Schlagwort-Archiv: Doris Ertel-Zellner und Reinhold Zellner

Max & Luzie bei den Musketieren

Diese Geschichte von Doris Ertel-Zellner und Reinhold Zellner beim 1992 erschienenen 34. Comic der von Franz Gerg meisterlich gezeichneten Reihe Max & Luzie orientiert sich nur bedingt an dem Romanklassiker von Alexandre Dumas.

Dies verwundert nicht, denn die Serie adaptiert keine Literatur, sondern es werden “spannende Abenteuer in der Weltgeschichte“ präsentiert. Daher wird davon erzählt, wie sich der 1630 im Louvre residierende König Ludwig XIII Machtkämpfe mit Kardinal Richelieu liefert. Doch genau genommen spielt das Duo nur eine Partie Schach, während ihre Gefechte stellvertretend von des Königs Musketieren und der Garde des Kardinals ausgetragen werden.

Auf der zweiten Seite tritt ein Doppelagent auf, der seine Informationen sowohl an den König als auch an den Kardinal verkauft. Da dieser Spion“Zero-Zero-Six“ heißt, sollte er ursprünglich die Gesichtszüge von Sean Connery tragen und Franz Gerg hatte den schottischen Weltstar bereits treffend karikiert. Doch diese Idee wurde verworfen und im Comic hat der Spion keinerlei Ähnlichkeit mit dem 007-Darsteller, was den Gag mit “Zero-Zero-Six“ ins Leere laufen lässt.

Franz Gerg findet dies sehr bedauerlich, denn er findet, dass “sein“ Sean Connery besser erkennbar ist, als dies zehn Jahre zuvor bei Albert Uderzo der Fall war, als dieser den Darsteller im Asterix-Album Die Odyssee als Nullnullsix auftreten ließ.

Bemerkenswert ist, dass unsere Zeitreisenden nur am Rande der Musketier-Geschichte auftreten. Genau genommen hätte diese problemlos ohne Max und Kiez funktioniert. Es geht um die kleine Isabelle von Dellmont, die gewaltige Ländereien geerbt hat, die sich sowohl Ludwig XIII als auch Kardinal Richelieu unter den Nagel reißen wollen. Deren Truppen liefern sich turbulente Gefechte und verwechseln dabei Luzie mit Isabella.

Einmal mehr beeindruckt die großartige und liebevolle “Ausstattung“. Kostüme, Gebäude und Waffen wirken authentisch, was seinerzeit ohne Internet und hauptsächlich durch nur kurzzeitig aus den Bibliotheken ausleihbares Referenzmaterial alles andere als einfach zu realisieren war.

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Mittlerweile liegt bei Kult Comics bereits der zweite Band einer Integral-Ausgabe von Max & Luzie vor. Dieser enthält neben Bei den Musketieren die Comics Bei Robin Hood, In der Steinzeit, Bei Wolfgang Amadeus Mozart, Bei Kleopatra, Mit Livingston in Afrika, Beim Großmogul in Indien, und Bei den Alchimisten.   

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Max & Luzie mit Livingston in Afrika

1992 erschien der 32. Comic aus der von Franz Gerg meisterlich gezeichneten Reihe Max & Luzie. Im Zentrum dieses optisch und inhaltlich voll überzeugenden Comics steht Henry Livingston, der im vorletzten Jahrhundert in Afrika forschte und missionierte.

Neben seinem Kampf gegen die Sklaverei, steht die Entdeckung der Viktoriafälle ebenfalls im Zentrum der von Doris Ertel-Zellner und Reinhold Zellner sehr spannend erzählten Geschichte.

Diese macht neugierig auf den Menschen Henry Livingston, wobei die beiden letzten redaktionellen Seiten des Hefts einen guten Überblick über dessen Leben bieten. Thematisch passend informiert das Poster in der Heftmitte in Form einer Landkarte voller Tiere über die afrikanische Fauna, wobei Franz Gerg als “lebenslanger Nerd von wilden Tieren“ viel Spaß beim Zeichnen hatte.

Nicht weniger Freude dürften ihm die Comicsequenzen mit dem angreifenden Nashorn gemacht haben, denn hier zitierte er mit Tintin und Spirou gleich zwei belgische Comicklassiker. Doch Franz Gerg ging als Tierfreund sehr viel respektvoller mit seinem Rhinozeros um und lässt es “tief und fest“ einschlafen, nachdem es gegen einen Baum gerannt ist.

Bei André Franquin hingegen beschmiertem Spirou und Fantasio 1955 in Aktion Nashorn ganz ungeniert einige Unpaarhufer mit gelber Farbe. Hergé trieb es noch doller, denn 1930 in der Urversion seines mittlerweile ohnehin sehr umstrittenen Klassikers Tim im Kongo zeigte er, wie der Titelheld ein Nashorn mit Dynamit in die Luft jagte.

Mittlerweile liegt bei Kult Comics bereits der zweite Band einer Integral-Ausgabe von Max & Luzie vor. Dieser enthält neben Bei Livingston in Afrika die Comics Bei Robin Hood, In der Steinzeit, Bei Wolfgang Amadeus Mozart, Bei Kleopatra, Beim Großmogul in Indien, Bei den Musketieren und Bei den Alchimisten.   

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Max & Luzie bei Wolfgang Amadeus Mozart

Im 1991 erschienene 30. Comic aus der von Franz Gerg meisterlich gezeichneten Reihe Max & Luzie landet das Zeitreisetrio 1782 in Wien und im dortigen Hoftheater steht die Premiere von Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail an.

Nun gilt es zu verhindern, dass das als Requisite eingesetzte Luftmobil am Ende der Aufführung zu Kleinholz verarbeitete wird. Ganz nebenbei wird dabei erreicht, dass einer der Sänger während der Aufführung durch einen talentierteren Kollegen ersetzt wird.

Um dem genialen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart eine spannende Geschichte abzutrotzen braucht es schon eine literarische Vorlage, wie jenes Theaterstück von Peter Shaffer aus dem Miloš Forman 1984 den mit acht Oscars ausgezeichneten Thriller Amadeus machte. Das Ende 1991 veröffentlichte Comicheft hingegen erzählt eine eher banale Geschichte, die weder Jung noch Alt ansprechen dürfte.

Ursprünglich wollten Doris Ertel-Zellner und Reinhold Zellner in ihrer Geschichte noch deutlicher herausarbeiten, dass von einer dreifachen Entführung erzählt wird. Einmal von jener aus dem Palast bzw. Serail, die auf der Bühne stattfindet und zudem wurden noch das Luftmobil und der talentiertere Sänger entführt.

Vielleicht wäre es sinnvoller und amüsanter gewesen, wenn die durchaus interessante Persönlichkeit von Wolfgang Amadeus Mozart stärker im Zentrum der Geschichte gestanden hätte.

Wie dem auch sei, die wieder großartigen Zeichnungen und der Kalender in der Heftmitte mit zwölf originellen Gagmotiven entschädigen für die schwache Story.

Mittlerweile liegt bei Kult Comics bereits der zweite Band einer Integral-Ausgabe von Max & Luzie vor. Dieser enthält neben Bei Wolfgang Amadeus Mozart die Comics Bei Robin Hood, In der Steinzeit, Bei Kleopatra, Bei Livingston in Afrika, Beim Großmogul in Indien, Bei den Musketieren und Bei den Alchimisten.   

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