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Peter Osteried: Geschichten aus Geektown

Mitten in Deutschland hat der exzentrische Milliardär Mark Messinger eine Stadt gegründet, in der Geeks großzügige finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie sich dort ansiedeln und ihren Wohnraum nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Bewohner von Geektown sind stolz darauf, wie einträchtig unterschiedliche Gruppierungen – wie etwas die Fans von Star Trek und Star Wars – an einem gemeinsamen Ort leben.

Doch bereits in seinem Roman Mord in Geektown erzählte Peter Osteried (The Hammer Chronicles, Die Filme des Ray Harryhausen), dass dieses scheinbare friedliche Miteinander nicht die ganze Wahrheit ist. Dies vertieft er in einer Storysammlung durch 25 meist ziemlich kurze Geschichten aus Geektown.

Das Wraparound-Cover stammt wieder vom Pinselmeister Timo Wuerz!

Allein, die Längste und Deprimierendste davon umfasst 26 Seiten und erzählt von einer glücklichen Bewohnerin von Geektown, die von ihren besorgten Eltern durch einen Sekten-Experten entführt wird. Dieser erzieht sie so um, dass sie in der “normalen“ Welt wieder funktioniert. Osteried baut nicht nur hier Zweifel auf, ob Mark Messinger nicht vielleicht doch finstere Pläne verfolgt und ein Sektenführer ist.      

Wraparound-Cover von Mord in Geektown

Auch ansonsten werden Probleme von Geektown angesprochen. Wie etwa wird sichergestellt, dass sich nur echte Geeks in der Stadt ansiedeln? Wie sah es dort während des Lockdowns aus? Wie wird mit gaffenden und lästernden Touristen oder mit Hass im Internet umgegangen? Außerdem gibt es auch in Geektown Ultras, die eine Art Fight Club gegründet haben, um in Faustkämpfen für Star Trek oder Star Wars anzutreten. Doch hauptsächlich feiert Osteried diese bunte Stadt, in der er ganz offensichtlich gerne leben würde.

Auch Fans des ersten Geektown-Romans kommen voll auf ihre Kosten, denn in einigen Geschichten taucht erneut Winnie auf, die im Nachbau des Bates Motels als Rezeptionistin jeden Tag ein anderes Cosplay-Kostüm anzieht. Auch der eine schwarzgelbe Star-Trek-Uniform tragenden Geektown-Sicherheitschef Daniel Winter hat einen Auftritt. Außerdem freut sich in der letzten Story Kommissar Sören Torwen darüber, dass er wieder in Geektown einen Mordfall aufklären soll. Auch ich freue mich auf Peter Osterrieds nächstes Buch Geektown sehen und sterben!   

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Peter Osteried: Mord in Geektown

Peter Osteried ist eine der produktivsten Filmjournalisten Deutschlands und hat zudem Sachbücher wie The Hammer Chronicles und Die Filme des Ray Harryhausen veröffentlicht. Doch damit nicht genug, denn mit Mord in Geektown legt er nach Interview mit Mailyn Monroe einen weiteren Roman vor. Sein Buch funktioniert auf zwei Ebenen. Zum einen ist es ein spannender Krimi – genauer gesagt ein Whodunit – und macht wirklich neugierig darauf, wer der Mörder ist. Zugleich ist es eine Liebeserklärung an die Geekkultur, also an das Recht seine Liebe zu Filmen, Serien oder Games deutlich sichtbar auszuleben.

Mitten in Deutschland hat der exzentrische Milliardär Mark Messinger eine Stadt gegründet, in der Geeks großzügige finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie sich dort ansiedeln und ihren Wohnraum nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Bewohner von Geektown sind stolz darauf, wie einträchtig unterschiedliche Gruppierungen – wie etwas die Fans von Star Trek und Star Wars – an einem gemeinsamen Ort leben.

