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Coyote vs. Acme

Am 26. Februar 1990 erschien im New Yorker die von Ian Frazier verfasste fiktive Anklageschrift Coyote vs. Acme vom Anwalt Harold Schoff. Dieser vertritt Wile E. Coyote, der seit 1949 in zahlreichen Looney Tunes Cartoons der Warner Brother vergeblich den Road Runner gejagt hatte.

Dazu hat sich der Kojote „bei 85 verschiedenen Gelegenheiten“ Produkte der Acme Company in seine Höhle senden lassen. Darunter befanden sich ein Raketenschlitten, ein Feuerwerkskörper der Marke “Little Giant”, eine selbstlenkende Fliegerbombe usw. „(Eine vollständige Auflistung kann dem Acme-Katalog für Sprengmittel im Versandhandel, sowie der beigefügten eidesstattlichen Erklärung entnommen werden, die als Beweisstück C zu den Akten genommen wurde.)“ 

Da alle diese explosiven Gerätschaften “aufgrund von Herstellungsfehlern oder unzureichender Warnhinweise“ nach hinten losgingen, “begehrt Herr Coyote Entschädigung für Personenschäden, entgangenen Gewinn und seelisches Leid“ in Höhe von zwanzig Millionen Dollar. Wie dieser Prozess ausgegangen ist, war im New Yorker nicht zu erfahren.  

Das Urteil wurde erst 2026 in einem Kinofilm verkündet, an dem bei Warner seit acht Jahren gearbeitet wurde. Eigentlich sollte Coyote vs. Acme bereits im Juli 2023 in die Kinos kommen, doch dann auf unbestimmte Zeit verschoben. Warner glaubte nicht an den Erfolg und verkaufte die Rechte an Ketchup Entertainment. Die Indie-Firma hatte zuvor bereits die Warner-Produktion Ein klebriges Abenteuer: Daffy Duck und Schweinchen Dick retten den Planeten halbwegs erfolgreich in die Kinos gebracht.

Coyote vs. Acme ist jedoch eine sehr viel größere Nummer. An der 70 Millionen Dollar-Produktion waren das neue DC-Mastermind James Gunn und dessen Peacemaker-Darsteller John Cena beteiligt. Dem ehemaligen Wrestler gelingt es sich als schmieriger Acme-Anwalt Buddy Crane mühelos ins immerhin aus Cartoon-Größen wie Bugs Bunny, Daffy Duck oder Dr. Peter Lorre bestehende Looney Tunes-Ensemble einzufügen.  

Will Forte hingegen, der Coyotes Anwalt Kevin Avery spielt, ist die einzige Schwachstelle des Films. Ihm gelingt es weder Interesse noch Sympathie für den vom ihm verkörperten Pechvogel zu erwecken.

Doch ansonsten gelang ein herrlich schräger Film, der sich als Kombination aus Trickfiguren und Schauspieler*innen nicht hinter Robert Zemeckisʼ Meisterwerk Falsches Spiel mit Roger Rabbit verstecken muss.

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