Freitag der 13.

Jason tauchte erst im zweiten Teil auf,  versteckte sein Gesicht aber noch unter einem dreckigen Kartoffelsack. Immerhin setzte er hier schon eine Machete ein. Doch erst im dritten in 3D gedrehten Teil Und wieder ist Freitag der 13. bekam er seine typische Hockeymaske verpasst.  Wer auf diese Idee kam, konnte auch von Horror-Experten nicht geklärt werden. Mittlerweile wurde dieser Film bei Turbine „Uncut in Real 3D“ auf Blu-ray veröffentlicht.

Eine weitere wichtige Komponente der Filmreihe ist auf dem Soundtrack zu hören und erinnert sowohl an Bernard Herrmanns kreischende Klänge aus Psycho als auch an das markante Leitmotiv, das John Williams für Der weiße Hai komponiert hatte. Harry Manfredini setzte Zisch- und Stöhnlaute ein, die wie Messerstiche klingen und das Resultat sorgt – oft stärker noch als die zugehörigen Bilder – für eine unheimliche Stimmung.

Freitag der 13.

Teil 4 trug 1984 zwar den Untertitel Das letzte Kapitel, war jedoch so erfolgreich, dass es trotzdem weiterging. Bereits ein Jahr später folgte Freitag der 13. – Ein neues Kapitel. Doch der neue Weg, der hier dadurch beschritten wurde, enttäuschte.  Am Ende des Films wurde wie in einem Whodunit-Krimi enthüllt, wer sich hinter Jasons Hockeymaske versteckte, um einen Rachefeldzug durchzuführen.

Freitag der 13.

In den weiteren Fortsetzungen war Jason ein Killer mit mystischen Kräften, was ausgiebig und manchmal auch ganz schön albern zelebriert wurde. Recht sparsam hingegen wurde die tragische Vorgeschichte von Jason Voorhees dramatisiert. Dieser wurde als kleiner Junge im Camp Crystal Lake wegen seines entstellten Gesichts verspottet. Dort ertrank er im See, weil die Aufseher feierten, tranken und Sex hatten.

Freitag der 13.

Im sechsten Teil der Reihe erweckte der Monsterfilm-Fan Tom McLoughlin (Manchmal kommen sie wieder) Jason im Stile von Universals Frankenstein wieder zum Leben und setzte machte sich dabei auch ein wenig über das Genre lustig. Dies kam gut an, doch Teil 7 dessen Originaltitel Friday the 13th Part VII: The New Blood bei uns etwas unpassend mit Freitag der 13. Teil VII – Jason im Blutrausch übersetzt wurde, ging in eine völlig andere Richtung. Im Zentrum stand nicht Jason sondern ein telekinetisch begabtes Mädchen. Das Resultat ist eine nicht ungeschickte Variante von Stephen Kings Carrie, jedoch nicht unbedingt, dass was Jason-Fans erwartet haben.

Freitag der 13.

Noch enttäuschender geriet der Versuch, den Macheten-Killer nach New York zu schicken. Der Film verwirrte anfangs dadurch, dass es nicht so richtig einleuchten wollte, dass ein Kreuzfahrschiff eine Schulklasse vom scheinbar idyllischen Crystal Lake direkt in die “Todesfalle Manhattan“ transportieren kann. Noch unverständlicher war jedoch, dass der Film fast seine ganze Zeit auf einem Dampfer verplemperte und erst gegen Ende mit einer kurzen tatsächlich am Time Square gedrehten Szene doch noch etwas aufdrehte.

Freitag der 13.

Nach acht Filmen verasbschiedete sich Paramount 1989 von der Horrorreihe und es sollte mehr als 30 Jahre dauern, bis die Traditionsfirma eine Edition mit den ersten acht Freitag der 13. Filmen veröffentlicht. Ein schickes Steelbook enthält auf acht Blu-rays den Auftakt der Serie und zudem noch reichlich interessantes Bonusmaterial. Diese Edition ist vergriffen, doch mittlerweile gibt es auch eine „Normaledition“.

Freitag der 13.

Sean S. Cunningham kaufte die Rechte an der Reihe zurück. 1993 ging es weiter mit Jason Goes to Hell und dem Weltraum-Thriller Jason X weiter. Zum erfolgreichsten Film der Serie wurde 2003 – auch dank der farbenfrohen und fantasievollen Inszenierung des Hongkong-Chinesen Ronny Yu (Chucky und seine Braut) –  Freddy vs. Jason, bei dem es zu einem Kampf zwischen Jason Voorhees und Freddy Krueger aus Nightmare on Elmstreet kam. 2009 folgte noch eine von Michael Bay produzierte Neuverfilmung, die der  in Frankfurt am Mai geborene Marcus Nispel inszenierte.

Freitag der 13.

