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Blut auf der Prärie

Gerhard Förster übernahm 2008 das traditionsreiche Comicfachmagazin Die Sprechblase, das er bis zur im Mai 2025 erschienenen Nummer 250 als Chefredakteur betreute. Es ist gut, dass Die Sprechblase weiterhin erscheint, doch Förster fehlt, da er durch seinen Enthusiasmus und seiner Freude an der Recherche immer wieder Sachen zum Abdruck brachte, die nicht in einer Comic-Fachzeitschrift zu erwarten waren.     

So kamen in der Sprechblase 247 die ersten Seiten eines bemerkenswerter Westerncomics zum Abdruck. Basierend auf einem Sachbuch von William Wellman erzählt der 1923 in Rom geborene Zeichner Alberto Giolitti in großartigen, sehr plastisch kolorierten, Bildern die Geschichte der Indianerkriege. Anders als bei Wellman endete diese in der Comicversion nicht mit dem Massaker am Wounded Knee, sondern bereits mit der Schlacht am Little Bighorn.

Die Comicserie erschien in Großbritannien ab 1965 in 22 Episoden im Magazin Ranger, in dem Don Lawrence seine Serie Trigan startete. Zehn Jahre später folgte eine Veröffentlichung im britischen Magazin Vulcan, das bei uns in ähnlicher Form unter dem Titel Kobra veröffentlicht wurde und neben Trigan auch Serien wie Die eiserne Hand oder Die Spinne – König des Verbrechens enthielt.

In Kobra wurden allerdings nur 18 Comicseiten von Blut auf der Prärie unter dem Titel Der Grenzkrieg angedruckt. Doch dies war seltsamerweise nicht die erste deutschsprachige Veröffentlichung von Giolitti Westerncomic.

Bereits 1968 erschien die Serie unter dem Titel Die Prärie brennt in Fix und Foxi. Hierbei kamen Giolottis Zeichnungen in Sepia-Farben zum Abdruck. Vom jugoslawischen Zeichner Vjekoslav Kostanjšek wurden die Bilder zudem noch ummontiert und teilweise ergänzt. Diese Version erschien zusammen mit Prosatexten von Peter Wiechmann (Andrax) in der Fix und Foxi-Rubrik Tramp.

In einem völlig zu Recht als Bildschriften Klassiker veröffentlichten Hardcoverband des Verlags bsv präsentiert Förster nicht nur alle 44 Seiten der Originalversion von Giolottis Die Prärie brennt, sondern auch die knapp 30-seitige – laut Förster „großartig geschriebenen und fulminant gezeichneten“ – Wiechmann/Kosta-Version. Hinzu kommen jede Menge Hintergrundinfos, sowie “eine den Inhalt ergänzende Comicrarität aus den USA“.

Es sei noch erwähnt, dass Förster bei bsv eine ähnlich liebevoll editierte dreibändige Ausgabe der Karl-May-Comics von Walter Neugebauer herausgebracht hat. Die Edition von Die Prärie brennt erweckt Hoffnung auf weitere Comic-Großtaten von Gerhard Förster.

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Don Lawrence: Meister der Illustrations- und Comickunst

Der Brite Don Lawrence (1928 – 2003) war durch seine aufwändig kolorierten Bilder ganz sicher einer der bemerkenswertesten Comiczeichner aller Zeiten. Doch seine großen Erfolge feierte er außerhalb seiner Heimat.

So entstand seine SciFy-Fantasy Serie Storm ab 1977 für das niederländische Magazin Eppo und war durch Veröffentlichungen bei Egmont und Splitter auch bei uns erfolgreicher als in Großbritannien.

Zuvor feierte Lawrence allerdings ab 1965 mit dem Epos The Rise and Fall of the Trigan Empire auch in England große Erfolge. Das Markenzeichen waren hier Helden in römischer Rüstung, die Strahlenpistolen und Kampfjets einsetzten. Doch bevor und während er an Trigan arbeitete war Lawrence auch als Illustrator tätig.

In drei Bänden präsentiert der All Verlag einige der Highlights, die Lawrence für die Jugendmagazine Look and Learn, The Bible Story, Ranger, Once Upon a Time sowie Speed and Power angefertigt hat.

Dabei bleibt kaum ein Genre unberührt, geboten werden Wilder Weste, afrikanische Stämme, ein Erdbeben, griechische Mythologie, Piraten und Geschichten aus der Bibel sowie eine sehr eigenständig bebilderte Version von Carlo Collodis Pinocchio.

Dabei kommen nicht nur die Illustrationen zum Abdruck, sondern die zugehörigen Texte wurden ins Deutsche übertragen. Dies ist besonders erfreulich bei den ebenfalls im ersten Band enthaltenen von Lawrence illustrierten Science-Fiction-Stories Die drei Zeitalter der Erde und Die Leuchtenden, die von Arthur C. Clarke (2001: Odyssee im Weltraum) stammen.

