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Der Seewolf

1906: Nach einem Schiffsunglück in der Bucht von San Francisco landet der Schriftsteller Humphrey van Weyden (Edwards Meeks) auf dem Robbenfänger „Ghost“. Captain Wolf Larsen (Raimund Harmstorf), der wegen seiner Härte „Seewolf“ genannt wird, nimmt van Weyden gegen dessen Willen in seiner Mannschaft auf, da er gerade einen Seemann verloren hat. Van Weyden ist angewidert vom brutalen Führungsstil Larsens, lernt dadurch aber auch sich durchzusetzen und „auf eigenen Beinen“ zu stehen.

Zusammengesetzt aus mehreren Erzählungen Jack Londons gelang dem ZDF 1971 mit diesem in Schweden und Rumänien gedrehten Weihnachts-Vierteiler ein absolutes Meisterstück, das sowohl Zuschauer als auch Kritiker begeisterte. Genau wie die Bücher Londons befriedigt dieser später auch als Zusammenschnitt im Kino gezeigter Film den Hunger nach Abenteuern, bietet dabei  aberauch dem Hirn einige Nährstoffe an. Viele Leitmotive Londons, wie etwa die Frage ob Menschlichkeit ein Luxusgut ist, fließen unaufdringlich in die spannende Geschichte ein. 

Wolfgang Staudte (Der Untertan) gelang ein fesselndes Drama und Raimund Harmstorf ist die Idealbesetzung für die Titelrolle. Die ganze Fernsehnation versuchte es ihm gleich zu tun und rohe Kartoffeln mit bloßen Händen zu zerquetschen. Der seinerzeit noch gänzlich unbekannte Harmstorf wurde in diesem Vierteiler noch von Kurt E. Ludwig nachsynchronisiert und sprach erst im ebenfalls sehr erfolgreichen Weihnachts-Vierteiler Michael Strogoff mit eigener Zunge.

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Der Untertan

Bereits von seinen Eltern wurde Diederich Heßling durch Prügel und das Erzählen von Schreckensmärchen Respekt vor Autoritäten eingeflößt. Dies setzte sich fort in der Schule, während des Studiums, in der Burschenschaft und beim Militär. Als Heßling schließlich die Papierfabrik seines Vaters übernimmt, ist er ein voll funktionsfähiger Untertan, der vor den Mächtigen kuscht und sich an den sozial Schwachen abreagiert.

Neben seinem 1930 mit Marlene Dietrich unter dem Titel Der blaue Engel verfilmten Roman Professor Unrat, ist wohl Der Untertan wohl das bekannteste Werk von Heinrich Mann. Der immer etwas im Schatten seines Bruders Thomas stehende Schriftsteller schrieb sein 1916 zuerst als Privatdruck veröffentlichte Buch bereits vor dem Ersten Weltkrieg. Darin kritisiert und karikiert er aufs Heftigste den (wilhelminischen) Untertanengeist.

Von seinem US-amerikanischen Exil aus übertrug Heinrich Mann nach dem Zweiten Weltkrieg die Verfilmungsrechte am Untertan an die DDR-Filmgesellschaft DEFA. Deren bester Regisseur Wolfgang Staudte (Die Mörder sind unter uns, Der kleine Muck) machte daraus 1951 ein Meisterwerk. Werner Peters ist der Titelrolle die Idealbesetzung, während Staudtes Bildgewalt die satirischen Absichten von Heinrich Mann verlustfrei auf die Leinwand zauberte. In diesem Zusammenhang spricht es Bände, dass der überall in der Welt preisgekrönte Film in der BRD erst sechs Jahre nach seiner Entstehung und dann auch noch in einer um elf Minuten gekürzten Fassung aufgeführt werden durfte.

Bei Filmjuwelen ist eine sehr schöne Blu-ray-Edition mit Schuber und Wendecover von “Der Untertan“ erschienen. Das Bonusmaterial besteht aus seinem sehr fundierten Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, dem “DDR Magazin 1971/08“ mit einem Bericht über Heinrich Mann (10:12 min) und dem DDR-Kinotrailer (2:43 min). Die Veröffentlichungen von Filmjuwelen überzeugten bisher durch ihre edle Ausstattung mit reich bebilderten Booklets. Dieses wurde zwar von Detlef Kannapin und Dr. Rolf Giesen zusammengestellt und in gewohnter Form layoutet, liegt jedoch nicht bei und ist nur digital erhältlich.

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