In seiner in den letzten drei Jahrzehnten auf knapp 50 Titel angewachsenen Reihe mit Comic-Biografien hat Willi Blöss bereits Vincent van Gogh, Robert Capa, Niki de Saint Phalle, Klaus Staeck, Nam June Paik und Wilhelm Busch auf jeweils 24 Seiten ebenso kompakt wie kompetent porträtiert.
Jetzt hat der Comiczeichner sein ohnehin schon immenses Spektrum erweitert und sich zwei Kolleg:innen gewidmet, die in den Sechzigern die 9. Kunst in Frankreich maßgeblich prägten. Sowohl im handlichen A6-Heft zu Claire Bretécher als auch in der nahezu gleichzeitig erschienenen Comic-Biografie zu Jean-Jacques Sempé spielt René Goscinny eine wichtige Rolle.
Bevor der in einem Vorort von Bordeaux bei herzlosen Pflegeeltern aufgewachsene Sempé Titelbilder für den New Yorker zeichnete, schuf er gemeinsam mit seinem “ersten Freund in Paris“ Goscinny die mehrfach verfilmte Comicbestseller-Reihe Der kleine Nick.
Zeitgleich mit Sempé arbeitete auch Claire Bretécher mit Goscinny zusammen, allerdings nur wenige Monate. Doch er schätzte die Comics von Bretécher und Ende der Sechziger war sie die einzige Frau, die im von Goscinny ins Leben gerufenen Magazin Pilote veröffentlichte.
Die beiden Biografien ergänzen sich perfekt, denn etwas abseits von Asterix oder Lucky Luke bietet Willi Blöss fundiert recherchierte Impressionen aus ebenso spannenden wie prägenden Comic-Jahren.
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