Schlagwort-Archiv: Robert De Niro

Mary Shelley’s Frankenstein

Auch anerkannten Wunderkindern wird nur eine sehr kurze Schonzeit eingeräumt. Kaum hat er ein Riesenbudget, eine Bombenbesetzung und ein fesselndes schlüssiges Drehbuch, das seine mit allerlei kulturbeflissenem Ballast beladenen Shakespeare-Adaptionen ganz schön alt aussehen lässt, schon wird der bedauernswerte Kenneth Branagh zum Abschuss freigegeben.

Dabei hat er – ganz anders als bei seinem Hollywood-Debüt Schatten der Vergangenheit – doch wirklich alles richtig gemacht. Aus dem etwas wirr zusammengeschusterten (dem Monstrum nicht ganz unähnlichem) Roman wurde ein packender Film, der von Anfang bis Ende voll aufdreht und alle Register zieht.

Prompt steht die Filmkritik ratlos dar und lobt – ganz wie Pawlowsche Hunde – routinemäßig die Leistung von Robert De Niro (AZ München: “sensible Darstellung„, Süddeutsche: “Er wirkt so menschlich wie nie zuvor„, Spiegel: “Hohe Kunst„). Dabei könnte so ziemlich jeder Darsteller unter dem Haufen Make Up versteckt werden.

Ganz anders als zuvor wird Branagh hingegen diesmal in seiner Doppelfunktion als Hauptdarsteller und Regiesseur für hoffnungslos überfordert gehalten (AZ: “Schauspieler Branagh übervorteilt in einer hitzigen One-Man-Show den Regisseur Branagh„). Am originellsten ist mal wieder der Spiegel: “Ein großer Dichter hat einen kleinen Auftritt (…) Wer ihm in die Quere kommt, den schnauzt Schiller an: “Passen Sie doch auf, wohin ich gehe.“ Genau das ist die Geisteshaltung des Films.“ Also, ich werde trotzdem weiterhin gerne aufpassen wohin Branagh geht.

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Red Lights

In abgeklärter Routine und mit messerscharfem Verstand entlarven die Psychologin Dr. Margeret Matheson und ihr ambitionierter Assistent Tom Buckley seit Jahren vermeintliche paranormale Phänomene – Geistererscheinungen, übersinnliche Fähigkeiten – als Täuschung und Betrug.

Als der legendäre Magier Simon Silver nach 30 Jahren sein Comeback auf der Showbühne feiert, sehen sie ihre Chance gekommen, ihn als Scharlatan zu überführen. Doch nicht nur Kollegen und die Öffentlichkeit sind gegen sie, auch im chaotischen Psycho-Duell geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Der spanische Regisseur Rodrigo Cortés (Love Gets a Room) überraschte bereits mit seiner One-Man-Horrorshow Buried – Lebendig begraben). In diesem Klaustrophobie-Thriller brillierte Ryan Reynolds (Green Lantern, Deadpool) als lebendig Begrabener, der verzweifelt versucht aus seinem Sarg zu entkommen. Bei Red Lights steht Cortés mit Cillian Murphy, Sigourney Weaver, Robert De Niro, Joely Richardson und Toby Jones ein großartiger Cast zur Verfügung.

Robert De Niro ist gewohnt sehr gut als trickreicher Magier, der vorgibt übersinnliche Kräfte zu haben. Auf der anderen Seite stehen Cillian Murphy und Sigourney Weaver als Ghostbuster, die bisher noch für jedes scheinbar unerklärliche Phänomen eine ganz natürliche Erklärung fanden.

Das Duell zwischen diesen unterschiedlich motivierten Charakteren fasziniert fast über die ganze Laufzeit des Films. Dabei wird nicht nur auf Effekte gesetzt, sondern die Protagonisten philosophieren in sehr intelligenten Dialogen darüber, ob es tatsächlich paranormale Phänomene gibt. Lediglich die – genau genommen gar nicht so originelle – Schlusspointe schwächt ein wenig den ansonsten durchgehend positiven Gesamteindruck dieses sehr empfehlenswerten Thrillers.

