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Superman/Spider-Man

1976 trafen mit Superman und Spider-Man erstmals Helden von DC und Marvel aufeinander. In dem von Gerry Conway geschriebenen Abenteuer mussten sie sich mit Lex Luthor und Dr. Octopus herumärgern.

Die Zeichnungen stammten von Ross Andru. Dieser erhielt etwas Unterstützung von den Comiclegenden John Romita Sr. und Neal Adams, der zwei Jahre später Superman auf Muhammad Ali treffen ließ.

Der Comic erschien bei uns seinerzeit als übergroßes Ehapa-Album, wobei der Titel “Superman gegen Super-Spider“ lautete, weil der deutsche Verlag nicht die Rechte an Spider-Man hatte. 1981 kam es zu einer weiteren Begegnung von Superman und Spider-Man, die diesmal gegen Dr. Doom und den Parasiten antraten. Panini veröffentlichte diesen Comic erst 1999 und hat jetzt beide Crossover-Klassiker im Hardcover-Großformat neu aufgelegt.

In der Zwischenzeit gab es weitere Crossovers zwischen Marvel und DC, doch erst jetzt – ein halbes Jahrhundert nach ihrem Erstkontakt – treffen der Stählerne und der Spinnenmann wieder aufeinander. Dabei geht es allerding etwas weniger episch zu. Während die beiden ersten Begegnungen einen Umfang von nahezu 100 bzw. 60 Seiten hatten, füllt das neue Gipfeltreffen mit 24 Seiten gerade mal ein halbes Comicheft.

Nicht allzu spektakulär erzählen Autor Mark Waid (Kingdom Come, Die Geschichte des Marvel-Universums) und Zeichner Jorge Jimenez davon, wie die Reporter Clark Kent und Peter Parker in Metropolis hinter derselben Story herjagen und dadurch eine gefährliche Kooperation zwischen Brainiac und Dr. Octopus vereiteln.

Genau wie kurz zuvor bei zwei Heften, in denen DCs Batman auf Marvels Deadpool traf, gibt es auch hier sieben weitere Ministories mit verlagsübergreifenden Begegnungen, die teilweise von bekannten Comickünstlern realisiert wurden. So schrieb etwa Greg Rucka eine Story, in der Lois Lane vom Daily Planet mit J. Jonah Jameson vom Daily Bugle über den Unterschied zwischen Objektivität und Neutralität diskutiert.  

Ganz im Gegensatz zum ersten Crossover von Superman und Spider-Man spielen diesmal die Frauen der der Seite der Helden keine Rolle, haben aber ihren großen gemeinsamen Auftritt in der achtseitigen Story The World’s Finest, die Tom King für Jim Lee schrieb.King gibt in dieser witzigen Shortstory, dem mittlerweile für DC arbeitenden Lee noch einmal die Gelegenheit den von ihm designten X-Men Gambit auf einer spektakulären Doppelseite in Szene zu setzen.  

Bemerkenswert sind die Storys von Sean Murphy, der neben Superboy und Spider-Man 2099 auch Terry McGinnis als Batman Beyond auftreten lässt, sowie eine von Jeff Lemire geschriebene Begegnung zwischen Clark Kent und Peter Parker, die sich über ihre Stiefväter Jonathan Kent und Ben Parker unterhalten. Im durchaus krönenden fünfseitigen Abschluss Blind Date kommt es zu einem Team-Up zwischen Power Girl und dem Punisher, das in eine Romanze übergeht.     

Ende Juni erscheint das zweite Spider-Man/Superman-Heft. Die Hauptstory wurde von Brad Meltzer geschrieben und von Pepe Larraz gezeichnet. Auch hier sind acht weitere kurze Crossover-Comics enthalten.

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Spider-Man Newspaper Comics Collection

Abenteuerliche Fortsetzungs-Comics hatten eine Weile in den US-Newspapers ihren festen Platz, man denke nur an Tarzan, Prinz Eisenherz oder Flash Gordon. Doch Superhelden konnten als Zeitungs-Comics kaum punkten, obwohl dort 1936 mit The Phantom der Ur-Vater des Genres debütierte, zwei Jahre bevor Superman seine Premiere im Heft Action Comics # 1 hatte.

