Schlagwort-Archiv: Michael Giacchino

Man-Thing Classic Collection

Panini hat sich in letzter Zeit in Sachen Swamp Thing sehr verdient gemacht. In wuchtigen Hardcoverbänden erschienen nicht nur die klassischen von Len Wein und Bernie Wrightson geschaffenen Comics mit DCs Ding aus dem Sumpf oder erstmals alle 45 von Alan Moore getexteten Hefte, sondern auch Geschichten mit Swamp Thing von Rick Veitch, Kelley Jones oder von Ram V und Mike Perkins.    

Da ist es nur konsequent, wenn mit Man-Thing auch Marvels Gegenstück zu Swamp Thing in einem 1.200-seitigen großformatigen Band auf die deutsche Comicgemeinde losgelassen wird. Das in den Everglades beheimatete sumpfige Ungetüm debütierte im Mai 1971  in der ersten Ausgabe von Marvels in Schwarzweiß veröffentlichten Magazin Savage Tales, auf dessen Cover allerdings der Barbar Conan zu sehen war.      

Erst zwei Monate später hatte Swamp Thing seinen ersten Auftritt im DC-Heft House of Secrets. Kurios ist, dass Gerry Conway, der Autor des ersten Comics mit Man-Thing seinerzeit zusammen mit Len Wein, dem Schöpfer von Swamp Thing, in einer WG lebte. Doch während Len Wein sein Sumpfmonster Zeit seines Lebens betreute, steuerte Gerry Conway zur Saga von Man-Thing wenig mehr die von Gray Morrow gezeichnete erste elfseitige Geschichte bei.

Basierend auf einer Idee von Stan Lee und Roy Thomas erzählt Conway darin vom Wissenschaftler Dr. Theodore „Ted“ Sallis, der zusammen mit seiner Freundin Ellen Brandt gut versteckt in den Sümpfen von Florida lebt und mit einem Supersoldatenserum herumexperimentiert. Ellen arbeitet mit zweifelhaften Gestalten zusammen, die in den Besitz des Serums gelangen wollen. Doch Ted gelingt die Flucht und bevor er mit seinem Auto in den Sumpf rast, spritzt er sich die Chemikalie in den Arm.       

Dort verändert das Serum Geist und Körper von Ted. Dieser wird zu einem unzerstörbaren Killer, der sich bitter an seinen Verfolgern rächt und und der untreuen Ellen durch Handauflegen die Haut verbrennt. 

Seinen zweiten Auftritt hatte Man-Thing in Heft 12 der Reihe Astonishing Tales, in dem eigentlich eine Geschichte mit Ka-Zar dem “Lord of the Hidden Jungle“ erzählt wird. Etwas ungeschickt wurde hier gelblich eingefärbte Geschichte eingefügt, die auf sieben Seiten noch einmal die Entstehungsgeschichte von Man-Thing erzählt. Diese Story stammt von Len Wein und wurde sehr dynamisch von Neal Adams in Szene gesetzt.    

 Weiter ging es in der Marvel-Horrorreihe Adventure into Fear. In Ausgabe 10 verwurstete Conway auf zehn Seiten noch einmal die Origin In der nächsten Nummer im Dezember 1972 startete der neue Texter Steve Gerber, der in den nächsten drei Jahren nahezu alle Geschichten mit Man-Thing schreiben sollte.

Bereits in Adventure into Fear # 11 platzierte er erstmals jenen Slogan, der künftig das Motto von Man-Thing sein sollte: „Whatever knows fear burns at the Man-Thing’s touch!“ („Wer Angst kennt, brennt bei der Berührung Man-Things!“)

Innerhalb der Serie debütierte auch Gerbers populärste Figur Howard the Duck und ab 1974 bekam Man-Thing eine eigene Serie. Gerber gelang das Kunststück mit einer eher passiven aber sehr empathischen Figur wie Man-Thing spannende und oftmals auch ganz schön abgefahrene Geschichten zu erzählen.

Rund um das Sumpfmonster platzierte er interessante Charaktere, wie den selbsternannten Loser Richard Rory, der immer wieder über sich hinauswuchs, aber dennoch vom maskierten Rächer Foolkiller gejagt wurde.

