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28 Years Later: The Bone Temple

In 28 Days Later erzählten Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Alex Garland 2002 wie eine an Tollwut erinnernde Epidemie nahezu die gesamte britische Bevölkerung in wilde Wüteriche verwandelte. 2007 entstand die vom Mexikaner Juan Carlos Fresnadillo inszenierte Fortsetzung 28 Weeks Later, und außerdem erschien ein Comicband mit 28 Days Later-Kurzgeschichten.

Es sollte 18 Jahre dauern, bis Boyle und Garland mit 28 Years Later ihren Erfolgsfilm fortsetzten. Da dieser mehr als das Doppelte seines 60-Millionen-Budgets einspielte und sehr gute Kritiken erhielt, wurde beschlossen aus 28 Years Later eine Trilogie zu machen. Genau wie bei 28 Weeks Later fungiert Boyle auch bei dieser Forsetzung zwar als Produzent, aber nicht als Regisseur.

Inszeniert wurde 28 Years Later: The Bone Temple von der US-Amerikanerin Nia DaCosta, die zuvor mit The Marvels einen sehr eigenwilligen Beitrag zum Marvel Cinematic Universe abgeliefert hatte. Qualifiziert hat sich DaCosta für den Job durch ihr gelungenes Update des Horror-Klassikers Candyman.

Die Story von Alex Garland spielt wenige Tage nach dem Ende von 28 Years Later. Der Junge Spike (Alfie Williams) hat sich den Mitgliedern der bunte Trainingsanzüge, blonde Perücken und den Namen Jimmy tragenden Mitgliedern der Fingers-Gang angeschlossen. Doch anders als vermutet, sind dies keine Merry Men, die gegen gefährliche Wutbürger ankämpfen. Die von Sir Lord Jimmy Crystal (Jack O’Connell) angeführte verwilderter Bande steht in der Tradition der Gang von Alex aus Uhrwerk Orange und terroiksiert die Überlebenden der Seuche.      

Doch nicht nur die Geschichte von Spike geht weiter. Die Hauptrolle spielt Ralph Fiennes als ehemaliger Arzt Dr. Ian Kelson, der aus Hunderttausenden von Knochen eine gewaltige Kultstätte errichtete und dort als Schamane praktiziert. Aufopfernd kümmert er sich um das riesige muskelbepackte Pandemie-Opfer Samson (Chi Lewis-Parry), dem er mit viel Geduld einen Hauch von Menschlichkeit abtrotzt.

Mit den im Finale zusammenlaufenden Geschichten vom Heiler Kelson und der Fingers-Gang gelang DaCosta und Garland ein mehr als würdiges 28-Sequel. Am Ende des Films tritt ein Charakter aus dem ersten Teil auf, und es bleibt spannend, wie es mit der Filmreihe weitergeht.

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Yesterday

Richard Curtis bescherte uns mit Notting Hill (Drehbuch) und Tatsächlich… Liebe (Drehbuch und Regie) zwei der besten romantischen Komödien. Beide Filme sind sehr britisch und erstaunlich unkitschig geraten. In Yesterday erzählt Curtis von einer Welt, der ganz plötzlich die Beatles-Songs abhanden gekommen sind.

Yesterday

Lediglich der erfolglose Musiker Jack Malik (Himesh Patel) kann sich nach einem weltweiten Stromausfall noch an die Lieder der Fab Four erinnern. So sind seine Freunde völlig überrascht als er ihnen Yesterday vorspielt und sie glauben, dass Jack den Song komponiert hat. Etwas widerwillig lässt sich Jack auf das Spiel ein. Es fällt ihm allerdings nicht leicht, sich an die Texte der Beatles zu erinnern, doch ein Trip nach Liverpool schafft Abhilfe.

Yesterday

Jack gerät in die Fänge der US-Musikindustrie und droht den Kontakt zu seiner Jugendfreundin Ellie (Lily James) zu verlieren, die ihn zuvor gemanagt hatte. Als er bei einem ersten Live-Auftritt in seinem an der britischen Küste gelegenen Heimatort Gorleston-on-Sea vor großem Publikum Help singt, scheint Jack wirklich um Hilfe zu schreien…

Yesterday

Richard Curtis hat seine originelle Grundidee zu einer charmanten Geschichte ausgearbeitet, die er mit schrulligen Ideen und Charakteren garniert hat. Die Regie übernahm Danny Boyle (Trainspotting, Slumdog Millionär), der interessante Bild-Montagen und rasante Übergange beisteuert.

Yesterday

Großartig ist auch Lily James, die ihre Hauptrolle – ähnlich wie zuvor Rachel McAdams in Richard Curtis‘ Alles eine Frage der Zeit – herrlich verhuscht und unwiderstehlich liebenswert spielt.

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Slumdog Millionär

Selten habe ich so sehr auf ein Happy End gehofft wie bei diesem Film. Danny Boyle (Yesterday) erzählt zwar von Anfang an von der Möglichkeit des Unmöglichen. Er schildert wie ein Jungen aus den Slums von Mumbai, der ja eigentlich völlig ungebildet sein müsste, in der indischen Version von Wer wird Millionär Frage um Frage richtig beantwortet. Doch dass Jamal die 20 Millionen Rupien gewinnt erscheint wahrscheinlicher als dass er glücklich zusammen mit seiner geliebten Latika leben wird.

Slumdog Millionär

Durch seine spannende Erzählstruktur zieht Slumdog Millionär den Zuschauer sofort in seinen Bann. In der Rahmenhandlung tritt Jamal im Quiz an und wird zwischendrin von der indischen Polizei gefoltert, weil diese glaubt, dass er mogelt. Rückblenden schildern nicht nur die tragischen Stationen von Jamals Leben, sondern erklären woher er die Antworten auf die Fragen weiß.

Slumdog Millionär

Fast ohne Bollywood-Ästhetik (erst im Abspann wird gesungen und getanzt) gelingt Danny Boyle das Kunststück Jamals Lebensumstände exotisch, farbig und gelegentlich sogar humorvoll zu schildern, trotzdem aber die Härte eines fast chancenlosen Lebens voller Armut, Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeiten in keinster Weise zu beschönigen. Auch daher hat selten ein Kinoheld ein glückliches Ende so sehr verdient wie Jamal.

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Doch auch für den Film Slumdog Millionär gab es ein Happy End, denn er wurde auf der Oscar-Verleihung gleich achtfach ausgezeichnet, auch als „Bester Film“!

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