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Hackenporsche

Melanie Lüdtkes Comic ist autofiktional. Dies bezieht sich wahrscheinlich hauptsächlich auf jene Passagen, in denen die Hauptfigur, die angehende Künstlerin Paulina, mit ihrem “proletarischen“ Vater Ed fremdelt.

Wenn dieser eine Vernissage besucht, auf denen auch Werke seiner Tochter ausgestellt sind, und lautstark mit den Exponaten fremdelt, dann zeigt Lüdtke sehr deutlich, wie peinlich Paulina dies vor den Augen ihres neuen Bekanntenkreises ist.

Noch eindringlicher sind jene Szenen, in den sich die junge Frau mit Ed in einem Park trifft und dieser ihr erstmals von seiner tragischen Vergangenheit erzählt, die er größtenteils in Kinderheimen verbrachte. 

Die Rückblenden hat Lüdtke inmitten ihrer ansonsten schwarzweißen Zeichnungen rötlich koloriert. Diese sehr sensibel eingefangenen Vater-Tochter-Momente sind schwer zu Herzen gehendes, ganz großes Comic-Kino.

Die andere Hälfte des knapp 230-seitigen Comics fällt dagegen leider ganz schön ab. Hier schildert Lüdtke, wie Paulina ihren Job im Media Markt hinschmeißt und nach einem enttäuschenden Vorstellungsgespräch bei einem Galeristen dennoch Zugang zur Kunstwelt findet. Recht breitgetreten ist eine lange Szene in englischer Sprache, in der sich Paulinas neuen internationalen Freunde an der deutschen Einkaufstrolley-Bezeichnung “Hackenporsche“ erfreuen.

Hier wäre weniger mehr gewesen, denn diese am Randes des Banalen angesiedelten Sequenzen habe ich bei der Lektüre mit leichter Verwunderung über mich ergehen lassen und darauf gehofft, dass es recht bald weitergeht mit den lebendig eingefangenen Vater-Tochter-Momenten.

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