Schlagwort-Archiv: Richy Müller

Das Leben ist eine Baustelle

In dieser hervorragend besetzten Berlin-Studie spielt Jürgen Vogel einen gewissen Jan Nebel, bei diesem gerade das ganze Leben zusammenzubrechen scheint. Als der junge Schlachter zufällig in eine Schlägerei zwischen Polizei und Demonstranten gerät, landet er prompt im Knast und wird auch noch zu einer sehr hohen Geldstrafe verknackt.

Dann stirbt noch sein Vater und möglicherweise hat Jan auch noch Aids. Doch zugleich gibt es Hoffnung in Form des nicht mehr ganz taufrischen Buddy Holly-Fans Teddy (Ricky Tomlinson), mit dem Jan eine WG eröffnet, und dann ist da auch noch eine gewisse Vera…

Diese wird von Christiane Paul in ihrer ersten größeren Kinorolle so intensiv verkörpert, dass es nicht weiter verwundert, dass Jan Nebel von ihr hin und weg ist. Doch auch ansonsten ist dieser gekonnt zwischen ernst und heiter pendelnde Film ganz hervorragend besetzt und überzeugt sowohl in seinen zahlreichen gelungenen kleinen Momenten als auch im großen Ganzen.

Regisseur Wolfgang Becker schrieb das Buch 1997 gemeinsam mit Tom Tykwer, Beckers Film hat einen großartigen Soundtrack und er sollte danach mit Good Bye, Lenin!, Ich und Kaminski und seinem letzten Film Der Held vom Bahnhof Friedrichsstraße weiterhin ganz großes Kino abliefern.

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Am Tag als Bobby Ewing starb

1986 zieht der 15-jährige Niels mit seiner Mutter Hanne vom relativ großstädtischen Bremen in die Wilster Marsch in eine Landkommune in der Nähe einer AKW-Baustelle. Während die frisch geschiedene Hanne dies als neue Change sieht und sehr schnell mit ihrem Jugendfreund Peter anbändelt, braucht Niels eine Weile um sich mit den “Müsli-Fressern“ zu arrangieren. Er findet jedoch Hilfe beim gleichaltrigen ebenso durchgeknallten wie schlichtgestrickten “Rakete“ und vor allem bei Martina, der netten Tochter des Bürgermeisters.

Am Tag als Bobby Ewing starb
Diese Komödie ist nicht nur eine sanfte Satire über alternative Wohngemeinschaften (mit einer Paraderolle für Peter Lohmeyer als antiautoritäres Alphamännchen) sondern zugleich auch noch die sensibel erzählte Geschichte der Selbstfindung eines Jugendlichen, der mit völlig neuen Lebensumständen und –formen konfrontiert wird.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bei aller Nostalgie wird dem nicht mehr ganz jungen Betrachter plötzlich klar, dass er sich fast noch besser an Schlüsselszenen aus Dallas (siehe den Filmtitel) als an die zeitgleich stattgefundene Reaktorkatastrophe in Tschernobyl erinnern kann. Die Zeit heilt also nicht alle Wunden, sondern verkleistert sie mit haufenweise trivialem Zeug.

Am Tag als Bobby Ewing starb

Bonusmaterial der DVD: Audiokommentar mit Frau Mueller-Stahl (Vorbild für die Rolle „Hanna“), George Pauly (Vorbild für die Rolle „Peter“) und dem Regisseur Lars Jessen;   Deutscher Kinotrailer (1:44 min, 16 : 9, anamorph, Stereo 2.0); Fünf nicht verwendete Szenen (insgesamt 6:44 min); „Rakete – King of Brokdorf“, drei ganz lustige kurze je knapp einminütige Clips zu den Themen „Wurst“, „Frauenfussball“ und „Krötenwanderung“ mit Jens Münchow, dem Darsteller von Rakete

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