Diese italienische Produktion von 1967 ist mehr als seltsam. In der Hauptrolle des Dr. Neil Connery ist Neil Connery zu sehen. Dieser arbeitete zuvor in Edinburgh als Stuckateur und wurde für den Film verpflichtet, weil er seinem acht Jahre älteren Bruder Sean Connery sehr ähnlich sah.
Er spielte den erfolgreicher plastischen Chirurgen Dr. Neil Connery, der auch hypnotisieren und von den Lippen ablesen kann. Da dessen Bruder James nicht zur Verfügung steht, wird Neil von der britischen Regierung beauftragt, die Verbrecherorganisation Thanatos zu bekämpfen, die mit einer elektromagnetischen Superwaffe die Weltherrschaft erlangen will.
Operation „Kleiner Bruder“ trägt im italienisches Original den Titel O.K. Connery und beschränkt sich nicht darauf eine ähnliche Geschichte wie ein James-Bond-Film zu erzählen. Mit Bernard Lee, Lois Maxwell, Adolfo Celi und Daniela Bianchi wurden zudem noch die Darsteller von M, Miss Moneypenny, dem Feuerball-Schurken Emilio Largo und dem Bond-Girl aus Liebesgrüße aus Moskau verpflichtet.
Hinzu kommt noch Anthony Dawson, der zuvor in bereits drei Bond-Filmen zwielichtige Charaktere gespielt hatte. Die immer wieder an die Soundtracks von John Barry erinnernde musikalische Begleitung stammt von Ennio Morricone und Bruno Nicolai, während sich Maria Cristina Brancucci bei der Interpretation des Titelsongs Man for Me sehr stark an Shirley Bassey orientiert.
Das Resultat sieht dank Musik, Besetzung und Drehorten wie Marokko und Monaco optisch tatsächlich wie eine weitere Bond-Produktion aus. Doch dank der sinnlosen Handlung kommt statt Hochspannung immer wieder Verwunderung auf. Das hat durchaus seinen Reiz, und es ist sehr schön „Miss Moneypenny“ Lois Maxwell endlich einmal im bewaffneten Außeneinsatz zu sehen.
Insgesamt macht Operation „Kleiner Bruder“ mehr Spaß als die im selben Jahr entstandene “offizielle“ Parodie Casino Royale. Sean Connery, der zeitgleich bei Man lebt nur zweimal vor der Kamera stand, war von der ganzen Sache nicht begeistert. Vielleicht auch deshalb machte er danach seine erste Bond-Pause und überließ 1969 George Lazenby die Hauptrolle in Im Geheimdienst Ihrer Majestät.
Die Blu-ray von Explosive Media enthält neben dem 108-minütigen exzellent restaurierten Hauptfilm als Bonus den englischsprachigen Trailer in “Grindhouse-Version“, bzw. schlechter Bildqualität (2:03 min), sowie eine Galerie mit Werbematerialien (3:07 min).
Diese Geschichte von Doris Ertel-Zellner und Reinhold Zellner beim 1992 erschienenen 34. Comic der von Franz Gerg meisterlich gezeichneten Reihe Max & Luzie orientiert sich nur bedingt an dem Romanklassiker von Alexandre Dumas.
Dies verwundert nicht, denn die Serie adaptiert keine Literatur, sondern es werden “spannende Abenteuer in der Weltgeschichte“ präsentiert. Daher wird davon erzählt, wie sich der 1630 im Louvre residierende König Ludwig XIII Machtkämpfe mit Kardinal Richelieu liefert. Doch genau genommen spielt das Duo nur eine Partie Schach, während ihre Gefechte stellvertretend von des Königs Musketieren und der Garde des Kardinals ausgetragen werden.
