Schlagwort-Archiv: James Cameron

Avatar: Fire and Ash

Bisher hat sich James Cameron sehr stark durch das Inszenieren von zweiten Teilen hervorgetan. Sein erster Kinofilm war 1981 eine der beiden voneinander unabhängig entstandenen Fortsetzungen von Joe Dantesʼ Piranhas. Fünf Jahre später drehte er das erste Sequel zu Ridley Scotts Alien, und 1991 ließ er Arnold Schwarzenegger ein erstes Mal als Terminator zurückkehren. Der zweite Teil übertraf das Einspielergebnis des ersten Terminator-Film um das Sechsfache.

Camerons Avatar: Aufbruch nach Pandora spielte knapp 3 Milliarden Dollar, die Fortsetzung Avatar: The Way of the Water erreichte diesen Betrag nicht ganz. Dennoch drehte Cameron mit Avatar: Fire and Ash erstmals im Laufe seiner bereits 44 Jahre andauernden Karriere einen dritten Teil. Ob dieser ähnlich erfolgreich wird, ist noch unklar. Doch immerhin ist er mit 197 Minuten länger als seine beiden vorherigen Avatar-Filme.

Kiri

Wieder geht es um die Familie von Jake Sully (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldana). Im Zentrum stehen ihre beiden Adoptivkinder. Die Rolle der digital erzeugten, vaterlosen Kiri, gibt Sigourney Weaver die Möglichkeit einen Teenager zu spielen. Bei Spider (Jack Champion) handelt es sich um den Sohn des von Stephen Macht gespielten Colonel Miles Quaritch, der bereits im ersten Film gestorben ist, doch als Avatar weiterhin sein Unwesen treibt.

Varang und Quaritch

Eine neue Komponente auf Pandora ist der wilde Mangkwan-Clan, der sich mit Quaritch verbündet und von Varang angeführt wird. Diese zaubert Charlie Chaplins Großenkelin Oona ebenso faszinierend wie bedrohlich auf die Leinwand.

Da es sich um eine Fortsetzung handelt, bleibt der Look gleich. Erzählerisch und optisch wird das hohe Niveau der beiden Vorgänger gehalten. Die Bilder sollten unbedingt in 3D genossen werden, können jedoch nur noch selten erstaunen. Es ist schade, dass ein Ausnahme-Regisseur wie James Cameron, der mit höchst unterschiedlichen Werken, wie The Abyss, True Lies und auch Titanic, immer wieder überraschte, jetzt quasi dreimal den gleichen – immerhin recht unterhaltsamen- Film gedreht hat.

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True Lies

Eine Ehefrau hält ihren Mann für den größten Langweiler der Welt, doch in Wirklichkeit arbeitet dieser mit vollem Einsatz für den Geheimdienst. Um etwas Schwung in ihren tristen Alltag zu bringen, beginnt die Frau eine Affäre mit einem Gebrauchtwagenhändler, der behauptet Geheimagent zu sein. Durch eine Verkettung unglückseliger (aber auch sehr amüsanter) Umstände befindet sich die Dame plötzlich mitten in der gefährlichsten Mission ihres Mannes…

Diese Geschichte erzählte Claude Zidi 1991 in der französischen Komödie La Totale!, die bei uns nur im TV als Der Joker und der Jackpot zu sehen war. Arnold Schwarzenegger war begeistert von dem turbulenten Film mit Thierry Lhermitte und Miou-Miou. Er überzeugte seinen Kumpel James Cameron davon, ein aufwändiges Remake mit ihm in der Hauptrolle zu drehen.

Cameron wiederum überzeugte Schwarzenegger davon, dass Jamie Lee Curtis die Idealbesetzung für die gelangweilte, aber auch sehr schlagkräftige Ehefrau ist. Das Resultat war 1994 der Blockbuster True Lies.

Meistens sind Actionkomödien weder Fisch noch Fleisch und es mangelt entweder an guten Gags oder spektakulären Stunts (und oft noch an sehr viel mehr). Doch James Camerons Film hat nichts von seiner Frische verloren. Der Film ist an Sprengkraft und Tempo jedem neueren James-Bond–Film deutlich überlegen.

Außerdem stimmt die Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Arnold Schwarzenegger war nie besser. Er nahm eigens Tanzunterricht und legt zwei tolle Tangos aufs Parket. Jamie Lee Curtis ist nicht minder großartig. Ihre Verwandlung von einer biederen berufstätigen Mutter zur atemberaubend attraktiven Spionin ist das Highlight von True Lies.