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Quentin Tarantino: Cinema Speculation

Der Titel trifft genau genommen nur auf elf Seiten in diesem Sachbuch zu. Im Kapitel Cinema Speculation versucht sich Quentin Tarantino vorzustellen, was gewesen wäre, “wenn Brian De Palma anstatt Martin Scorsese Taxi Driver gedreht hätte“. Spoiler: Wahrscheinlich hätte De Palma sich stärker an Paul Schraders Drehbuch gehalten und die Titelrolle hätte Jeff Bridges anstelle von Robert De Niro gespielt.

Damit der Leser den Überlegungen des (laut Klappentext) “mitreißendsten Filmliebhabers der Welt“ auch folgen kann, erzählt Tarantino ausführlich von den Anfängen seiner Liebe zum Kino. Bereits als Siebenjähriger nahmen ihn seine Mutter Connie und sein Stievater Curt in Los Angeles mit ins Tiffany Kino. Dort sahen sie ein alles andere als jugendfreies Double Feature.

Neben Carl Reiners schwarzer Komödie Wo ist Papa? wurde hier auch noch ein besonders subversiver Streifen namens Joe – Rache für Amerika gezeigt. Hierin brilliert Peter Boyle, der später bei Mel Brooks in Frankenstein Junior das Monster spielen sollte, als rassistischer Bauarbeiter, der sich mit einem verzweifelten Mittelklasse-Vater anfreundet. Bill Compton hat gerade den mit Drogen handelnden Freund seiner Tochter (Susan Sarandon in ihrer ersten Rolle) erschossen. Das ungleiche Duo greift eine Hippie-Kommune auf dem Lande an, wobei Compton auch noch seine Tochter erschießt.

Cinema Speculation: Vielleicht wäre auch ich ein Meisterregisseur geworden, wenn mein erstes großes Kinoerlebniss nicht Disneys Dschungelbuch sondern Joe – Rache für Amerika gewesen wäre. Doch wahrscheinlich hätte sich dann auch noch meine Mutter scheiden lassen müssen, damit sie sich mit mir und ihren neuen Freunden an Blaxploitation-Filmen erfreuen könnte.

Plastisch und mitreißend schildert Tarantino, wie er – oftmals als einziger weißer Junge im Kinosaal – Pam Grier oder Jim Brown zujubelte. Auf diese plastischen Beschreibungen von den Reaktionen, die die Filme seines Lebens in vollbesetzten Filmpalästen auslösten, greift Tarantino immer wieder zurück, wenn er über die Entstehungsgeschichte einiger Meilensteine des Kinos der 70er-Jahre plaudert.

Index der US-Ausgabe

Die gar nicht einmal so sorgfältig übersetzte deutsche Ausgabe von Cinema Speculation verfügt zwar über ein blaues Lesebändchen, enthält aber weder ein Inhaltsverzeichnis noch einen Index wie die Originalausgabe.

Daher seien hier die Filme aufgeführt, denen Tarantino jeweils ein Kapitel widmete und die das Fundament seiner eigenen Filmografie bilden:

Bullitt (1968) von Peter Yates mit Steve McQueen

Dirty Harry (1971) von Don Siegel mit Clint Eastwood

Deliverance (1972) von John Boorman mit Burt Reynolds

The Getaway (1972) von Sam Peckinpah mit Steve McQueen

Sisters (1972) von Brian De Palma mit Margot Kidder

Daisy Miller (1974) von Peter Bogdanovich mit Cybill Shepherd

Taxi Driver (1976) von Martin Scorsese mit Robert De Niro

Rolling Thunder (1977) von John Flynn mit William Devane

Paradise Alley (1978) von und mit Sylvester Stallone

Escape from Alcatraz (1979) von Don Siegel mit Clint Eastwood

Hardcore (1979) von Paul Schrader mit George C. Scott

The Funhouse (1981) von Tobe Hooper mit Kevin Conway

   