Auf der zweiten Seite tritt ein Doppelagent auf, der seine Informationen sowohl an den König als auch an den Kardinal verkauft. Da dieser Spion“Zero-Zero-Six“ heißt, sollte er ursprünglich die Gesichtszüge von Sean Connery tragen und Franz Gerg hatte den schottischen Weltstar bereits treffend karikiert. Doch diese Idee wurde verworfen und im Comic hat der Spion keinerlei Ähnlichkeit mit dem 007-Darsteller, was den Gag mit “Zero-Zero-Six“ ins Leere laufen lässt.
Franz Gerg findet dies sehr bedauerlich, denn er findet, dass “sein“ Sean Connery besser erkennbar ist, als dies zehn Jahre zuvor bei Albert Uderzo der Fall war, als dieser den Darsteller im Asterix-Album Die Odyssee als Nullnullsix auftreten ließ.
Bemerkenswert ist, dass unsere Zeitreisenden nur am Rande der Musketier-Geschichte auftreten. Genau genommen hätte diese problemlos ohne Max und Kiez funktioniert. Es geht um die kleine Isabelle von Dellmont, die gewaltige Ländereien geerbt hat, die sich sowohl Ludwig XIII als auch Kardinal Richelieu unter den Nagel reißen wollen. Deren Truppen liefern sich turbulente Gefechte und verwechseln dabei Luzie mit Isabella.
Einmal mehr beeindruckt die großartige und liebevolle “Ausstattung“. Kostüme, Gebäude und Waffen wirken authentisch, was seinerzeit ohne Internet und hauptsächlich durch nur kurzzeitig aus den Bibliotheken ausleihbares Referenzmaterial alles andere als einfach zu realisieren war.
Vor mehr als zwanzig Jahre verhinderten Bruce Willis und Ben Affleck in Michael Bays Armageddon als Ölbohrexperten, dass ein Asteroid mit einem Durchmesser von 1.000 km die Erde zerstört. Weitere zwei Jahrzehnte zuvor war es ein auf die Erde zurasender acht Kilometer breiter Meteor, dessen Aufschlag von einen von Sean Connery verkörperten Wissenschaftler vereiteln wollte.
Meteor entstand 1979 als die durch Blockbuster wie Erdbeben, Airport oder Flammendes Inferno gestartete Welle der Katastrophen-Filme bereits etwas abflachte. Regie führte Ronald Neame, der sich sieben Jahre zuvor mit Die Höllenfahrt der Poseidon bereits erfolgreich dem Untergangs-Genre gewidmet hatte. Meteor hingegen konnte an den Kinokassen nur die Hälfte seines Budgets von 16 Millionen wieder einspielen.
Der Film hat sich jedoch insgesamt besser gehalten, als seine aus heutiger Sicht etwas antiquiert und schwerfällig wirkenden Vorgänger. Ähnlich wie später die Werke von Roland Emmerich ist auch Meteor, trotz des drohenden Weltuntergangs, erstaunlich leicht und locker in Szene gesetzt. Dies liegt auch an dem permanent ironisch grinsenden Sean Connery, der im Zusammenspiel mit dem von Karl Malden gespielten Nasa-Chef immer einen lockeren Spruch draufhat: “Steckt mir doch noch einen Besen in den Hintern, dann kann ich beim Rausgehen einen Teppich fegen.“
Genau wie die Filme von Emmerich, insbesondere The Day After Tomorrow ist auch Meteor kein völlig unpolitischer Eskapismus. Erzählt wird davon, wie die Supermächte USA und UdSSR ihre Atomwaffenbestände gebündelt einsetzen müssen, um die Katastrophe abzuwenden. Die Zusammenarbeit mit den von Natalie Wood und Brian Keith gespielten Russen verläuft dabei eher genossenschaftlich, während Martin Landau als US-Hardliner mächtig aufdreht.
In Erinnerung bleibt aber auch ein hübscher lyrischer Moment am Anfang des Films als Aufnahmen aus dem Weltraum so geschickt in eine Hochsee-Luftaufnahme überblendet werden, dass es kurze Zeit so wirkt, als wenn ein von Sean Connery gesteuerte Segelschiff durchs All gleiten würde.
