An den ansonsten kaum noch Comics für ein etwas reiferes Publikum anbietenden Bahnhofsbuchhandlungen sind seit mehr als 20 Jahren immer wieder andere Hefte der Reihe Hammerharte Horrorschocker erhältlich. Diese Serie veröffentlicht Levin Kurio seit 2004 unermüdlich alle drei Monate in seinem Weissblech Verlag und jetzt liegt Ausgabe 80 vor und ist für weniger als fünf Euro erhältlich.
Optisch und inhaltlich hat sich die Serie weiterentwickelt. Mittlerweile lohnt sich nicht nur ein Blick in die Hefte, sondern die jeweils drei darin enthaltenen Comicgeschichten sind anregende Lektüre. Für Der Seelenstehler, die erste Story in Horrorschocker 80, ist komplett Levin Kurio verantwortlich, der auch das Titelbild zeichnete. Während in den Weissblech-Gruselcomics ansonsten häufig ein Gegenwartsbezug gesucht wird, lädt Kurio diesmal zum Gruseln in die Antike ein.
Auf dem Eröffnungspanel zeigt er zwar eine Familie aus heutigen Zeiten, doch “was für ein Unglück dafür sorgte, dass diese vier Seelen gemeinsam an den Styx gelangten, soll für uns nicht von Belang sein.“ Thema der Geschichte ist ein mysteriöser grinsender Kuttenmann, der den Verstorbenen – ganz im Gegensatz zum regulären, eine Münze als Lohn fordernden Fährmann Charon – verspricht sie für umme mit seinem Boot ins Totenreich zu bringen. Ist das wirklich ein faires Angebot?
Die zweite Story Himmlische Ruhe stammt von Klaus Scherwinski und spielt in unserer Welt. Hauptfigur ist ein Angestellter der Stadtwerke, der eigentlich dafür sorgen soll, dass sich die Grünanlagen von Mansbach in einem guten Zustand befinden. Doch er nutzt seine Tätigkeit um Menschen die er hasst wie Studenten, Yuppies oder den Schulchor mit den Lärm seiner technischen Gerätschaften wie den “Heckler Industries Laubmeister XPRO“ oder die “Teleskopsäge der Schnitter“ zu quälen. Seine “Streiche“ lassen an Max und Moritz denken, sein böses Ende auch…
Den Abschluss bildet Heimatliebe von Michael Musal, eine klassische Horrorgeschichte im Stile eines EC-Comics aus den Fünfzigern. Es geht um Jana Karlsson, die in ihr heimatliches Dorf zurückkehrt. Sie ist entsetzt darübeer, dass der Ort heruntergekommen ist, noch schlimmer ist jedoch das Grauen, das hinter den zerfallenen Fassaden lauert…
Levin Kurio ist wieder eine gute Horror-Collection gelungen, und es darf sich auf Heft 82 gefreut werden, das im August erscheint. Doch zuvor startet Weissblech zum Comic-Salon in Erlangen eine zweite „ähnlich gelagerte“spuktakuläre“ Heftserie. Geisterstunde enthält “drei neue Geister- und Gruselstories in bewährter gespenstischer Manier, und das ist noch nicht alles: Als Bonus gibt es noch eine launige Rahmenhandlung gratis dazu!“
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