In den USA verwunderte es, dass Image das neue Werk vom Comic-Bestsellerautor Brian K. Vaughan (Y – The Last Man, Saga, Papergirls) nicht zunächst als Fortsetzung in Einzelheften veröffentlichte, sondern gleich als knapp 350-seitige Hardcover-Edition herausbrachte. Doch Vaughans Spectators ist eine Graphic Novel und verdient es in einem Stück gelesen zu werden.
Die von Niko Henrichon, mit dem Vaughan bereits bei Die Löwen von Bagdad zusammenarbeitete, teilweise sehr spektakulär in Szene gesetzte Geschichte spielt in einem zukünftigen New York. Dort wird eine junge Frau zusammen mit weiteren Kinobesucher:innen zum Opfer eines Massakers.
Doch sie ist nicht tot, denn während andere Tote sofort in Richtung Himmel, Hölle oder sonst wohin aufgebrochen sind, “lebt“ sie zusammen mit anderen Geistern als schwebende Beobachterin weiter.
Dabei freundet sie sich mit einem lange vor ihr verstorbenen Cowboy an und gemeinsam erforschen sie die langsam vor die Hunde gehende Menschheit. Henrichon lässt die Geister in Farbe vor einem schwarzweißen futuristischen New York agieren, was optisch nicht uninteressant ist.
Vaughan hingegen lässt kaum eine Gelegenheit aus, um seine etwas planlos voranschleichende Erzählung mit Sex und Gewalt zu “garnieren“, was – trotz einiger sensibler Glanzlichter – auf Dauer nervt.
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