Plaion präsentiert Meteor als Mediabook mit DVD und Blu-ray. Enthalten ist der Film zusätzlich als “alternativ restaurierte“ Version mit einer Länge von 107 Minuten, sowie eine knapp 50-minütige deutschsprachige Super-8-Fassung. Sehr viel interessanter sind die in Flagstaff, in der Nähe eines riesigen Meteoritenkraters, aufgenomenen Interviews mit Sean Connery (8:29 min), Natalie Wood (7:41 min) und Martin Landau (7:32 min). Hinzu kommen noch der deutsche Trailer (2:58 min), der US-Trailer (3:38 min) und eine Bildergalerie (26:01 min), sowie das 28-seitige Booklet mit interessanten Texten von Stefan Jung und Tobias Hohmann.
Seinen Durchbruch als Filmstar hatte Michael Caine 1965 als er erstmals Harry Palmer vom britischen Secret Service spielte. Ipcress – Streng geheim kam in die Kinos nachdem dort mit großem Erfolg Goldfingergelaufen war und Sean Connery für die Öffentlichkeit bereits der leibhaftige James Bond war. Daher bestand Caine darauf, als Harry Palmer eine Brille zu tragen, damit er diese einfach abnehmen und andere Rollen spielen konnte.
Dies wäre vielleicht gar nicht nötig gewesen, denn die drei im Jahresrhythmus entstandenen Kinofilme mit Harry Palmer liefen zwar recht gut, wurden aber zu keinem weltweiten Phänomen. Harry Saltzman, der zusammen mit Albert R. Broccoli die James-Bond-Filme produzierte, wollte eine andere Art von Geheimagen präsentieren. Zusammen mit Michael Caine dachte er sich für die in Len Deightons Romanvorlagen unbenannte Hauptfigur einen möglichst langweiligen Namen aus.
Harry Palmer war kein eleganter Actionheld. Er hörte gerne klassische Musik, war ein talentierter Hobbykoch, sprach im Original mit Cockney-Akzent und ging recht respektlos mit seinen Vorgesetzten um. Im Gegensatz zu Bond hatte Palmer durchaus Existenzängste und fragt bei seinem Arbeitgeber immmal wieder wegen einer Gehaltserhöhung nach.
Ipcress – Streng geheimhandelt von einigen brillanten britischen Wissenschaftlern, die entführt wurden. Der ausschließlich in London spielende Film schildert Palmers Tätigkeit beim Geheimdienst des Verteidigungsministerium als bürokratischen Job und die eigenen Kollegen als gelegentlich ebenso gefährlich wie die Gegenseite.
Saltzman verpflichtete für den ersten Palmer-Film auch zwei Männer, die maßgeblich zum Erfolg der Bond-Filme beigetragen hatten, diesmal aber in andere Richtungen arbeiteten. Der Designer Ken Adam schuf für Ipcress – Streng geheim keine protzigen Kulissen, sondern ein graues London, dass alles andere als “Swinging“ war, während der Komponist John Barry nicht symphonisch arbeitete, sondern eher minmalistisch und zwischendrin immer wieder ein ungarisches Cimbalon erklingen ließ.
Bereits 1966 kam mit Finale in Berlin (im Originaltitel geht es allerdings eher um ein „Begräbnis in Berlin“) ein zweiter Film mit Harry Palmer in die Kinos. Dieser wurde hinter dem Eisernen Vorhang in den Außendienst geschickt. Palmer soll in Ostberlin Kontakt aufnehmen zu Colonel Stok (ziemlich großartig: Oskar Homolka), einem hohen russischen Militärvertreter, der angeblich in den Westen überlaufen will.