Hinzu kommt noch eine Lobeshymne auf den engagierten Filmkritiker Kevin Thomas, sowie eine Kurzfassung von Peter Biskins Buch Easy Riders, Racing Bulls, in der Tarantino allerdings nicht allzu viel vom Hippie-Kino der 60er-Jahre hält und das Blockbuster-Revival durch Filmnerds wie Steven Spielberg oder George Lucas sehr viel höher einschätzt.

Den Abschluss des Buches bildet ein rührender Nachruf auf einen gewissen Floyd, der gelegentlich in derselben WG wie Quentin und seine Mutter lebten. Der charismatische Schwarze führte ein unstetes Leben und enttäuschte den kleinen Quentin oft, weil er ihn nicht wie versprochen mit ins Kino nahm. Doch Floyd versuchte sich auch als Autor und schrieb ein Drehbuch über einen schwarzen Cowboy, das Tarantino zu Django Unchained inspirierte.      

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The Untouchables – Die Unbestechlichen

1928 stellte der Finanzbeamte Eliot Ness ein Team aus unbestechlichen Männer zusammen um den Gangsterboss Al Capone nach dem blutigen St.- Valentinstag-Massaker das Handwerk zu legen. Ness hat sich niemals eine Schießerei mit Gangstern geliefert, sondern er kämpfte einen Papierkrieg, der letztendlich dazu führte, dass Capone wegen Steuerhinterziehung in Alcatraz landete.

1956 traf der Reporter Oscar Frayley auf den kurz danach verstorbenen Ness und schrieb das Buch Die Unbestechlichen. Dies wurde zu einem Bestseller und dann zu einer TV-Serie mit Robert Stack als Eliot Ness weiterverarbeitet, die erfolgreich von 1959 – 1963 lief. Ein Vierteljahrhundert später diente die Serie als Vorlage für einen aufwändige und erfolgreichen Film mit Starbesetzung. 

Alle Beteiligten betonten, dass sie von der TV-Serie wenig mehr als den Titel übernommen hatten. Brian De Palma (Blow Out, Mission: Impossible) drehte statt dessen mit voller Wucht einen Hochglanzfilm, der in ein etwas zweifelhaften Selbstjustizfinale gipfelt. Ganz besonders in zwei Szenen – ein mit subjektiver Kamera gefilmter Mordanschlag und die Schießerei auf dem Bahnhof von Chicago mit Anleihen bei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin –  zeigt sich die Meisterschaft des bildgewaltigen Thriller-Experten.

Der damals noch nahezu unbekannte Kevin Costner überzeugt als gradliniger Eliot Ness, während der im Genre erfahrene Robert De Niro die die Idealbesetzung für den ebenso gefährlichen wie schmierigen Al Capone ist. Auch Charles Martin Smith und Andy Garcia sind großartige “Unbestechliche“, verblassen jedoch gegen den Oscar-prämierten Sean Connery, der den manchmal etwas steril wirkenden Film mit Lebensweisheiten und Humor veredelt.

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Machete

Planet Terror, die von Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn) in Szene gesetzte erste Hälfte des Double-Features Grindhouse-Hälfte konnte sehr viel weniger überzeugen als Quentin Tarantinos Death Proof. Doch immerhin wurde hier die Saat für eine richtig spaßige Sache gesetzt. In den USA wurden Planet Terror und Death Proof in den Kinos nicht als Einzelfilme sondern geballt (aber auch gekürzt) hintereinander in einem Rutsch gezeigt.

Grindhouse: Death Proof & Planet Terror

Zwischendrin gab es Trailer zu nicht existenten Filmen. Neben Thanksgiving von Eli Roth, Don’t von Edgar Wright und Werewolf Women of the SS von Rob Zombie kam hier auch das bullige Narbengesicht Danny Trejo als Machete zum Einsatz. Nachdem es immer wieder Gerüchte gab, dass Machete als Billig-Produktionen direkt in den Videotheken landen würde, entstand 2010 tatsächlich ein erstaunlich gut besetzter Kinofilm, bei dem sich Rodriguez die Regie mit seinem ehemaligen Cutter Ethan Maniquis teilte.

Machete

Nach Kinderkram wie den Abenteuern von Sharkboy und Lavagirl oder dem Geheimnis des Regenbogensteins konnte Rodriguez hier endlich wieder bei seinen wilden Frühwerke anknüpfen. Lange hat es gedauert, bis der ewige Nebendarsteller Danny Trejo erstmals eine Hauptrolle spielte. Zudem durfte er auch noch Liebesszenen mit Jessica Alba, Michelle Rodriguez und Lindsay Lohan drehen.

Machete

Inhaltlich bietet der Kinofilm Machete wenig mehr als bereits im Trailer zu sehen war. Machete ist ein bulliger narbengesichtiger Mexikaner, der einen Politiker ermorden soll. Das ehemalige Mitglied einer Eliteeinheit der mexikanischen Polizei wird jedoch hereingelegt und rächt sich bitter. Aus dem Trailer wurden Jeff Fahey und Cheech Marin übernommen, während für den zu ermordenden Politiker Robert De Niro gewonnen werden konnte.

Machete

De Niro spielt einen nicht aus Texas stammenden Karrieristen, der mit breitem George-W.-Bush-Akzent gegen mexikanische Zuwanderer hetzt, einen Elektro-Zaun an der Grenze fordert und nachts gemeinsam mit einer privaten Miliz Jagd auf illegale Einwanderer macht.

Machete

Mit Machete schuf sich Rodriguez nicht nur eine Spielwiese für ebenso roh wie genial in Szene gesetzte Gewalttätigkeiten, sondern er kritisiert zudem noch angemessen bissig die Fremdenfeindlichkeit eines großteils von den Nachfahren von Einwanderern bewohnten Landes.

Machete

Drei Jahre später entstand die Fortsetzung Machete Kills.

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New York, New York

1977, gleich nach Taxi Driver, beschloss Martin Scorsese ein Musical im klassischen Stil zu drehen. Hierzu hatte er einen arg verkopften Ansatz. Ihm war aufgefallen, dass die in den Hollywood-Studios nachgebauten Versionen von New York nur wenig Ähnlichkeit haben, mit der Stadt, die niemals schläft. Daher drehte er seine kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieg spielende Geschichte natürlich auch in einem Studio an der Westküste.

New York, New York

In den aufwändig dem Stil von Meisterwerken wie Singin‘ in the Rain oder The Band Wagon nachempfundenen Kulissen tanzten allerdings keine sympathischen Darsteller wie Gene Kelly oder Fred Astaire herum, sondern im Zentrum steht Robert De Niro, der seinen zum Free Jazz neigenden Saxophonisten Jimmy Doyle nur geringfügig weniger am Rande des Wahnsinns spielt als kurz zuvor den Taxifahrer Travis Bickle.

New York, New York

Nicht die beste Idee war es zudem, zwar die Musiknummern perfekt durchzuplanen, die Darsteller hingegen ihre Texte improvisieren zu lassen, was sich nicht gerade in pfiffigen Dialogen niederschlug. Da wundert es wenig, dass die erste Fassung des Films vier Stunden lang war. Doch auch die 137-minütige Kinofassung konnte zwar einige Cineasten, aber nicht das große Publikum begeistern.

