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Entenhausener Ikonen: Donald Duck

Es hat bei Egmont Tradition immer wieder neue zusammengestellte Collectionen mit Disney-Comics zu veröffentlichen. So startete 2004 die Disney Hall of Fame, die ausgewählte Werke von Zeichnern wie Romano Scarpa oder Paul Murry präsentierte (wobei in acht (!) der zwanzig Bände ausschließlich Don Rosa vertreten war).

Zur selben Zeit erschien die ebenfalls sehr schön zusammengestellte Reihe Disney´s heimliche Helden, deren zehn Bände nicht nur Nebencharakteren wie Kater Karlo, Klaas Klever oder Gundel Gaukeley gewidmet waren, sondern sich auch mit Onkel Dagoberts Geldspeicher oder Donalds Auto 313 beschäftigten.

Von 2012 bis 2014 erschien die zehnbändige Reihe Die besten Geschichten von…, in der Comics von Al Taliaferro oder Daan Jippes präsentiert wurden. Nicht zu vergessen ist die 2018 veröffentlichte Disney-Anthologie mit fünf jeweils 430-seitigen Bänden zu Micky Maus, Donald Duck, Goofy, Daisy Duck und Onkel Dagobert, die Ulrich Schröder mit einem durchgehenden Motiv auf dem Buchrücken garniert hatte.

Jetzt startet die neue Reihe Entenhausener Ikonen, die sich abwechselt mit Donald Duck, Onkel Dagobert und Micky Maus beschäftigt. Zum Auftakt wird auf 300 Seiten in Comics und Texten dargestellt, wie Donald zur (Vorsicht Wortspiel!) Legend(t)e wurde. Auf den ersten Seiten des Buchs sind (natürlich) einige Onepager aus der Feder von Al Taliaferro zu sehen und es folgen Geschichten von Carl Barks. Dabei handelt es sich um vier zehnseitige Stories, die zwischen 1943 und 1964 entstanden sind.

Als Beispiel für eine längere Barks-Geschichte wurde der 32-seitige Halloween-Comic Spendieren oder Schickanieren von 1952 ausgewählt, bei dem es sich um eine Adaption bzw. Erweiterung des im selben Jahr entstandenen Disney-Cartoons Trick or Treat handelt. In einem seiner fundierten Textbeiträge weist Disney-Historiker Jim Fanning, von dem auch die Einleitung zu Taschens pompös aufgemachter Library-Ausgabe von Carl Barks’s Donald Duck stammt, auf die Unterschiede zwischen Trickfilm und Comic hin.

Es folgen Donald-Comics, die von Tony Strobl, Vicar, Giorgio Cavazzano, William Van Horn, Don Rosa, Mau Heimans, Carmen Pérez & Tony Fernández und Ferioli gezeichnet wurden. Hinzu kommt ein vierseitiges Interview mit Paco Rodriguez, was etwas seltsam anmutet, weil der spanische Zeichner in diesem Band nur mit einer Seite vertreten ist.   

Diese ist in der Story Das Bildnis von Donald Duck (A Beautiful Likeness von 2011) zu finden, die für mich das absolute Highlight dieser Collection ist. Hierin erzählt der ansonsten auch als Zeichner tätige Kari Korhonen davon, wie Tick, Trick und Track ihrem Onkel zum Geburtstag ein Porträt schenken wollen. Nach und nach beauftragten sie zwölf Künstler, waren aber mit keinem von deren Donald-Porträts zufrieden.  

Als Zeichner kamen mit Ferioli, Marco Rota, Mau Heymans, Wanda Gattino, Wilma van den Bosch, Arild Midthun, Michel Nadorp, Freddy Milton, Bas Heymans, Giorgio Cavazzano, Daan Jippes und dem interviewten Paco Rodriguez zwölf Disney-Künstler zum Einsatz, die nicht nur Donald porträtierten, sondern auch jeweils eine Seite zur Story beisteuerten.   

Zeitgleich mit dem ersten Donald-Band erscheint Entenhausener Ikonen 02 – Onkel Dagobert I: Das Geheimnis seines Erfolgs. Das Buch enthält erwartungsgemäß recht viele Comics von Carl Barks und überraschenderweise nur eine Story von Don Rosa, sowie ein Interview mit Kari Korhonen.

Jetzt dürfen wir uns auf den ersten Ikonen-Band zu Micky Maus freuen, der unter dem Motto Es kann nur einen geben! steht. Danach erscheinen im Vierteljahrestakt weitere Bände, abwechselnd zu Donald, Dagobert und Micky. Es ist zu hoffen, dass dies eine Weile so weitergeht und vielleicht noch weitere “Entenhausener Ikonen“ gewürdigt werden.        

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Disney´s heimliche Helden # 3: Gundel Gaukeley

Nach Supergoof und Phantomias steht jetzt eine weitere mit besonderen Kräften gesegnete Disney-Figur im Mittelpunkt der 10-bändigen Reihe “Heimliche Helden“. Carl Barks erfand Gundel Gaukeley 1961 für die Geschichte Der Midas-Effekt und ließ sie Dagobert Ducks heißgeliebten ersten selbstverdienten Taler stehlen. Barks selbst setzte die Hexe, die er ganz im Gegensatz zu den meisten Vertretern ihrer Art recht attraktiv zeichnete, eher selten ein.

Disney´s heimliche Helden # 3: Gundel Gaukeley

Doch in Italien wurde die Figur unter dem Namen Amelia recht beliebt, was nicht verwundert denn im Original heißt die Hexe Magica De Spell (möglicherweise in Anlehnung an die nahezu zeitgleich entstandene Zeichentrick-Schurkin Cruella De Vil aus 101 Dalmatiner) und haust am Fuße des Vesuvs. Bereits ein Dreivierteljahr nach ihrem ersten US-Comicauftritt tauchte Gundel im italienischen Topolino # 360 auf und wurde dort mit der Hexe aus dem Zeichentrickfilm Trick or Treat (und später auch mit Madam Mim) zusammengebracht.

Disney´s heimliche Helden # 3: Gundel Gaukeley

Neben zwei Barks-Geschichten mit Gundel sind natürlich auch die ersten italienischen Comic-Auftritte der Hexe in diesem Band in deutscher Erstveröffentlichung enthalten. Hierbei handelt es sich jedoch leider um recht minderwertig gezeichnetes Material, das auch nicht besser wird, wenn die extra für diesen Band angefertigte deutsche Übersetzung in einer Geschichte von 1964 den Obermagus Billogatesus und die Filmdiva Rulia Joberts einbaut. Doch da auch Comics von Daan Jippes und Don Rosa enthalten sind ist die Zusammenstellung (und die ausführliche Einleitung von Wolfgang J. Fuchs) ansonsten recht gut gelungen und es kann sich schon auf den nächsten “Heimlichen Helden“, den Außerirdischen Gamma, gefreut werden.

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