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Die blaue Elise

Eigentlich sollte der trottelige Inspektor Clouseau in Blake Edwards eleganter Ganovenkomödie über den Raub eines Edelsteins namens „Der rosarote Panther“ nur eine Nebenrolle spielen. Doch der 1963 noch nahezu unbekannte Peter Sellers brillierte und wurde zum Star des Films.

Cover A von Timo Wuerz

Ebenso wichtig waren Henri Mancinis eleganter Soundtrack und der als Zeichentrickfilm gestaltete Vorspann mit der Figur des rosaroten Panthers. Das pinke Raubtier wurde kurz danach auch zum Helden einer oscarprämierten Zeichentrickserie.

© Timo Wuerz

Das neu gegründete Studio von Friz Freleng und David dePatie gewann gleich 1964 mit seiner ersten Produktion The Pink Phink den Oscar für den besten Cartoon. Weitere Trickfilme folgten, die sich auch im ZDF dank Eberhard Storecks kalauernder deutscher „Paulchen Panther“-Bearbeitung großer Beliebtheit erfreuten.

Im Rahmen der ZDF-Reihe Der rosarote Panther liefen auch die ebenfalls von dePatie-Frelang produzierte Trickfilmreihe The Ant and the Aardvark. Auch hier nahm sich Eberhard Storeck einige Freiheiten und machte aus dem männlichen Erdferkel die von Marianne Wischmann alias Miss Piggy gesprochene blaue Ameisenbärin Elise.

© Timo Wuerz

Deren verlustreichen Auseinandersetzungen mit der sehr viel clevereren Ameise Charlie erfreuten sich in den Siebzigern bei uns so großer Beliebtheit, dass jetzt bei Wicked Vision eine schmucke Blu-ray-Edition erschienen ist. Der großartige Comickünstler Timo Wuerz (Black Metal, Ghost Realm) hat hierfür nicht nur das sensationelle Cover gestaltet, sondern auch Konzept und Gestaltung des Booklets übernommen.

Cover B von Timo Wuerz

Die Edition von Wicked Vision enthält auf DVD und Blu-ray alle 17 Episoden in High Definition, sowohl in der Originalfassung als auch erstmals komplett auf Deutsch. Hinzu kommen Audiokommentare zu vier ausgewählten Episoden vom Autor Mark Arnold, dem Filmhistoriker, Jerry Beck und den Filmemacher Greg Ford und Friz Freleng. Außerdem sind noch die Dokumentationen „Tschüss, Warner Bros. Hallo, DePatie-Freleng!“ (17:00 min) und “Von Erdferkeln, Ameisen, Inspektoren und Kranichen“ (17:11 min) enthalten.

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Mr. Bug Goes to Town

In den Kindertagen des Zeichentrickfilms waren Max und Dave Fleischer, deren Eltern aus Österreich stammten, lange Zeit erfolgreicher als Walt Disney. Mit Koko the Clown, Betty Boop und Popeye the Sailor standen ebenso interessante wie markante Charaktere im Zentrum der Fleischer-Cartoons.

Doch auch tricktechnisch hatten die Brüder anfangs die Nase vorn. Lange vor Disney setzten sie das Rotoskopie-Verfahren ein, bei dem Realfilmaufnahmen den Trickfilmzeichnern als Vorlage für realistische Bewegungsabläufe dienten. Manchmal wurde allerdings auch einfach durchgepaust.

Bemerkenswert ist auch das von den Fleischers entwickelte Table-Top-Verfahren, bei dem die handgezeichneten Figuren vor im Studio aufgebauten Miniaturkulissen abgefilmt wurden. Diese zwar sehr wirkungsvoller aber auch besonders aufwändige Methode setzten die Fleischers nur sehr sparsam ein, etwa 1936 im Farbfilm Popeye the Sailor Meets Sindbad the Sailor.

1939 gelang es den Fleischer kurz nach Disneys Schneewittchen und die sieben Zwerge und noch vor Pinocchio einen abendfüllenden Zeichentrickfilm in die Kinos zu bringen. Gullivers Reisen lief in den US-Kinos so erfolgreich, dass Paramount 1941 bereit war, zu Weihnachten einen weiteren langen Zeichentrickfilm der Fleischers zu starten.

Das Resultat war Mr. Bug Goes to Town. In England hieß der Film Hoppity Goes to Town und erzählt vom Grashüpfer Hoppity, der nach New York zurückkehrt, um seine Insektenfreunde zu besuchen. Doch deren mitten in der expandierenden Großstadt gelegener Lebensraum wird durch Baumaßnahmen, aber auch den hinterhältigen (an den Komiker W. C. Fields) erinnernden Käfer C. Bagley Beetle bedroht.

Ähnlich wie schon bei Gullivers Reisen gibt auch in auch in Mr. Bug goes to Town zahlreiche Szenen, die tricktechnisch außergewöhnlich gut gelungen und von einer handwerklichen Perfektion sind, die heute gar nicht mehr bezahlbar wäre. So sind durch die Kombination von scheinbar riesigen rotoskopierten Menschen und den von Hand animierten kleinen Insekten einige sehr spannende Szenen entstanden. Doch auch diesmal gelingt es den Fleischers nur bedingt den Zuschauer emotional ins Geschehen hineinzuziehen.

Ein Misserfolg wurde Mr. Bug goes to Town jedoch hauptsächlich, weil der Film kurz vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor fertig wurde und Paramount aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen entschieden hatte, die Abenteuer von Hoppity und seinen Freunden doch nicht zu Weihnachten in die Kinos zu bringen.

Eine neue DVD-Edition, die unter dem Titel Hoppity kommt zurück erschienen ist, zeigt, dass der zweite abendfüllende Film der Fleischers immer noch sehr sehenswert ist. Grundlage der Veröffentlichung ist eine deutsche Bearbeitung aus den 70er-Jahren, die von Eberhard Storeck realisiert wurde. Die deutsche Stimme von Willi, dem Freund der Biene Maja, betrieb dazu einen recht großen Aufwand. Er ließ die Songs neu auf Deutsch einsingen und verwendete den Original-Soundtrack von Leigh Harline, soweit dies möglich war.

Doch anscheinend lag keine isolierte Musik-Tonspur vor und daher musste bei den Passagen, in denen deutsche Dialoge platziert wurden, improvisiert werden. Storeck traf hier eine ungewöhnliche Entscheidung, denn wenn im Film deutsche Stimmen zu hören sind, erklingen gelegentlich Soundtrack-Häppchen, bei denen es sich eindeutig um die Melodien Whistle While You Work und Someday My Prince Will Come aus Disneys Schneewittchen handelt. Kurz ist auch etwas Musik aus Cinderella zu hören.

Die Bildqualität der deutschen DVD ist erstaunlich gut. Daher ist es schade, dass für Storecks Fassung ein neuer deutscher Vorspann produziert wurde, der nur aus Texttafeln besteht. In der US-Fassung, die zum Glück in mäßiger Bildqualität ebenfalls auf der DVD zu finden ist, gibt es während die Credits zu lesen sind, hingegen eine atemberaubende Kamerafahrt durch eine von Modellbauern gebastelte Table-Top-Skyline von New York zu sehen.        

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