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Manfred Krug Bilderbuch

Dieses wunderschöne Sammelsurium ist bereits 2012 erschienen, und obwohl der vier Jahre später verstorbene Manfred Krug alle 1000 großformatige Bildbände eigenhändig signiert hat, sind immer noch Restexemplare erhältlich.

Nachdem Krug 1976 ein Protestschreiben gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieb, erhielt der größte Filmstar der DDR keine weiteren Rollenangebote und Auftrittsmöglichkeiten. Dadurch sah er sich gezwungen, einen Ausreiseantrag zu stellen.

Als diesem stattgegeben wurde verließ Krug 1977 die DDR mit Familie und einem Großteil seiner Habseligkeiten, darunter „fünf große Koffer mit Fotos“. Dafür interessierte sich etliche Jahrzehnte später der Verleger Oliver Schwarzkopf, der liebevoll zusammengestellte Bildbände veröffentlicht, darunter neben Büchern zu Bud Spencer oder Udo Lindenberg auch Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme.

Das Manfred Krug Bilderbuch enthält in der Mitte Porträt-Aufnahmen des ostdeutschen Fotografens Roger Melis und des westdeutschen Fotografens Jim Rakete. Die zweite Hälfte beschäftigt sich mit Manfred Krugs Karriere in der BRD. Nack seiner Ausbürgerung fasste dieser relativ schnelle Fuß. Es war neben Lilo Pulver in der Sesamstraße, in der ersten Folge von Das Traumschiff, in den Erfolgsserien Auf Achse und Liebling Kreuzberg, sowie als Kommissar Stoever im Tatort zu sehen.

All dies wird auf 200 Seiten sehr schön durch Fotos, launige Texte und Limericks von Manfred Krug dokumentiert. Sehr viel spannender ist jedoch die erste Hälfte, die sich mit jenen knapp 100 ostdeutschen Film- und Fernsehproduktionen beschäftigt, in denen Krug 1957 bis 1979 auftrat. An viele davon konnte sich dieser nur noch anhand der Fotos oder der ebenfalls in diesem Buch enthaltenen Presseberichte erinnern. Aufzeichnungen gibt es von den Frühwerken kaum, da diese live im DDR-Fernsehen ausgestrahlt und nicht aufgezeichnet wurden.

Selbst wer sich in der DDR-Kultur etwas auskennt und vielleicht die Manfred-Krug Klassiker Fünf Patronenhülsen, Auf der Sonnseite oder Spur der Steine kennt, wird sich wundert, was seinerzeit alles in Ostdeutschland produziert wurde. Amüsant sind Fotos aus dem Musikfilm Revue um Mitternacht, den Krug als er ihn 1962, drehte, nicht besonders schätzte. Doch als er den Film Jahrzehnte später mit “gleichaltrigen Produkten aus Westdeutschland verglich“ kam dieser ihm „wie ein Kunstwerk“ vor.

Witzig sind auch Krugs Auftritte als Hauptdarsteller in Mantel-und-Degen-Filmen wie Mir nach, Canaillen! (1964), Frau Venus und ihr Teufel (1967), Hauptmann Florian von der Mühle (1968) oder Die gestohlene Schlacht (1972). Eher vergeblich wurde hier versucht aus Krug einen Delon oder Belmondo zu machen. Es verwundert ein wenig, dass Krug, im Gegensatz zu seinem Kollegen Armin Mueller-Stahl nicht an der Seite von Gojko Mitić in einem DEFA-Indianerfilm zu sehen war.   

Krug geizt in diesem Buch nicht mit Anekdoten. Als er im erfolgreichen TV-Fünfteiler Wege übers Land, der 1968 achtzig Prozent der DDR-Bürger davon abhielt, Westfernsehen zu gucken, mit voller Power einen sympathischen kommunistischen Bürgermeister spielte, sagte SED-Generalsekretär Walter Ulbricht zu ihm: “Na Genosse Krug, haben Sie jetzt den richtigen Weg gefunden?“ Schlagfertig erwiderte dieser: “HERR KRUG, so viel Zeit muss sein. Ich bin erstaunt, haben Sie etwa gemeint, ich hätte Richtungsschwierigkeiten?“      

Hatte er nicht, denn Manfred Krug wusste, wann er die Richtung zu wechseln hatte.

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Fünf Patronenhülsen

1936: Während des Spanischen Bürgerkrieges decken sechs Mitglieder einer internationalen Brigade den Rückzug ihrer Kompanie. Es handelt sich um einen Franzosen (Armin Mueller-Stahl), einen Polen (Manfred Krug), einen Deutschen, einen Bulgaren, einen Russen und einen Spanier, die gegen Francos Faschisten kämpfen.

Als der kommandierende Kommissar tödlich verwundet wird, reist er eine wichtige Mitteilung in Stücke und steckt diese Einzelteile dann in fünf Patronenhülsen, die die Männer durch die feindlichen Linien bringen sollen…

Zum Drehbuch des Spanienkämpfers Walter Gorrish meinte Regisseur Frank Beyer (Spur der Steine): “Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich eine Vorlage, mit der ich mich ganz identifizieren konnte.“ Zuvor hatte er in der DDR bereits vier Spielfilme gedreht, doch erst sein unter schwierigen Bedingungen größtenteils in Bulgarien gedrehter und sehr spannender Film Fünf Patronenhülsen lag ihm wirklich am Herzen. Nicht zu Unrecht vermutete er, dass “dieser Film auch eine Chance hatte, vom jungen DDR-Publikum angenommen zu werden. Denn vom Genre her war das ein Western, eine Art Ost-Western.“

Bonusmaterial der DVD von Icestorm: Im Gespräch mit dem Spanienkämpfer Kurt Goldstein (27 min),   Armin Mueller-Stahl singt 1964 auf dem Deutschlandtreffen (2:13 min), Zwei Wochenschauen “Der Augenzeuge“ (1:22 min + 3:12 min), 16 Texttafeln mit Bio- und Filmographien zu  Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug und Frank Beyer, Galerie mit 12 Aushangfotos

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