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Geschichten aus der Schattenwelt

Nach dem Erfolg des Episodenfilms Creepshow arbeiteten George A. Romero (Night of the Living Dead) und Stephen King von 1984 bis 1988 auch bei der TV-Serie Tales from the Darkside zusammen. Da die 92 Episoden bei Horrorfreunden sehr gut ankamen, entstand im Anschluss ein Spielfilm, der am 4. Mai 1990 in die Kinos kam.        

Ähnlich wie ein Vierteljahrhundert zuvor bei den Episodenfilmen von Amicus wie Die Todeskarten des Dr. Schreck oder Der Foltergarten des Dr. Diabolo wurden hier einige kurze Horrorstories durch eine Rahmenhandlung verbunden. Da für die einzelnen Darsteller nur wenige Drehtage anstanden, war es möglich prominente Darsteller zu günstigen finanziellen Konditionen zu verpflichten.

So konnte für die Rahmenhandlung der Popstar Debbie Harry begeistert werden. Diese spielt eine moderne Hexe, die den Jungen Timmy gefangen hält und diesen als Festtagsbraten auf ihrer Dinnerparty servieren will. Um dies zu verhindern versucht Timmy die Hexe durch das Vorlesen von drei Horrorgeschichten abzulenken. Das originelle Ende dieser Konfrontation wird am Ende des Films nachgereicht.

Die erste Story basiert auf einer literarischen Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle. In seiner Kurzgeschichte Lot No. 249 von 1892 geht es um Studenten und eine Mumie. Mit (heute) prominenten Darstellern wie Steve Buscemi, Christian Slater und Julianne Moore setzte der Regisseur John Harrison, der später Erfolge mit TV-Serie zu Dune – Der Wüstenplanet feierte, eine von George A. Romero modernisierte Version der Story in Szene. Diese gehört nicht zu den Höhepunkten der Anthologie.

Dies ist leider auch bei der zweite Episode so, obwohl Cat from Hell von Stephen King stammt. Doch leider schleppt sich die Geschichte um einen Auftragskiller, der für einen reichen Schnösels eine schwarze Katze umbringen soll, ziemlich lahm dahin. Da nutzen auch die inszenatorischen Schwarzweiß-Mätzchen von Harrison nichts.

Doch zum Glück gibt es noch die dritte Episode Lover’s Vow, die über jeden Zweifel erhaben ist und einen eigenen Spielfilm verdient hätte. Michael McDowell, der kurz zuvor das Drehbuch zu Tim Butons Beetlejuice verfasst hatte, verlagerte eine Story aus Masaki Kobayashis Horroranthologie Kwaidan ins damalige New York.

Noch in derselben Nach trifft Trevor auf Carola und beide verlieben sich. Zehn Jahre später sind sie glücklich verheiratet und haben zwei Kinder. Es hätte alles so schön sein können, wenn Trevor nicht das Bedürfnis hätte, von seiner unheimliche Carola von seiner Begegnung zu erzählen und zusätzlich auch noch die Kunstwerke herauszusuchen, zu denen ihn das Monster inspiriert hat…

Die mit Rae Dawn Chong und James Remar großartig besetzte Story erzählt von vom erfolglosen Maler Preston, der nachts von einem Gargoyle-Monster attackiert wird. Das Ungetüm, das noch kurz zuvor ein steinerner Wasserspeier war, verspricht Preston zu verschonen, wenn er niemanden von seiner unheimlichen Begegnung und dem Aussehen des Monsters erzählt.

Abschließend sei noch erwähnt, dass an der Verwandlung von Mensch zu Gargoyle im Stile von American Werewolf Meister ihres Fachs wie Dick Smith, Greg Nicotero und Robert Kurtzman beteiligt waren. Der Film hat sich erstaunlich gut gehalten und es ist sehr erfreulich, dass Filmjuwelen eine Neuedition herausgebracht hat. Besonders schön ist das Making Of, in dem auch Rae Dawn Chong und James Remar ausführlich zu Wort kommen und der sehr informative Audiokommentar von Rolf Giesen.

