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YPS 1284

Am 4. September 2025 erscheint – drei Jahre nach der letzten Ausgabe – das 1284. YPS-Heft. Diesmal sieht es nicht so aus, als wenn Egmont ernsthaft ein viertes Mal versucht, die 1975 gestartete Reihe von Comicheften mit der beliebten Gimmick-Beilage regelmäßig im Zeitschriftenhandel anzubieten.

Vielmehr wird 50 Jahre YPS gefeiert und der schönste Gimmick dazu ist eine gleichzeitig erscheinende gebundene Jubiläums-Edition, auf deren Cover zu lesen ist, dass es sich um ein Buch “ohne Gimmick“ handelt.

Neben fundierten Sachtexten von Volker Hamann (Reddition) sind gut ausgewählte Comics enthalten, die aus den klassischen 1253 YPS-Heften stammen, die sich in 25 Jahren wöchentlich bis zu 600.000fach verkauft haben. Nach der Einstellung startete Egmont YPS 2005 und 2012 erneut und ließ 2022 die eher an eine Illustrierte erinnernde Ausgabe 1283 folgen, der immerhin ein “Riesen-Solar-Zeppelin“ beilag.

Die jetzt erscheinende Nummer 1284 ist teilweise ebenfalls ein Lifestyle-Magazin, auf dessen Hochglanzcover “50 Jahre – Forever Kult“ zu lesen ist. Im 50-seitigen Innenteil erzählen Promis wie Oliver Kalkofe, Dr. Mark Benecke und Michael Bully Herbig, der zugleich Werbung für Das Kanu des Manitu macht, wodurch YPS ihre Jugend versüßt hat.

Neben dem Gimmick – eine Dartscheibe mit Magnetpfeilen, die als Entscheidungsfinder dient – liegt ein kleinformatiges 48-seitiges YPS-Heft bei, das nahezu ausschließlich Comics enthält. Da diese fast ausschließlich aus klassischen YPS-Heften stammen, dürfte Nostalgikern sehr viel Freude bereiten.

Den Auftakt bildet natürlich ein Comic, in dem das Känguru YPS zusammen mit seinen Freunden der Maus Kaspar, dem Frosch Patsch und dem Papagei Willy den Gimmick vorstellt. Dieser Comic stammt aus YPS-Heft 691, dem 1989 als Gimmick zwar kein “Entscheidungsfinder“ mit Magnetpfeilen, sondern ein “Trefferspiel mit Klebepfeilen“ beilag.

Außerdem sind Comics mit der 1977 von Peter Wiechmann konzipierten Serie Ben’s Bande, dem YPS-Fernseh-Team Yinnie + Yan, der Katze Pif, der Science-Fiction-Reihe Captain York und dem Funny Mister Melone enthalten. Hinzukommen als “Leseprobe“ fünf Seiten aus dem bei Carlsen veröffentlichten Captain Future Comic Der ewige Herrscher.

Alle Abbildungen ©2025 Egmont Verlagsgesellschaften

Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit YPS 1285 erscheinen wird. Doch Egmont trägt keine Schuld daran, denn der Verlag hat sich sehr große Mühe gegeben das Jubiläum gebührend zu feiern.

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Alan Moore: America’s Best Comics

Alan Moore hat zwar Einreiseverbot in die USA, doch das hinderte ihn nicht daran, ab 1999 von einem kleinen Ort in England aus nichts geringeres als Amerikas Beste Comics zu erschaffen. So nennt sich zumindest das Label, das ausschließlich von Moores getextete Comics veröffentlicht. Im Gegensatz zu seinem hochambitionierten Werken Watchmen, V – wie Vendetta oder From Hell sollten diese Geschichten den mit Moore befreundeten Zeichnern ein solides tägliches Brot bringen und dabei in erster Linie Spaß machen.

Alan Moore: America´s Best Comics

Dies Ziel gelang ihm am besten mit den Geschichten um Tom Strong, die Chris Sprouse in einem ansprechend realistischen Stil gestaltet. Strong ist ein Abenteurer im Stile von Pulphelden der 40er und 50er Jahre wie etwa Doc Savage oder Captain Future. Daher wird er nicht nur von seiner attraktiven Frau und seiner hübschen Tochter begleitet, sondern auch noch von einem Roboter- und einem Gorilla-Sidekick. Auch die Story mit Tom Strongs Entstehungsgeschichte ist recht originell.

