Schlagwort-Archiv: Spider-Man: No Way Home

Spider-Man: Brand New Day

Im 2021 entstandenen Spider-Man: No Way Home wurde versucht, alles was die Filme über den Spinnenmann Peter Parker so faszinierend machten, in einen Film zu packen. Mit Willem Dafoe als Green Goblin aus Spider-Man, Alfred Molina als Dr. Octavius aus Spider-Man 2, Thomas Haden Church als Sandman aus Spider-Man 3, Rhys Ifans als Lizard aus The Amazing Spider-Man und Jamie Foxx als Electro aus The Amazing Spider-Man 2 waren alle prominent besetzten Schurken dabei.

Da zudem, neben dem amtierenden Spider-Man Tom Holland, auch seine beiden Vorgänger Tobey Maguire und Andrew Garfield auftauchten, wurde der Film zu einem Megaerfolg und spielte knapp zwei Milliarden Dollar ein. Emotional ließ mich das Spektakel jedoch eher kalt, während bei der fünf Jahre später entstandenen Fortsetzung Spider-Man: Brand New Day das genaue Gegenteil der Fall war. Dass mich der Film so bewegt hat, kann natürlich auch daran gelegen haben, dass ich nicht nur 3D, sondern zusätzlich noch einen D-Box-Wackelkino-Sitz gebucht hatte und die Bewegungsdesigner mich im Takt der Handlung durchrütteln ließen.

Noch bemerkenswerter ist, dass ich nicht nur geschüttelt, sondern auch gerührt war, weil ich noch nie ein Publikum erlebt habe, das bei einem Film so gut mitging. Am Ende von No Way Home existierte Peter Parker durch Marvel-Magie quasi nicht mehr. New York und ganz besonders seine Freundin MJ (Sendaya) hatten ihn vergessen. Als sich in Brand New Day Peter seiner MJ wieder ganz vorsichtig annäherte und es zu einem ersten Kuss kam, jubelte der vollbesetzte Kinosaal. Fortan war eine Art Damm gebrochen und immer wieder wurde applaudiert.

Dafür gab es tatsächlich zahlreiche Gründe. Peters Love Story mit MJ und seine pausierende Freundschaft zu Ned Leeds (Jacob Batalon) stehen im Zentrum des Films. Auch bei Peter Parkers Zusammenarbeit mit dem Punisher Frank Castle (Jon Bernthal) geht es überraschend emotional zu, und die von Sadie Sink aus Stranger Things verkörperte “Schurkin“ hat ganz andere Probleme als die Weltherrschaft zu erringen.

Es ist überraschend, dass inmitten des mittlerweile nicht nur kränkelnden, sondern auch nervenden Marvel Cinematic Universe ganz plötzlich der mit Abstand beste Spider-Man-Film auftaucht. Dieser soll zwar auch ein wenig auf den nächsten potentiellen, anscheinend mit Superhelden überbevölkerten, Marvel-Kracher Avengers: Doomsday neugierig machen. Doch trotz zahlreicher alles bisherige übertreffender Actionszenen stehen im Zentrum von Brand New Day Peter Parker und seine ganz persönlichen Probleme, genau wie einst in den von Stan Lee, Steve Ditko und John Romita so meisterlich erzählten Comicheften!

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Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Mit diesem Film tritt das Marvel Cinematic Universe in eine Phase, in der selbst diejenigen nicht mehr durchblicken, die alle Superhelden- Kinofilme kennen. Während sich zuvor in Spider-Man: No Way Home darauf konzentriert wurde, die Charaktere aus den bisherigen Kinofilmen mit dem Wandkrabbler aufeinander loszulassen, erschließt sich die komplette Story des zweiten Solofilms mit Benedict Cumberbatch als Doctor Strange nur Zuschauern, die auch Disney+ Serien wie WandaVision oder What if…? gesehen haben.

Auch dies ist erstaunlich werkgetreu gegenüber der Vorlage, denn Marvel-Comicserien werden nach einem allgemeinverständlichen Auftakt zwangsläufig zum Bestandteil einer kompliziert verzahnten immer wieder ins Wanken geratenden Gesamterzählung. Doch mit der Wahl des Regisseurs von Doctor Strange in the Multiverse of Madness wurde zu den Wurzeln der (erfolgreichen) Marvel-Kinofilme zurückgekehrt. Sam Raimi, der 2002 den ersten Spider-Man-Film drehte, feierte seine ersten Erfolge mit Filmen wie Armee der Finsternis oder Darkman im Horrorkino.

