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Troja

Während eines Staatsbesuches stibitzt der trojanische Prinz Paris sehr zum Ärger seines Bruders Hektor dem spartanischen Herrscher Menelaos die schöne Ehefrau Helena. Menelaos machthungriger Bruder Agamemnon nutzt diese Situation um in den Krieg gegen Troja zu ziehen. Da die durch mächtige Mauern und den erfahrenen Hektor geschützte Stadt uneinnehmbar erscheint, braucht Agamemnon die Hilfe von Achilles dem größten aber auch unberechenbarsten Krieger der Welt.

Wolfgang Petersens Antike ist zwar nicht so faszinierend und eigenwillig gestylt wie das alte Rom in Ridley Scotts Gladiator, doch immerhin gelangen ihm 2004 wahrhaft monumentale Bilder, denen nicht sofort anzumerken ist, das sie meist aus dem Computer stammen. Der Film erzählt seine durchaus zeitgemäße Geschichte zupackend und zügig ohne wirkliche Höhepunkte, aber auch ohne die oft bei Monumentalfilmen üblichen Durchhänger.  

Petersen hält Brad Pitt zwar für einen legitimen Oscar-Kandidaten, doch seine Interpretation des Achilles als zunächst herzlose aber dann geläuterte Kampfmaschine will sich nicht wirklich erschließen. Peter O’Toole hat einen kurzen Oscar-Moment, wenn er um den Leichnam seines Sohnes bettelt. Ansonsten dienen die prominenten aber nur selten geforderten Darsteller eher dazu dem Zuschauer den Durchblick im Handlungsdickicht zu erleichtern. Einzige Ausnahme ist Eric Bana, der nach seiner blassen Leistung in Hulk, einen glaubhaften und besonnenen Hektor verkörpert.

Sicher auch angesichts des großen Erfolges des nicht gerade unblutigen Historien-Dramas 300 erhielt Wolfgang Petersen drei Jahre nach dem Kinostart von “Troja“ die Möglichkeit einen um mehr als 30 Minuten erweiterten Director’s Cut anzufertigen. Am auffälligsten ist zweifelsohne, dass es in den Schlachtszenen jetzt deutlich härter zur Sache geht und beim Sturm auf Sparta nicht nur gemetzelt, sondern auch vergewaltigt wird. Doch die neue Fassung zeigt auch ausführlicher die Ruhe vor dem Sturm und so mancher Darsteller, wie etwa Sean Bean als Odysseus, kommt im Recut deutlich besser zur Geltung. Auch die etwas hoffnungsfrohere Schlusseinstellung gibt es nur im Director’s Cut. Insgesamt ist die längere Fassung nicht nur blutiger, sondern auch atmosphärischer und gelungener.

Nachdem er Erfolge mit Memento und Insomnia war eigentlich Christopher Nolan als Regisseur von Troja vorgesehen. Doch da Wolfgang Petersens Projekt Batman vs. Superman nicht zustande kam, ersetzte dieser Nolan. Für den Briten war dies ein Glücksfall, denn er konnte Warner davon überzeugen Batman Begins zu drehen. Daraus wurde eine erfolgreiche Trilogie und Nolan verblüffte mit den verrätselten Meisterwerken Inception, Interstellar und Tenet, bevor es ihm gelang sein etwas sperriges Biopic Oppenheimer zu einem Milliarden-Dollar-Hit zu machen mit in seiner sehr eigenwilligen Version von Homers Odyssee doch noch die Eroberung von Trojas in Szene zu setzen.

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Supergirl (1984)

Im Streaming-Zeitalter werden immer weniger DVDs und Blu-rays verkauft. Um dennoch Nachschub für die meist nicht mehr ganz jungen Sammler und ihre großen Silberling-Bibliotheken zu produzieren, veröffentlichen von Labels wie Wicked Vision, Turbine Medien oder Plaion liebevoll aufgemachte aber nicht ganz billige Mediabooks, die so manchen Klassiker erstmals auf Blu-ray präsentieren.

Neu aufgelegt werden häufig Filme aus den Achtzigern und oftmals nicht gerade die erfolgreichsten oder “besten“ Werke, sondern eher “Guilty Pleasures“. Ein gutes Beispiel hierfür ist die aufwändig produzierte und mit Stars wie Peter O’Toole oder Mia Farrow prominent besetzte DC-Comicverfilmung Supergirl, die 1984 in den Kinos nicht einmal die Hälfte ihres Budgets von 35 Millionen Dollar einspielte.

Wer wie ich damals im Kino war, wunderte sich über die seltsame Ausrichtung, des im Windschatten der erfolgreichen Superman-Filme mit Christopher Reeve entstandenen ersten großen Kinoauftritts eines weiblichen Superhelden.

Der Film zielte offensichtlich weniger auf Actionfreunde, sondern eher auf junge Zuschauerinnen. Die Produzenten vermuteten, dass diese ganz entzückt wären, wenn zu sehen ist, wie die frisch auf der Erde gelandete kostümierte Heldin an einem Blümchen schnuppert und entzückt vor Freude gen Himmel abhebt.

Ähnlich albern geriet auch der Kern der Handlung, bei dem es zwar irgendwie um die Suche nach der Kraftquelle von Supergirls Heimat Argon City geht, doch hauptsächlich darum, dass sowohl die Heldin als auch die in einer Geisterbahn hausende Hexe Selena (gibt Vollgas: Faye Dunaway) scharf auf den Gärtner Ethan (nunja: Hart Bochner) sind.

Cover A

In diesem nicht gerade geschickt konstruierten Umfeld verpufften leider die wirklich guten Bestandteile des Films. Dazu gehören die großzügig angelegten Studiokulissen von Argon City, die guten oft mit Miniaturkulissen realisierten Spezialeffekte, das heroische Soundtrack-Leitmotiv von Jerry Goldsmith und vor allem die in ihrem Supergirl-Kostüm niemals albern wirkende Helen Slater.

Cover B

Ein optimal aufgemachtes Mediabook bietet aufgeschlossenen und toleranten Filmfans die Möglichkeit sich die guten und die peinlichen Momente von Supergirl in voller Pracht zu Gemüte zu führen. Enthalten sind neben der 93-minütigen deutschen Kinofassung noch zwei mit 124 Minuten (internationale Langfassung) und 139 Minuten (Director’s Cut) deutlich längere, aber nicht wirklich bessere Versionen.

Hinzu kommt ein von Fays Dunaway moderiertes 50-minütiges Making of, sechs Trailer, einige britische TY-Spots, eine 22-minütige selbstlaufende Zusammenstellung von Storyboards, eine Galerie mit 264 Abbildungen von internationalen Werbematerialien (darunter ein lustiges “Cut-Out Paper Doll Book“), sowie ein 20-seitiges Booklet mit einem Text von Christian Heiß, der sich hauptsächlich mit den Supergirl-Comics beschäftigt.     

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