Eine Edition von Walt Disney/LEONINE enthält den Film erstmals auf Blu-ray. Auch das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Geboten wird die neu produzierte Doku “ Angst zählt für mich nicht: Ein Rückblick auf True Lies“ (43:27 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln). Hinzu kommt der US-Trailer (2:17 min), sowie ein Archiv mit Bildern, Videos,

dem Drehbuch, Storyboards und vieles mehr.

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The Abyss

Wenn es einen Kinofilm gibt, bei dem die für das Heimkino nachgereichte verlängerte Special Edition sehr viel besser ist als die ursprüngliche Version, ist dies zweifelsohne James Camerons The Abyss.1989 kam ein hauptsächlich unter Wasser spielender (und auch dort gedrehter) Film mit einer Länge von immerhin 140 Minuten in die Kinos.

Seine Spannung bezieht The Abyss aus dem Konflikt zwischen der Besatzung einer Unterwasser-Bohrstation und eine Gruppe von dort kurzfristig stationierten Marines. Dabei geht es um die Bergung von Atombomben aus einem in der Nähe der kubanischen Küste verunglückten U-Boot, aber auch um die unheimliche Begegnung der dritten Art mit Aliens, die 5.000 Meter unter der Meeroberfläche leben und die Menschheit argwöhnisch beobachten.

Doch James Cameron ist nicht nur an großartigen, möglichst noch nie zuvor gesehenen Bilder interessiert. Auch die komplizierte Beziehung zwischen den beiden frisch geschiedenen und von Mary Elizabeth Mastrantonio und Ed Harris beeindruckend verkörperten Hauptfiguren geht in der Tiefsee nicht unter.   

In der wohl besten Szene des Kinofilms materialisiert sich ein aus Wasser bestehendes wurmartiges Wesen, das die Bohrstation fließend erforscht und dessen Spitze sich nacheinander in die Gesichter von Mastrantonio und Harris verwandelt. An dieser auch heute noch sehr überzeugenden Sequenz arbeite das Team von ILM unter der Leitung von Dennis Muren etliche Monate.

Da der Kinostart näher rückte, entschied sich James Cameron auf eine weitere, die damalige Tricktechnik möglicherweise zu überfordernde, aufwändige Sequenz zu verzichten. In der Kinofassung fehlen jene von den Aliens erzeugten riesigen Tsunami-Wellen, die weltweit kurz vor den Küsten schäumend stoppen und dadurch – angesichts eines bevorstehenden dritten Weltkriegs – mit der Sintflut drohen.

Erst nachdem Camerons Terminator II zu einem riesigen Erfolg wurde, bewilligte 20th Century Fox eine halbe Million Dollar, damit der Regisseur seine ursprünglich geplante Version von The Abyss fertigstellen konnte. Die digitale Tricktechnik bei ILM war jetzt soweit fortgeschritten, dass die Tsunamis in der 170-minütigen Spezial Edition überzeugend bedrohlich aussehen und The Abyss auch durch weitere eingefügte Sequenzen noch besser geworden ist.

In einem anlässlich der neuen Heimkinoversion geführten Interview meint James Cameron jedoch, dass er mit den heutigen tricktechnischen Möglichkeiten das letzte Fünftel des Films fünfmal so gut gestalten könnte. Die ersten 80 %, die mit viel Aufwand und unter großen Mühen in einem riesigen Tank unter Wasser gedreht wurden, würde er auch heute nicht besser hinbekommen.      

Eine Edition von Walt Disney/LEONINE präsentiert die beiden Versionen von The Abyss erstmals auf Blu-ray. Auch das auf einer zweiten Blu-ray enthaltende Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Geboten werden die Dokus “Eintauchen: Ein Gespräch mit James Cameron“ von 2023 (32:23 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), „Das Vermächtnis“ von 2023 (24:39 min), „Unter Druck“, ein Making Of von 1993 (59:37 min). Hinzu kommt ein Archiv mit Bildern, Videos, dem Drehbuch, Storyboards und vieles mehr.

