Stephen King ließ Holly Gibney erstmals 2014 in Mr. Mercedes auftreten. Mit Finderlohn und Mind Control schrieb er zwei weitere Romane mit Holly und auch in seinen Buch The Outsider spielte die nur scheinbar unscheinbare Ermittlerin eine wichtige Rolle. Danach stand Holly in Kings Novellen-Sammlung Blutige Nachrichten im Zentrum der Titelgeschichte. Die (bisherige) Krönung von Hollys “literarischer Karriere“ war 2023 ein nach ihr benannter Roman.
In Kein Zurück wird Holly mit gleich zwei Menschen konfrontiert, die voneinander unabhängig über Leichen gehen. Die Motivation des ersten Killers mutet etwas konstruiert an, denn er begeht wahllos Morde und hinterlässt bei seinen Opfern kleine Zettelchen mit den Namen von Geschworenen, die einen Mann zu Unrecht verurteilt haben, der kurz darauf im Gefängnis starb. Holly will eigentlich ihrer Freundin, der Polizistin Izzy Jaynes, bei der Aufklärung dieses verzwickten Falles helfen, der immer weitere Morde nach sich zieht.
Doch zugleich ist sie in einer ihr eher weniger liegende Disziplin tätig. Holly übernimmt den Job der Leibwächterin von Kate McKay. Diese hochmotivierte und charismatische Frau zieht durch die USA, um in großen Sälen wortgewaltig für das Recht auf Abtreibung einzutreten. Diese Veranstaltungen ziehen nicht nur die Fans der Feministin an, sondern auch fanatische Abtreibungsgegner, die oft religiös motiviert sind.
Besonders gefährlich ist ein junger Mann, der von seiner “christlichen“ Gemeinde so fanatisiert wurde, dass er alles dransetzt, um Kate McKay zu töten. Das tragische Schicksal dieses Täters, der zugleich Opfer ist, beschreibt King nicht ohne Mitgefühl. Zwar sind die Motive der beiden Killer sehr unterschiedlich, doch beide stehen im Geiste ständig im Dialog mit ihren verstorbenen Vätern und auch Holly sieht sich immer wieder gezwungen, ihr Handeln vor ihrer schon lange nicht mehr lebenden Mutter zu rechtfertigen.
Doch das sind auch schon die einzigen leicht übersinnlichen Elemente in diesem ansonsten eher dem Bereich des Thrillers als des Horrors zuzuordnenden Roman. Stephen King verbreitet jedoch nicht nur Hochspannung, sondern er verweilt auch gerne bei den aus den Holly-Romanen bekannten “Nebendarstellern“, den Geschwistern Barbara und Jerome, die beide Karriere als Autoren machen. Doch Barbara geht ein wenig fremd, denn die Soul-Sängerin Sista Bessie hat aus einem ihrer Gedichte einen Song gemacht und die junge Frau als Sängerin für ihre Comeback-Tournee verpflichtet. Nach 600 Seiten laufen alle diese Handlungsfäden zusammen und münden in ein wirklich großes Finale.
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