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Genau wie sein DC-Kollege Batman konnte sich Superman jedoch als Zeitungs-Strip nie dauerhaft durchsetzen, ganz im Gegensatz zu Marvels populärster Figur Spider-Man. Anfang 1977 startete der freundliche Netzschwinger in diversen Zeitungen. Die täglichen Fortsetzungen wurden bis 1981 von John Romita Sr. gezeichnet und bis zu seinem Tode von Stan Lee (zuletzt mit Roy Thomas als Ghostwriter) getextet.

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Romita Sr. und Lee kreierten zehn Jahre zuvor die wohl interessantesten Spider-Man-Hefte, was vor allem an aufregenden weiblichen Hauptfiguren wie Mary Jane Watson oder Gwen Stacy lag. Dies setzt sich auch in den Zeitungsstrips fort. Hier kämpfte Peter Parker nicht nur gegen die Doktoren Doom und Octopus, sondern auch mit seinen Gefühlen für das andere Geschlecht. Interessant ist bereits der Auftakt des Strips, der erzählt wie der schurkische Dr. Doom von der UN eingeladen wird, um Vorschläge zur Terrorbekämpfung zu machen. Dabei trifft der Mann mit der eisernen Maske auf Jassir Arafat, Indira Ghandi, Henry Kissinger und Idi Amin.

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Zeitungscomics stellen ganz besondere formale Anforderungen an ihre Schöpfer. So erlebt Spider-Man seine fortlaufenden Abenteuer wochentags meist auf jeweils drei bis vier Panels. Sonntags hingegen wurde ihm dreimal so viel Raum eingeräumt. Es war dabei jedoch darauf zu achten, dass die umfangreicheren sonntäglichen Farb-Comics inhaltlich eher entbehrlich ausfielen, damit die “alltäglichen“ Leser trotzdem dem Fluss der Erzählung folgen konnten.

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Der Comic-Meister Will Eisner (The Spirit, Ein Vertrag mit Gott) meinte einmal: „Ich hätte mir mich niemals dabei vorstellen können, einen täglichen Strip zu zeichnen. Diese Vorstellung allein, dieselbe kleine Figur in vier kleinen Bildern tagtäglich zeichnen zu müssen, verschafft mir Platzangst! Das ist etwa so, als wolle man versuchen, ein Symphonieorchester in einer Telefonzelle zu dirigieren.“

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Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der alten Panini-Ausgabe

Unter Berücksichtigung dieser formalen Einschränkungen überrascht, wie gut sich die Spider-Man-Strips in einem Rutsch lesen lassen. Daher ist es sehr erfreulich, dass nicht nur Funny-Strips wie die Peanuts oder Garfield in Form von Werkausgaben lückenlos verlegt werden, sondern auch die hierzulande völlig unbekannten und äußerst lesenswerten Spider-Man-Zeitungsstrips ansprechend aufgemacht erscheinen.

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Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der neuen Panini-Ausgabe

Panini hat bereits 2007 die von John Romita Sr. gezeichneten Strips in zwei querformatigern Bänden veröffentlicht. Seinerzeit kamen jedoch die Sonntagsseiten nicht in Farbe zum Abdruck. Die in einem größeren Format veröffentlichte Neuausgabe basiert auf der US-Edition, die IDW innerhalb der Reihe The Library of American Comics veröffentlicht und enthält auch die sehr ansprechend in Farbe gestalteten sonntäglichen Abenteuer von The Amazing Spider-Man. inklusive der in der alten Ausgabe fehlenden Kopfzeile.

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Der erste Band präsentiert die vom 3. Januar 1977 bis zum 28. Januar 1979 veröffentlichten Zeitungscomics. Mit Band 3 startet die Veröffentlichung der von Fred Kida gezeichneten Strips und es ist zu hoffen, dass auch noch die Arbeiten von Stan Lees Bruder Larry Lieber und von Alex Saviuk  in dieser optimalen Form erscheinen!

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