Der Film war besetzt mit einigen prominenten deutschen Darstellern, wie Wolfgang Völz (Raumpatrouille Orion), Heinz Schubert (“Ekel Alfred“), Rainer Brandt (Die Zwei), sowie das damals liierten Pärchen Eva Renzi und Paul Hubschmid (Panik in New York, Der Tiger von Eschnapur). Finale in Berlin erinnert stärker an die ebenfalls an interessanten Schauplätzen spielenden Kinoeinsätze von James Bond, zumal Goldfinger-Regisseur Guy Hamilton den Film inszenierte.
Bunter als bei 007, der nahezu zeitgleich in Im Geheimdienst ihrer Majestät ein eher unspektakuläres, aber ebenfalls recht eisiges Abenteuer erleben sollte, ging es 1967 beim dritten Harry-Palmer-Film Das Milliarden-Dollar-Gehirn zu. Das lag ganz sicher am immer etwas extravagant inszenierenden Regisseur Ken Russell (Biss der Schlangenfrau, Der Höllentrip), aber auch am ziemlich durchgeknallten Drehbuch, das vom texanischen Ölmilliardär und Ex-General Midwinter (Ed Begley) mit Napoleon- bzw. Hitler-Komplex handelt, der mit einer Privatarmee in Russland einmarschieren will.
Der teilweise in Norwegen gedrehte Film wartet mit spektakulären Bauten auf, die seltsamerweise nicht von Ken Adams, sondern vom ebenfalls für die Bond-Reihe tätigen Syd Cain stammen. Saltzman und Caine kamen nicht gut mit Ken Russell zurecht, der mit Das Milliarden-Dollar-Gehirn seinen ersten Kinofilm drehte und sich am Set sehr unwohl fühlte. Seinerzeit beendete der Misserfolg des opulent am Rande der Parodie in Szene gesetzten Spektakels die Kinoauftritte von Harry Palmer, doch heute hat Das Milliarden-Dollar-Gehirn durchaus seine Fans.
Mitte der Neunziger Jahre kehrte Michael Caine noch einmal zurück zu der Rolle, die seine Karriere startete. Der TV-Zweiteiler The Palmer Files entstand als englisch-kanadisch-russische Koproduktion teilweise vor Ort in Sankt Petersburg. Im der ersten spielfilmlangen Episode Bullet to Beijing können die Schauwerte und Aktionsequenzen, sowie die interessanten Darsteller wie Michael Gambon, Michael Sarrazin oder Sean Connerys Sohn Jason, durchaus punkten. Doch die Fortsetzung Midnight in Saint Petersburg , in der Harry Palmer sich in Russland als Privatdetektiv betätigt, ist leider nur noch langweilig und der Soundtrack von Rick Wakeman beginnt langsam aber sicher zu nerven.
Wer noch nicht genug, dem dann nur noch die bei uns nicht gezeigte 2022 entstandenen TV-Neuverfilmung von The Ipcress File mit Joe Cole (Gangs of London) als Harry Palmer. Die sechsteilige TV-Serie erzählt auch davon, wie Palmer in Berlin als britischer Soldat kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs wegen Schwarzmarktgeschäften verhaftet wird und vom Geheimdienst des Außenministeriums vor die Wahl “Knast oder Agententätigkeit“ gestellt wird.
Es ist eigentlich keine Neuigkeit, dass nach Werken wie Unnützes James Bond Wissen, Roger Moores Bond über Bond, On the Set of James Bond’s Spectre und dem großformatigen 50 Jahre James Bond Filmplakate ein weiteres Buch über die James-Bond-Filme erschienen ist. Auch dass der Bildband von “Europas größter Film-Lifestyle-Zeitschrift“ Cinema, die arg mit Auflagenschwund zu kämpfen hat, zusammengestellt wurde, weckt nur bedingt Neugierde.
Doch der Inhalt überzeugt und überrascht. Die Bebilderung wurde zwar gut ausgewählt, kann jedoch nicht bei Taschens wuchtigemThe James Bond Archivesmithalten. Für das Cinema-Buch sprechen jedoch die vielen interessanten Infos, bei denen es sich nur selten um bereits allseits bekannte Anekdoten handelt. Ebenfalls sehr gut gelungen ist auch die sinnvolle Gliederung.