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Aliens – Die Entstehungsgeschichte

Nach seinem sorgfältig recherchierten und prachtvoll bebilderten Buch über die Entstehungsgeschichte von Ridley Scotts Alien ließ der 2021 verstorbene Jonathan Rinzler ein ähnlich gehaltvolles Buch über die Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers folgen. Der Dreharbeiten von Aliens fanden ebenfalls in britischen Filmstudios statt, doch die Probleme die James Cameron dort hatte waren andere.

Ridley Scott hatte zuvor zwar zahlreiche Werbespots, doch nur einen Spielfilm gedreht, doch als Engländer hatte er kaum Probleme mit der britischen Crew. Ganz anders war es beim US-Regisseur Cameron, der 1985 mit seiner als Produzentin fungierenden Ehefrau Gale Anne Hurd und einem eigenen Team nach England.

Da Terminator, der vorherige Film von Cameron und Hurd noch nicht in den britischen Kinos angelaufen war, wurden der Regisseur und die Produzentin von den Studiotechnikern nicht für voll genommen. Dies wurde nicht besser, als der Workaholic Cameron versuchte, die in Großbritannien üblichen Teepausen zu verbieten, um den engen Drehplan einzuhalten.

Jonathan Rinzler beschreibt in seinem Buch, wie die Lage am Set eskalierte und wie die Kreativkräfte dennoch wieder zusammenfanden. Durch opulente Bebilderung dokumentiert Rinzler auch, wie Cameron parallel zu den Dreharbeiten fast ohne Computerunterstützung beeindruckende Spezialeffekte mit Miniaturmodellen von Raumschiffen und militärischen Gerätschaften in Szene setzte.    

Das Resultat ist ein dynamischer Science-Fiction-Film mit einer Sigourney Weaver, die zwar Waffen hasste, doch als Ripley mit vollem Einsatz den damals im Action-Kino alles andere als üblichen Prototyp einer selbstbewussten und tatkräftigen Frau spielte.

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Sador – Herrscher im Weltraum

Nachdem Star Wars 1977 an den Kinokassen wie eine Bombe einschlug, entstanden zahlreiche Versuche einen ebenso erfolgreichen Weltraum-Film zu drehen. Während die italienische Produktion Star Crash – Sterne im Duell bereits ein Jahr später startete, ließ sich Roger Corman etwas mehr Zeit. Doch auch Battle Beyond the Stars war deutlich anzumerken, dass hier schnell und billig produziert wurde.

Für den vom Trickfilmspezialisten Jimmy T. Murakami (Wenn der Wind weht, Heavy Metal) inszenierten Film spricht, dass der Drehbuchautor und spätere Regisseur John Sayles (Lone Star) sich bei seiner Story weniger an George Lucas, sondern stärker an dem Westernklassiker Die glorreichen Sieben orientierte. Da dieser auf Die sieben Samurai von Akira Kurosawa basierte, bekam jener Planet, der von finsteren (Weltraum-) Banditen bedroht wird von Sayles den Namen Akir verpasst.

Als Luke-Skywalker-Ersatz diente jetzt Richard Thomas alias “John-Boy Walton, der als naiver Jüngling Shad versucht eine Söldnertruppe zusammen zu stellen, um den Tyrannen Sador (John Saxon) zu bezwingen. In Sachen Starpower kann Roger Corman durchaus bei George Lucas mithalten.

Zwar schwingt hier kein Shakespeare-Veteran vom Kaliber eines Alec Guinness das Lichtschwert, doch mit Robert Vaughn (Superman III) konnte immerhin ein Mitglied der originalen “glorreichen Sieben“ verpflichtet werden.

Ebenfalls dabei ist George Peppard (Frühstück bei Tiffany, The A-Team), der auch beinahe im Western-Klassiker dabei gewesen, wenn ihm nicht Steve McQueen die Rolle weggeschnappt hätte. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass James Cameron maßgeblich an den Spezialeffekten mitgearbeitet hat, doch niemand sollte Bilder in Avatar-Qualität erwarten.

Dank lustiger Kostüme – besonders abgefahren ist Pappmache-Rüstung von Sybil Danning als Walküre Saint-Exmi – und durch die fantasievolle Story, die sich nicht allzu ernst nimmt, unterhält dieser sympathische Billigproduktion immer noch bestens.

