Einmal mehr begeht Parker mit einigen Gleichgesinnten einen sorgsam geplanten Raubüberfall. Mit Weiss und Andrews hat er bereits zusammengearbeitet und vertraut ihnen. Dies gilt jedoch nicht für George Uhl, der den Fluchtwagen fährt. Der Bankraub läuft perfekt ab und Uhl bringt seine Komplizen zuverlässig in ihr Versteck. Doch dort beginnen die Probleme. Die Beute ist sehr viel spärlicher ausgefallen als erwartet und Uhl bringt Weiss und Andrews um. Parker kann entkommen und natürlich ist die Sache damit für ihn nicht erledigt…
1963 erfand Donald E. Westlake alias Richard Stark “diesen Mistkerl namens Parker“. Er kam “nicht umhin, ihn zu mögen“, denn “er war so gradlinig und klar“. Daher musste der Autor niemals darüber nachdenken, was dieser „als nächstes tun würde“. Der dadurch entstandene an eine Naturgewalt erinnernde Drive ist die Triebfeder der vierundzwanzig Parker-Romanen, die Stark vbis zu seinem Todesjahr 2008 verfasste.
Richard Starks erster Parker-Roman The Hunter wurde gleich zweimal verfilmt. 1967 von John Boorman unter dem Titel Point Black. Die Hauptfigur trägt hier allerdings den Namen “Walker“ und wurde von Lee Marvin verkörpert, während Richard Stark eher Jack Palance als Parker bevorzugt hätte. 1999 wurde The Hunter von Brian Helgeland als Payback adaptiert, danach allerdings gnadenlos durch Nachdrehs und Schnitte entschärft. Parker hieß damals „Porter“ und wurde von Mel Gibson verkörpert.
Der Comiczeichner Darwyn Cooke (Batman – Ego, DC New Frontier, Before Watchmen: Minutemen) ist ein großer Fan der Bücher von Richard Stark und ihm gelangen sehr stylische Adaptionen von Parker-Romanen, die Schreiber & Leser in einer sehr schön aufgemachten zweibändigen Martini-Edition veröffentlicht hat. Cookes mit wenigen selbstbewussten Strichen in schwarzweiß und unter dem Einsatz von gelblichen oder blauen Schmuckfarben entstandenen Bilder sind pure Atmosphäre.
In dieselbe Kerbe haut – am Rande des Plagiats – der französische Zeichner Sébastien Kieran Roche, für den sein Landsmann Doug Headline den elften Parker-Roman adaptiert hat. Das Resultat wurde ebenfalls von Schreiber & Leser als Hardcover-Edition veröffentlicht. Auf den ersten Blick wirkt der Comic so, als wäre der 2016 verstorbene Cooke wieder auferstanden und hätte seine Arbeit an Parker fortgeführt. Doch mit der zeichnerischen Eleganz von Cooke kann Kieran nicht mithalten. Da er sich redlich bemüht und die Story von Stark sehr mitreißend erzählt und adaptiert wurde, lohnt die Lektüre dennoch.
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