Im Mittelpunkt des dritten Bands steht die im Wilden Westen angesiedelte Serie Billy the Kid, die Lawrence in den Jahren 1958 und 1959 für die Magazine Sun und Lion Weekly anfertigte.

Der titelgebende Held hat bis auf seine Treffsicherheit nichts mit seinem gewalttätigen Namensvetter zu tun, es handelt sich um den einfachen Rancher Will Bonney, der sich bei Bedarf blitzschnell in einen maskierten Streiter für das Recht verwandelt. Furchtlos stürzt er sich unter dem Schlachtruf »Yip! Yip! Yip! Hi-Yo!« in den Kampf und bringt gleich in der ersten von Lawrence gestalteten Episode skalphunrige Kiowa zur Räson.



Sehr empfehlenswert sind zudem die kenntnisreichen Texte aus der Feder des Lawrence-Experten Steve Holland. Es handelt sich um eine einmalige, streng auf 777 Exemplare limitierte, und einzeln nummerierte Sammlerauflage!

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Der Schuh des Manitu

Bereits die Komödie Erkan und Stefan war eine große Überraschung, denn der Film bot neben den durchaus soliden Gags eine mindestens ebenso solide Kriminalstory, an der sich das Prolo-Duo reiben konnten. Doch bei Der Schuh des Manitu war der umtriebige Michael Bully Herbig nicht nur Drehbuchautor und Regisseur, sondern auch noch Produzent und Hauptdarsteller (natürlich in einer Doppelrolle). Solche Egotrips gehen bei Personen, die nicht gerade Charlie Chaplin oder Mel Brooks heißen, meist ziemlich in die Hose. Doch der Schuh geht nicht in die Hose, sondern amüsiert auf eine sehr eigene und schwer zu beschreibende Weise.

Der Schuh des Manitu
Vordergründig handelt es sich um einen in Spanien gedrehten Western, der ungefähr genauso sorgfältig ausgestattet und inszeniert wurde, wie die Meisterwerke des Italo-Western und der Karl May-Reihe. Doch dann verwundert es schon ein wenig, wenn Bully als Apachen-Häuptling Apahachi und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) sich am Marterpfahl in Münchener Mundart wie ein altes Ehepaar streiten. Doch seltsamerweise wird es dabei nie albern, selbst dann nicht, wenn sich der brillante Sky du Mont als eleganter Schurke Santa Maria sehr fürsorglich um seine Bande kümmert: „Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo und dann reiten wir los!“

Der Schuh des Manitu

Ebenso erfreulich wie der schräge und sehr eigene Humor dieses Filmes ist die Tatsache, dass dies sorgfältig produzierte Werk vom hiesigen Publikum, dass  die typischen deutschen Beziehungskomödien leid war, 2001 mit offenen Armen aufgenommen wurde. Der Schuh des Manitu erreichte in unseren Kinos weit über 10 Millionen Zuschauer und wurde – mit geringem Abstand zum ersten Kinofilm von Otto Waalkes – zum zweiterfolgreichsten deutschen Film.

Der Schuh des Manitu

Um zu versuchen, Ottos Rekord zu brechen, ergänzte Bully seinen Film um 8 Minuten und brachte ihn als Der Schuh des Manitu – Extra Large erneut in die Kinos. Ergänzt wurde ein mäßig lustiger Prolog, der Menschen die den Film erstmals sehen eher verwirren wird. Halbwegs lustig ist dann Bullys Auftritt als Elvis-Indianer Grauer Star. Selbstverständlich wurde die verlängerte Fassung auch erneut auf DVD gestartet. Hierzu gab es zwar einige neue Extras, doch dafür fielen andere Spezial Features wie das Making Of oder die Interviews weg. Insgesamt ist die alte Schuh des Manitu-DVD deutlich besser ausgestattet.

Der Schuh des Manitu

Extras der ersten DVD-Edition: Extratonspur mit Kommentaren von Bully und Dimitri; Making Of zur Extra Large-Version (9:10 min); 17 entfallene Szenen (insgesamt 14:59 min); Outtakes (4:00 min); Winnetouchs neue Urlaubsdias (3:26 min); 3 Fernsehauftritte von Bully in diversen Sendungen (insgesamt 27:34 min); Zwei Berichte zum Makup (2:53 min und 5:26 min); 4 Texttafeln mit Presseberichten, Interview mit Bully, Winnetouch und Abahachi (3:26 min); Musikvideo „Do The Tomahawk-a-lula“ mit Grauer Star (3:02 min); Bullys Storyboard-Zeichnungen im Vergleich zu drei Filmszenen (insgesamt 3:40 min); 11 Produktiondesign-Entwürfe; “Ein Schuh geht um die Welt“: Synchronisationsgags in verschiedenen Sprachen (insgesamt 5:02 min), Zwei identische Trailer zur Extra Large Version (je 0:56 min, 16 : 9, nicht anamorph, Stereo 2.0), Zwei TV-Spots (0:27 min)

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