Bei Plaion liegt der 103-minütige Film als schön aufgemachtes Mediabook vor. Neben Audiokommentaren von Gale Anne Hurt, sowie von Roger Corman und John Sayles sind noch die beiden interessanten Dokus “Space Opera on a Shoestring“ (33:23 min) und “The Man who would be Shad – Interview mit Richard Thomas“ (15:21 min), sowie der US-Trailer (2:33 min), ein US-Radiospot (0:31 min) und eine schön zusammengestellte Galerie mit 126 Plakaten und Werbematerialien enthalten.

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Avatar: The Way of Water

Bereits nach seinem Erfolgsfilm Titanic ließ sich James Cameron zwölf Jahre Zeit, bevor er sich wieder auf den Regiestuhl setzte. Avatar – Aufbruch nach Pandora toppte mit knapp drei Milliarden Dollar das Einspielergebnis des Schiffsbruchs-Dramas, und Cameron wartete danach sogar 13 Jahre bis er die lange angekündigte Fortsetzung folgen ließ.

Optisch ähnelt Avatar: The Way of Water seinem Vorgänger, und der Film lässt sich Zeit, um davon zu erzählen, wie der zum blauhäutigen Alien gewordene ehemalige Soldat Jake Sully (Sam Worthington) auf Pandora heimisch geworden ist und mit seiner Na’vi-Gefährtin Neytiri (Zoe Saldana) drei Kinder bekommen hat. Es dauert eine ganze Weile, bis ein weiterer Angriff von irdischen Rohstoffjägern erneut die Ökologie von Jakes neuer Heimat bedroht.

Jakes flüchtet zusammen mit seiner Familie zu einem Na’vi-Inselstamm, der im Einklang mit dem Meer lebt. Dieser Drehbucheinfall ist für James Cameron ein willkommener Vorwand, um seine Darsteller – darunter als Neuzugänge Kate Winslet und Cliff Curtis – dazu zu verdonnern, Tauchkurse zu besuchen und zudem die Motion Capture Technik so zu verfeinern, dass jetzt auch unter Wasser Vorlagen für am Computer weiterverarbeitete Bilder gedreht werden können.

Dies erscheint etwas albern, doch das Resultat gibt Cameron Recht und im Kino ist schnell vergessen, dass ein Animationsfilm gezeigt wird. Die sensible Sorgfalt mit Cameron Jakes Kinder vorgestellt wurden, führt dazu, dass der Zuschauer im weiteren Verlauf immer mehr um das Leben dieser sympathischen Aliens aus dem Computer bangt. Hinzu kommt noch eine gut sichtbar hinter Science-Fiction-Elementen versteckte Anti-Walfang-Botschaft.

Es sollte noch erwähnt werden, dass die fantasievolle Geschichte es auch ermöglichte den großartig von Stephen Lang verkörperten und eigentlich im ersten Teil verstorbenen Schurken Colonel Miles Quaritch wieder in die Handlung zu integrieren. Avatar: The Way of Water wird in absehbarer Zeit auf Disney+ landen und dort – nicht nur mangels 3D – einen Großteil seiner Wirkung als mitreißendes Kinoereignis einbüßen.

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Filme – Das waren unsere Kinojahre

Mit einem etwas holperig auf Deutsch übersetzten Titel präsentiert Netflix die zweite Staffel der Dokureihe The Movies that made us. Nach Ghostbusters, Stirb LangsamKevin – Allein zu Haus und Dirty Dancing geht es jetzt um vier weitere Filme, die Ende des letzten Jahrhunderts nicht nur zu Blockbustern wurden, sondern auch angenehm in Erinnerung geblieben sind.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

In der ersten Staffel erzählen Hauptdarsteller Dan Aykroyd und Regisseur Ivan Reitman von den chaotischen Dreharbeiten zu Ghostbusters. Doch der Reiz bei der Serie besteht darin, dass zumeist nicht im Rampenlicht stehende Crewmitglieder wie Drehbuchautoren, Produzenten oder Tricktechniker zu Wort kommen. Diese erzählen erstaunlich offen, was zunächst alles schief lief und wie trotzdem moderne Klassiker entstanden sind.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Daher ist es auch nicht weiter schlimm, dass es in der Jurassic Park gewidmeten Episode kein Interview mit Steven Spielberg gibt. Stattdessen wird – vielleicht etwas pathetisch überhöht – die spannende Geschichte des Tricktechnikers Steven „Spaz“ Williams erzählt. Eigentlich sollte  der T-Rex als Hauptfigur des Films in einer Kombination aus Stan Winstons in Originalgröße gebauten mechanischen Dinosaurier und Phil Tippetts Stop-Motion-Animation in der Tradition von Ray Harryhausen realsiert werden. Doch  „Spaz“ Williams arbeitete heimlich an einer Computeranimation des Urviechs, die alle Beteiligten überzeugte und ein neues Spezialeffekt-Zeitalter einläutete. 

