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Der Teufel trägt Prada 2

Der Teufel trägt Prada erzählte 2006 von der jungen Andrea “Andy“ Barnes (Anne Hathaway), die aus der Provinz nach New York kommt, um dort als engagierte Journalistin zu arbeiten. Eher widerwillig akzeptiert sie einen Job, um den sie Millionen von Frauen beneiden würden.

Sie wird zweite Assistentin von Miranda Priestly (Meryl Streep), der Herausgeberin des angesagten Modemagazins Runway. Doch dies ist alles andere als ein Traumjob. Andy ist froh, als sie den Launen der arroganten Miranda nicht länger ausgeliefert ist und als Redakteurin bei einer seriösen Tagezeitung anfangen kann…

Doch auch dieser Traumjob ist nicht von Dauer und Andy muss am Anfang von Der Teufel trägt Prada 2 erleben, dass ihr – während sie einen bedeutenden Journalistenpreis erhält – zusammen mit der gesamten Redaktion per SMS gekündigt wird. Anstelle einer Dankesrede hält sie ein zu Herzen gehendes Plädoyer für den engagierten Journalismus.

Wie es im Kino so ist, erhält sie prompt eine Anstellung bei Runway und soll das nur noch mäßig erfolgreiche Lifestyle-Magazin durch engagierte Reportagen wieder an die Spitze bringen. Doch diese Entscheidung wurde ohne Absprache mit Miranda getroffen. Diese scheint sich nicht mehr an Andy zu erinnern und beginnt wieder damit, ihr das Berufsleben zur Hölle zu machen.

Doch diesmal ist Miranda keine kaltherzige Bitch, sondern Meryl Streep verkörpert sie als amtsmüde gewordene Verlegerin, die sich nur noch lustlos um Trend und Intrigen kümmert. Die Gefahr geht nicht weiterhin von Miranda aus, sondern von der sich verändernden Medienlandschaft mit KI-Fakes und (vor-)schnellem Online-Journalismus.

Andy empfindet diesmal eher Mitleid mit Miranda. Gemeinsam mit deren rechter Hand Nigel und ihrer ehemaligen Assistentin Emily, die wieder mit viel Spielfreude von den anscheinend genau wie die beiden Hauptdarstellerinnen in 20 Jahren kaum gealterten Duo Stanley Tucci und Emily Blunt verkörpert werden, versucht Andy Runway zu retten.

Auch die Fortsetzung bietet mit einer großen Modenschau in Mailand und allerlei fantasievollen Modekreationen wieder beträchtliche Schauwerte. Doch Ähnliches gibt es auf Netflix bei Amelie in Paris zu bestaunen. Der Teufel trägt Prada 2 hingegen beschäftigt sich am Rande seiner Bilderflut auch mit ernsthaften Themen, wie Zukunftsängste oder einer immer oberflächlicher werdenden nur noch auf Klicks schauenden Medienlandschaft.

Während Leonine bei der DVD-Veröffentlichung auf Extras verzichtete hat, enthalten Blu-ray und UHD interessantes Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur David Francel, Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna und Kostümbildnerin Molly Roders (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), “Nächstes Level: Ikonen-Update“ (5:30 min), “Im Mode-Kleiderschrank“ (5:58 min), “Erste Reihe – Dreharbeiten in Italien“ (4:08 min), “Runway“ – Musikvideo von Lady Gaga, und “Lustige Patzer“ (3:43 min)

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Joker: Folie à Deux

2019 drehte der zuvor eher durch Komödien wie Old School oder die Hangover-Trilogie bekannte Regisseur Todd Philipps einen Film über Batmans beliebtesten Widersacher. Doch Joker war meilenweit entfernt vom seinerzeit noch sehr erfolgreichen Superhelden-Kino.