Steve Gerber platzierte aber auch Kapitalismuskritik in seinen Stories und ging dabei alles andere als dezent vor. Immer neue Schandtaten beging etwa der skrupelloser Unternehmer Franklin Armstrong Schist, auf dessen Firmenschildern F. A. Schist zu lesen ist.

In Man-Thing # 22 im Oktober 1975 trat dann gar Steve Gerber persönlich auf. Er verabschiedete sich von der Serie und seinen treuen Lesern. Anschließend absolvierte Man-Thing Gastauftritte an der Seite vom Hulk oder von Spider-Man, bevor das Sumpfmonster wieder in einer eigenen Serie auftrat. Diese wurde, obwohl sie von einem populären Autoren wie Chris Claremont geschrieben wurdem, nach elf Ausgaben eingestellt.

Paninis Man-Thing Classic Collection enthält alle diese interessanten und oft sehr ungewöhnlichen Comics. Der Band lädt ein zu einer Zeitreise durch ein spannendes Marvel-Jahrzehnt ein. Zu bewundern sind Zeichnungen von Meistern ihres Fachs, wie Gray Morrow, Neal Adams, John Buscema, Howard Chaykin, Mike Ploog, Val Mayerik, John Byrne, Pat Broderick, Tom Sutton, Alfredo Alcala, Ed Hannigan, Sal Buscema oder Jim Mooney.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass Man-Thing bereits 2005, also noch vor dem Start des Marvel Cinematic Universe, im Zentrum einer gar nicht einmal so schlimmen, herrlich trashigen Verfilmung stand. 

Sehr viel mehr Aufsehen – auch in Sachen Merchandise – erregte allerdings 2022 auf Disney+ ein kurzer Auftritt von Man-Things. Diesen gab es am Ende der vom ansonsten eher als Komponisten tätigen Michael Giacchino inszenierten, ziemlich sinnfreien Horror-Anthologie Werewolf by Night.

Der definitive Film mit Man-Thing steht also noch aus!

„Man-Thing Classic Collection“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Funko Pop! Super: Werewolf by Night – Man-Thing – Vinyl-Sammelfigur“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Marvel’s Man-Thing“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing: Classic Collection“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing von Alan Moore: DeLuxe Edition 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing von Alan Moore: DeLuxe Edition 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing: Geschichten aus dem Sumpf“ als Deluxe-Edition bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing: Das Vermächtnis des Grüns“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing von Alan Moore: DeLuxe Edition 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing“ von Wes Craven als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing“ von Wes Craven als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Das grüne Ding aus dem Sumpf“ von Jim Wynorski als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Das grüne Ding aus dem Sumpf“ von Jim Wynorski als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing – Die Serie“ als englischsprachige Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Swamp Thing – Die Serie“ als englischsprachige DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die fast vergessene Welt

Eigentlich klingt die Kombination Will Ferrell und Dinosaurier recht verlockend. Ferrell (Die Eisprinzen, Buddy – Der Weihnachtself, Eurovision Song Contest) ist ganz sicher nicht der erfolgreichste US-Komiker, doch gewiss der Unberechenbarste.

Die fast vergessene Welt

Dinosaurier müssen – obwohl ausgestorben – nicht weiter vorgestellt werden (“Sie kennen uns aus Filmen wie Jurassic Park und King Kong“). Für Die fast vergessene Welt spricht auch noch, dass Brad Silberling inszenierte, der u. a. mit Casper und Lemony Snicket bewies, dass er ein Händchen für Effektfilme hat.

Die fast vergessene Welt

Der 2009 entstandene Film basiert auf der TV-Serie Land of the Lost, die in den USA von 1974 bis 1976 lief und bei uns erst ab 1990 als Im Land der Saurier gezeigt wurde. Hier gerät ein gewisser Rick Marshall bei einem Schlauchboot-Ausflug gemeinsam mit seinen Kindern Holly und Will nach einem Erdbeben in eine seltsame Welt, bevölkert von Sauriern, Urzeitmenschen und humanoiden Echsenwesen, den sogenannten Sleestaks.

