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Heinz Strunk und André Breinbauer: Graf Fauchi

Mit Die Käsis versuchte sich Heinz Strunk (Der goldene Handschuh, Fleisch ist mein Gemüse, Jürgen, Fleckenteufel) 2023 an einem Bilderbuch für eine jüngere Leserschaft. Doch seine Love Story zwischen “einer edlen Parmesan-Dame und einem industriellen Scheibenkäse, die vor dem autokratischen Schimmelkäse Beef Jezos“ aus Käsiland fliehen, fiel bestenfalls seltsam aus, genau wie das Artwork des britischen Graffitikünstlers Vents137.

Sehr viel gelungener ist jener Comic, den Ully Arndt aus Strunks Besteller Der goldene Handschuh gemacht hat. Dies trifft auch auf Graf Fauchi und das verschwundene Gebiss zu, wobei hier die die Zeichnungen noch stärker als die Story überzeugen. André Breinbauer arbeitete zeitgleich an seinem Comic Blutsauger und beschäftigt sich darin umfassend mit dem Vampir-Mythos.   

Die vielleicht originellste Idee von Strunk ist, dass der mittlerweile 100 Jahre alte Graf Fauchi so schwach ist, dass es ihm nicht mehr gelingt, seinen mit schwerem Blei beschlagenen Sargdeckel hochzuwuchten. Daher hat sich eine sogenannte Peacebox zugelegt, die sich als Klappsarg problemlos aus Papier und Pappe zusammenfalten lässt.     

Die eigentliche Story ist etwas zahnlos geraten. Heinz Strunk erzählt wie sich Graf Fauchi gemeinsam mit der Werwölfin Ylva auf die Suche nach seinem verschwundenen Gebiss macht. Ähnlich wie im Kinderbuch jener kleine Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, befragt Graf Fauchi verschiedene Kreaturen. Dabei handelt es sich jedoch um Seeungeheuer oder den Besitzer von Frankensteins Retail-Shop, der mit Leichenteilen handelt.

All diese Horrorgestalten, sowie den aus Medusa, Yeti, Horrorclown, Alien, Zombie Dämon und der Elfe Aredhel bestehenden Freundeskreis von Graf Fauchi, hat André Breinbauer so liebenswert aber auch finster in Szene gesetzt, dass sofort Erinnerungen an die Addams Familie aufkommen.

Bereits ein Jahr später erschien eine Fortsetzung. In Graf Fauchi und das Tor zur Welt gibt sich Heinz Strunk in seiner Story allerlei Mühe um den mittlerweile 1001 Jahre alten Vampir schließlich in seiner Wahlheimat Hamburg landen zu lassen. In der Hansestadt lernt Fauchi den Hafen kennen, sowie den auf dem Heiligengeistfeld stattfinden Frühlingsdom. In der dortigen Geisterbahn arbeitet der Graf so erfolgreich als Erschrecker dass seine Kollegen neidisch werden und ihn an den Unterweltboss St.-Pauli-Fiete verkaufen…

Auch in der Fortsetzung sind die Bilder besser gelungen als die Story. Wobei der in Passau geborene und mittlerweile in Wien lebende André Breinbauer das durchaus über ein ganz eigenes Flair verfügende Hamburg weniger überzeugend einfängt, als die liebenswerten und fast schon knuffigen Monster.

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