Nach einer knappen aber unterhaltsamen Einleitung, bei der von Ian Fleming, dem Autor der James-Bond-Romane, sowie den Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman erzählt wird, folgt der spannendste Teil des Buchs.
Nacheinander werden Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig, sowie ihre 007-Filme vorgestellt. Neben aussagekräftigen Biografien und Interviews, gibt es auch Infos zu den Kinoauftritten, die die Darsteller außerhalb der 007-Reihe absolviert haben.
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den weiblichen Darstellern, den Schurken, den Drehorten, den Kulissen, den Gadgets und der Musik. Letzteres Kapitel ist besonders interessant. Völlig neu war mir, dass Alice Cooper 1974 einen Titelsong namens The Man with the Golden Gun eingereicht hatte, der nicht verwendet wurde, jedoch auf dem Album Muscle of Love enthalten ist.
Ägypten 1955: Kairo ist ein Schmelztiegel, in dem Geheimagenten aus aller Welt unterwegs sind. Jeder spioniert jeden aus, jeder sabotiert jeden: Franzosen, Engländer, Sowjets, Ex-Nazis, islamische Extremisten, sowie die Familie des gestürzten Königs Farouk. Um wieder Ordnung in das Chaos zu bringen und eine geheime Mission zu erfüllen, entsendet der französische Präsident seinen besten Mann: Hubert Bonisseur de La Bath alias OSS 117.
In mehr als 200 Romanen verrichtete der von Jean Bruce erfundene Top-Agent aus Louisiana seine Missionen im Dienste der Grande Nation. Der Erfolg setzte sich auch im Kino fort, hier wurde OSS 117 u. a. von Ivan Desny, Kerwin Mathews (Sindbads siebente Reise) und John Garvin (Psycho) gespielt. Die 2006 entstandene Verfilmung sieht durch ihre ausgeblichenen Farben so aus, als wäre sie in den 60er-Jahren entstanden.
Regisseur Michel Hazanavicius und Drehbuchautor Jean-François Halin machten aus OSS 117 einen arroganten Franzosen Vor liebevoll rekonstruierten Kulissen machte sich der Film über den damaligen Zeitgeist lustig. Für die Hauptrolle konnte der begnadete Jean Dujardin (Cool Waves, Mein ziemlich kleiner Freund, Lucky Luke – Der einsame Cowboy) gewonnen werden, der genauso aussieht, wie eine Sean-Connery-Karikatur des MAD-Zeichners Mort Drucker. Hazanavicius drehte fünf Jahre später mit Dujardin den mit 5 Oscars ausgezeichneten schwarzweißen Stummfilm The Artist.
Jean Dujardin spielt den Agenten als Egomanen, der alle Nichtfranzosen für minderbemittelte Wilde hält. Für den Film spricht aber auch die Unberechenbarkeit, mit der Hazanavicius und Halin ihre Geschichte erzählen. Inmitten der intrigenreichen Story findet Dujardin als OSS 117 auch noch Zeit für eine ausgelassene Gesangsdarbietung, bei der er ein orientalisches Saiteninstrument spielt und von sich selbst berauscht seine Mission völlig vergisst.
In Frankreich erreichte OSS 117: Le Caire nid d’espions über zwei Millionen Kinobesucher und zog mit OSS 117 – Er selbst ist sich genug und OSS 117 – Liebesgrüße aus Afrikazwei Fortsetzungen nach sich. Bei uns lief der Film mit großem Erfolg auf dem Fantasy Filmfest, kam aber leider nicht ins Kino. Bei der DVD-Veröffentlichung kam Oliver Kalkofe (Der WiXXer, Mattscheibe) als Sprecher von OSS 117 und als Synchronbuch-Autor zum Einsatz. Er ging sehr respektvoll mit dem Original um und auch in der deutschen Fassung ist der Humor meist subtil. subversiv und überraschend.