Dieses friedliche Miteinander wird gefährdet, als dort dennoch ein Mord geschehen ist, bzw. Kopf und Körper von zwei verschiedenen Leichen gefunden werden. Kommissar Sören Torwen begibt sich nach Geektown und ermittelt gemeinsam mit dem eine schwarzgelbe Star-Trek-Uniform tragenden örtlichen Sicherheitschef Daniel Winter. Bei der Zusammenarbeit entdeckt Torwen den Nerd in sich, und Winter findet heraus, dass es mehr als Filme, Serien und Games gibt.

Ein echter Eyecatcher ist das tolle Wraparound-Cover vom Pinselmeister Timo Wuerz, der neben Comics wie Black Metal auch beeindruckende Cover zu Mediabooks wie The Texas Chain Saw Massacre oder Die blaue Elise gestaltet. Doch der Inhalt kann durchaus mithalten. Peter Osteried setzt sein geballten Fachwissens ein, um detailverliebt das Leben in Geektown zu beschreiben. Darüberhinaus ist der Kriminalfall spannend erzählt. Vor allem aber kommen Torwen und Winter so sympathisch rüber, dass es großen Spaß macht, gemeinsam mit ihnen zu ermitteln.    

Mit Geschichten aus Geektown ist bereits eine Sammlung mit 25 meist ziemlich kurzen Storys erschienen und noch in diesem Jahr soll mit Geektown sehen und sterben die Fortsetzung zum ersten Roman veröffentlicht werden.   

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Die blaue Elise

Eigentlich sollte der trottelige Inspektor Clouseau in Blake Edwards eleganter Ganovenkomödie über den Raub eines Edelsteins namens „Der rosarote Panther“ nur eine Nebenrolle spielen. Doch der 1963 noch nahezu unbekannte Peter Sellers brillierte und wurde zum Star des Films.

Cover A von Timo Wuerz

Ebenso wichtig waren Henri Mancinis eleganter Soundtrack und der als Zeichentrickfilm gestaltete Vorspann mit der Figur des rosaroten Panthers. Das pinke Raubtier wurde kurz danach auch zum Helden einer oscarprämierten Zeichentrickserie.

© Timo Wuerz

Das neu gegründete Studio von Friz Freleng und David dePatie gewann gleich 1964 mit seiner ersten Produktion The Pink Phink den Oscar für den besten Cartoon. Weitere Trickfilme folgten, die sich auch im ZDF dank Eberhard Storecks kalauernder deutscher „Paulchen Panther“-Bearbeitung großer Beliebtheit erfreuten.

Im Rahmen der ZDF-Reihe Der rosarote Panther liefen auch die ebenfalls von dePatie-Frelang produzierte Trickfilmreihe The Ant and the Aardvark. Auch hier nahm sich Eberhard Storeck einige Freiheiten und machte aus dem männlichen Erdferkel die von Marianne Wischmann alias Miss Piggy gesprochene blaue Ameisenbärin Elise.

© Timo Wuerz

Deren verlustreichen Auseinandersetzungen mit der sehr viel clevereren Ameise Charlie erfreuten sich in den Siebzigern bei uns so großer Beliebtheit, dass jetzt bei Wicked Vision eine schmucke Blu-ray-Edition erschienen ist. Der großartige Comickünstler Timo Wuerz (Black Metal, Ghost Realm) hat hierfür nicht nur das sensationelle Cover gestaltet, sondern auch Konzept und Gestaltung des Booklets übernommen.

Cover B von Timo Wuerz

Die Edition von Wicked Vision enthält auf DVD und Blu-ray alle 17 Episoden in High Definition, sowohl in der Originalfassung als auch erstmals komplett auf Deutsch. Hinzu kommen Audiokommentare zu vier ausgewählten Episoden vom Autor Mark Arnold, dem Filmhistoriker, Jerry Beck und den Filmemacher Greg Ford und Friz Freleng. Außerdem sind noch die Dokumentationen „Tschüss, Warner Bros. Hallo, DePatie-Freleng!“ (17:00 min) und “Von Erdferkeln, Ameisen, Inspektoren und Kranichen“ (17:11 min) enthalten.