Alan Moore: America´s Best Comics
Alex Ross

Der Qualität der restlichen America’s Best Comics ist leider etwas durchwachsen. Wer will kann sich in Top 10 in das Polizeirevier einer nur von Superhelden bevölkerten Stadt begeben oder darauf hoffen, dass die wirre Geschichte um die Heldin Promethea vielleicht doch noch in Fahrt kommt. Auch die kurzen Tomorrow Stories wollen nur selten zünden. Oft waren die Cover von Alex Ross die Highlights,

Alan Moore: America´s Best Comics

Trotzdem sind auch die etwas schwächere Storys von Alan Moore, die bei uns bis 2002 in sieben Zusammenstellungen bei Speed erschienen sind,  immer noch anregender als die meisten US-Comics. Der wohl beste America´s Best Comic erscheint jedoch weiterhin: Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen.


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Mark Millar: Starlight

Der Schotte Mark Millar ist ein Comic-Autor gibt, der immer wieder für ein Überaschung gut ist. Er spekulierte in “Genosse Superman“ darüber, was geschehen wäre, wenn die DC-Ikone nicht in Kansas sondern in der Sowjetunion gelandet wäre und in “Old Man Logan“ erzählte er vom Untergang des Marvel-Universums. Mittlerweile macht er im Label “Millarworld“ sein eigenes Ding, und Comics wie “Wanted“, “Kick-Ass“ oder “Kingsman“ liefern Steilvorlagen für Kino-Blockbuster.

Mark Millar: Starlight

Obwohl ihn das Superhelden-Genre groß gemacht hat, beschränkt sich Millar nicht darauf von kostümierten Rächern zu erzählen. “Starlight“ ist eine Liebeserklärung an pulpige Science Fiction im Stile von “Flash Gordon“, “Buck Rogers“ oder “Captain Future“. Im Zentrum der sechsteiligen Mini-Serie, die 2014 bei Image erschien, steht Duke McQueen. Der alte Herr ist gerade zum Witwer geworden, was für ihn besonders schmerzhaft ist. Seine Ehefrau Joanne war die Einzige, die dem ehemaligen Testpiloten glaubte, nachdem dieser vor 40 Jahren in ein Wurmloch geriet und auf einem weit entfernten Planeten landetet. Captain McQueen gelang es dort den Bewohnern dabei zu helfen sich von einem Tyrannen zu befreien, doch aus Liebe zu Joanne kehrte er wieder auf die Erde zurück.

Mark Millar: Starlight

Millars Comic schildert zunächst recht realistisch und mit viel Mitgefühl das Leben des alten aber keineswegs verbitterten Duke McQueen, der in Erinnerungen an seine galaktischen Abenteuer aber auch seine verstorbene Ehefrau schwelgt. Plötzlich landet jedoch ein Raumschiff in seinem Vorgarten und auf geht es zu neuen Abenteuern bei denen Duke McQueen beweisen kann, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Mark Millar: Starlight

Millars Geschichte strotzt nur so vor jener galaktischen Phantasie, die George Lucas abhanden gekommen war, als er die Star Wars Episoden I bis III drehte. Doch durch die gut geerdete Charakterisierung der Hauptfigur wird die Geschichte nicht zur plumpen Retro-Space-Opera.

Mark Millar: Starlight

Eine Klasse für sich sind aber auch die Bilder des in Zagreb lebenden kroatischen Zeichners Goran Parlov (“Marvel Universe vs. The Punisher“). Sein klares Artwork lässt immer wieder an die “Incal“-Serie des großen Moebius denken.

Mark Millar: Starlight
Cover von Bill Siekiewicz

Wie immer bei den Serien der “Millarworld“ gibt es auch zu den einzelnen Heften von “Starlight“ noch Variant-Cover. Diese stammen diesmal von meistern ihres Fachs wie Bill Siekiewicz, John Cassaday, sowie natürlich auch von Goran Parlov, und sind dankenswerterweise alle in diesem Panini-Sammelband abgedruckt.

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