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Die Letzten beißen die Hunde

Mit dieser schönen Edition wird auf Blu-ray und erstmals auf 4K Ultra HD ein Schlüsselwerk im sehr vielfältigen Oeuvre von Clint Eastwood gewürdigt. Nach seiner ersten Regiearbeit Sadistico und seinem Riesenerfolg mit Dirty Harry verabschiedete er sich mit Thunderbolt and Lightfoot 1974 endgültig von seinem Image als Western-Antiheld.

Der Film mit dem eher unschönen deutschen Titel Die Letzten beißen die Hunde war die erste Regiearbeit von Michael Cimino, der danach mit Die durch die Hölle gehen und Heaven’s Gate in Hollywood ebenso schnell auf- wie absteigen sollte. Auch zu Thunderbolt and Lightfoot verfasste Cimino das Drehbuch, genau wie zuvor bereits zum zweiten Dirty-Harry-Film.

Mit seiner Geschichte deckt Cimino ein breites Spektrum ab und unterbrach ein fabelhaft erzähltes Road Movie durch ein eher formelhaft konstruiertes Heist Movie. Darüber ob die Geschichte Sinn macht, lässt sich trefflich streiten. Über jeden Zweifel erhaben ist jedoch Jeff Bridges, dem es mit seinen Faxen als Lightfoot immer wieder gelingt, den wie immer ultracool auftretenden Eastwood ein Lächeln ins Stone Face zu zaubern.

Auftakt (und auch Ende) des Films sind großartig. Ganz entspannt erzählt Cimino, wie der als Pfarrer verkleidete ehemalige Kriminelle John Doherty mit dem Spitznamen Thunderbolt auf den in einem gestohlenen Auto sitzenden Lightfoot trifft. Sie amüsieren sich mit jungen Damen und landen als Anhalter bei einem von seinen Auspuffgasen völlig bekifften Crashpiloten und seinem Waschbären. Doch leider hört der Spaß erstmal auf, nachdem Thunderbolt und Lightfoot zusammen mit zwei von George Kennedy und Geoffrey Lewis verkörperten Gaunern versuchen, das dann doch gar nicht so große Ding zu drehen…

Zum ebenso originellen wie ergreifenden Ende hin, kehrt Cimino wieder zur Leichtigkeit der ersten halben Stunde zurück und der Film wurde zu einem riesigen Erfolg. Während sich Bridges danach in seinen Filmen weiterhin eher als Schauspieler denn als Star betätigte, hob Eastwoods Karriere richtig ab. Es gab Regie-Oscars für Erbarmungslos und Million Dollar Baby, doch auch wenn Eastwood in einer Komödie wie Der Mann aus San Fernando neben einem Orang-Utan Clyde agierte, machte er sich nicht zum Affen.

Ab 19. Februar bei Capelight als limitiertes Mediabook mit 4K Ultra HD + Blu-ray

Das limitierte Mediabook von Capelight Pictures enthält den Film auf Blu-ray und 4K Ultra HD. Hinzu kommt interessantes Bonusmaterial: Audiokommentar von Dokumentarfilmer Nick Redman; Drehbuchautor Lem Dobbs und Essayistin Julie Kirgo, eine Tonspur mit isoliertem Soundtrack, den US-Trailer (1:57 min) und den deutschen Trailer (1:51 min), sowie ein 24-seitiges Booklet mit einem Text von Stefan Jung.

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Million Dollar Baby

Frankie Dunns (Clint Eastwood) Leben dreht sich um den Boxring. Er hat Boxer trainiert und diesen eingehämmert auf ihre Deckung zu achten. Hinter seiner harten Schale verbirgt sich ein sehr weicher Kern, denn Dunn zögerte immer, wenn es darum ging seine Schützlinge gegen starke Gegner antreten zu lassen.

Million Dollar Baby

Daher verließen ihn viele später erfolgreiche Boxer und andere Manager haben Ruhm und Geld geerntet. Seit einiger Zeit trainiert schon eine gewisse Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) in Dunns Trainingscenter. Sie ist mit mehr als 30 Jahren eigentlich schon zu alt für eine Box-Karriere, doch ihre Hartnäckigkeit beeindruckt Dunn…

Million Dollar Baby

Zunächst sieht es so aus wenn Clint Eastwood hier eine weibliche Rocky-Variante, ergänzt um ein von ihm selbst verkörpertes sentimentales Portrait eines langsam in Rente gehenden Box-Trainers, präsentieren will, doch der erste Eindruck täuscht. Trotzdem ist Million Dollar Baby nicht ohne Schwächen und ein leichter Rückschritt gegenüber Mystic River, der vorherigen Regiearbeit Eastwoods.

Million Dollar Baby

Einen eher aus dem Kino als aus dem Leben entnommenen Charakter wie den unnahbar wirkenden Frankie Dunn, der in Maggie langsam aber sicher einen Ersatz für die eigene entfremdete Tochter sieht, spielt Eastwood natürlich schon fast im Blindflug. Dies scheint ihm auch bewusst zu sein, daher schickt er Dunn als Variante zu seinen sonstigen ähnlichen Rollen täglich in die Kirche. Doch auch durch kurze theologische Diskussionen mit dem genervten Pfarrer wird Dunn nicht wirklich zu einer runderen Persönlichkeit.

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Auch der seltsamerweise Oscar-prämierte Morgan Freeman als Maggies etwas weniger harter und etwas herzlicher zweiter Mentor ist eher klischeehaft. Doch das gleicht die völlig zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnete Hilary Swank (Boys Don´t Cry) als Maggie locker aus, die voller Dynamik und Humor aber durchsetzt mit tragischen Zwischentönen die hartnäckige Maggie verkörpert.

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