Extras der DVD von Koch Films: Audiokommentar mit Regisseur und Hauptdarsteller (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Dokumentation über die Dreharbeiten „Keine Ferien für OSS 117“ (67:07 min), Making Of (19:07 min), Entfallende Szenen (16:52 min), Verpatzte Szenen (11:57 min), Promoreel (2:56 min), Gaumont Wochenschau: Weltnachrichten (4:17 min), Featurette über die Synchronarbeiten (10:50 min), Französischer und deutscher Trailer (je 1:57 min), Drei Teaser (0:37 min + 0:57 min + 0:37 min)
Ein sagenumwobener grüner Phantom-Ritter beherrscht das Königreich Camelot. Kein anderer Ritter konnte ihn bisher besiegen. Als er am Hofe von König Artus versucht, die Ritter der Tafelrunde zu provozieren, wagt es nur der junge, tapfere Sir Gawain gegen ihn aufzubegehren. Um die Ehre seines Königs zu verteidigen und sein eigenes Leben nicht in Gefahr zu bringen, tritt Gawain mit seinen Knappen eine Reise voller Abenteuer und Gefahren an.
Bereits 1973 verfilmte Stephen Weeks die mittelalterliche Legende Sir Gawain und der grüne Ritter. Elf Jahre später durfte er es noch einmal versuchen, diesmal sogar mit proinenten Darstellern wie Trevor Howard und Peter Cushing, mit dem Weeks zuvor bei I, Monsterzusammenarbeitete .
Einzig auf den für die Hauptrolle vorgesehenen “Luke Skywalker“ Mark Hamill musste er verzichten. Doch dafür konnte Sean Connery, der gerade in der Nähe der französischen Drehorte in seinem Bond-Comeback Sag niemals nievor der Kamera stand, für die Rolle des mysteriösen grünen Ritters gewonnen werden.
Connery macht auch im albernen Ritter-Outfit mit Blättern, Glitzerflitter und Geweih (!) eine gute Figur, was vom unter einer entsetzlichen Blondhaar-Perücke steckenden Hauptdarsteller Miles O’Keeffe, der zuvor neben Bo Derek als Tarzan zu sehen war, nicht wirklich gesagt werden kann. Ebenfalls mehr als gewöhnungsbedürftig ist Ron Geesins thematisch nicht wirklich passender Heimorgel-Soundtrack.
Die DVD-Veröffentlichung präsentiert den Film in voller 2,35:1-Breite und ermöglicht es, dessen nicht unbeträchtliche optische Pracht zu genießen.
Um die wahren Hintergründe einer gigantischen Juwelenschieberei aufzuspüren, ist James Bond der geheimnisvollen Octopussy auf den Fersen. Sie ahnt nicht, dass sie von einem Wahnsinnigen hinters Licht geführt wird. Der russische General Orlov benutzt ihren Zirkus vorgeblich, mit ihm den geraubten Kreml-Schatz durch Europa zu schmuggeln. Tatsächlich dient er ihm nur als trojanisches Pferd für einen atomaren Sprengkörper, der auf dem Gelände der US-Airforce in Feldberg detonieren soll.
Während Sean Connery bereits für ein konkurrierendes Bond-Projekt unterschrieben hatte, pokerte Roger Moore so geschickt um seine Gage, dass sogar schon Probeaufnahmen mit Josh Brolin als neuer 007 gedreht wurden. (Bei diesem stand ihm Maud Adams zur Seite und einige Ausschnitte von den Probeaufnahmen sind übrigens auf dieser DVD enthalten.)
Letztendlich war es wohl das locker auf einer Kurzgeschichte von Ian Fleming basierende recht märchenhafte und verspielte Drehbuch, das Roger Moore schließlich zur Serie zurückkehren ließ.