Martin Scorsese war Koproduzent und als Inspiration dienten dessen Filme Taxi Driver und The King of Comedy. In brutalen und teilweise schwer zu Herzen gehenden Sequenzen erzählte Philipps wie der von Joaquin Phoenix mit großem Einsatz gespielte Arthur Fleck immer mehr den rationalen Bereich verlässt, Morde begeht und dafür von der Öffentlichkeit gefeiert wird.

Joker spielte über eine Milliarde Dollar ein und Phoenix bekam einen Oscar als bester Hauptdarsteller. In der Fortsetzung befindet sich Arthur Fleck zwei Jahre nach den Ereignissen des ersten Films im Arkham State Hospital und ihm soll der Prozess gemacht werden.

Todd Philipps liefert diesmal einen völlig anderen Film ab. Als gleichberechtigte Hauptdarstellerin ist Lady Gaga als Harleen „Lee“ Quinzel zu sehen. Doch auch ihre Interpretation dieses beliebten DC-Charakters ist mehr als ungewöhnlich. Sie spielt nicht die fröhliche Clownprinzessin Harley Quinn, sondern eine sich freiwillig in Arkham befindende Patientin, von der Arthur Fleck fasziniert ist. Durch Songs aus klassischen Hollywoodfilmen, wie The Band Wagon mit Fred Astaire, finden Arthur und Lee zueinander.

In Joker: Folie à Deux sind immer wieder großartige Interpretationen von Songs wie Bewitched, If My Friends Could See Me Now oder That’s Entertainment! zu hören. Sensationell ist ein Auftritt von Phoenix, der als Joker vor seinen Mithäftlingen mit kehliger Stimme eine finstere, zunächst gar nicht zu erkennende Version von For Once in My Life vorträgt, die Lichtjahre von dem entfernt ist, was zuvor Frank Sinatra oder Stevie Wonder aus dieser eher soften Nummer gemacht hatten.

Als eine Art Zugabe veröffentlichte Lady Gaga parallel zum Film das Album Harlequin, auf dem eigene jedoch eher fröhliche Versionen von ähnlichen Songs wie Good Moorning oder Smile, aber auch The Joker von Leslie Bricusse und Anthony Newley, zu hören sind.

Das Resultat ist eine Art finstere Variante von Damien Chazelles La La Land, dessen Finale es sehr unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass es eine weitere Fortsetzung geben wird. Ohne den Erfolg von Joker wäre dieser ungewöhnliche Film niemals entstanden und es ist bewundernswert, dass Todd Philipps auf alle Erwartungen pfeift und sein sehr eigenes Ding durchzieht.

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Machete Kills

Alles begann 2007 mit einem gefakten Trailer im Grindhouse-Double-Feature von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn), der Danny Trejo, den wohl im wahrsten Sinne des Wortes markantesten Nebendarsteller Hollywoods, als Action-Held in Aussicht stellte. Drei Jahre später entstand dann tatsächlich Machete. Der Film erfreute durch ungenierte rohe Action und ein erlesenes Ensemble. Wem sonst außer Regisseur Robert Rodriguez und Hauptdarsteller Danny Trejo könnte es schaffe Robert De Niro, Lindsay Lohan und Steven Seagal gemeinsam auf die Leinwand zu zaubern.

Machete

Die Fortsetzung hat in dieser Hinsicht noch mehr zu bieten. Mel Gibson ist der überlebensgroße Schurke Luther Voz. Antonio Banderas, Cuba Gooding, Jr. und Lady Gaga spielen dieselbe Rolle, einen Killer namens El Chameleón. Außerdem tritt Charlie Sheen als US-Präsident erstmals unter seinem Geburtsnamen Carlos Estévez auf.

Machete Kills

Erwartungsgemäß überstrahlt diese Star-Power – Michelle Rodriguez und Jessica Alba sind zum Glück auch wieder dabei – nicht den Film. Der Leading Man ist zweifelsohne der seinerzeit bereits knapp 70-jährige Danny Trejo, der wieder souverän metzelt, liebt und stolz verkündet, dass Machete nicht twittert.

