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Stephen King: Nachtschicht

Graveyard Shift erschien als eine der frühsten Veröffentlichungen von Stephen King 1970 im Herrenmagazin Cavalier und wurde acht Jahre später zur Titelstory von Kings erster Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht. Inspiriert wurde King durch eine Putzkolone, die in einer Textilfabrik in Maine Ratten so groß wie Hunde antraf.

1990 wurde die Story verfilmt. Regisseur Ralph S. Singleton erzählt von den harten Arbeitsbedingungen in einer Wollgarnfabrik, die den Namen “Bachman“ trägt (unter diesen diesem Pseudonym verfasste King Bücher wie The Running Man). Durch Ratten kommt es immer wieder zu Unfällen. Ein Trupp der Arbeiter soll in einer gut bezahlten Nachtschicht Abhilfe schaffen und wird dabei nicht nur durch eine Unmenge von Nagetieren, sondern auch von einem riesigen Rattenmonster attackiert…

Nachtschicht gilt als eine der schlechtesten King-Adaptionen, was angesichts der Unmenge von lausigen Filmen mit den Kindern des Zorns sehr unsachlich ist. Nachtschicht wurde mit einem Touch von Sozialkritik an glaubhaften Locations, wie der ältesten Spinnerei der USA, sehr spannend in Szene gesetzt.

Stephan Macht, der auch als Rabbiner tätig ist, überzeugt als schurkischer Vorarbeiter. Brad Dourif, der eine Oscar-Nominierung für Einer flog über das Kuckucksnest erhalten hatte, dreht als Ratten-Exterminator mächtig auf. Auch das gar nicht so peinliche Finale mit der analog animierten Riesenratte kann sich sehen lassen. Es gibt sogar eine kleine Schlußpointe, denn am Ende des Film wird, dass die Bachman-Spinnerei neue Mitarbeiter sucht…  

Zusätzlicher Kaufanreiz dieser Veröffentlichung von Filmjuwelen ist der deutschsprachige Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, der nicht immer auf die gerade gezeigten Szenen des Films eingeht. Giesen informiert stattdessen umfassend über Themen wie den Rattenfänger von Hameln, Ratten in Berlin oder in Kinofilmen wie Ben, Willard oder auch Ratatouille. Wer Nachtschicht bereits kennt, kann den Film auf dieser Edition nochmal in allerbester Bildqualität genießen und wird gleichzeitig von Giesen mit allerlei Hintergrundinfos versorgt.

Die Blu-ray von Filmjuwelen enthält dieses Bonusmaterial: Audiokommentar von Filmhistoriker Dr. Rolf Giesen, Interviews mit Regisseur Ralph S. Singleton (26:04 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), sowie den Darstellern Stephan Macht (13:38 min), Kelly Wolf (13:10 min) und Robert Alan Beuth (14:09 min), US-Trailer (1:36 min), deutscher Trailer (1:26 min), digitales Booklet (online abrufbar) und Wendecover.

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The Running Man

1982 erschien Stephen Kings Roman Menschenjagd, dabei handelte es sich um das vierte Buch, das er unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlichte. Seine Geschichte spielt in der nahen Zukunft des Jahres 2025. Um die von seiner Tochter dringend benötigten Medikamente bezahlen zu können, verpflichtet sich der arbeitslose Ben Richards für die TV-Show Running Man. Er kann eine gewaltige Summe gewinnen, wenn er es schafft, den vom Sender bezahlten Jägern einen Monat lang zu entkommen.

Die Idee war nicht neu. Genau wie 1970 Wolfgang Menge bei seinem TV-Film Das Millionenspiel hatte sich auch Stephen King beim Science-Fiction-Autor Robert Sheckley bedient, der in einigen seiner Geschichten, wie bereits 1953 in The Seventh Victim, von kommerziell organisierten Menschenjagden erzählt hatte.

Stephen Kings The Running Man wurde erstmals 1987 mit Arnold Schwarzenegger verfilmt. Das Resultat funktioniert nicht als Satire und auch nicht als Actionfilm. Daher war es eine gute Nachricht, dass knapp drei Jahrzehnte später eine Neuverfilmung gewagt wurde, zumal mit Edgar Wright ein interessanter Regisseur verpflichtet wurde.

Wright hatte zuvor mit seinen Kinofilmen Shaun of the Dead, Hot Fuzz, The World’s End, Scott Pilgrim vs. the World, Baby Driver und Last Night in Soho immer wieder angenehm überrascht. Die Hauptrollen in The Running Man waren mit Glen Powell (Top Gun: Maverick, Twisters) Josh Brolin und dem nur sehr kurz auftretenden William H. Macey bestens besetzt.

Dennoch überzeugt auch die zweite – mit 133 Minuten überlange – Verfilmung von The Running Man weder als Dystopie, noch als Mediensatire und leider auch nicht als spannender Thriller.

