Wie man Dornröschen wachküsst

Während Drei Haselnüsse für Aschenbrödel zum Kultfilm wurde, ist ein vier Jahre später vom selben Team gedrehter tschechischer Märchenfilm etwas in Vergessenheit geraten. Das ist ungerecht, denn Wie man Dornröschen wachküsst ist nicht minder liebenswert und hat seine ganz eigenen Qualitäten.

Auch dieser Film, der in der DDR Wie man Prinzessinnen weckt benannt wurde, nimmt sich beim Adaptieren eines bekannten Volksmärchens mindestens ebenso viele Freiheiten wie Walt Disney. Die böse Fee der Vorlage, die Dornröschen und ihr ganzes Königreich in Tiefschlaf versetzt, ist hier die eifersüchtige, ältere Schwester der Königin, die gerne über das Königreich der Rosen geherrscht hätte.

Wichtiger noch ist, dass Dornröschen nicht wie bei den Grimms oder zuvor bei Charles Perrault hundert Jahre in den Tiefschlaf versetzt wird, sondern ihren Prinzen bereits vor der Sache mit der Spindel kennenlernt und dieser keineswegs ein Tattergreis ist, als er sie rettet.

Gerade der erste Teil des Films, in dem das von Marie Horáková als selbstbewusste junge Frau verkörperte Dornröschen eigentlich den arroganten Prinz Georg aus dem Reich der Mitternacht heiraten soll, sich aber in dessen sehr viel liebenswerteren Bruder Jaroslav (Jan Hrušínský) verliebt, überzeugt immer noch als romantische Komödie.

Dies liegt auch an dem in nahezu allen tschechischen Klassikern auftretenden Vladimír Menšík, der den stets hungrigen Knappen Mathias spielt. Dieser muss gelegentlich in ein Bärenfell schlüpfen, um sich vom ebenso angeberischen wie psychisch instabilen Prinzen Georg im Zweikampf besiegen zu lassen.

Genau wie in Drei Haselnüsse für Aschenbrödel gelang dem Regisseur Václav Vorlícek (Die Märchenbraut) auch hier die wunderschöne Realverfilmung eines beliebten Märchens. In Szene gesetzt inmitten beeindruckender mittelalterlicher Bauten entstand 1977 ein Familienfilm-Klassiker, der auch heute noch bestens unterhält. Der großartige Soundtrack stammt wieder von Karel Svoboda (Biene Maja, Wickie) und Karel Gott sang die eingängige Titelmelodie Ji za štěstím sa nicht nur auf Tschechisch, sondern nahm den Titel 2014 unter dem Titel Schau nach vorn auch als deutschen Schlager auf.  

Der Film liegt endlich sorgfältig restauriert auf Blu-ray vor. Allerdings hat sich Filmjuwelen beim Bonusmaterial sehr viel weniger Mühe als bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gegeben. Neben dem deutschen Trailer (2:12 min) und dem DEFA-Vorspann (2:08 min) ist zwar auch der Puppentrickfilm „Dornröschen war ein schönes Kind ...“ (5:05 min, Regie: Katja Georgi, 1987) enthalten.

In Sachen Booklet sieht es jedoch mau aus. Die Veröffentlichungen von Filmjuwelen überzeugten bisher durch ihre edle Ausstattung mit Schuber und reich bebilderten Büchlein. Letzteres wurde zwar auch diesmal versiert von Rolf Giesen zusammengestellt und in gewohnter Form layoutet, ist jedoch nur digital erhältlich.

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