New York, New York

Ein schlechter Film ist New York, New York dennoch nicht, was hauptsächlich an der großartig spielenden und singenden Liza Minelli liegt. Für Scorsese war sie als Sängerin Francine Evans die Idealbesetzung, denn schließlich ist sie die Tochter von Judy Garland und dem Musical-Großmeister Vincente Minelli (Ein Amerikaner in Paris). Am Ende des Films singt sie den Titelsong, der seinerzeit nicht einmal eine Oscar-Nominierung erhielt und erst zum Hit wurde, nachdem Frank Sinatra seine Version von New York, New York sang.

New York, New York

Eine schön aufgemachte Special Edition von Koch Film enthält den Film erstmals in HD auf Blu-ray, wahlweise in der 137-minütigen Kinofassung oder in einer u. a. die komplette Nummer Happy Endings enthaltenden 163-minütigen Version. Hinzu kommt umfangreiches Bonusmaterial: Martin Scorseses Einführung zu „New York, New York“ (5:35 min), Kommentar von Regisseur Martin Scorsese und Filmkritikerin Carrie Rickey, Alternative und entfallene Szenen (40:27 min), Alternatives Ende (1:26 min)

New York, New York

„New York, New York“-Stories (25:30 min + 26:57 min), Liza Minelli über „New York, New York“ (21:14 min), Englischsprachige Super-8-Fassung (16:18 min), Kommentar zu ausgewählten Szenen von Kameramann Laszlo Kovacs (9:48 min), Galerie mit 132 Bildern, Zwei US-Trailer (3:27 min + 2:07 min), sowie ein 24-seitiges Booklet mit Texten von Anna S. Ullmann und Daniel Wagner

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Joker

Der Traum von einem DC Extended Universum, das ähnlich wie Disneys Marvel Cinematic Universe geschickt verzahnte Blockbuster im Monatstakt liefert, ist bei Warner mangels Geduld und Talent (erstmal?) ausgeträumt. Das hat nicht nur Nachteile, wie Joker beweist. Die Popularität von Batmans Gegner ist ungebrochen und daher erscheint es nicht allzu abwegig den durchgeknallten Clownprinzen einmal ganz ohne seinen Gegenpart, den Dunklen Ritter, in das Zentrum einer Geschichte zu stellen, die keine Rücksicht auf bisherige Comics oder Filme nimmt.

Joker

Stärker noch als die Besetzung der Titelrolle mit dem wandlungsfähigen Joaquin Phoenix (Gladiator, Im Feuer) überrascht die Wahl des Regisseurs. Todd Philipps fiel bisher hauptsächlich durch brachiale, aber auch sehr komische Filme wie Old School oder die Hangover-Trilogie aus. Als Inspiration für seinen Joker dienten ohne Zweifel Filme von Martin Scorsese wie Taxi Driver oder The King of Comedy.

Joker

Daher ist Scorsese als Produzent dabei, Robert De Niro spielt einen etwas schmierigen TV-Talkmaster und Philipps`Gotham City erinnert weniger an die finstere Heimatstadt von Batman, sondern ähnelt eher dem dreckig-grauen Moloch New York aus dem Kino der Siebziger und Achtziger. Daher sind bei Joker die Bilder körnig, das Bildformat ist weniger breit, ähnlich wie bei einem Uralt-Fernseher und das Warner-Logo am Anfang des Films ist auch nicht gerade auf dem neusten Stand.

Joker

In dieser realistisch rekonstruierten Retro-Umgebung ist der mit großer Begeisterung als bunter Werbeclown agierende Arthur Fleck ein Fremdkörper und er bekommt auch prompt Ärger mit einer Jugendgang. Fleck leidet an einer psychischen Krankheit, die ihn immer wieder grundlos lachen lässt. Dies macht ihn zu einem Außenseiter und wir werden Zeuge, wie bei ihm immer mehr Sicherungen durchknallen. Todd Philipps beschreibt diesen langsamen Zusammenbruch ausschließlich aus der Sicht des künftigen Jokers.

