Bevor Hal Foster ab 1937 große Erfolge mit Prinz Eisenherz feierte, veröffentlichten die US-Zeitungen bereits sechs Jahre lang auf farbigen Sonntagsseiten seine Version von Edgar Rice Burroughsʼ Dschungelhelden Tarzan. Ein großformatiger Band des Taschen Verlags präsentiert den kompletten Tarzan von Hal Foster.
Dazu gehören auch jene sechzig schwarzweißen Zeitungsstrips, die Foster 1929 zu Papier brachte. Hierin adaptierte den ersten Tarzan-Roman von Rice Burroughs und erzählte die Origin, inklusive der tragischen Geschichte von dessen Eltern Lord und Lady Greystoke, die nach einer Meuterei an der afrikanischen Küste ausgesetzt wurden.
Nachdem er diese Miniserie mit dem Verzicht von Tarzan auf seinen Adelstitel, sowie seiner Rückkehr in den Dschungel zum Abschluss gebracht hatte, war Foster keineswegs erpicht darauf, weiterhin als Comiczeichner tätig zu sein.
Das Buch von Taschen enthält ein sehr interessantes Vorwort von Dian Hanson, das im Gegensatz zu den nur in der Originalversion enthaltenen Comics, reichbebildert in deutscher, englischer und französischer Sprache zum Abdruck kommt. Hanson erzählt darin vom eher schmächtigen Kanadier Foster, der aber dennoch ein Naturbursche wie Tarzan war. Bereits in frühster Jugend ging er auf die Jagd, um den Speiseplan seiner in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familie zu bereichern.
Als zeichnerischer Autodidakt studierte er in die Bibliothek von Winnipeg Bildbände mit Zeichnungen von Gustavé Doré oder Arthur Rackham. Nach einigen beruflichen Irrwegen fand er in Chicago Arbeit als Werbegrafiker. Hanson schreibt, dass Fosters Spezialität das Zeichnen von “Korsetts, Büstenhalter („speziell für die Dame mit großer Oberweite“), Bindengürteln, Ausschnittsrüschen und Tournüren“ war. Sie meint, dass diese Beschäftigung mit Damenunterwäsche ihm später dabei geholfen hatte, den Dschungel und das Mittelalter mit exotischen Schönheiten zu bevölkern.
Nach Fosters ersten Tarzan-Strips, die gemeinsam mit der ebenfalls am 7. Januar 1929 gestarteten Science-Fiction-Serie Buck Rogers als die ersten Abenteuercomics gelten, übernahm zunächst Rex Hayden Maxon die Serie. Doch zeichnerisch und auch inhaltlich war Edgar Rice Burroughs unzufrieden mit Maxons Tarzan und er sorgte dafür, dass Foster zur Serie zurückkehrte.
Während der Arbeit an seinen detaillierten Tarzan-Sonntagsseiten entdeckte Foster seine Liebe zum graphischen Erzählen. Zudem bekam er sehr viel positives Feedback in Form von Fanpost. Weniger zufrieden war er jedoch mit den nicht von ihm stammenden Geschichten und der trotz seines großen Einsatzes auf einem niedrigen Niveau bleibenden Bezahlung. Daher begann er ab 1934 mit Prinz Eisenherz eine eigene Serie zu entwickeln und erhielt von Hearts Kings Features Syndicate ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.
Mit Burne Hogarth trat ein mittlerweile ebenfalls legendärer Comiczeichner in die Tarzan-Fußstapfen von Foster. Doch für Comicstars wie Frank Frazetta, Bernie Wrightson, Wally Wood oder Jack Kirby war Hal Foster der Größte.
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