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David Safier: Die Liebe sucht ein Zimmer

David Safier, der Schöpfer des TV-Erfolgs Berlin, Berlin, machte 2021 im Roman Mord in der Uckermark aus der scheidenden Bundeskanzlerin eine Kriminalfälle lösende Miss Merkel, die bereits in fünf Romanen als Detektivin tätig wurde und schrieb auch ansonsten allerlei amüsante Werke, wie Mieses Karma oder Jesus liebt mich.

Er kann aber auch anders und verfasste 2014 mit 28 Tage lang einen Roman über den Aufstand im Warschauer Ghetto. Anschließend wurde dem jüdisch stämmigen Autor immer wieder die Frage gestellt, ob er sich auch vorstellen könne, eine Holocaust-Komödie zu schreiben. Safier konnte sich dies nicht vorstellen, doch die Idee ging ihm nicht aus dem Kopf.

Bei den Recherchen zu 28 Tage lang hatte Safier von einer 1942 im Warschauer Ghetto geschriebenen und dort auch aufgeführten musikalischen Komödie namens Die Liebe sucht ein Zimmer erfahren. Ihm gelang es das die Erben des Autors Jerzy Jurandot zu finden und die Rechte am Stück zu erwerben.

Zuerst ist daraus ein Hörspiel für Radio Bremen entstanden und 2021 schrieb Safier zusammen mit dem Regisseur Rodrigo Cortés (Buried – Lebendig begraben, Red Lights) das Drehbuch zu dessen englisch-spanischer Co-Produktion Love Gets a Room / El amor en su lugar, in dem er Jurandots Theaterstück einarbeitete.

Der Film zeigt, wie Die Liebe sucht ein Zimmer in einem ehemaligen Kino im Warschauer Ghetto aufgeführt wird. Dabei wirft Cortés immer wieder einen Blick hinter die Kulissen, wo es dramatischer zugeht, als auf der Bühne. Die junge Schauspielerin Sara hat sich in ihren Kollegen Edmund verliebt. Zuvor war sie mit dem Intendanten und Regisseur Michal zusammen. Dieser spielt ebenfalls eine Rolle im Stück und eröffnet Sara während der Aufführung, dass er die Möglichkeit hat, zusammen mit ihr aus dem Ghetto zu fliehen…

Szene aus El amor en su lugar

Obwohl der Film in Spanien preisgekrönt wurde, war er bisher nicht in Deutschland zu sehen. Stattdessen verarbeitete Safier sein Drehbuch zu einem mitreißenden Roman, der 2025 erschienen ist. Er verdichtet die Handlung noch dadurch, dass er erzählt, wie Sara einer schrecklichen Zwangsehe entkam und beim Theater die große Liebe fand.

Szene aus El amor en su lugar

Die Eitelkeiten der Schauspielerinnen und Schauspieler stellt Safier sehr amüsant dar, und die Dreiecksgeschichte funktioniert nach allen Regeln der romantischen Komödie. Zugleich vermittelt sein Buch aber auch das im Ghetto herrschende Klima der Angst vor Deportation und Tod. Safier ist tatsächlich eine Komödie vor dem Hintergrund des Holocaust gelungen!

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Red Lights

In abgeklärter Routine und mit messerscharfem Verstand entlarven die Psychologin Dr. Margeret Matheson und ihr ambitionierter Assistent Tom Buckley seit Jahren vermeintliche paranormale Phänomene – Geistererscheinungen, übersinnliche Fähigkeiten – als Täuschung und Betrug.

Als der legendäre Magier Simon Silver nach 30 Jahren sein Comeback auf der Showbühne feiert, sehen sie ihre Chance gekommen, ihn als Scharlatan zu überführen. Doch nicht nur Kollegen und die Öffentlichkeit sind gegen sie, auch im chaotischen Psycho-Duell geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Der spanische Regisseur Rodrigo Cortés (Love Gets a Room) überraschte bereits mit seiner One-Man-Horrorshow Buried – Lebendig begraben). In diesem Klaustrophobie-Thriller brillierte Ryan Reynolds (Green Lantern, Deadpool) als lebendig Begrabener, der verzweifelt versucht aus seinem Sarg zu entkommen. Bei Red Lights steht Cortés mit Cillian Murphy, Sigourney Weaver, Robert De Niro, Joely Richardson und Toby Jones ein großartiger Cast zur Verfügung.

Robert De Niro ist gewohnt sehr gut als trickreicher Magier, der vorgibt übersinnliche Kräfte zu haben. Auf der anderen Seite stehen Cillian Murphy und Sigourney Weaver als Ghostbuster, die bisher noch für jedes scheinbar unerklärliche Phänomen eine ganz natürliche Erklärung fanden.

Das Duell zwischen diesen unterschiedlich motivierten Charakteren fasziniert fast über die ganze Laufzeit des Films. Dabei wird nicht nur auf Effekte gesetzt, sondern die Protagonisten philosophieren in sehr intelligenten Dialogen darüber, ob es tatsächlich paranormale Phänomene gibt. Lediglich die – genau genommen gar nicht so originelle – Schlusspointe schwächt ein wenig den ansonsten durchgehend positiven Gesamteindruck dieses sehr empfehlenswerten Thrillers.

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Buried – Lebend begraben

Paul Conroy, ein amerikanischer Lastwagenfahrer, der im Irak arbeitet, wacht plötzlich in einem Holzsarg auf. Er wurde lebendig begraben und weiß weder, wer ihm das angetan hat, noch warum. Seine einzige Chance, diesem Alptraum zu entkommen, ist ein Handy. Schlechter Empfang, die rapide schwindende Akkukapazität sowie Sauerstoffmangel sind die schlimmsten Feinde in seinem Wettlauf gegen die Zeit: Paul hat nur 90 Minuten, um gerettet zu werden…

Dem spanischen Regisseur Rodrigo Cortés (Red Lights, Love Gets a Room) gelang das Kunststück, einen Film zu drehen, der lediglich in einem total beengten Raum spielt, aber trotzdem (oder gerade deswegen!) ungeheuer spannend ist. Niemals verlässt die Kamera den Holzsarg, in dem Paul eingeschlossen ist und viele Szenen spielen in nahezu völliger Dunkelheit. Es wird keine Vorgeschichte gezeigt, und wenn Paul mit jemandem telefoniert, bleibt die Kamera immer bei ihm.

Cortés setzt dabei eine interessante Farbdramaturgie an. Der Sarg schimmert Gelb, wenn Paul zum Feuerzeug greift, Blau wenn sein Handy klingelt und Grün, wenn er später eine Notleuchte findet. Der ansonsten eher auf Actionrollen in Superhelden-Filmen abonnierte Ryan Reynolds (Blade 3, Green Lantern, Deadpool) liefert auf engstem Raum eine beeindruckende One-Man-Show ab. Buried – Lebend begraben kostete keine drei Millionen Dollar und belegt schlüssig, dass eine pfiffige Inszenierung sehr viel wichtiger als ein Riesenbudget ist.

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