Joker

Abgesehen von einem kleinwüchsigen Kollegen und einer Nachbarin (Zazie Beetz aus Deadpool 2) ist kein Charakter des Films positiv gezeichnet. Dies trifft gant besonders auf Thomas Wayne (Brett Cullen), den Vater des künftigen Batman zu, der als kaltherziger Karrierist porträtiert wird. Am Rande der Geschichte gibt es auch einige interessante Verknüpfungen zum Batman-Mythos. Doch in erster Linie ist Joker eine ebenso faszinierende wie höllisch spannende One-Man-Show von Joaquin Phoenix, für die es innerhalb einer straff organisierten Filmwelt wie dem Marvel Cinematic Universe keinen Platz gegeben hätte.

2024 entstand mit Joker: Folie à Deux eineFortsetzung, in der Todd Philipps, Joaquin Phoenix und Lady Gaga bei auf alle Erwartungen gepfiffen und ihr sehr eigenes Ding durchgezogen haben.

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Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Jörg Buttgereit ist Regisseur und Autor von Theaterstücken, Dokumentarfilmen und von Spielfilmen wie Nekromantik (1987), Der Todesking (1989) oder Schramm (1993). Basierend auf einigen seiner frühen Super-8-Filmen und einem Hörspiel inszenierte Buttgereit 2007 ein Theaterstück mir Captain Berlin, der mittlerweile auch erfolgreich als Comic-Held unterwegs ist.

Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Auch als Sachbuch-Autor ist Buttgereit tätig und hat ein Händchen für ungewöhnliche Themen. In Japan – Die Monsterinsel beschäftigt er sich mit Kino-Ungeheuern wie Godzilla oder Gamera. Nightmare in Plastic hingegen ist der Katalog zu einer Ausstellung über Kunststoff-Bausätze von Film-Monsters. Unter dem Titel Besonders wertlos erscheint eine Sammlung mit Filmtexten, die Buttgereit in Magazinen wie epd-Film und Deadline veröffentlicht hat.

Jörg Buttgereit: Besonders wertlos

Ein besonderes Schmuckstück ist das tolle Wrap-Around-Cover von FuFu-Frauenwahl, der auch als Captain-Berlin-Zeichner tätig ist. Das Titelbild illustriert recht gut die thematische Vielfalt von Buttgereits Texten. Es geht um Robert De Niro, der auch in gar nicht so guten Filmen überzeugt, um 3D-Schwachsinn wie Die teuflische Maske, um den Zustand von Landschaften nach Testversuchen mit Atombomben, um die Rockband Kiss, um das Ende vom besten deutschen Filmmagazin Splatting Image, um den Filmproduzenten Kim Jong-un und natürlich immer wieder um merkwürdige Monster-Filme aus Japan mit “bemitleidenswerten Kopffüsslern“ oder mit jenen riesigen Seesternen, die Stanley Kubrick beeindruckten und natürlich auch um Haruo Nakajima, dem Mann der in zwölf Filmen das Gummi-Kostüm von Godzilla getragen hat. Besonders wertlos ist ein ganz großer mit vielen seltsamen Farbfotos garnierter Spaß!

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The King of Comedy

The King of Comedy ist die fünfte Zusammenarbeit von Robert De Niro und Martin Scorsese. Der Film war 1982 ein völliger Flop und spielte – bei einem Budget von knapp 20 Millionen Dollar – wenig mehr als 2 Millionen wieder ein. Das lag sicher auch daran lag, dass Erwartungen nicht erfüllt wurden. So hätte niemand einen Darsteller wie Jerry Lewis in der Hauptrolle eines Scorsese-Films erwartet.

The King of Comedy

Wahrscheinlich gar nicht so weit von seiner tatsächlichen Persönlichkeit entfernt, spielte der Star-Komiker den erfolgreichen Showmaster Jerry Langford spielt, der privat keinen Spaß versteht. Ausgerechnet ihn hat sich Rupert Pupkin als Idol auserkoren und erwartet Dankbarkeit dafür, wenn er sich als Langfords größter Fan bezeichnet. Noch schlimmer ist, jedoch, dass sich Pupkin auch noch für einen geborenen Komiker hält, der nur auf seinen großen Durchbruch wartet.

