Schlagwort-Archiv: Richard Gere

Yanks

Erst nachdem John Schlesinger in den USA mit Asphalt-Cowboy und Der Marathon-Mann große Erfolge feierte, durfte der Regisseur daheim in Großbritannien sein Traumprojekt realisieren. 1979 drehte er in der nordenglischen Provinz für sechs Millionen Dollar einen Film über den Zweiten Weltkrieg, der ganz ohne Szenen an der Front auskam.

Yanks erzählt davon, was in einer britischen Kleinstadt passiert, nachdem dort sehr viele US-Soldaten stationiert werden, um sich auf die Invasion in der Normandie vorzubereiten. Vor diesem realistisch dargestellten Hintergrund erzählt Schlesinger drei sich sehr unterschiedlich entwickelnde Liebesgeschichten zwischen englischen Frauen und Soldaten der U. S. Army.

Sehr stürmisch geht es bei dem Profiboxer Sergeant Danny Ruffelo (Chick Vennera) zu, der sich sofort auf eine Beziehung mit der als Schaffnerin arbeitenden Mollie (Wendy Morgan) einlässt und diese heiratet, bevor er an die Front muss. Eher vorsichtig und scheinbar abgeklärt nähern sich die Cellistin Helen (Vanessa Redgrave) und der US-Captain John (William Devane) an. Beide sind verheiratet und wissen, dass ihre Zweisamkeit nicht lange andauern wird.

Im Zentrum der Handlung steht jedoch der Armeekoch Matt Dyson, der von Richard Gere (Schlesinger wollte eigentlich Jeff Bridges für diese Rolle) sehr sensibel gespielt wird und sich in Jean (Lisa Eichhorn) verliebt. Doch er traut seinen Gefühlen nicht. Als sich Jean, nachdem ihr Verlobter gefallen ist, auf ihn einlassen will wendet sich Matt von der jungen Frau ab…

Richard Gere war seinerzeit noch kein Hollywood-Star und agierte daher in Yanks auch nicht entsprechend. So wirkt er sehr unsympathisch, wennn er als Matt tatenlos dabei zusieht, wie einige seiner Kameraden einen schwarzen Soldaten brutal zusammenschlagen und er zieht durch seine Passivität die Wut von Jean auf sich.

Yanks spielte seine Produktionskosten nicht wieder ein, hat sich aber sehr gut gehalten. Ohne allzu viel Schmalz, Klischees oder Hast verknüpft John Schlesinger in 139 Minuten (die ursprüngliche Version war eine halbe Stunde länger) etliche dramatische, aber auch humorvolle Momente zu einem großartigen Ensemblefilm, dessen deutscher Titel nicht ohne Grund durch den Zusatz „Gestern waren wir noch Fremde“ ergänzt wurde.

Plaion präsentiert den Film erstmals auf Blu-ray. Die Scheibe enthält diese Extras: Englischer Trailer (1:55 min), englischer Teaser (1:48 min). sowie eine Galerie mit Plakaten und Aushangfotos (2:49 min)

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Ein Offizier und Gentleman

Der Einzelgänger Zack Mayo besucht die Offiziersanwärterschule in Port Townsend, um Navy-Pilot zu werden. In diesen dreizehn Wochen voller Torturen lernt er, wie wichtig Disziplin, aber auch Liebe und Freundschaft sind. Sein Ausbilder Foley macht Zack klar, dass niemand es ganz alleine schafft. Entgegen allen Warnungen vor den „heiratswütigen“ Frauen der Stadt verliebt sich Zack in eine dieser „Gefahren“…

1982 – noch einige Jahre vor Top Gun – galt es im eher liberalen Hollywood als ganz schön gewagt einen unkritischen Film übers Militär zu drehen. Doch Ein Offizier und Gentleman überzeugt vor allem durch den großen Realismus mit dem das soziale Umfeld der Hauptfiguren, aber auch die Liebesszenen, dargestellt wurden. Innerhalb der eher konservativen Geschichte vom sozialen Aufstieg durch eine Karriere beim Militär war es allerdings schon wieder progressiv einen schwarzen Darsteller als übermächtigen Ausbilder zu besetzen. Louis Gosset Jr. gewann dann auch einen Oscar für die Rolle.  

Ebenfalls recht ungewöhnlich waren drei weibliche Hauptfiguren in einem Militärfilm, was den Offizier und Gentleman zum optimalen Date-Movie machte. Die mittlerweile klassische Schlussszene hingegen, in der Richard Gere in blütenweißer Offiziersuniform Debra Winger aus ihrer öden Papierfabrik trägt, hielten Regisseur Taylor Hackford (Dolores) und Richard Gere hingegen für totalen Humbug. Als sie diesen Moment eher widerwillig drehten, kamen angeblich einigen weiblichen Statisten die Tränen und als dann auch noch Joe Cocker und Jennifer Warnes dazu Up Where We Belong schmetterten, entstand eins der schönsten Happy Ends Hollywoods.

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Untreu

Nach seinem großen Durchbruch Flashdance gelangen dem Briten Adrian Lyne mit 9½ Wochen, Eine verhängnisvolle Affäre und Ein unmoralisches Angebot ebenso provokante wie erfolgreiche Filme. Doch Lynes Version von Vladimir Nabokovs Lolita wurde 1997 zu einem gewaltigen Flop. Fünf Jahre später gelang Lyne ein kleines Comeback mit dem Film Untreu, in dem er sich auf vertrautem Terrain bewegte.

Unfaithful

Edward (Richard Gere) und Connie Summer (Diane Lane) führen mit ihrem 8-jährigen Sohn ein sorgenfreies Leben in einem gepflegten Vorort von New York. Das ändert sich als Connie den attraktiven Franzosen Paul (Oliver Martinez) kennen und lieben lernt. Edward kommt seiner Frau auf die Schliche und sucht Paul auf…

Unfaithful

Lyne inszeniert sehr viel weniger plakativ und thesenhaft als seine vorherigen Skandalfilme. In nahezu farblosen Bildern erzählt er von Connies gelegentlichen Fluchtversuchen aus dem geruhsamen Vorstadtleben und davon wie sich der kontrollierte Edward plötzlich gar nicht mehr sicher ist, ob er wirklich eine glückliche Ehe führt.

Unfaithful

Richard Gere und Diane Lane wirken sehr echt in diesen Rollen. Der Franzose Paul hingegen bleibt eine Klischeefigur und stellt einmal mehr den leichtlebig kultivierten Europäer dar, der die US-Spießeridylle bedroht.

Unfaithful

Es sollte 20 Jahre dauern bis Adrian Lyne mit Tiefe Wasser wieder einen Film drehte.

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