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Supergirl: Die Frau von morgen

Supergirl liebt es sich gehen zu lassen. Zusammen mit ihren Hündchen Krypto besucht gerne Planeten mit roten Sonnen. Dort hat sie keine Superkräfte, spürt die Folgen von Alkoholgenuss und lässt sich an ihrem 21. Geburtstag so richtig volllaufen

Ausgerechnet sie ist es, die die junge Außerirdisch Ruthye Marye Knoll auserkoren hat, um Krem of the Yellow Hills zu finden. Der Anführer der die Galaxis terrorisierenden Briganten hat Ruthyes Vater umgebracht. Als das verkaterte Supergirl sich widerwillig auf die Mission einlässt und Krem findet, unterliegt sie im Zweikampf.

Krem kann mit ihrem Raumschiff entkommen und hat zuvor den zur Hilfe eilenden Krypto noch mit seinen vergifteten Pfeilen lebensgefährlich verletzt. Um an das Gegengift zu gelangen, steigt Supergirl zusammen mit Ruthye in ein Raumschiff, das an eine Art galaktischen Flixbus denken lässt. Die jungen Frauen durchleben eine abenteuerliche Odyssee im Weltraum…

Dies ist nicht nur der Auftakt zur achteiligen Miniserie Supergirl: Woman of Tomorrow, die der vielbeschäftigte Comicautor Tom King (Rorschach, Batman/Catwoman) 2021 für die sehr detailverliebt arbeitende brasilianische Zeichnerin Bilquis Evely geschrieben hat. Fünf Jahre später dienten Kings Grundidee und einige Zeichnungen von Evely als Vorlage für Supergirl, den zweiten Kinofilm von James Gunns erfolgreich mit Superman gestarteten DC Universe, das ein Gegenstück zum Marvel Cinematic Universe sein soll.

Der von Craig Gillespie (Fright Night, I Tonya, Cruella) inszenierte Kinofilm wurde noch aufgemotzt durch einen Gastauftritt von Ex-Aquaman Jason Momoa als Lobo, der im Comic nicht vorkommt. Dem Kinofilm fehlt zwangsweise die epische Erzählstruktur von Kings Comic und wirkt nach dem werkgetreuen Auftakt durch sein Dauerfeuerwerk an Action und Humor, aber auch Drama, wie ein vierter Teil von James Gunns Guardians of the Galaxy

Doch auch Kings Idee die tragische Kindheit von Supergirl mit in die Story einzubauen, wurde sehr wirkungsvoll in den Kinofilm übernommen. Daher lohnt es sich den Supergirl: Die Frau von morgen zu lesen und den Comic mit dem Film zu vergleichen. Pünktlich zum Kinostart ist bei Panini eine gebundene Neuauflage der Comicvorlage in einem etwas größeren Format erschienen.

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James Gunn: Superman

James Gunn, der Regisseur und Schöpfer der ersten beiden Guardians of the Galaxy Blockbuster, erhielt 2018 wegen lange zurückliegender, unüberlegter Tweets bei Disney den Laufpass. Warner war toleranter und Gunn wechselte von Marvel zu DC. Bei The Suicide Squad erhielt Gunn völlige Narrenfreiheit und genau wie bei den Guardians standen auch hier Comicfiguren, die kaum jemand kennt, im Zentrum der Handlung.

Mit einer davon, dem herrlich schräg von John Cena verkörperten Peacemaker, drehte Gunn während der Corona-Zeit eine spaßige Serie, die alles was Marvel bei Disney+ online gestellt hat, ganz schön alt aussehen lässt. Das waren die Gesellenstücke, die Gunn für die ganz große Herausforderung qualifizierten.

Nachdem Zack Snyder seine 2015 mit Man of Steel gestartete Reihe von finsteren DC-Filmen mit einer überraschend gut gelungenen Langfassung von Justice League beendet hatte, wurden James Gunn 225 Millionen zur Verfügung gestellt, um mit einem Superman-Film das Fundament für ein völlig neues DC Universe auf die große Leinwand zu zaubern.

Gunn hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte des Vaters aller Superhelden zu erzählen, sondern er startet dort, wo der junge Superman seinen ersten Kampf zur Rettung von Metropolis verloren hat.

Zur Hilfe eilt ihm kein anderer kostümierter Superheld, sondern sein ebenfalls von einem nicht mehr existierenden Planeten stammender weißer Terrier-Mischling Krypto. Es sei hiermit gespoilert, dass das Hündchen nicht nur ein Sidekick ist, sondern sich maßgeblich an den Kämpfen von Superman beteiligt.

Die Geschichte spielt zu einer Zeit, als Lois Lane (großartig: „The Marvelous Mrs. Maisel“ Rachel Brosnahan) bereits herausgefunden hat, dass es sich bei ihrem Reporterkollegen um Superman handelt. Genau wie 1978 in Richard Donners klassischer Verfilmung mit Christopher Reeves, auf dessen musikalisches Leitmotiv auch Gunn nicht verzichten kann, wurde auch diesmal für Superman mit David Corenswet ein noch nicht fest etablierter und gerade dadurch sehr gut passender Darsteller gefunden.

Wenn Corenswet als Clark Kent bei einem heimlichen Date mit Lois Lane, von dieser ziemlich herausfordernd interviewt wird, knistert nur so vor Erotik, aber auch geballten Intellekt. Spätestens hier wird klar, dass Gunn diesmal sehr viel mehr als turbulente Superhelden-Action am Rande der Parodie im Sinn hat. Ein Geniestreich ist es auch Lex Luthor mit dem Schauspiel Chamäleon Nicholas Hoult zu besetzen, der zuletzt in Clint Eastwoods Juror # 2 brillierte. Noch nie kam Supermans Nemesis so bösartig rüber.

Dank seines Humors, der pfiffigen Handlung, die auch die aktuelle Weltlage mit einarbeitet hat, konnte Gunns Superman meine nicht eben geringen Erwartungen übertroffen. Ich hoffe, dass dieser ebenso originelle wie traditionsbewusste Film für DC eine ähnliche Bedeutung haben wird, wie Anno 2008 der erste Auftritt von Robert Downey Jr. als Iron Man Film für das Marvel Cinematic Universe. Supergirl der zweite Film des neuen DC-Kinouniversums macht jedenfalls Hoffnung.

Auch beim Bonusmaterial der Blu-ray-Edition hat sich Warner selbst übertroffen. Höhepunkt ist das einstündige Making Of, bei dem James Gunn intime Einblicke in die Produktionsgeschichte bietet. Witzig ist auch der kurze Animationsfilm “Krypto saves the Day: School Bus Scuffle“.

Hinzu kommen einige kurze aber interessante Berichte zu diesen Schwerpunktthemen: „Daily Planet“ (5:26 min, wie alle Extras mit deutschen Untertiteln), „Lex Luthor“ (5:22 min), „Justice Gang“ (10:31 min), „Krypto“ (basiert auf Gunns frechen Hund Ozu, 5:48 min), „Ultraman“ (5:08 min), „Supermans Vermächtnis“ (6:07 min), „Die neue DC-Ära“ (4:43 min) und „David Flemings traditionsbewusster Soundtrack“ (6:34 min)

Es sei noch angemerkt, dass der 4k-Ultra-HD-Edion eine schöne 3D-Karte mit Superman/Clark Kent – Wackelmotiv beiliegt!

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