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Der Palast – Staffel 2

2021 erzählte die ZDF-Serie Der Palast vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der DDR vom Ostberliner Friedrichstadt-Palast. Das an Erich Kästners Das doppelte Lottchen erinnerndes Drama um zwei aus Ost und West stammende Schwestern war anscheinend so erfolgreich, dass vier Jahre später eine zweite Staffel entstand.

Neben Jeanette Hain als Ballettdirektorin Regina Feldmann wurden nur markante Nebendarsteller wie Matthias Matschke, Marc Hosemann oder Bernd Moss übernommen, denn im Zentrum des Geschehens stehen diesmal einige von sympathischen Newcomern verkörperte TänzerInnen.  

Kurz nach dem Mauerfall hoffen die von der Ostsee stammenden Geschwister Lary und Lukas (Luise Jansen und Lukas Brandl), sowie Karla Tanner (Taynara Silva-Wolf) aus München Aufnahme in die legendäre Tanztruppe des Friedrichstadt-Palasts zu finden.

Diese Thematik erinnert an Hollywood-Musicals wie Fame oder A Chorus Line, wurde von Drehbuchautorin Rodica Doehnert jedoch geschickt mit der damaligen Gegenwart abgeschmeckt. So finden die Hauptfiguren großzügig dimensionierte Wohnfläche, in den von ihren ursprünglichen Bewohnern verlassenen Ostberliner Häusern in direkter Nähe zur Mauer. Dort müssen sie ihre Unterkunft gegen westdeutsche Spekulanten verteidigen.

Genau wie die erste Staffel wurde auch diese Miniserie vom erfahrenen Kino-Regisseur Uli Edel (Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Der Baader Meinhof Komplex) opulent und farbenfroh in Szene gesetzt. Herausgekommen ist ein mit einer Prise Realität gewürzter Mix aus einfallsreich in Szene gesetzten Tanzszenen und großen Emotionen.

Nachdem Der Palast Anfang Januar 2025 im TV lief, liegt mittlerweile auch eine DVD-Edition der Serie vor. Das ist löblich, doch leider wurde versäumt, die Doku „DER PALAST: Der harte Weg ins Rampenlicht“, die in der ZDF-Mediathek verfügbar ist, mit auf den Silberling zu packen.

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Die Wespe – Staffel 3

Kürzlich war ich nach den drei BBC-Staffeln von Stephen Merchants The Outlaws völlig geflasht und schrieb im Überschwang: “Eine derart vielschichtige auf allen Ebenen funktionierende Serie gelingt in den USA nur sehr selten und bei uns so gut wie nie.“

Doch dann spielte mir Polyband dankenswerterweise das große Finale von Die Wespe zu. Das war gut so, denn ich hatte schon wieder vergessen, wie großartig Florian Lukas als Eddie Frotzke ist. Dieses Schnauzbart und Jogginghosen tragende Stehaufmännchen war unter dem nur mäßig beeindruckenden Kampfnamen „Die Wespe“ 1997 und 1999 deutscher Dart-Meister.

In den ersten beiden Staffeln blamierte sich Eddie bei seinen Comeback-Versuchen nach Kräften und enttäuschte dabei immer wieder seine Ehefrau Manu (Lisa Wagner). Diese ist ebenfalls eine begabte Dart-Spielerin und hat gute Chancen ihrem Mann den Rang abzulaufen.

Doch als für Eddie kaum noch Luft nach unten blieb (und Sky beschlossen hat keine weiteren deutschen Filme und Serie zu produzieren), wurde in der dritten Staffel etwas pfleglicher mit der Wespe umgegangen. Widerwillig muss Eddie sich mit der vierzehnjährigen Maxie (Sophie Paasch) auseinandersetzen, die behauptet sie wäre seine Tochter.

Schlimmer noch ist das Wiedersehen mit seinem angeblich als Countrysänger erfolgreichen Vater Rollo (Bernd Tauber) und seinem Bruder Ecki (Matthias Matschke),  der – obwohl zwei Jahre älter als Eddie – ein schlechterer Dart-Spieler ist. Dabei stellt Eddie fest, dass er über sehr viel mehr soziale Kompetenz verfügt, als er vermutet hat.   

