Nachdem er 1929 in Köln in Notwehr den Sohn eines einflussreichen Zeitungsverlegers tötete, wird Kommissar Gereon Rath nach Berlin versetzt. Dort arbeitet er bei der Mordkommission des auch „Der Buddha“ genannten fortschrittlichen Kriminalisten Ernst Gennat und erlebt den Untergang der Weimarer Republik.
Mit Der nasse Fisch begann Volker Kutscher 2007 seine mittlerweile auf dreizehn Bücher angewachsene Roman-Reihe über Gereon Rath. Zehn Jahre später startete unter dem Titel Babylon Berlin eine TV-Serie, die von Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten geschrieben und inszeniert wurde. Dabei handelt es sich um die bisher aufwändigste deutschsprachige Fernsehproduktion.
Die 40 Episoden der ersten vier Staffeln konnten zwar aufgrund des von Volker Bruch als Gereon Rath und von Liv Lisa Fries als seine Kollegin Charlotte Ritter angeführten großartigen Ensembles, der opulenten Ausstattung und des zum Ohrwurm gewordenen Songs Von Asche, Zu Staub immer wieder begeistern, Doch es war nicht leicht, der oftmals sehr wirr erzählten Serie zu folgen.
Die fünfte und letzte Staffel von Babylon Berlin erlebt ihre Premiere 2026 in der ARD und fesselt von Anfang an. Die Handlung spielt im Februar 1933 und erzählt davon, dass es damals erfolgsversprechende Möglichkeiten gab hat, um die endgültige Machtergreifung Adolf Hitlers zu verhindern. So hätten sich Sozialdemokraten und Kommunisten gegen die Nationalsozialisten verbünden können, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen.
Ein Handlungsstrang der Serie erzählt davon, dass es möglicherweise Beweise dafür gab, dass Adolf Hitler in Mein Kampf über seinen Kriegseinsatz im Ersten Weltkrieg gelogen hatte. Möglicherweise war er nur ein Simulant und seine nach der deutschen Niederlage erneut aufgetretene Erblindung, die ihn von ihm zum politischen Erweckungserlebnis hochstilisiert wurde, hatte gar nicht stattgefunden. Hätte doch bloß eine französische Zeitung über diese Wahrheitsbeugung berichtet…
Tom Tykwer hatte Quentin Tarantino dabei geholfen, die deutschsprachigen Dialoge in Inglourious Basterds glaubhaft klingen zu lassen. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass im Finale von Tarantinos Film die Nazis ihre gerechte Strafe erhalten. Tykwer und sein Team weckten im Finale von Babylon Berlin immer wieder die Hoffnung, dass die “Machtergreifung“ verhindert werden. Doch dies ist leider pure Pulp Fiction und die Serie bleibt bei der traurigen Wahrheit.
Die DVD- und Blu-ray-Editionen von Leonine enthalten auf jeweils zwei Scheiben alle acht Episoden der fünften Staffel. Auf Bonusmaterial, wie z. B. die in der ARD ausgestrahlte Doku „Wie die Demokratie unterging“, wurde leider verzichtet.
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