Die fast vergessene Welt

Das Kino-Remake machte aus Rick Marshall (Ferrell) einen erfolglosen Wissenschaftler, der gemeinsam mit der ihn bewundernden Forschungs-Assistentin Holly (Anna Friel aus Pushing Daisies) und dem eine Jahrmarktsattraktion betreibenden Hinterwäldler Will (Danny McBride) – ebenfalls per Schlauchboot – in das Land der Verlorenen gelangt.

Die fast vergessene Welt

Was dort abgeht ist leider eher albern und zäh als amüsant und spannend. Will Ferrell dreht nur am Anfang und Ende des Filmes (bei TV-Interviews mit Matt Lauer als  genervten Moderator) richtig auf, liefert ansonsten nur (häufig etwas fäkale) Albernheiten. Die phantasievolle Ausstattung (irgendwo zwischen Hightech und TV-Trash), Michael Giacchinos Soundtrack (Banjo und Theremin) und der sympathische T-Rex Grumpy sorgen dafür, dass man den Film nur fast völlig vergesssen kann.

Die fast vergessene Welt

Die Blu-ray von justbridge entertainment  steckt in einem schönen Steelbook und enthält neben dem 102-minütigen Hauptfilm noch dieses Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur Brad Silberling (wie alle Extras ohne deutsche Untertitel), Unveröffentlichte Szenen (20:18 min), Werbespots für  den Devil´s Canyon Gift Shop (6:49 min), Dr. Marschalls Food Diary (5:49 min, wahlweise mit Audiokommentar von Brad Silberling), Portrait of Danny McBride, a Hollywood Superstar (11:12 min)

„Die fast vergessene Welt“ als Blu-ray im Steelbok bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die fast vergessene Welt“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Den Soundtrack zu diesen Film bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Super 8

Das waren noch Zeiten als Steven Spielberg das Publikum mit von ihm inszenierten oder produzierten Filmen wie E. T., Unheimliche Begegnung der Dritten Art, Gremlins, Die Goonies oder Poltergeist überraschte, leicht schockierte und vor allem amüsierte. Alle diese Werke spielen in einer gesichtslosen US-Vorstadt, handeln von altklugen Kindern mit ebensoviel Tatendrang wie Medienkompetenz und von ihren überforderten Mittelklasse-Eltern. Es ist nur konsequent, wenn J. J. Abrams eine (lustigerweise auch noch von Spielberg produzierte) Hommage an Filme dieser Art im Jahre 1979 spielen lässt.

Super 8

Der Auftakt von Super 8 ist grandios: Im Stahlwerk von Lilian, Ohio wird an einer Tafel die dreistellige Zahl von unfallfreien Tagen auf einen umgeändert, in der nächsten Einstellung sitzt ein 13-jähriger Junge namens Joe Lamb einsam auf einer Schaukel und trägt einen schwarzen Anzug. Joes Vater ist der Sheriff des Ortes und möchte nicht, dass sein Sohn weiterhin gemeinsam mit seinen seltsamen Freunden auf Super 8 einen Zombie-Film dreht. Doch Joe lässt sich bremsen, verliebt sich in die Hauptdarstellerin des Amateur-Films (der während des Nachspanns komplett gezeigt wird) und muss sie aus den Klauen eines Monsters befreien, das aus einem Transport-Güterzuges der Air Force entkommen ist…

Super 8
Wenn Super 8 versucht zunehmend spannender zu werden, verliert der Film etwas an Subtilität und die seltsame Gegenlicht-Dramaturgie befremdet etwas. Doch ansonsten beschwört Abrams echtes Spielbergsches Frühwerk-Feeling. Dies liegt ganz sicher auch an seinem Komponisten Spezi Michael Giacchino, der für J. J. Abrams bereits Alias, Lost, Mission Impossible III und Star Trek vertonte. Mit dem mehr als 100 Musiker umfassenden Hollywood Studio Orchester und einer Hammondorgel sorgte Giacchino für sanfte aber bedrohliche Töne in der Tradition von John Williams oder Jerry Goldsmith. Die Soundtrack-CD konzentriert sich auf den Orchester-Score, erfreut durch lange Laufzeit und nicht verwendete Bonus-Tracks.

„Super 8“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Super 8“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die CD mit dem Soundtrack zu „Super 8“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken