So langsam scheinen sich Superhelden-Comics made in Germany zu etablieren. Von Jörg Buttgereits Captain Berlin liegen bereits 7 Hefte und der erste Supersammelband vor. Mit LDH: Liga Deutscher Superhelden startete eine Serie, die im selben Universum wie die Austrian Superheroes angesiedelt ist.
In die selbe Kerbe haut Tracht Man und macht dies vielleicht ein wenig gröber als die Mitbewerber. Das ist zum Teil sicher auch Absicht, denn mit Bayern wird allgemein und nicht völlig grundlos auch eine gewisse Derbheit verbunden. Daher trägt Tracht Man eine Lederhose, hat eine Knödel-Kanone und lebt in einem Luftschiff namens Oktoberfestung.
Auch die Zeichnungen von Chris Kloiber wirken etwas grob und können nicht beim ausgereiften Artwork von Martin Frei bei LDH mithalten. Politische Anspielungen, die CSU-mäßig auf dem Weg liegen und den Reiz bei Captain Berlin ausmachen, verkneift sich die Serie (bisher?).
Im ersten Heft kämpft Tracht Man gegen den riesengroßen Saupreiss, der eine Pickelhaupe trägt. In Band 2 hingegen gilt es das Oktoberfest zu retten.
Auf ihre primitive Art machen die ersten beiden Comichefte von Plem Plem Productions (der Name ist Programm) durchaus Spaß. Für den Sammler wird dank diverser Variant-Cover auch einiges geboten.
Neal Adams Variant Cover
Christopher Kloiber gelang es prominente Comic-Künstler dazu zu bewegen alternative Titelbilder zu zeichnen. Eine echte Augenweide sind die Cover von Romano Molenaar (Storm, X-Men) und von Batman-Legende Neal Adams (Superman vs. Muhammad Ali).
Aktuell arbeitet Chris an einer Gratis Comic Tag Ausgabe und der fünften Nummer von Tracht Man, zu dem es sogar bereits eine Action-Figur gibt!
Der britische Zeichner Don Lawrence sorgte durch seine plastisch kolorierten Zeichnungen dafür, dass das – am Aufstieg und Fall des römischen Reichs orientierte – Fantasy-Epos Trigan zu einem großen Erfolg wurde. Doch Lawrence war unzufrieden mit den faschistoiden Geschichten des Autors Mike Butterworths, aber auch mit der, trotz der internationalen Verbreitung von Trigan, sehr schlechten Bezahlung. Daher nahm er das Angebot an, für das holländische Comicmagazin Eppo eine Science-Fiction-Geschichte zu entwickeln und zu zeichnen.
Der erste Versuch Kommandant Greküberzeugte nicht (und erschien erst sehr viel später). Deutlich besser kam die 1976 gestartete Serie Storm an. Speziell die späteren von Martin Lodewijk geschriebenen Geschichten stachelten Don Lawrence mit ihrer wilden Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Satire zu opulenten Comic-Gemälden an. Bis zu seinem Tode im Jahre 2003 zeichnete Don Lawrence 22 albenlange Comicgeschichten mit Storm.
Doch die Serie war damit noch lange nicht gestorben. Storm wurde von verschiedenen Autoren und in einem ähnlichen plastischen Stil vom niederländischen Zeichner Romano Molenaar fortgeführt. Dieser war auch der Wunschkandidat, als beschlossen wurde Storms Gefährtin Rothaar eine eigene Serie zu geben. Doch Molenaar hatte mittlerweile auch in den USA Fuß gefasst und arbeitete etwa für DC an Batman oder Birds of Prey.
Für Storm – Die Chroniken von Rothaar wurde ein Zeichenstil gewählt, der weniger an Don Lawrence und stärker an US-Superhelden-Comics der 70er Jahre erinnerte. Doch sicher war es nicht nur die weniger aufwändige Zeichenarbeit, die Romano Molenaar dazu brachte den Start der neuen Serie in Szene zu setzen, sondern auch die Zusammenarbeit mit einer US-Comic-Legende. Roy Thomas hatte nicht nur Star Wars und Conan – Der Barbar für Marvel Comics adaptiert, sondern zusammen mit dem Zeichner Barry Windsor-Smith auch die populäre Fantasy-Heldin Red Sonja geschaffen, die stark an Rothaar erinnert.
Roy Thomas hat sich für Rothaar als Origin eine spannende Fantasy-Geschichte mit überraschenden Wendungen, aber auch viel Action und Monstern ausgedacht. Auch der bereits im ersten Storm-Comic auftretende kahlköpfige Hüne Kiley spielt eine tragende Rolle.
Don Lawrence brachte diese Figur bereits 1976 gemeinsam mit Rothaar zu Papier, noch bevor er sich entschieden hatte, wie der Titelheld der Serie aussehen soll. In der Geschichte von Roy Thomas bleiben genügend Fragen offen, um weitere spannende Abenteuer mit Rothaar zu erzählen.
Die schöne Hardcover-Ausgabe des Splitter Verlags erfreut die Leser zusätzlich noch mit einem 15-seitigen reich illustrierten Anhang mit Hintergrund-Informationen.
Im 21. Jahrhundert startet der Astronaut Storm zu einem Forschungsflug zum roten Fleck des Jupiters auf. Dort gerät er in einen kosmischen Wirbel. Als er danach auf die Erde zurückkehrt, hat diese sich völlig verändert. Die Meere sind verschwunden und kriegerische Barbaren bevölkern Storms Heimatwelt. Gemeinsam mit der attraktiven Rothaar erlebt er zahlreiche Abenteuer…
Der 1928 in London geborene Zeichner Don Lawrence feierte ab 1965 durch seinen plastisch kolorierten Zeichenstil große Erfolge mit der Serie Trigan. Doch er war sehr unzufrieden mit Mike Butterworths faschistoiden Geschichten, aber auch mit der – angesichts der internationalen Verbreitung von Trigan– sehr schlechten Bezahlung. Daher nahm Lawrence das Angebot an, für das holländische Comicmagazin Eppo eine Science-Fiction-Geschichte zu zeichnen.
Der erste Versuch Kommandant Grek überzeugte nicht (und erschien erst sehr viel später). Deutlich besser kam ab 1976 die Figur Storm an und speziell die späteren von Martin Lodewijk geschriebenen Geschichten stachelten Don Lawrence mit ihrer wilden Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Satire zu opulenten Comicgemälden an.
In Deutschland debütierte Storm 1978 im Comicheft Kobra in dem auch Trigan und Lawrence‘ Frühwerk Karl der Wikinger zum Abdruck kamen. Storm wurde anschließend im Sammlermagazin Die Sprechblase fortgeführt. Bei Ehapa erschienen alle 22 Storm-Geschichten, die Don Lawrence von 1978 bis zu seinem Tode im Jahre 2003 zeichnete.
Anschließend präsentierte der Splitter Verlag eine neue Hardcover-Edition von Storm in “nie dagewesener Druckqualität“. Hierzu wurden alle verfügbaren Originalseiten neu eingescannt und „frequenzmoduliert gerastert“. Das Resultat überzeugt und die Farben in der alten Ehapa -Ausgabe wirken blass gegen die Splitter-Ausgabe. Außerdem enthalten die Alben noch hochinteressantes Zusatzmaterial.
Parallel zur Neuausgabe des ersten Albums Die Tiefe Welt (das bei Ehapa Das verschwundene Meer hieß) erschien als deutsche Erstveröffentlichung auch der 23. Band Der Nabel des doppelten Gottes. Hier schrieb wieder Lodewijk die Geschichte. Die in der Tradition von Lawrence stehenden Zeichnungen stammen von Romano Molenaar und Jorg De Vos. In den Niederlanden wurden von diesem Album 20.000 Exemplare verkauft.
Mittlerweile liegen bei Splitter alle 22 von Don Lawrence gezeichneten Storm-Comicgeschichten vor, sowie die von neuen Kreativ-Teams gestalteten Fortsetzungen. Mittlerweile gibt es mit Die Chroniken von Rothaar eine von Romano Molenaar gezeichnete und von der Marvel-Legende Roy Thomas (Star Wars) geschriebenen Solo-Serie über Storms Gefährtin.