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George Lucas Museum of Narrative Art

Zunächst sollte das von George Lucas seit 2014 geplante Museum über erzählende Kunst in San Francisco oder Chicago gebaut werden. Doch jetzt öffnete es am 22. September 2026 im mitten in Los Angeles gelegenen Exposition Park seine Pforten. Lucas wählte den Standort , weil sich dieser in der Nähe der University of Southern California befindet, an der er studiert hatte.

Das an das Raumschiff Enterprise erinnernde Museumsgebäude wurde vom chinesischen Architekturbüro MAD Studio gestaltet. Die Ausstellungsfläche von 9.300 m² verteilt sich auf fünf Etagen. Hinzu kommen eine Bibliothek, zwei Theater, einen Veranstaltungsraum, sowie ein Restaurant und ein Café.

Einen perfekten Überblick zu den von Lucas ausgewählten Exponaten gibt es auf 832 Seiten in einem zweibändigen Katalog, der beim Taschen Verlag erschienen ist. Abgedruckt sind beeindruckende Reproduktionen der ausgestellten Werke.

Darunter befinden sich Arbeiten von Norman Rockwell, Frida Kahlo, Mike Mignola, Frederic Remington, Salvador Dali, Diego Rivera, Andy Warhol, Beatrice Potter, Brian Froud, John Tenniel, E. H. Shepard, Arthur Reckham, David Hockney, Maurice Sendak, Fernand Léger, Camille Pissaro, Margret Keane, Eadweard Muybridge, Frank Frazetta, Robert Capa, Alphonse Mucha, Carl Spitzweg, Boris Vallejo, HR Giger, Maxfield Parrish, Banksy, Jessie Wilcox Smith, Thomas Hart Benton und N. C. Wyeth.

Das Buch enthält zudem zwei Kapitel mit Exponaten, die nicht so recht passen wollen zur ansonsten geschickt zwischen Illustrationen, Fotografien, Americana, anspruchsvoller Malerei und US-patriotischen Kitsch wechselnden Hängung.

Wenig überraschend ist, dass der Katalog auf knapp 100 Seiten “Star Wars in Motion“ präsentiert.

Doch es wäre seltsam, wenn in einem George-Lucas-Museum keine lebensgroßen Wachsfiguren mit dem Originalkostümen von Luke Skywalker oder Prinzessin Leia, kein Roboter-Duo, keinen Darth Vader, keine Stormtrooper, kein AT-AT, keine Konzeptgemälde von Ralph McQuarrie und auch kein Millennium Falcon zu sehen wären.

Dass auch erschreckend viel von dem wirren Design aus Episode I bis III präsentiert wird, muss wohl in Kauf genommen werden. Immerhin wurde auf einen lebensgro0en Jar Jar Binks verzichtet.     

Wirklich bemerkenswert an diesem Katalog ist, dass zudem noch 120 Seiten mit Reproduktionen von Comic-Originalen enthalten sind.

Darunter befindet sich eins der ersten Originale, das der junge, alles andere als gut betuchte, Student George Lucas erwarb. Es stammt aus dem Zeitungsstrip Alley Oop von V. T. Hamlin. Lucas zahlte damals dafür 35,- Dollar und hat sich in den nächsten Jahrzehnten 40.000 weitere Comiczeichnungen angeschafft.   

Der Katalog belegt, wie vielfältig George Lucas am Medium Comic interessiert ist. Schwerpunkte seiner Sammlung sind der Comicklassiker Prinz Eisenherz von Hal Foster, das MAD-Magazin, Ölgemälde von Carl Barks und Underground-Comix von Robert Crumb.

Lucas interessiert sich hingegen erstaunlich wenig für Superhelden und Mangas. Er bevorzugt europäische Künstler wie Hugo Pratt, Hergé, Philippe Druillet oder Moebius, sowie Marjane Satrapi. Allein durch die sensationellen Comicoriginale lohnt sich ein Besuch des Lucas Museum of Narrative Art.

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