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Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher

1960 startete Roger Corman mit Die Verfluchten seine Reihe mit acht Filmen, die mehr oder minder auf den Werken von Edgar Allan Poe basierten. Diese setzte Corman in prächtigen Farben und imposanten Kulissen in Szene, während fast immer Vincent Price die Hauptrolle spielte.

Blu-ray-Cover von Timo Wuerz

Erzählt wird, wie Philip Winthrop (Mark Damon) seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) in ihrem abgelegenen Elternhaus besuchen will. Deren Bruder Roderick Usher (Vincent Price) ist dies gar nicht recht und er behauptet, dass auf Madeline ein Familienfluch lastet. Philip lässt sich nicht abweisen und erlebt schreckliche Dinge in dem düsteren Herrenhaus.

Roger Corman stand mit 300.000 Dollar ein für seine Verhältnisse beachtliches Budget zur Verfügung. Dennoch ließ er keine Möglichkeit aus, um den Film teurer aussehen zu lassen, als er tatsächlich war. So drehte er die Szene als Philip durch eine trostlose karge Landschaft zum Familiensitz reitet in einem Gebiet, in dem gerade ein Waldbrand stattgefunden hat.

Wenn (Vorsicht, Spoiler!) am Ende das House of Usher abbrennt, war dies in Wirklichkeit eine Scheune, die angerissen werden sollte. Corman gab dem Besitzer 50 Dollar und durfte das Gebäude vor laufender Kamera abfackeln. Der morbide Charme und die stilvolle Machart dieses und der danach entstandenen Poe-Filme kann locker bei den zeitgleich entstandenen legendären britischen Horror-Klassikern der britischen Hammer-Studios mithalten.

Die Mediabook-Edition von Wicked Vision ziert ein tolles Cover von Timo Wuerz und erstmals ist auch ein dreiminütiger musikalischer Prolog am Anfang des Films enthalten. Außerdem gibt es noch diese Extras: Audiokommentare von Dr. Gerd Naumann und Dr. Rolf Giesen, sowie von Roger Corman (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Vorwort mit Vincent Price (4:10 min), Nachwort mit Vincent Price (4:10 min), Vorwort von Vincent Prices Tochter Victoria (0:14 min), „Back to Baker Street“: Deutschsprachiges Interview mit Victoria Price (56:26 min), Interview mit Mark Damon (26:21 min), Audio-Interview mit Vincent Price (41:05 min), US-Trailer (2:30 min), Bildergalerie (10:49 min), 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Dr. Rolf Giesen

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Gwendoline

Der Comiczeichner Timo Wuerz (Black Metal, Ghost Realm) schuf in letzter Zeit zu Filmen wie An American Werewolf in London, Candyman oder Roger Cormans Die Verfluchten einige äußerst gelungene Blu-ray-Cover, die sich nicht vor den klassischen Filmplakaten von Renato Casaro verstecken müssen.

Cover A von Timo Wuerz

Bei der Mediabook-Veröffentlichung zu Gwendoline passt es besonders gut, dass Wuerz auch hier eins der Cover-Motive gemalt hat, denn beim Film handelt es sich um eine Comicverfilmung. Es sei noch angemerkt, dass das Cover von Wuerz sehr viel gelungener ist, als die zur Premiere des Films produzierten Werbematerialien.

Cover C

Juss Jaeckin, der Regisseur von Emmanuelle und Die Geschichte der O, verfilmte 1984 John Willies Comic-Serie Sweet Gwendoline, die fast ausschließlich davon handelt, dass die Titelheldin gefesselt und geknebelt wird. Jaeckin hingegen drehte einen Film, dessen erste Hälfte sehr deutlich von Steven Spielbergs im selben Jahr gestarteten Jäger des verlorenen Schatzes inspiriert wurde.

Wenn nach einigen recht konventionell erzählten Abenteuer-Episoden die Titelheldin (Tawny Kitaen), ihre Zofe Beth (Zabou) und der Glücksritter Willard (Brent Huff) im Lande Yik-Yak in einer unterirdischen Stadt landen, geht die Geschichte schon etwas mehr in Richtung Bondage und Sado-Maso.