Die Blu-ray von Paramount enthält neben dem 133-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Audiokommentar von Edgar Wright, Glen Powell und Michael Bacall (wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), sowie diese Berichte “The Hunters And The Hunted“ (16:34 min), “Welcome To The Running Man: Designing The World“ (16:45 min) und “Surviving The Game: Shooting The Running Man“ (29:37 min)

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Stephen King: Qual

Bevor er 1974 seinen großen Durchbruch mit Carrie hatte, verfasste Stephen King fünf Romane unter dem Namen Richard Bachman (das Pseudonym setzte er auch noch für die Bücher Der Fluch und Regulator ein). Vier dieser Werke (Amok, Todesmarsch, Sprengstoff und das mit Arnold Schwarzenegger als The Running Man verfilmte Menschenjagd) erschienen in den USA zunächst als Taschenbücher.

Das fünfe zeitgleich entstandene Bachman-Buch Blaze verschwand erst einmal in der Versenkung. Nachdem King jedoch den Kurzroman Colorado Kid zur Reihe Hard Case Crime beisteuerte, erinnerte er sich an die ähnlich gelagerte Bachman-Story und überarbeitete diese „Geschichte aus der Gruft“ noch einmal.

Das Buch erzählt vom kräftigen Zweimetermann Clayton Blaisdell Junior, der meist nur Blaze genannt wird. Als kleiner Junge wurde dieser von seinem trunksüchtigen Vater im Suff mehrmals die Treppe heruntergeschmissen. Blaze hat seitdem eine üble Delle im Kopf und vergisst oft die einfachsten Dinge. Seine Jugend verlebt er in Heimen, Besserungsanstalten und Gefängnissen. Er hört oft die Stimme seines verstorbenen Komplizen George, der ihm dabei helfen will einen großen Coup durchzuziehen. Blaze entführt das Baby eines reichen Ehepaars und will eine Million Dollar Lösegeld erpressen. Doch er macht zahllose Fehler und die Polizei ist ihm auf der Fährte als er sich in seinem alten Waisenhaus verschanzt.

In diese konventionell-spannende Krimihandlung hat Bachman-King einige Rückblenden aus der trostlosen Jugend von Blaze eingeflochten, die mit zum Besten gehören was seit langer Zeit vom immer noch sehr produktiven Autor zu lesen war. Zwar hat angeblich King laut Nachwort “aus dem Text weitgehend alle Emotionen entfernt“, doch wenn sich Blaze nach dem Fund einer gut gefüllten Brieftasche für einige glückliche Tage aus dem Waisenhaus entfernt oder es beinahe schafft von einem idealistischen Farmer adoptiert zu werden, berührt die Erzählung ungewöhnlich stark. Der klobige (und gelegentlich auch brutale) Blaze wird durch die sehr wirkungsvolle Struktur des Buches zu einem plastischen Charakter und zu einem wahrhaft tragischen Helden.

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Stephen King: Erhebung

Die Idee einen Menschen rapide an Gewicht verlieren zu lassen verarbeitete Stephen King bereits 1984 zu seinem unter dem Pseudonym Richard Bachman verfassten Buch Thinner. Doch hierbei handelte es sich – so auch der deutsche Titel – um einen “Fluch“. Scott Carey, die Hauptfigur von Erhebung hingegen nutzt seinen mysteriösen Schwund von einem Kilo Lebendgewicht pro Tag, um Gutes zu tun.

Stephen King: Erhebung

Auch Stephen King setzt in dieser Geschichte seine speziellen Fähigkeiten ein, um die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser zu machen. Ihm mag es manchmal an neuen Ideen mangeln, doch seine Fähigkeit mitreißende Geschichten zu erzählen und diese mit ebenso glaubhaften wie sympathischen Charakteren zu bevölkern, gleicht dies locker aus. Bei Erhebung geht es weniger um einen Mann, der immer leichter wird, sondern sehr viel stärker um eine typische US-Kleinstadt, deren Bewohner auf unterschiedliche Arten damit fremdeln, dass zwei miteinander verheiratete Frauen unter ihnen leben.

Stephen King: Erhebung

Über die an Bösartigkeit grenzende Homophobie der Bewohner des fiktiven Ortes Derry hat sich ein ganzes Kapitel in Kings wohl besten Roman Es beschäftigt. Das ebenfalls nicht reale Städtchen Castle Rock war bereits Schauplatz zahlreicher Bücher des King of Horror, wie z. B. Dead Zone oder Cujo. Vor dem Hintergrund dieser vertrauten Kulisse erzählt der Autor die rührende aber nie kitschige Geschichte von Scott Carey, der allen Widerständen zum Trotz versucht das Richtige zu tun.

Stephen King: Erhebung
Genau wie in den USA wurde die 140-seitige Story Erhebung auch bei uns als Hardcover-Büchlein veröffentlicht. Doch leider hat der Heyne Verlag darauf verzichtet die Illustration von Mark Edward Geyer ebenfalls in die deutsche Ausgabe zu übernehmen.

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