Machete Kills

“Die Anderen haben eine Rakete, doch er hat eine Machete“ reimt gar nicht einmal so schlecht der deutsche Verleiher. Höchstwahrscheinlich aus Mangel an einem ähnlich flotten Werbespruch blieben die US-Einspielergebnisse von Machete Kills erheblich hinter den Erwartungen zurück und im Entstehungsland des Films konnte nicht einmal das – trotz Starbesetzung sehr moderate – Budget von 20 Millionen Dollar wieder eingespielt werden.

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Daher kann nur diese Empfehlung ausgesprochen werden: Bitte schaut Euch Machete Kills an, ihr finanziert damit möglicherweise die zwar am Ende des Films angepriesene aber immer noch nicht gedrehte Fortsetzung Machete Kills Again… In Space!.

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Henk Schiffmacher: TATTOO

Der Niederländer Henk Schiffmacher ist zwar der Spross einer Metzger-Familie, beschäftigt sich jedoch auf eine etwas filigranere Art mit der Fleischverarbeitung. Im Laufe seines Lebens hat er bereits viel Prominenz wie Lady Gaga, Kurt Cobain oder Robbie Williams tätowiert. Ihn interessiert aber auch die Geschichte der Tattoo-Kunst.

Henk Schiffmacher: TATTOO

In seiner Kindheit begeisterten den unter Legasthenie leidenden Schiffmacher Bücher, die mit den Radierungen von Gustave Doré illustriert waren. Später stellte er fest: “Das Tätowieren faszinierte mich, weil es dabei um die Macht der Bilder ging. Es ist eine einfache Sprache, eine primitive Form der Kommunikation. Wir alle kennen das Kreuz, den Anker, das Herz. Es sind einfache Symbole, und doch erzählen sie einem etwas über die Person, die sie trägt.“

Henk Schiffmacher: TATTOO

Mit einem wuchtigen Buch lädt Schiffmacher ein, zu einer faszinierenden Reise durch Jahrhunderte und Kontinente. Die ersten Stationen sind Neuseeland, Samoa und Japan. Zum Abdruck kommen Originalzeichnungen, Lithographien, Radierungen, Tätowier-Instrumente, Gemälde, Fotos, aktuelle Arbeiten von Künstlern wie Tatoo Peter aus Amsterdam und auch Illustrationen von Schiffmacher.

Henk Schiffmacher: TATTOO

Schon Groucho Marx pries in seinem wohl schönsten Song die Reize eines tätowierten Körpers: When her muscles start relaxin‘, Up the hill comes Andrew Jackson, Lydia, oh! Lydia, that „Encyclopedia“. Passend dazu, beschäftigt sich Schiffmacher in seinem Buch auch mit stark tätowierten Menschen, die als Jahrmarkt-Attraktion oder beim Militär zum Einsatz kamen.

Henk Schiffmacher: TATTOO

Schiffmacher hat bei Taschen bereits das Buch 1000 Tattoos veröffentlicht, das innerhalb der Bibliotheca Universalis auch als preiswerte Hardcover-Edition vorliegt. Sein neustes Werk TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection wird in der aus 10.000 nummerierten Exemplaren bestehenden ersten Auflage für 125,- Euro angeboten. Dafür erhält der Leser ein über 5 Kilo schweres, 440-seitiges Buch im Format 29 x 39 cm.

Henk Schiffmacher: TATTOO

Schon beim ersten Blättern faszinieren die auf goldfarbenem Papier gedruckten Kapiteleinleitungen, die in Deutsch, Englisch und Französisch immer unterschiedlich bebildert zum Abdruck kommen. Wer sich mit diesem Buch beschäftigt, dürfte anschließend keinen Zweifel mehr daran haben, dass sehr viele Tätowierer –Schiffmacher nennt sie “Rembrandts der Armen“ – Künstler sind.

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