Für das Design der fast nur von Frauen bevölkerten Stadt verpflichtete Jaeckin die Comickünstler Françoise Schuiten (Atlantic 12, Blake und Mortimer: Der letzte Pharao) und Claude Renard, deren gemeinsames Werk Die Medianen von Zymbiola ihm besonders gut gefallen hatte. Schuiten und Renard konnten zunächst nichts mit dem Begriff Bondage anfangen, schufen dann jedoch Entwürfe, die im Film nur in einer abgeschwächten “familienfreundlichen“ Version in einem sehr cleanen Look umgesetzt wurden.

Seinerzeit war Gwendoline kein großer Erfolg und kam in den USA nur in einer gekürzten Fassung in die Kinos. Doch der Film hat sich ganz gut gehalten und wer die erste etwas albern in Szene gesetzte Hälfte überstanden hat, wird belohnt mit ziemlich durchgeknallten Szenen in der Stadt der seltsam oder kaum bekleideten Frauen, die bei Bedarf auch Streitwagen ziehen.

Cover D

Das Mediabook von Camera Obscura enthält neben dem ungekürzten ab 16 freigegebenen 105-minütigen Film dieses Bonusmaterial: Zwei Audiokommentare mit den Darstellern Tawny Kitaen und Brent Huff, sowie mit Regisseur Just Laeckin in englischer Sprache (Untertitel gibt es nur zum zweiten Audiokommentare und den restlichen Extras) , Drei Interviews mit Just Jaeckin 33:32 min + 13:44 min + 24:22 min), Interview mit Produzenten Jean-Claude Fleury (18:08 min), Interview mit Concept Artists Françoise Schuiten und Claude Renard (33:56 min), Interview mit Produktdesignerin Françoise Deleu (18:23 min), ein sehr amüsantes leider viel zu kurzes Interview mit Tawny Kitaen und Brent Huff (4:47 min), Audiointerview mit dem Comic-Schöpfer John Willie (20:56 min), Galerie mit 61 Werbematerialien, Französischer, Deutscher und Englischer Trailer, Booklet mit einem Text von Marcus Stiglegger und Comics von John Willie.

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An American Werewolf in Paris

17 Jahre nachdem John Landis in seiner Horrorkomödie An American Werewolf in London 1981 Schrecken und Humor auf bahnbrechende Art und Weise kombinierte, folgte eine Fortsetzung. Auch darinl bekommt es ein US-Collegeboy (Tom Everett Scott aus That Thing You Do!) während eines Europa-Trips mit Werwölfen zu tun. Allerdings ist der Schauplatz diesmal nicht London, sondern Paris.

An American Werewolf in Paris

Die an der Seine herumspukenden computeranimierten Werwölfe konnten auf der Leinwand zwar nicht mit Rick Bakers toller Verwandlungsszene aus dem Klassiker von John Landis konkurrieren. Doch auf dem kleineren TV-Bildschirm erfüllen die Viecher ihre Funktion. Das ganz große Plus des Filmes ist jedoch die damals bereits durch Independent-Filme wie Before Sunrise bekannte Julie Delpy. Sie spielt Serafina, die leibliche Tochter des American Werewolf in London.

An American Werewolf in Paris

Mit Anthony Waller wurde der ideale Regisseur für die Fortsetzung gefunden. In seinem Spielfilm-Debüt Stumme Zeugin (Mute Witness) erzählte Waller 1994 von einer stummen Maskenbildnerin, die in Moskau an einem Horrorfilm arbeitet. Als sie miterleben muss, wie nach Drehschluss im Atelier ein Snuff-Film mit Mord vor laufender Kamera gedreht wird, will ihr niemand glauben. Stumme Zeugin überraschte nicht nur durch einen kurzen Gastauftritt von Alec Guinness, sondern vor allem durch Wallers souverän in Szene gesetzte Mischung aus Horror und Humor.