In dieser Hinsicht lässt er es ordentlich krachen und es ist schon verwunderlich, dass der alles andere als blutarme Film ab 12 Jahren freigegeben wurde. Erzählt wird davon, wie Doctor Strange gemeinsam mit der jungen America Chavez (Xochitl Gomez) zu einer ebenso imposant (vor allen in 3D) in Szene gesetzten wie unübersichtlich erzählten Odyssee durch diverse Multiversen aufbricht.

Dabei trifft er nicht nur auf diverse Varianten seinerselbst, sondern auch auf eine Christine Palmer (Rachel McAdams), die – im Gegensatz zur frisch aber nicht mit ihm verheirateten Version seiner Realität – anscheinend noch ledig ist. Doch dafür, dass Romantik den Film nicht aus dem Gleichgewicht bringt, sorgt Elizabeth Olsen als zwar tragisch gebrochene aber erstaunlich gewalttätige Wanda Maximoff alias Scarlet Witch.

Nach einem etwas durchwachsenen Auftakt steigert sich der Film zu einer wilden Achterbahnfahrt, die auch Marvel-Novizen Freude bereiten dürfte. Insider hingegen erhalten durch überraschende Gastauftritte erste Infos darüber, wie die X-Men oder die Fantastic Four demnächst möglicherweise ins MCU eingegliedert werden könnten. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn diese Erstbegegnungen mit Figuren aus bisher fremden Filmwelten finden in einem alternativen Universum statt.

Um nicht den Spaß am Film zu verderben, möchte ich nur noch verraten, dass es sich lohnt, den Nachspann komplett abzusitzen, denn zur Belohnung gibt es einen schreiend komischen Moment mit Sam Raimis Lieblingsdarsteller.

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Spider-Man: No Way Home

Mit Spider-Man: Homecoming und Spider-Man: Far From Home ist es Sony Pictures sehr gut gelungen, am Rande des Marvel Cinematic Universe sein eigenes Ding zu machen. Doch die wohl beste Kino-Adaption der Abenteuer des Spinnen-Mannes ist Spider-Man: A New Universe. In diesem Animationsfilm interagiert der Spider-Man of Colour Miles Morales mit Kollegen aus diversen Paralleluniversen, wie einem desillusionierten Peter Parker oder dem Trickfilm-Schweinchen Spider-Ham.

Spider-Man: No Way Home

Der Erfolg des oscar-prämierten Trickfilms inspirierte Sony dazu, beim dritten (und möglicherweise letzten) Auftritt von Tom Holland als Spider-Man ähnliche Wege zu beschreiten. Als Gaststar aus den MCU-Filmen fungiert Benedict Cumberbatch als Doctor Strange. Dieser soll eigentlich durch einen Zauber alle Menschen vergessen lassen, dass Peter Parker unter der Maske von Spider-Man steckt.

Spider-Man: No Way Home

Dies misslingt jedoch, denn stattdessen tauchen plötzlich die Schurken aus den Spider-Man-Filme mit Tobey Maguire und Andrew Garfield auf. Durch die Auftritte von Willem Dafoe als Green Goblin aus Spider-Man (2002), Alfred Molina als Dr. Octavius aus Spider-Man 2 (2004), Thomas Haden Church als Sandman aus Spider-Man 3 (2007), Rhys Ifans als Lizard aus The Amazing Spider-Man (2012) und Jamie Foxx als Electro  aus The Amazing Spider-Man 2 (2014) kann Sony zeigen, dass die Firma schon lange vor Disney hochkarätige Darsteller für Comic-Verfilmungen verpflichten konnte.

Spider-Man: No Way Home

Doch Tom Hollands in düsteren Bildern eingefangenen Interaktionen mit den klassischen Schurken fehlt gänzlich der Drive von Spider-Man: A New Universe und den sonstigen MCU-Filmen.

Spider-Man: No Way Home

Auch daraus, dass der begnadete J. K. Simmons als cholerischer Zeitungs-Herausgeber J. Jonah Jameson zurückkehrt, schlägt der Film kaum Kapital. Doch bevor die Geschichte vollends langweilt, hat Sony noch eine Überraschung im Angebot.

Spider-Man: No Way Home

Im letzten Drittel des Films wird Holland mit seinen beiden Vorgängern Tobey Maguire und Andrew Garfield konfrontiert, die beide nicht so wirken, als wenn sie frustriert darüber sind, dass sie nicht ewig Spider-Man spielen durften. Das Zusammenspiel des Trios macht viel Spaß und den Film doch noch zu etwas ganz Besonderem. Doch so richtig ab ging es erst in der Fortsetzung Spider-Man: Brand New Day.

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