Max Friedman ist ein eher unscheinbarer Geheimagent. Nachdem er im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Linken gegen Franco kämpfe, lebt er 1938 als unscheinbarer Tabakhändler zusammen mit seiner Tochter Esther in Genf.
Doch da er nach Meinung seiner ehemaligen Vorgesetzten vom französischen Geheimdienst “nicht so leicht unterzukriegen, nicht einzuschätzen, kurzum ein fähiger Mann, aber kein Profi“ ist, üben diese Druck auf Friedman aus.
Widerwillig reist er nach Budapest, wo mehrere französische Agenten brutal ermordet wurden. In der ungarischen Hauptstadt trifft Friedman auf schöne Frauen, alte Bekannte und undurchsichtige Typen. Dabei gerät er immer wieder in gefährliche Situationen.
Das klingt klischeehafter als es ist. Dies liegt sicherlich auch daran, dass sich Vittorio Giardino (Jonas Fink, Traumreisen) bei seiner Story weniger an Abenteuercomics wie Tim und Struppi orientierte, sondern an Romanen von Eric Ambler, John Le Carré “und vor allem Graham Greene“ orientierte.
Da er seit 1972 einige Male in Budapest war, gelangen ihm als er seinen Comic zehn Jahre später zu Papier brachte, beeindruckende Impressionen von der Donau-Metropole. Ein wichtiges Handlungselement ist der Europa erstarkende Faschismus, wodurch Giardinos Comic erschreckend aktuell wirkt.
Ungarische Rhapsodie erschien 1982 zunächst als vierteilige Fortsetzung im italienischen Magazin Orientexpress. Obwohl der Comic mit 90 Seiten doppelt so umfangreich wie die in Frankreich üblichen Alben ist, veröffentlichte Jacques Glénat das Werk und es wurde dort immer wieder erfolgreich neu veröffentlicht.
Zeitnah brachte Carlsen bei uns die Ungarische Rhapsodie und Giardinos drei Jahre danach entstandene Fortsetzung Hetzjagd in Istanbul heraus. Doch hierzulande gab es seit 40 Jahren keine Neuauflage. Doch zum Glück hat sich Eckart Schott von Salleck Publications der Sache angenommen.
Unter dem Titel Das Doppelleben des Max Friedman startete er eine Gesamtausgabe. Band 1 enthält neben Ungarische Rhapsodie und Hetzjagd in Istanbul zahlreiche Illustrationen und Skizzen, sowie aufschlussreiche Texte von Giardino.
In derselben Aufmachung folgt Band 2, der die bereits bei Salleck erschienenen im Spanischen Bürgerkrieg spielenden Alben ¡No pasarán!, Río de Sangre und Sin illusión enthält. Den Abschluss bildet das gerade aktuell in Italien und Frankreich veröffentlichte sechste 164-seitige Friedman-Album Hiver 1938 – Les Cousins Meyer, dessen Handlung sich im von Nazi-Deutschland annektierten Österreich zuträgt.
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