Wer sich umfassend über die Filmreihe und über die zugehörige TV-Serie Erben des Fluchs informieren möchte, dem sei die sechsstündige (!) Dokumentation Crystal Lake Memories empfohlen.

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SCRE4M

Das Fazit könnte sein, dass Regisseur Wes Craven 2011, mehr als zehn Jahre nach Scream 3, seinem originellen Erstling und der fast gleichwertigen Fortsetzung ein weiteres eher entbehrliches Sequel folgen ließ. Doch immerhin – und da unterscheidet sich die Reihe von sonstigen Horror-Filmreihen wie Freitag der 13. – definiert sich Scream nicht ausschließlich durch seinen, in diesem Falle mit der Edvard-Munch-Der-Schrei-Maske nicht einmal sonderlich originell kostümierten, Serialkiller, sondern durch sein Hauptdarsteller-Trio.

SCRE4M

David Arquette spielt wieder den linkischen Polizisten Dwight „Dewey“ Riley, der als Sheriff nach Woodsboro zurückgekehrt ist. Dort wird er einmal mehr mit einer Mordserie konfrontiert. Er muss dadurch auch noch das Überleben seiner sich durch den daraus entstehenden Presserummel wieder in eine taffe Enthüllungsjournalistin zurückverwandelnde Gattin Gale Weathers (Courtney Cox) bangen. Neve Campbell hingegen verkörpert als Sidney Prescott erneut alles andere als genreübliche ein nicht nur lautstark schreiendes sondern auch sich sehr agressive verteigigendes  Final Girl. In einigen (viel zu) kurzen Szenen spielt sie herzergreifend eine durch ihr Schicksal misstrauisch gewordene sich immer stärker verhärtende Frau.

SCRE4M

Ansonsten ist der Film mit eher austauschbaren, gelegentlich halbwegs prominent besetzten (Hayden Panettiere aus Heroes oder Anna Paquin aus X-Men) Charakteren bevölkert, die fast alle nicht das Ende des Filmes erleben und wenig mehr zu tun haben als den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu schicken. Am Ende wird wieder die unwahrscheinlichste Mörder-Variante als (immerhin deftig-blutig inszenierte) Auflösung serviert. Doch der eher quatschige Ausgang der Whodunit-Story mindert kaum die Freude über das Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren und das Vergnügen an allerlei cleveren Späßen über Sensations-Journalismus, Kommunikations-Wahnsinn und Film-Klischees. Dies trifft auch auf Scream 5 zu.

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Scream 3

Dieser Film war als Abschluss, also quasi als letzter Schrei, der vom Autor Kevin Williamson angeblich von Anfang an als Trilogie geplanten Scream-Reihe sein. Leider konnte Williamson, der auch an einer Karriere als Regisseur arbeitet, nicht mehr höchstpersönlich das Drehbuch schreiben. Williamson wollte eigentlich in Scream 3 an die Woodsboro Highschool zurückkehren. Stattdessen ließ Regisseur Wes Craven – genau wie zuvor schon in seinem zweiten Nightmare-on-Elmstreet-Film – die Zuschauer hinter die Kulissen einer Horrorfilm-Produktion blicken.

Scream 3

Erzählt wird von den Dreharbeiten zu Stab 3, der als Film im Film eigentlich die Fortsetzung der Ereignisse aus Scream 2 erzählen müsste, wodurch  Scream 3 eigentlich zu Scream 4 werden würde. Daraus eine lustig verschachtelte Geschichte zu machen hätte wahrscheinlich die Drehbuchautoren und wohl auch das Publikum etwas zu stark gefordert. Daher belässt es Craven bei der durchaus belustigenden und manchmal auch sarkastischen Beschreibung des Aufeinandertreffens der Helden aus den ersten beiden Filmen mit den Darstellern ihrer Charaktere.

Scream 3
Interessant wird das Ganze durch nette kleine Gastauftritte etwa von Jay und Silent Bob oder von Carrie Fisher, die als „Bianca Burnette“ auftritt und erzählt, sie hätte die Rolle von Prinzessin Leia in Star Wars nicht bekommen, weil sie es seinerzeit abgelehnt hat, mit George Lucas ins Bett zu gehen. So schön das Wiedersehen mit den sympathischen Hauptdarstellern Neve Campbell, Courtney Cox und David Arquette auch ist, das Potential der Scream-Serie reichte 2000 gerade noch für diesen einen Film, bevor es ein Jahrzehnt später mit SCRE4M und 2022 mit Scream 5 weiterging.

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Scream 2

Die bereits – ein Jahr nach Scream – 1997 entstandene Fortsetzung ist der seltene Fall eines wirklich gelungenen Sequels. Einer der Gründe hierfür ist, dass Drehbuchautor Kevin Williamson und Regisseur Wes Craven als Schauplatz ein College mit Film-Kursen wählten. Dadurch konnte auch eine Diskussionsrunde über mehr oder weniger gelungene Fortsetzungen von Erfolgsfilmen eingebaut werden, wodurch Scream 2 seine eigene Berechtigung kritisch hinterfragt.