Eine wichtige Rolle spielt Oscar Ortega Sanchez. Als Präsident des Die-Wespe-Fanclubs Oskar Schröder hat er eine überlebensgroße Statue von Eddie in seinem Vorgarten stehen und bringt seine Faszination voll auf den Punkt: “Als der Eddie zweimal deutscher Meister geworden ist, da mochte ich ihn nicht besonders. Das kam dann erst später, in der Phase, wo er nicht mehr so viel gewonnen hat.“

Doch Oscar Schröders Respekt wuchs als Eddie ein Auge verloren hatte, vom Dart-Verband gesperrt wurde und im Knast landete. Die Wespe stand immer wieder auf und das begeisterte Schröder: “Er ist vielleicht nicht mehr der allerbeste Spieler, aber Eddie, für mich bist Du der Allergrößte.“ Für mich eigentlich auch!

Die DVD-Veröffentlichung der dritten Staffel enthält als Bonus diese Dokus: „Actor on Actor“, (4:50 min), „Die Musik“ (1:56 min), „Familien-Special“ (2:13 min), „Fanclub-Special mit Oskar Schröder“ (3:00 min) und Szenen einer Familientherapie (1:41 min)

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Sketch History

Bei dieser ZDF-Comedy-Show überrascht am meisten die sorgfältige und sehr aufwändige Machart. Kulisse, Kostüme und Spezialeffekte, alles ist vom Feinsten. Dadurch hat der Zuschauer tatsächlich den Eindruck in der Steinzeit, bei den Wikingern, im Führerbunker oder im Weißen Haus zu sein. Der Humor schreckt auch vor Derbheiten und Brutalitäten nicht zurück, daher lief die Sketch History im ZDF-Spätprogramm, die zugehörige DVD ist jedoch bereits ab 12 Jahren freigegeben.

Sketch History

Da die einzelnen Episoden durch Animationsfilmchen verbunden werden, drängt sich ein Vergleich zu Monty Python’s Flying Circus auf. Doch der britische TV-Klassiker war Ende der Sechziger Jahre sehr viel innovativer und konsequenter. Die Trickfilme von Terry Gilliam standen auf eigenen Füssen und brauchten keine lustig gemeinten erläuternden Texte, wie sie Bastian Pastewka in der Sketch History aufsagt. Wichtiger noch ist jedoch, dass bei Monty Python jeder einzelne Sketch für sich stand und nicht Teil einer auf mehrere Episoden verteilten Serie war.

Sketch History

Genau darin besteht das Problem bei der Sketch History. Eine Episode für sich betrachtet erfreut durch die Opulenz und die ständig wechselnden, aufwändig in Szene gesetzten, historischen Schauplätze. Doch optisch ist das Pulver schnell verschossen. Geballt betrachtet, beginnt es irgendwann zu nerven, wenn immer wieder Homestorys von Beethoven oder Edison erzählt werden, kein Mensch William Shakespeare versteht, oder Matthias Matschke zum x-ten Mal als Joseph Goebbels Varianten zur Sportpalast-Rede zum Besten gibt.

Sketch History

Doch das Serielle hat natürlich auch seine Reize, etwa wenn immer wieder (und in den letzten Folgen leider kaum noch) Max Giermann einige historische Personen wie Julius Cäsar oder den Heiligen König Melchior als Vorfahren von Klaus Kinski interpretiert. Es ist unglaublich, wie er dabei zum augenrollenden Schauspiel-Wüterich wird. Nicht ohne sind auch die wirklich lustigen Interviews mit den historischen Persönlichkeiten am Ende jeder Episode. Das Konzept der Sketch History ist ganz sicher noch ausbaufähig, zumal das Ensemble wirklich mit Leib und Seele dabei ist.

Sketch History

Die DVD von Sony enthält auf 2 Scheiben alle 10 Episoden der “Sketch History“. Als Bonusmaterial gibt es 6 Minuten mit Outakes und ein Faltblatt mit Biographien des Ensembles.

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