An American Werewolf in Paris
Cover A von Timo Wuerz

Doch während Waller Stumme Zeugin schrieb und inszenierte, musste er bei An American Werewolf in Paris viele Kompromisse eingehen. Doch insgesamt liefert Waller einen technisch passablen Horrorfilm ab, der nur noch sehr lose auf John Landis Original basiert. Auch in American Werewolf 2 sind die (etwas weniger drastischen) Horrorszenen und die (manchmal etwas albernen) lustigen Momente recht gelungen ausbalanciert, wobei dies 1987 – ein Jahr zuvor kam Wes Cravens Scream in die Kinos –  eher selbstverständlich als bahnbrechend war.

An American Werewolf in Paris
Cover B

Genau wie bereits bei An American Werewolf in London brachte Turbine auch zur Fortsetzung eine liebevoll ausgestattete Mediabook-Edition heraus. Die limitierte Veröffentlichung enthält auch eine Ultra-HD-Blu-ray und es gibt sie mit den drei hier abgebildeten Cover-Varianten. Das schönste Motiv wurde wieder extra vom Comiczeichner Timo Wuerz (Black Metal, Lula & Yankee) angefertigt und die zugehörige Edition ist schon lange vergriffen.

An American Werewolf in Paris
Cover C

Doch auch das Bonus-Material sowie das 24-seitige Booklet können voll überzeugen. So gibt es einen englischsprachigen Audio-/Videokommentar von Regisseur Anthony Waller, eine deutschsprachige Einführung von Anthony Waller (0:53 min), eine 98-minütige alternative Filmfassung als Workprint, ein alternatives Ende (2:46 min), ein Making Of (73:20 min), eine Featurette von 1997 (27:46 min, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache), Interviews mit Cast & Crew (insgesamt 17:18 min) Musik-Video “Mouth“ von Bush (4:41 min), Making-Of zum Video (4:44 min), und vier Trailer (USA/UK/F/DE).

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Reddition # 73//4: Comics & Musik

Die neuste Ausgabe der „Zeitschrift für Graphische Literatur“ ist eine 100-seitige Doppelnummer, deren Konzept sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Das Cover zeigt ein großartiges Jimmy-Hendrix-Gemälde von Timo Wuerz (Black Metal) und die ersten 75% der Reddition beschäftigen sich in Form von 16 Artikeln mit “Rock, Metal und Pop“ im Comic.

Reddition # 73//4: Comics & Musik

Dabei geht es natürlich um das schier unerschöpfliche Thema “Beatles und Comics“. Ebenfalls auf sechs Seiten wird Reinhard Kleist gewürdigt, der sich aktuell mit David Bowie beschäftigt und zuvor Comics zu Nick Cave, Johnny Cash und Elvis schuf.

Reinhard Kleist: Starman - David Bowie's Ziggy Stardust Years

Die Redditon würdigt außerdem comic-affine Künstler wie Bill Sienkiewicz, Frank Margerin, Jamie Delano, Hervé Bourhis oder Ingo Römling und natürlich die Band Kiss. Peter Osteried beschäftigt sich mit dem kurzlebigen Label Marvel Music, in dem sich 1994 die Comic-Größen Neil Gaiman und Dave McKean an Musikern wie Alice Cooper, Bob Marley oder den Stones versuchten.

Reddition # 73//4: Comics & Musik

Wer die Reddition umdreht, hält quasi ein zweites Heft mit einem Cover von Serge Clerc in den Händen. Dieses beschäftigt sich mit Comics zu “Jazz, Soul & Hip-Hop“. Hierin geht es u. a. um die großartigen jazzigen Soundtracks, die Vince Guaraldi für die Peanuts-TV-Serie schuf und natürlich um “Robert Crumb & Die Musik“. Hinzu kommen noch fünf Seiten mit LP-Covern von Comickünstlern wie Morris, Bernie Wrightson, Milo Manara, Peter Puck oder Hugo Pratt, die das gelungene Themenheft perfekt abrunden.

Zu bestellen unter: www.reddition.de

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An American Werewolf in London

Nach Kentucky Fried Movie, Ich glaub´ mich tritt ein Pferd und Blues Brothers schien der Regisseur John Landis (¡Drei Amigos!) auf Komödien festgelegt zu sein. Doch er überraschte mit einem ungewöhnlich blutigen Horrorfilm, der die durch den 1941 entstandenen Klassiker The Wolfman definierten Genre-Regeln zwar ironisierte, sie zugleich aber auch bloody ernst nahm. American Werewolf überzeugt aber auch, weil  Landis glaubhafte und sympathische Charakteren ins Zentrum seines Films stellte, deren Schicksal den Zuschauer nicht kalt lässt.

An American Werewolf in London
Cover C

Hauptpersonen sind die  jungen US-Amerikaner David Kessler (David Naughton) und Jack Goodman (Griffin Dunne), die Rucksack-Urlaub in Europa machen. Auf einer Wanderung durch das nebelige Wales werden sie von einem seltsamen Wesen angefallen. Dabei kommt Jack zu Tode, während David drei Wochen später in einem Londoner Krankenhaus aufwacht. Er verliebt sich in seine Krankenschwester Alex (Jenny Agutter) und zieht zu ihr. Alles könnte so schön sein, wenn David nicht immer wieder sein toter Freund Jack erscheinen und dazu raten würde, Selbstmord zu begehen, möglichst noch vor dem nächsten Vollmond…

An American Werewolf in London
Cover B

Das Drehbuch zu American Werewolf schrieb John Landis bereits als er Ende der 60er-Jahre als junger Mann für zwei Jahre in Europa bei zahlreichen Filmproduktionen als Stuntman oder Produktionsassistent dabei war. Ein Sinti-Begräbnis in Jugoslawien inspirierte ihn ebenso wie Londoner Kinos, die den ganzen Tag klassische Cartoons zeigten. Als er mehr als ein Jahrzehnt bei der Vorbereitung zu seinem Werwolf-Film feststellen musste, dass dieselben Filmtheater mittlerweile Pornofilme zeigten, musste er umdenken.

An American Werewolf in London
Covere E

Genau wie Joe Dante in seinem zeitgleich entstandenen Werk The Howling, das ebenfalls den Werwolf-Mythos in die Gegenwart versetzte, drehte auch Landis einen gefakten (aber sehr viel komischeren) Sexfilm, den er im Hintergrund einer wichtigen Szene in einem Pornokino laufen ließ. Anfangs arbeitete an The Howling auch der Maskenbildner Rick Baker mit. Doch da dieser Landis versprochen hatte, den American Werewolf zu realisieren, wechselte er zu dessen Team, als die Vorproduktion nach Jahren der Unsicherheit tatsächlich begann. Seiner bei Tageslicht in allen Details realisierte,  sehr schmerzhaften anmutende Verwandlungsszene gelang Baker so meisterlich, dass er dafür mit dem Oscar prämiert wurde.

An American Werewolf in London
Cover D

Bei Turbine ist eine liebevoll ausgestattete Mediabook-Edition von American Werewolf erschienen. Die limitierte Edition gibt es mit den sieben hier abgebildeten Cover-Varianten. Das schönste Motiv wurde extra vom Comiczeichner Timo Wuerz (Black Metal, Lula & Yankee) angefertigt. Doch auch die zahlreichen Dokus auf der Bonus-Blu-ray sowie das 54-seitige Booklet können voll überzeugen. Im Rahmen seines fundiert zusammengestellten Textes beschäftigt sich Gerd Neumann auch erstaunlich detailliert mit den Werbeanzeigen, die im Hintergrund einer beeindruckend realisierten Szene zu sehen sind, die in den langen Gängen der Londoner U-Bahn spielt.

An American Werewolf in London
Cover F

Bei der deutschen Erstaufführung nahm sich der Verleiher die Freiheit eine nicht unwichtige Szene, in der David kurz vor dem Finale ein letztes Mal mit seiner Familie in den USA telefoniert, einfach aus den Film herauszuschneiden. Für die DVD-Veröffentlichung wurde diese Sequenz wieder eingefügt, es kam allerdings mit Pascal Breuer ein anderer Synchronsprecher zum Einsatz. Turbine hat sich die Mühe gemacht, den ursprünglichen Sprecher Norbert Langer für eine Neusynchronisation der Szene zu verpflichten. Nicht korrigiert wurde jedoch jene amüsante  Sequenz, in der David von Alex durch ihre kleine Wohnung geführt wird. Wenn sie ihm im Original ihren kleinen Abstellraum mit den Worten “the Closet“ zeigt, ist auf der deutschen Tonspur immer noch “die Toilette“ zu hören…

An American Werewolf in London
Cover A von Timo Wuerz

Extras: Audiokommentare von David Naughton & Griffine Dunne sowie vom Filmexperten Paul Davis (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Das Vermächtnis der Bestie – mit John Landis, David Naughton, Joe Dante u.v.m. (77:18 min), Artefakte des American Werewolf (7:58 min), Das Geheimnis des Werwolfs (11:24 min), Storyboard-Filmvergleich der Verwandlung (2:38 min), American Werewolf im Keller von Bob Burns (4:08 min), Piccadilly Circus – damals & heute (6:19 min), Ein amerikanischer Regisseur in London (11:41 min), Der Ruf des Werwolfs (11:26 min)

An American Werewolf in London
Cover G mit Japan-Artwork

Fürchte den Mond (97:37 min), Fear on Film – Talk mit John Carpenter, John Landis & David Cronenberg (25:40 min), Post Mortem – Talk mit John Landis (39:09 min). Interview mit John Landis (18:20 min), Interview mit David Naughton (12:37 min), Making an American Werewolf (5:15 min), Monster Maker Rick Baker (11:14 min), Casting der Klaue (10:59 min), Outtakes (3:08 min), howdown-Storyboard-Filmvergleich (2:28 min), Galerie mit sehr schönen Fotos zu Musik (3:45 min), US-Trailer (2:53 min + 2:04 min), TV-Spots (1:02 min), Radio-Spots (2:39 min), Deutscher Trailer (2:27 min)

An American Werewolf in Paris

Auch zur Fortsetzung An American Werewolf in Paris hat Turbine eine liebevoll ausgestattete Mediabook-Edition mit einem schönen  Cover von Timo Wuerz veröffentlicht.

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H. P. Lovecraft – Das Gesamtwerk im Schuber

Howard Phillips Lovecraft erzählte in seinen Geschichten immer wieder von bedrohlichen, uralten Göttern, die eigentlich unbeschreiblich sind. Dennoch gelang es Lovecraft eine Atmosphäre der permanenten Bedrohung aufzubauen. Er veröffentlichte in Pulp-Magazinen und nur seine längere Erzählung Schatten über Innsmouth erschien zu seinen Lebzeiten in Buchform.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Der Autor starb zwar 1937 im Alter von 46 Jahren, doch sein kultureller Einfluss ist beträchtlich und der Tentakelgott Cthulhu immer noch allgegenwärtig. Sam Raimis Filmreihe Tanz der Teufel verdankt dem von Lovecraft erschaffenen geheimnisvollen Buch Necronomicon mit den Prophezeiungen des wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred sehr viel.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Nachdem Alan Moore (Watchmen) sich nahezu komplett vom Comic-Texten verabschiedet hatte, wandelte er in seinen Serien Neonomicon und Providence auf den Spuren von Lovecraft. Das Aufzählen von weiteren Beispielen, wie etwa die geniale Serie Lovecraft Country oder die nahezu gleichzeitig erschienenen Adaptionen von Lovecrafts Die Farbe aus dem All als Film mit Nicolas Cage und Manga von Gou Tanabe würden den Rahmen dieser Rezension sprengen.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Anders als gelegentlich behauptet, ist Lovecrafts literarisches Werk erstaunlich umfangreich. Dies beweist eine sechsbändige Ausgabe des Festa Verlags, die auf knapp 3000 Seiten alle 102 Geschichten, darunter auch Schatten über Innsmouth, des laut Stephen King “größten Horrorautors des 20. Jahrhunderts“ enthält. Darunter befinden sich auch Stories, die in Zusammenarbeit mit anderen Autoren wie Robert Bloch (Psycho) oder Robert E. Howard (Conan) entstanden sind.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Einziges Manko der Edition, ist, dass sie – abgesehen von kurzen Angaben zu Originaltitel und Erscheinungsjahr – keine einführenden Texte oder Hintergrundinfos enthält. Doch dies wird durch die sensationell schöne Aufmachung mehr als ausgeglichen. Für die Gestaltung des Schubers, des durchgehenden Motivs auf den Buchrücken, den sechs Titelbildern, sowie diversen Illustration innerhalb der Bücher konnte Timo Wuerz gewonnen werden.

H. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk im Schuber

Der begnadete Illustrator und Zeichner von Comics wie Black Metal, XCT oder Land oft Giants gibt auch hier Vollgas und gestaltet ein rundum beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Dieses ist ähnlich unbeschreiblich wie Lovecrafts uralte Götter und eine Zierde für jeden Bücherschrank!

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Candyman’s Fluch

Die Doktorandin Helen Lyle beschäftigt sich mit Urban Legends und recherchiert dazu im berüchtigten Chicagoer Wohnghetto Cabrini–Green. Dabei stößt sie auf den immer noch sehr vitalen Mythos vom Candyman. Hierbei handelt es sich um einen Sklaven, der vor 100 Jahren bestialisch ermordete wurde, weil er sich in eine weiße Frau verliebte. Angeblich kehrt der Candyman zurück, wenn sein Namen fünfmal vor einem Spiegel ausgesprochen wird…

Candyman’s Fluch

Diese Geschichte basiert lose auf der Shortstory The Forbidden aus Clive Barkers fünften Buch des Blutes. Regisseur Bernard Rose, der auch das Drehbuch schrieb, verlegte die Geschichte 1992 von England nach Chicago. Er ergänzte aber auch Aspekte, die Rassismus und den sozialen Wohnungsbau thematisieren. Dies stand der Spannung in keinster Weise im Weg, sondern verankerte den Horror in unserer Realität.

Candyman’s Fluch

Bedrohlich sind Tony Todds Darstellung des Titel-„Helden“, die Aufnahmen aus einem realen Elendsviertel,  sowie die für einen Horrorfilm recht ungewöhnliche, aber passende “Minimal Music“ von Philip Glass. Eine Klasse für sich ist auch Virginia Madsen (Dune, Sideways), die als Helen Lyle viel mehr ist als eine Scream-Queen à la Jamie Lee Curtis ist. Sehr glaubhaft spielt sie eine junge frustrierte Ehefrau, die sich in die Erforschung des Candyman-Mythos hineinsteigert.

Candyman’s Fluch

Natürlich zog der Stoff Fortsetzungen nach sich und natürlich konnten diese dem Original nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Candyman 2 – Die Blutrache von Bill Condon (Gods and Monsters) durchaus sehenswert, während Candyman 3 – Der Tag der Toten nicht weiter der Rede wert ist. Jordan Peele (Get Out, Wir, Lovecraft Country) hat 2021 eine aufregende Mischung aus Sequel und Reboot von Candyman angeschoben.

Candyman’s Fluch

Die Blu-ray von Turbine Medien enthält neben dem 99-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Drei Audiokommentare von Clive Barker, dem Team und den Darstellern, sowie den Kritikern Stephen Jones und Kim Newman (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Isolierte Tonspur mit Soundeffekten und der Musik von Philip Glass; Wendecover mit alternativem Artwork.

Limitiertes Mediabook Cover A – Timo Wuerz Artwork

Aussagekräftige Interview-Featuretten mit Clive Barker (10:47 min), Bernard Rose und den Darstellern Darsteller (23:49 min), Tony Todd (9:47 min), Virginia Madsen (13:11 min), Bob Keen und seinem Make-Up-Team (8:02 min), Nebendarsteller Ted Raimi (2:49 min), Kritiker Douglas E. Winter (18:39 min), Production-Designerin Jane Ann Steward (6:22 min) und von den Autoren Tananarive Due & Steven Barnes (20:41 min); Storyboards (5,22 min); Trailer zu „Candyman“, „Candyman 3“ und „Hellraiser 1-3“.

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