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Nicht minder interessant sind die restlichen drei Dokus der zweiten Staffel. Drehbuchautor J. F. Lawton erzählt von seiner Zeit im Rotlicht-Viertel von Hollywood, die ihn zum Drehbuch des Dramas 3000 inspirierte, aus dem schließlich der Megaerfolg Pretty Woman wurde. Robert Zemeckis konnte für die Episoden zu Zurück in die Zukunft und Forrest Gump nicht interviewt werden. Die Aussagen seiner Weggefährten belegen jedoch, dass die beiden Klassiker ohne die Hartnäckigkeit des Regisseurs gar nicht oder in ganz anderer Form zustande gekommen wären.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Gut versteckt, gibt es auf Netflix auch noch die vom selben Team produzierte Reihe The Holiday Movies That Made Us zu entdecken. Die ersten beiden Episoden beschäftigen sich mit den Filmen Buddy – Der Weihnachtself und Nightmare before Christmas. Auch hier ist der deutsche Titel Weihnachtsfilme – Das waren unsere Festtage nicht gerade ideal, denn die Serie wird mit Berichten zu Horrorfilm-Klassikern fortgeführt.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Die dritte Staffel beschäftigt sich in ab 18 Jahren freigegebenen Episoden mit John Carpenters Halloween, Freitag der 13, A Nightmare on Elm Street, James Camerons Aliens und Robocop. Hinzu kommt eine Episode über die Dreharbeiten von Der Prinz aus Zamunda, die in einer Prügelei zwischen Regisseur John Landis und Hauptdarsteller Eddie Murphy gipfelten.

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Aliens: Dead Orbit

Comics zu Filmen sind fast immer von bestenfalls durchschnittlicher Qualität. Eine der wenigen Ausnahmen ist die von Archie Goodwin geschriebene und von Walter Simonson gezeichnete Adaption von Ridley Scotts Alien. Frank Miller hält diesen in Heavy Metal veröffentlichten und bei uns bei Cross Cult erschienenen Comic für „wahrlich überwältigend“ und die „womöglich einzige wirklich gelungene Adaption eines Films ins Medium Comic“.

Aliens: Dead Orbit

Das ist alles richtig, doch was der Kanadier James Stokoe, der bereits Comics für Marvel oder mit Godzilla gezeichnet hat, mit den vom HR Giger geschaffenen Außerirdischen veranstaltet, ist eine Klasse für sich. Die unnötig kompliziert verschachtelt in zwei Zeitebenen erzählte Story reist nicht unbedingt Bäume aus: Eine Raumschiff-Crew trifft auf eine andere Crew, die bereits auf Aliens traf und im Weltraum hört niemand ihre Schreie…

Aliens: Dead Orbit

Doch die Inszenierung ist das Gegenstück zu einem rasanten Action-Film mit großartigen Kulissen und beeindruckenden Spezialeffekten. James Stokoe hat bereits als Fanboy davon geträumt, einen Alien-Comic zu zeichnen. Ursprünglich sollte ihm James Camerons rasante Fortsetzung Aliens als Inspiration dienen, doch Dead Orbit steht mit seinen exakt dargestellten futuristischen Kulissen und den überforderten menschlichen Charakteren stärker in der Tradition von Ridley Scotts Klassiker.

Aliens: Dead Orbit

Stilistisch benennt Stokoe den Japaner Masamune Shirow (Ghost in the Shell) als eins seiner Vorbilder. Es schimmert aber auch Moebius durch, der die Raumanzüge für Ridley Scotts Film entworfen hatte, und ebenso das Matrix-Design von Geof Darrow (Hard Boiled).

Aliens: Dead Orbit

Darrow hat ein Variant-Cover zur Serie beigesteuert. Dieses Titelbild ist zusammen mit weiteren Illustrationen, Skizzen und Entwürfen in der schön aufgemachten Ausgabe von Cross Cult enthalten.