Scream 2

Es gibt weitere doppelbödige Szenen, die aber immer ganz selbstverständlich mit der spannenden Thriller-Handlung verknüpft wurden. So beginnt der Film mit einer in einem Kino spielenden Sequenz. Dort wird mit Stab die Premiere einer (von Robert Rodriquez in Szene gesetzten) Verfilmung der in Scream erzählten Ereignisse gezeigt, Nach Drew Barrymore im ersten Film kommt dabei auch diesmal eine weitere von einer prominenten Darstellerin (Jada Pinkett) verkörperte Figur zu Tode.

Scream 2

Die Fortsetzung macht auch viel Spaß, weil Final Girl Neve Campbell und alle Darsteller, deren Charaktere den ersten Film überlebten, wieder mit großer Spielfreude dabei sind. Besonders schön sind die Szenen zwischen der Karriere-Journalistin Gale Weathers (damals noch Courtney Cox und noch nicht Courtney Cox Arquette) und dem tappsigen Ex-Polizisten Dewey Riley (David Arquette).

Scream 2

Als sich Dewey widerwillig zu Hans Zimmers Soundtrack-Klängen aus Broken Arrow doch wieder von Gale verzaubern lässt, ist es beinahe schon lästig, wenn einmal mehr der Killer mit der weißen “Der Schrei“-Maske auftaucht. Überhaupt wird über die volle fast zweistündige Laufzeit beständig sehr viel mehr geboten als Horror nach Vorschrift.

Scream 2

Extras der DVD: Audiokommentar mit Wes Craven und Crew (nicht untertitelt), Behind the Scenes – ein kleines aber feines 7-minütiges „Making of“ mit nicht ausblendbaren Untertiteln, 2 geschnittene Szenen (4:07 min) , wahlweise mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln oder mit Audiokommentar von Wes Craven und Crew ohne Untertitel, Outtakes (8:53 min, mit nicht ausblendbaren Untertiteln), Videos zu den beiden besten Musikstücke des Soundtracks: Master P: „Scream“ und Kottonmouth King:“Suburban Live“ (3:11 min und 3:39 min), US-Kinotrailer (2:07 min), Deutscher Kinotrailer (1:57 min), 11 US-TV-Spots (insgesamt 6:17 min)

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Scream

Zwölf Jahre nachdem er die erfolgreiche Horror-Reihe A Nightmare on Elmstreet gestartet hatte, kehrte Wes Craven 1996 zurück ins Vorstadt-Highschool-Milieu. Nach einem cleveren Drehbuch von Kevin Williamson gelang Craven ein unerhört spannender Film, der sich zugleich über die Mechanismen des Genres lustig macht.

Scream

Die Spannung des Auftakts, in dem ein Horrorfreak per Telefon die von Drew Barrymore gespielte Casey zu Tode ängstigt, kann Scream zwar nicht durchgehend halten, dennoch hängt er niemals durch. Dies liegt auch an der hervorragenden Besetzung mit Neve Campbell als Final Girl Sidney Prescott, Courtney Cox als taffe TV-Reporterin Gale Weathers, David Arquette als tappsiger Deputy Dewey Riley und Jamie Kennedy als Filmfreak Randy Meeks, die ihre interessanten Charaktere sehr sympathisch mit Leben erfüllen.

Scream

Scream leistet sich aber auch einige Insider-Witzchen, speziell zum Thema „Wie überlebt man einen Horrorfilm?“ (Die Antwort lautet: Trinke niemals Alkohol, nimm niemals Drogen, hab niemals Sex und sag‘ auf keinen Fall „Ich bin gleich wieder da.“) Dennoch handelt es sich um keine Parodie, auch wenn die finale Erklärung für die Mordserie weit hergeholt ist.

Scream

Der Film spielte mehr als das Zehnfache seines 15-Millionen-Dollar-Budget wieder ein. 1997, 2000, 2011 und 2022 folgten halbwegs gelungene Fortsetzungen, sowie eine aus drei Staffel bestehende TV-Serie. Zum fünfter Film erschien auf Blu-ray (auch in 4K!) eine Neuauflage des Klassikers mit der 111-minütigen US-Kinofassung in hervorragender Bildqualität.

Scream

Bonusmaterial: Audiokommentar von Wes Craven und Kevin Williamson (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertieln), “Eine blutige Legende: Scream – 25 Jahre später“ (7:29 min), Produktionsfeaturette (6:12 min), Hinter den Kulissen (3:25 min + 2:53 min), Q & A mit Cast und Crew (2:44 min + 2:31 min), Wendecover

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