Die größere Aufmerksamkeit in Presseberichten erhielt seinerzeit zweifelsohne Sean Connerys gelungenes und sehr selbstironisches Bond-Comeback Sag niemals nie, das sich dann jedoch nur als eine Neuverfilmung von Feuerball entpuppte. In den Kinos hingegen wollten deutlich mehr Zuschauer den „offiziellen“ Bond-Film sehen und daher war Roger Moore auch noch bereit in Im Angesicht des Todes als 007 zu agieren.
Ein farbenprächtiger Schauplatz wie Indien, eine Hauptdarstellerin wie Maud Adams, mit der sich Moore schon beiDer Mann mit dem goldenen Coltbestens verstand, und ein Finale, bei dem Moore unter einer Clownsmaske sogar ungewohnt emotional agieren musste, machten Octopussy zu einem meist etwas verkannten Highlight innerhalb der Serie. Der Film wäre ein wirklich gelungener James-Bond-Abschied für Roger Moore gewesen.
Extras der DVD-Edition: Audio-Kommentar von Regisseur John Glen, einigen Darstellern (Roger Moore ist nicht dabei) und sonstigen Beteiligten, wie alle Extras wahlweise mit deutschen und englischen Untertiteln; Audiokommentar von Roger Moore; „Inside Octopussy“, ein umfassender 33-minütiger Einblick in die Entstehung des Filmes. Bemerkenswerterweise wird in diesem Bericht konkret auf den Konkurrenzbond „Sag niemals nie“ eingegangen und sogar ein kurzer Ausschnitt gezeigt; Ein 21-minütiges Portrait des Bond-Designers Peter Lamont; Bericht „James Bond in Indien“ (28:14 min); Diverse Screentests von James Brolin, teilweise von ihm selbst anmoderiert (4:15 min + 1:40 min + 1:33 min); Amateuraufnahmen vom Dreh von Statist Ken Burns (6:40 min); Peter Lamont auf Motivsuche in Berlin (4:32 min); Berichte über die Stunts: Jeep-Crash (3:47 min), Flugzeug-Absturz (3:24 min) und Luftkampf (4:31 min); Animierte Storyboard-Szenen („Taxi-Verfolgung“ 3:33 min und „Bond rettet Octopussy“ 3:21 min); Musikvideo „All Time High“ von Rita Coolidge (2:38 min, 2,35 : 1, nicht anamorph, Dolby 2.0); „Missionskontrolle“: Thematisch gegliederte Zusammenstellung einiger besonders markanter Szenen, hervorzuheben ist die Möglichkeit die Titelsequenz ohne den Text bzw. die Credits zu betrachten; Trailer zum Kinostart (3:24 min, 1,85 : 1, anamorph, Dolby 2.0); 3 Kurztrailer (je 0:30 min, 1,85 : 1, nicht anamorph, Dolby 2.0); 8-seitiges farbiges Booklet
Der erste Sammelband von Panini enthielt 5 US-Hefte und schloss mit einem ziemlichen Knaller ab. Was als amüsante James-Bond-Parodie begann, endete damit, dass der ungebremste Sexualtrieb von Großbritanniens Geheimagent Nummer 1 Jimmy Regent ein völliges Chaos verursacht hat.
So haben sich nicht nur Regents Nachkommen zu einer gemeingefährlichen Terrortruppe formiert, sondern diese hat auch noch mit einem Serum bei fast allen Einwohnern von London Geschlechtsumwandlungen durchgeführt…
Ein Jahr später präsentiert der zweite Band das in den Heften 6 bis 9 erzählte, durchaus krönende Finale von Jimmys Bastarde. Am Anfang der Geschichte befindet sich der einst so arrogante Superagent völlig ausgebrannt in einem Irrenhaus, in dem auch schon frühere Kollegen (von denen immerhin Sean Connery halbwegs gut zu erkennen ist) eingeliefert wurden. Jimmys eigentlich immer noch ziemlich von ihm angewiderte Ex-Partnerin Nancy McEvan versucht ihn wieder aufzubauen, muss dann jedoch allein in den Kampf gegen die Bastard-Armee ziehen…
Es ist selten der Fall, dass bei einem von Garth Ennis (Hellblazer, Preacher, Punisher, Crossed) geschriebenen Comic die Zeichnungen mehr begeistern als die Geschichte. Doch in diesem Fall überzeugen vor allem die Bilder von Russ Braun, der bereits bei The Boys und der Vorsetzung Dear Becky mit Ennis zusammenarbeitete.
