Der Splitter Verlag überrascht immer wieder durch interessant gestaltete Comicbiografien zu Filmgrößen wie Alfred Hitchcock, Stan Laurel, Steven Spielberg oder Martin Scorsese. Doch so umfassend wie in den ersten beiden Bänden über das Leben und Werk von George Lucas wurde noch kein Filmschaffender im Medium Comic porträtiert.
Der erste Band George Lucas: Der lange Weg zu Star Wars enthält zwar auch kurze Episoden aus der Jugend von Lucas, widmet sich auf 200 Seiten jedoch hauptsächlich und sehr ausführlich der Entstehungsgeschichte des ersten Star-Wars-Films. In einem sehr lockeren Stil gelingen Renaud Roche treffsichere – sich gelegentlich am Rande der Karikatur bewegende – Porträts von den Darstellern und den Mitgliedern der Filmcrew.
Der erste Band enthält zwar auch kurze Episoden aus der Jugend von Lucas, widmet sich auf 200 Seiten jedoch hauptsächlich und sehr ausführlich der Entstehungsgeschichte des ersten Star-Wars-Films. In einem sehr lockeren Stil gelingen Renaud Roche treffsichere – sich gelegentlich am Rande der Karikatur bewegende – Porträts von den Darstellern und den Mitgliedern der Filmcrew.
Auch Roches Farbgebung kann überzeugen. Meist koloriert er lediglich in Grautönen, setzt aber immer wieder kleine Farbakzente. So sind manche Krawatten rot und Szenen aus Filmen erstrahlen in Technicolor.
Der Autor Laurent Hopman hat seine Hausaufgaben gemacht, wie nicht nur die umfassende Bibliografie am Ende des Buchs belegt. So erzählt er detailliert davon, dass Star Wars ein ganz anderer Film geworden, wenn George Lucas seine ersten Drehbuchversionen umgesetzt hätte. Auch auf die Probleme bei der Finanzierung und der Realisierung von innovativen Spezialeffekten geht er ausführlich ein.
Doch auch zwischenmenschliche Probleme werden nicht ausgespart und Hopman beschreibt ausführlich die problembeladene Ehe von George und Marcia Lucas. Außerdem beschäftigt er sich mit der Affäre zwischen Carrie Fisher und Han Solo, die während der Dreharbeiten in England lange ein Geheimnis blieb.
Band 1 endet 1977 mit dem triumphalen Erfolg des ersten Star-Wars-Films und den für George Lucas sehr erfolgreichen Verhandlungen mit den Studiogewaltigen von Fox über die finanziellen Konditionen bei der Fortsetzung Das Imperium schlägt zurück.
Auf ebenfalls 200 Seiten erzählen Hopman und Roche in George Lucas – Episode II die nicht minder problematische Entstehungsgeschichte der Fortsetzung. Hier gab Lucas die Regie an Irvin Kershner ab, den er als Dozent an der Filmhochschule kennen und schätzen gelernt hatte.
Auch ansonsten versuchte George Lucas sich nach Fertigstellung des Drehbuchs nicht weiter an Produktion des Films zu beteiligen. Doch die Dreharbeiten in Norwegen und England liefen aus dem Ruder. Immer wieder klingelte in Kalifornien das Telefon und Lucas musste Marcia, der er ein ruhiges Familienleben versprochen hatte, immer wieder enttäuschen.
Das zweite Buch endet ebenfalls mit einer triumphalen Filmpremiere, der erstmals tagelang vor den Kinos kampierenden Fans entgegengefiebert hatten. Auch für George und Marcia gibt es ein Happy End. Dass dieses nicht von Dauer sein wird, davon erzählen Hopman und Roche in einem dritten Band. Auf diesen Comic über das Ende einer Trilogie und einer Ehe bin ich schon sehr gespannt.
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