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Dutton Ranch

Am 15. Dezember 2024 endete nach 53 Episoden Taylor Sheridans Neo-Western- Serie Yellowstone. Zunächst sah es so aus, als würden jetzt Prequels wie 1883 oder 1923 die Geschichte der Vorfahren des von Kevin Costner verkörperten John Dutton III erzählen.

Doch dann stand Duttons Sohn Kayce (Luke Grimes) im Zentrum der Serie Marshals. Der ehemalige U.S. Navy SEAL agiert hier zusammen mit einer Gruppe von US-Marshals in Montana. Zwar trifft Kayce gelegentlich alte Yellowstone-Weggefährten wie Thomas Rainwater (Gil Birmingham), den örtlichen Vorsitzende der konföderierten Stämme, doch meistens ist Marshals eine eher konventionelle Krimiserie mit in sich abgeschlossenen Episoden.  

Mit Dutton Ranch startete im Mai 2026 eine Yellowstone-Serie, die sich sehr viel stärker am Original orientiert. Im Zentrum stehen mit Duttons Tochter Beth (Kelly Reilly) und dessen Vorarbeiter Rip Wheeler (Wings Hauser) zwei der schillerndsten Yellowstone-Charaktere. Während sich die erfolgreiche Geschäftsfrau Beth immer wieder einen Spaß daraus machte, allzu selbstbewusste Männer zu demontieren, disziplinierte Rip seine mit Yellowstone-Brandzeichen versehenen Cowboys mit drastischen Methoden.

Yellowstone erzählte auch von der ganz besonderen Beziehung zwischen Beth und Rip, die mittlerweile verheiratet sind und mit Carter (Finn Little) einen Adoptivsohn haben. In Dutton Ranch wird die Kleinfamilie, die ihr Glück in Texas sucht, vom Pech verfolgt und der Traum von der eigenen Ranch muss erst einmal pausieren. Doch in dem Vietnam-Veteran und Tierarzt Everett McKinney (Ed Harris) haben die Duttons einen Freund und Verbündeten gefunden.        

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit Beulah Jackson (Annette Bening), der Besitzerin der riesigen 10 Petal Ranch, beschließen Beth und Rip für die sich sehr selbstbewusst gebende Dame zu arbeiten. Doch Beulah hat eine finstere Vergangenheit und arge familiäre Probleme, in die auch die Duttons hineingezogen werden.

Während Taylor Sheridan die komplette Yellowstone-Serie nahezu im Alleingang geschrieben hatte und auch häufig Regie führte, brachte er sich bei Marshals und Dutton Ranch anscheinend sehr viel weniger eingebracht. Stattdessen schrieb er die Drehbücher zu allen sechs Episoden der mit Michelle Pfeiffer und Kurt Russell starbesetzen Serie The Madison. Bemerkenswerterweise kommt diese Serie über eine New Yorkerin, die Montana kennen und lieben lernt, ganz ohne Gewalt aus.

Dies ist bei der Dutton Ranch nicht der Fall. Beth und Rip erzählen zwar immer wieder, dass sie gerne ihre Ruhe hätten, doch so richtig blühen sie erst auf, wenn sie troubleshooten dürfen. Taylor Sheridan scheint ein gutes Team gefunden zu haben, dem es durch interessante Charaktere und überraschende – gelegentlich ganz schön brutale – Momente gelingt, den Wilden Westen in die Gegenwart zu versetzen.         

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Yellowstone

Kevin Costners Meisterstück wird für immer Der mit dem Wolft tanzt bleiben. Doch einen hervorragenden zweiten Platz in seiner Filmografie dürfte die Darstellung des Patriarchen John Dutton belegen. Diesen spielt Costner in einer von ihm mitproduzierten epischen TV-Serie, deren ersten neun Episoden Taylor Sheridan (Hell or High Wate, Wind River, Tulsa King) nicht nur inszeniert, sondern auch fast im Alleingang geschrieben hat.

Yellowstone

Der Pilotfilm Daybreak hat nicht nur die Länge eines Spielfilms, sondern wurde von Sheridan auch in Kinoqualität in Szene gesetzt. Ein abwechslungsreicher Reigen von faszinierenden Szenen versetzt den Zuschauer mitten hinein, in die faszinierende, gelegentlich auch abschreckende Welt von John Dutton, dem im heutigen Montana mit Yellowstone “die letzte große zusammenhängende Ranch der USA“ gehört.

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Kaye Dutton (Luke Grimes) hat eine Indianerin geheiratet und sich von seinem Vater abgewandt, den er dennoch weiterhin respektiert, denn: “Er ist vernünftig, solange er nicht provoziert wird.“ Kaye hat drei Geschwister. Lee Dutton (Dave Annable) konzentriert sich fachmännisch auf die Bewirtschaftung der Ranch, ihm fehlt nach Meinung seines Vaters jedoch der Weitblick. Jamie Dutton (Wes Bentley) hingegen hat wenig mit der Viehzucht am Hut, denn er ist Karriere-Jurist mit politischen Ambitionen.

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Die neben John Dutton interessanteste Figur der Serie ist dessen Tochter Beth, die als “funktionierende Alkoholikerin“ eine Karriere in der Finanzwelt machte und immer noch unter dem lange zurückliegenden Tod ihrer Mutter leidet. Jede Szene mit der Britin Kelly Reilly (Barcelona für ein Jahr, Flight) ist großartig, denn mit viel Elan und Kodderschnauze spielt sie Beth als eine mehr als selbstbewusste Frau mit selbstzerstörerischen Tendenzen.

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Nicht unerwähnt bleiben soll noch Cole Hauser als Yellowstone-Vormann Rip Wheeler, der genau wie die eingeschworene Cowboy-Gemeinschaft nicht nur über eine kriminelle Vergangenheit, sondern auch über ein Y-Brandzeichen verfügt. Yellowstone ist sehr viel mehr als die Cowboy-Version des Serien-Klassikers Dallas, sondern es handelt es sich dabei um den gelungensten Versuch, das Western-Genre in die Gegenwart zu holen. Mit Dutton Ranch entstand eine gelungene Fortsetzung.

Yellowstone

Die DVD-Box von Paramount enthält alle 9 Episoden der ersten Staffel auf drei DVDs (eine Blu-ray-Edition gibt es – im Gegensatz zu Großbritannien –  in Deutschland leider nicht) eine vierte Scheibe enthält dieses Bonusmaterial: “Hinter der Geschichte“ – 3 bis 5 minütige Kurzdokus zu jeder Episode (wie alle Extras wahlweise mit englischen, aber nicht mit deutschen, Untertiteln), Hinter den Kulissen (3:33 min), Costner über „Yellowstone“ (2:56 min), Cowboy-Cam (1:44 min), zweiminütige Figuren-Spots zu Beth, Lee, Jamie, Rainwater, Monica & Kayce, Szenenbild (1:37 min), Spezialeffekte (1:43 min), „Yellowstone“ -Titelmusik dirigiert von Brian Tyler (2:25 min), Taylor Sheridan & Kevin Costner über „Yellowstone“  (23:49 min)

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