Wo es angebracht ist überzeichnet und karikiert Braun, doch er bringt auch die oft sehr blutigen Actionszenen bestens rüber. Band 2 hat einen schönen elfseitigen Anhang mit Entwurfszeichnungen, die zeigen, wie sorgfältig Braun sein Ensemble entworfen hat.
Die Geschichte von Ennis wirkt gelegentlich etwas wirr und – anders als sonst – zündet nicht jeder bös gemeinte Gag sofort. Der Humor verwirrt oft mehr, als dass er amüsiert, wobei der als Übersetzer angeheuerte Comedian Hennes Bender auch keine große Hilfe war.
Ich habe schon größeren Quatsch von Ennis gelesen, aber da waren die Zeichnungen meist auch ähnlich schlecht. In diesem Fall ist es schade, dass dem eigentlich nie um gute Einfälle verlegenen Ennis keine bessere Story für Russ Braun eingefallen ist.
Zwar steht der 1964 entstandene Psycho-Thriller Marnie im Schatten von Alfred Hitchcocks direkt zuvor gedrehten Meisterwerken Psycho und Die Vögel. Während dieser beiden Filme die Pop-Kultur weiterhin unverändert beeinflussen, wird Marnie eher als Nebenwerk betrachtet. Der Film erzählt von einem Verleger, der sich in eine Kleptomanin verliebt und nach der Hochzeit versucht herauszufinden, warum seine Braut frigide ist.
Die arg konstruierte Erklärung für die Defekte der Titelfigur ließen Marnie seinerzeit etwas albern wirken. Doch die Art, wie Hitchcock seine Geschichte erzählt, ist zeitlos mitreißend und spannend. Eine pikante Note bekommt der Film, der von einem finanziell unabhängigen Mann handelt, der eine labile Frau von sich abhängig macht und zum Beischlaf zwingt, dadurch, dass Hitchcock seine Hauptdarstellerin Tippi Hedren, die er durch Die Vögel zum Star machte, sexuell bedrängt hat.
Dennoch gelang hier ein Film über eine trotz ihrer Probleme und Defekte sehr starken Frau. Gegen die großartig agierende Tippi Hedren verblasst sogar ihr charismatische Co-Star Sean Connery, der damals gerade den ersten James-Bond-Film Dr. No abgedreht hatte. Da sich der finanzielle Erfolg in Grenzen hielt, mochte Hitchcock Marnie nicht besonders.
Im Nachwort zur Neuauflage seines hervorragenden Buches Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? äußert der französische Regisseur Francois Truffaut die Vermutung, Hitchcock hätte sich von seinem „Hofkomponisten“ Bernard Herrmann getrennt, weil er ihm die Schuld gab für „eine gewisse Trostlosigkeit“, die für ihn von Marnie ausging.
Tatsache ist jedenfalls, dass Hitchcock nach diesem Film die Zusammenarbeit mit Herrmann einstellte und dessen bereits fertiggestellten Soundtrack zu seinem nächsten Film Der zerrissene Vorhang nicht verwendete. Dabei waren es auch die sehr passenden (ein wenig an dessen Musik zu Vertigo erinnernden) Melodien von Herrmann, die Marnie zu Hitchcocks letzten wirklich durchgehend gelungenen Film machten
Eine optimale Heimkino-Edition des Films steht noch aus, denn die Blu-ray-Veröffentlichung von Universal ist leider arg grobkörnig ausgefallen. Immerhin überzeugt die knapp einstündigen Doku im Bonusmaterial.