Bonusmaterial der Blu-ray von Filmjuwelen: Deutschsprachiger Audiokommentar von Filmhistoriker Dr. Rolf Giesen, Tales Behind the Darkside: The Making of Four Ghoulish Fables (89:57 min), Behind the Scenes (11:05 min), US-Trailer (1:57 min), TV-Spots (1:06 min), Radio-Spots (1:35 min), Behind the Scenes Gallery (4:06 min), Deutsche Titelsequenz (0:27 min), deutscher Trailer (1:48 min), Wendecover und Digitales Booklet (online abrufbar)

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Hannibal

Es hat eine Weile gedauert bis Richard Harris nach dem Erfolg von Roter Drache und Das Schweigen der Lämmer mit Hannibal, den dritten Roman mit dem ebenso menschenfressenden wie kultivierten Dr. Hannibal Lecter veröffentlichte. Noch länger dauerte es zwangsläufig bis endlich 2001 der zugehörige Film in die Kinos kam, Jodie Foster war von Thomas Harrisʼ Buch entsetzt und sagte ab. Daraufhin war auch Jonathan Demme, der Regisseur von Das Schweigen der Lämmer, nicht mehr an einer Fortsetzung seines oscar-prämierten Meisterwerkes interessiert.

Mit Ridley Scott wurde ein vielversprechender Ersatzmann gefunden, der mit Sicherheit ein Garant für beeindruckende Bilder ist. Daher kann sich Hannibal wirklich sehen lassen. Vor allem die in Florenz gedrehten Szenen sind ein optischer Hochgenuss. Der im Vorspann nicht genannte (und unter seinem Make-up ohnehin nicht zu erkennende) Gary Oldman als Mason Verger, der einzige Mensch, der einen Angriff Hannibals überlebte, sowie Julianne Moore als die neue Darstellerin der FBI-Agentin Clarice Starling sind gut gewählt, auch wenn sie sehr viel weniger zu tun haben als Anthony Hopkins in der Titelrolle.

Ein Problem ist jedoch das Drehbuch. Zwar behauptet der Verleih, dass Harrisʼ Roman „sensibel simplifiziert“ und die „Beziehung zwischen Dr. Hannibal Lecter und Clarice „stärker betont“ wurde. Das ist nicht ganz richtig: Hannibal ist ein sehr viel dichteres und besseres Buch als Das Schweigen der Lämmer. Daher fiel es den Machern des Films sehr schwer auf irgendeinen der vielen beeindruckenden Momente des Romans zu verzichten. Daher hastet der Film trotz seiner 131-minütigen Laufzeit recht hurtig durch die Romanvorlage. Bis wenige Minuten vor dem Ende ist der Film eine sehr (und beinahe schon zu) werkgetreue Umsetzung des Buches, doch dann wurde doch noch etwas entschärft. Bei dem veränderten Ende kann von einer Vertiefung der Beziehung zwischen Hannibal und Clarice ganz gewiss nicht die Rede sein.

Fazit: Niemand sollte sich durch diesen Film von der Lektüre des (noch) besseren Romans abhalten lassen und wer das Buch schon vor einer Weile gelesen hat, bekommt durch den Film noch einmal einen opulenten Schnelldurchlauf dargeboten.

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Nine Months

1995, ein Jahr nachdem er mit der britischen Komödie Vier Hochzeiten und ein Todesfall einen Welterfolg landete, bekam Hugh Grant die Hauptrolle in einem US-Film. Bei Nine Months handelte es sich um das Remake der französischen Schwangerschaftskomödie Neun Monate (Neuf Mois) von Patrick Braoudé (Isnogud – Der bitterböse Großwesir).

Nine Months

Die Regie übernahm Chris Columbus, der nicht nur die ersten beiden Harry Potter-Filme in Szene setzte, sondern sich durch die Kevin – Allein zu Hause und Mrs. Doubtfire einen Ruf als Regisseur von Komödien für die ganze Familie erarbeitet hatte.

Nine Months

Sicher auch weil Vier Hochzeiten und ein Todesfall ein beschwingter Film mit großem Ensemble war, wurde dem Hollywood-Debütanten Grant eine ganze Reihe von bewährten Darstellern an die Seite gestellt. Die plötzlich schwangere Freundin des von Grant verkörperten lebenslustigen Kinderpsychologe Samuel Faulkner spielte Julianne Moore, seinen sich ebenfalls nicht gerade nach Vaterschaft sehnenden Kumpel verkörperte Jeff Goldblum, während Tom Arnold und Joan Cusack als Familienoberhäupter einer großen Familie erneut Nachwuchs erwarteten.

Nine Months

Hugh Grant war mit seiner darstellerischen Leistung in Nine Months nicht zufrieden und hatte das Gefühl für die Hauptrolle nicht seine Millionen-Gage verdient zu haben. Doch im Gegensatz zum unkontrolliert herumzappelnden Robin Williams in der Rolle eines überforderten osteuropäischen Geburtshelfers ist es die coole und solide Darbietung von Grant, die dafür sorgt, dass die vorhersehbar erzählte Familien-Komödie doch noch halbwegs unpeinlich über die Runden kommt.

Nine Months

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