The King of Comedy

Robert De Niro porträtiert Rupert Pupkin als einen Menschen, der zunächst durch seine große aufgesetzte Freundlichkeit nervt, doch genau genommen nicht weniger gefährlich ist, als in seiner Rolle als Parade-Psychopath Travis Bickle in Taxi Driver. Als Langford nicht daran denkt Pupkin zum Erfolg zu verhelfen, knallt dieser völlig durch. Kurzentschlossen entführt Pupkin sein Idol, um für sich einen TV-Auftritt zu erpressen. Unterstützt von der ebenfalls großartig durchgeknallt aufspielenden Sandra Bernhard geht Travis bei seinem Vorhaben erstaunlich brutal vor.

The King of Comedy

Martin Scorsese gelang hier nicht nur ein weiterer großartiger New-York-Film, sondern auch eine bitterböse Satire auf das Showbusiness und das Streben nach Erfolg um jeden Preis. Eine Blu-ray-Veröffentlichung zeigt, dass The King of Comedy ganz gewiss nicht der Tiefpunkt in den Filmografien von Robert De Niro und Martin Scorsese ist.

The King of Comedy

Die Blu-ray-Edition von Filmconfect präsentiert interessantes Bonusmaterial. Neben dem 109-minütigen Hauptfilm ist noch das Making Of “A Shot at the Top” von 2002 (18:10 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertitel), Deleted and Extended Scenes (39:11 min) und der Bericht “Inside Rupert Pupkin“ (39:21 min) enthalten.

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Happy New Year

Mit Valentinstag setzte der am 19. Juli 2016 verstorbene  Komödien-Spezialist Garry Marshall (Pretty Woman, Mother’s Day) im Großraum Los Angeles bereits einen stargespickten Film rund um einen Feiertag erfolgreich in Szene. Happy New Year funktioniert nach dem selben Muster, hat aber mit dem winterlichen New York als Schauplatz eine zusätzliche Attraktion. Auch in der noch weihnachtlichen Metropole es in zahlreichen mehr oder weniger verzahnten Episoden meist um die Frage “Wer mit wem?“

Happy New Year

Mit dabei ist auch “unser“ Til Schweiger. Dieser spielt einen werdenden Vater, der unbedingt möchte, dass seine Frau exakt zu Neujahr niederkommt, da es dann eine Prämie gibt. Schweigers Dreharbeiten dauerten nur eine Woche und seinen Co-Star Robert De Niro, der einen sterbenskranken von Halle Berry gepflegten Patienten spielte, bekam er überhaupt nicht zu Gesicht. Doch nur dank eines straffen Drehplan lässt sich mit einem Budget von “nur“ 56 Millionen Dollar ein Film mit Stars wie Jessica Biel, Jon Bon Jovi, Josh Duhamel, Katherine Heigl, Ashton Kutcher, Sarah Jessica Parker und Hilary Swank in gleichberechtigten Hauptrollen stemmen.

Happy New Year
Das Resultat ist unterhaltsam und kurzweilig, wobei allerdings keine Episode sonderlich herausragt. Lediglich das Duo Zac Efron (High School Musical) und Michelle Pfeiffer als ungleiches, aber sehr charmantes, Pärchen, sowie Marshalls Stammdarsteller Héctor Elizondo als osteuropäischer “Neujahrskugel-Meachaniker“ bieten etwas mehr als Schauspiel nach Vorschrift. Gegen Ende gibt es bezüglich der Beziehungen unter den Charakteren noch so einige Überraschungen, die meist romantisch oder auch (ähnlich wie in Valentinstag) patriotisch enden.

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