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Sanctum

Höhlenforscher sind ganz gewiss nicht neu als Kinohelden, doch um die Tätigkeiten dieser in düsteren Grotten herumkraxelnden oder durch trübe Gewässer tauchenden Gesellen bzw. Gesellinnen aufzupeppen, wurden sie in Filmen wie The Descent oder The Cave mit Kannibalen oder anderen Monstern konfrontiert. Dass dies eigentlich gar nicht nötig ist, zeigt dieser ausgerechnet vom ansonsten nicht zur formalen Bescheidenheit neigenden James Cameron produzierte Film.

Sanctum

Sanctum präsentiert zwar auch kinotypische Versatzstücke, wie eine bunt zusammen gewürfelte Truppe, die durch eine Katastrophe immer weiter dezimiert wird, oder einen etwas plakativ vorgetragenen Vater-Sohn-Konflikt, wobei der im Kino ansonsten eher als blässlicher Schurke eingesetzte Richard Roxburgh (Mission: Impossible II, Van Helsing, Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen) als besessener Höhlentaucher überzeugt.

Sanctum

Doch zugleich vermittelt der Film auch dem unsportlichstem Zuschauer, wie faszinierend es ist unerforschte unterirdische Grotten und Flussverläufe zu ergründen. Cameron setzt dabei auf ein bewährtes Team mit dem er – teilweise ebenfalls in 3D – schon IMAX-Dokumentationen wie Aliens of the Deep drehte, wobei er zwar auch in echten Höhlen aber alle Unterwasseraufnahmen in einem 7,2 Millionen Liter Wasser fassenden Becken in Australien drehte.

Sanctum

Am Ende von Sanctum gibt die gesamte Hightech-Ausrüstung ihren Geist auf. Einer der Überlebenden taucht verzweifelt durch Grotten und saugt gierig an Luftblasen, die sich an Felswänden abgesetzt haben. Spätestens hier wird klar, dass James Cameron nicht nur überproduzierten Bombast kann, sondern auch ganz großes Survival-Kino.

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Avatar: Tsu’teys Pfad

Erst mit Avengers: Endgame gelang es 2019, James Camerons zehn Jahre zuvor entstandenen Avatar vom Thron des erfolgreichsten Films aller Zeiten zu stoßen. Auf Cameron lastet anscheinend großer Druck, denn er hat seit Avatar nicht mehr Regie geführt und der Starttermin einer von ihm in Szene gesetzte Fortsetzung wurde immer wieder verschoben. Aktuell soll Avatar 2 im Dezember 2021 starten.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Um die Wartezeit zu vertreiben (und das Franchise am Köcheln zu halten) gab es bisher erstaunlich wenige Nebenprodukte, wie ein Video-Game oder Toruk – The First Flight, eine Show des Cirque du Soleil. Erst Anfang 2019 startete bei Dark Horse mit Tsu’tey’s Path eine Comic-Reihe zum Film. Anscheinend erhofft sich der drittgrößte US-Comicverlag eine nicht unbeträchtliche Lücke zu schließen, die entstanden ist, nachdem Disney die Rechte an Star-Wars-Adaptionen an die hauseigene Firma Marvel durchgereicht hat.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Ein Sammelband von Panini enthält die ersten sechs Hefte der Miniserie Avatar: Tsu’teys Pfad. Als Bonus gibt es noch ein 2017 zum Free Comic Book Day erschienenes Heft. Sherri L. Smith schildert die Ereignisse des Kinofilmes noch einmal aus der Sicht von Tsu’tey, den Laz Alonso per Motion Capture verkörperte. Die Autorin bemüht sich darum, tiefer in die Alien-Kutur einzutauchen und Dinge zu erzählen, die James Cameron im Film nur andeutete.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Tsu’tey ist ein großer Krieger der blauhäutigen Na’vi-Ureinwohner des Mondes Pandora. Im Comic ist zu erfahren, dass er sich zu seiner Stammesgenossin Neytiri hingezogen fühlt, weil er zuvor mit deren Schwester Sylwanin zusammen war, die von terranischen Besatzungstruppen getötet wurde.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Es ist ein durchaus interessanter Ansatz im Comic fast keine menschlichen Charaktere auftreten zu lassen. Dabei ist es jedoch nicht immer einfach den Überblick zu behalten inmitten zahlreicher blauhäutiger Figuren, die von der erfahrenen Star-Wars-Zeichnerin Jan Duursema jedoch sehr ansprechend in Szene gesetzt wurden.

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