Mike Perkins und Peter Puck freuen sich auf das Comicfestival München 2017!
Marvel-Helden zum Ausleihen.
Auf dem Comic Con ging es zwar auch um Comics, doch noch stärker im Zentrum standen Prominente aus Film und Fernsehen. Gemeinsam mit diesen konnten sich die Besucher zu Beträgen, die auch schon einmal dreistellig waren, fotografieren lassen. Hier die Preisliste für “Fotosessions“ mit den Gästen.
Auch die am 24. August 2012 erschienene Ausgabe des Micky Maus Magazins verzichtete nicht auf einen Gimmick und dem diesmal etwas dickeren Comicheft wurde (nicht zum ersten Mal) eine ziemlich wuchtige “elektrische Soundmaschine“ beigelegt. Die Hauptattraktion dürfte jedoch ausnahmsweise mal nicht das beigepackte Spielzeug, sondern “Eine Comic-Reise in 8 Teilen“ sein. In den nächsten Wochen reisten die Ducks durch Deutschland und Teile der vom Zeichner Jan Gulbransson und dem Autor Michael Kompa konzipierten Geschichten wurden auch samstags in der Bild-Zeitung veröffentlicht.
Hardcover-Cover
Die Ducks in Deutschland ist kein Lizenzmaterial sondern wurde eigens für die deutsche Micky Maus produziert. Die Zeichnungen von Gulbransson wurden vom Spanier Ferran Rodriguez geinkt. Die Geschichte beginnt damut, dass sich Onkel Dagobert und Klaas Klever im Milliardärs-Club darüber streiten, wer der bessere Schatzsucher ist. Um dies herauszufinden versuchen sie den sagenhaften Schatz der Gräfin Tusnelda von Tarn und Tuxis zu finden. Die erste Spur führt nach Berlin…
Softcover-Cover
In den nächsten Wochen verschlug es die Ducks nach Hamburg, ins Ruhrgebiet, nach München, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Dresden.
Bemerkenswert sind die Geschichten, nicht nur dadurch, dass hier altvertraute Disney-Charaktere in der deutschen Gegenwart agieren, sondern auch durch die Beigabe von allerlei Lokalkolorit. So hat Donald mit einer extrem scharfen Currywurst zu kämpfen, während Klaas Klever perfekt berlinert. Knorke!
Mittlerweile liegen Die Ducks in Deutschland auch in einem Buch als Gesamtausgabe vor. Enthalten sind neben der kompletten Geschichte die entsprechenden Seiten aus dem Enten-Kurier und der BILD-Zeitung sowie ein Interview mit Jan Gulbransson. 2013 folgte in den Micky Maus Heften 45 bis 48 mit Die Ducks in den Alpen der zweite Streich.
Wer eine Seite von Rudi betrachtet, dem wird sofort klar, dass es sich bei Peter Puck um einen Wahnsinnigen handelt. Seine prall gefüllten (aber gerade deswegen unbedingt lesenswerten) Sprechblasen werden optimal durch unglaublich detailverliebte Zeichnungen ergänzt. Wenn sich so viel Fleiß auch noch in so brüllend komischen Humor niederschlägt, dann ist es besonders bedauerlich, dass seit 2006 keine neuen Comics mit Rudi und Freddy erschienen sind.
Doch immerhin liegt jetzt eine “fette & komplette“ Gesamtausgabe vor, die neben den farbigen Nachdrucken sämtlicher sieben Rudi-Alben auch noch einiges bisher unveröffentlichtes Material enthält. Zum Abschluss des dicken 370-seitigen Buchs gibt es etwa eine neue Geschichte, in der Rudi und Freddy versuchen einen Ersatz-Zeichner für die “verfluchte Drecksau“ Peter Puck zu finden, der “keinen Bock mehr“ hat.
Innerhalb dieser Story namens Abenteuer auf der Meta-Ebene sind einzelne teilweise atemberaubend schöne Rudi-Panels zu bestaunen, die z. B. von Thomas von Kummant (Gung Ho), Ralph Ruthe, Sascha Wüstefeld (Das UpGrade), Ralf König (Der bewegte Mann), Hendrik Dorgathen oder Timo Wuerz (Aaron und Baruch) stammen. Doch Rudi und Freddy sind nicht zufrieden mit den Alternativen und stellen abschließend fest, dass sie keinen Zeichner aber auch keine Leser brauchen und lösen sich in Wohlgefallen auf.
Doch zuvor kann die ganze Erfolgsgeschichte um Peter Puck und Rudi noch einmal von Anfang an verfolgt werden. Im Mai 1985 erschien im Stadtmagazin Stuttgart Live die einseitige Story Der Bunker, in der sich Rudi und Freddy versehentlich eine Neo-Nazi-Kneipe verirren und gleich verprügelt werden. Wären sie doch nur in ihrer Szene-Stammkneipe geblieben, denn dort hat in ihrer Abwesenheit natürlich eine “rattenscharfe Blondine“ nach ihnen gefragt. Dieser erste Comic definiert gleich den Tonfall der weiteren Geschichten um zwei ewig unzufriedene Szene-Gänger, die immer wieder finstere Abwege betreten und zielsicher auf die nächste Katastrophe zugehen. Beim Lesen der Geschichten ist festzustellen, wie schnell Peter Puck seinen Zeichenstil perfektionierte und auch wie nah am Original er die Comicfiguren von meisterlichen Kollegen wie Albert Uderzo, Morris, Franquin oder Peyo zu Papier bringen kann.
So schön diese “fette & komplette“ Gesamtausgabe auch ist, sie macht dennoch traurig darüber, dass Rudi und Freddy nicht mehr – stellvertretend für die Leser – unter den härtesten Bedingungen die neusten Szene-Trends testen und lächerlich machen.